Die Kündigung: Das Wichtigste auf einen Blick

Eine Kündigung ist eine „einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung“. Das bedeutet, dass die Kündigung bei Einhaltung bestimmter Fristen und Bedingungen nach Zustellung gültig ist, ohne dass die zweite Vertragsseite zugestimmt hat.

Die richtige Schriftform der Kündigung (laut § 623 BGB) ist ein schriftliches, formales Anschreiben. Das bedeutet, dass eine Kündigung per Fax und Mail oder auf einem Notizzettel sowie mündlich unwirksam ist.

Gültigkeit der Kündigung

  • Schriftliche Form und nicht elektronisch oder mündlich
  • Eindeutige Aussage („Hiermit kündige / beende ich…“)
  • Handschriftlich unterschrieben
  • Einhaltung vorgegebener Fristen

Kündigungsfrist

  • Vier Wochen bis zum 15. / Ende des Monats bei Eigenkündigung
  • Variiert mit der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses bei Fremdkündigung
  • Vertraglich / tariflich festgelegte Kündigungsfrist ist verbindlich
  • Bei der außerordentlichen Kündigung existiert keine Kündigungsfrist

Widerspruch

  • Widerspruchsfrist beträgt drei Wochen
  • Kündigungsschutzklage muss beim zuständigen Arbeitsgericht eingereicht werden
  • Arbeitsverhältnis muss unter Kündigungsschutz stehen (Arbeitgeber muss mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen und Arbeitsverhältnis muss mehr als sechs Monate andauern)

Inhaltlicher Aufbau

  1. Anrede
  2. Kündigungserklärung
  3. Zusätzliche Bitten (Kündigungsbestätigung / Arbeitszeugnis)
  4. Danksagung und Schlussformel
TIPP Am Ende der Seite kannst du unsere kostenlosen Kündigungsmuster für verschiedene Situationen downloaden.

Kündigungsarten im Arbeitsrecht

Das deutsche Arbeitsrecht unterscheidet zwischen zwei unterschiedlichen Kündigungsarten. Je nach Kündigungsart ändern sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und Regelungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Eigenkündigung vs. Fremdkündigung

Die zwei übergeordneten Formen der Kündigung sind die Eigenkündigung und die Fremdkündigung. Bei der Eigenkündigung kündigt der Arbeitnehmer (meist aus privaten Gründen), während die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der Fremdkündigung von Arbeitgeberseite erfolgt.

Die Fremdkündigung kann in drei Unterkategorien zerlegt werden: Betriebsbedingte, personenbedingte und verhaltensbedingte Kündigung. Des Weiteren kann eine fristlose Kündigung erfolgen. Diese kann sowohl vom Arbeitnehmer als auch vom Arbeitgeber ausgesprochen werden. Sie verzichtet auf jegliche Fristen und entfaltet ihre Wirkung unmittelbar.

Kündigungsarten

Betriebsbedingte (ordentliche) Kündigung

Bei einer betriebsbedingten Kündigung ist der Auslöser nicht der Arbeitnehmer selbst, sondern problematische Umstände im Unternehmen. Betriebsbedingte Kündigungen treten dann in Kraft, wenn das Unternehmen die Anstellung des Mitarbeiters nicht weitertragen kann. Grund dafür können außergewöhnliche Zustände im Betrieb sein:

  • Insolvenzen
  • Standortverlagerungen oder -schließungen
  • Outsourcing einer Abteilung

Personenbedingte (ordentliche) Kündigung

Die personenbedingte Kündigung erfolgt nicht aufgrund von Fehlverhalten des Mitarbeiters, sondern bezieht sich auf seine Fähigkeiten. Wenn die vertraglich vereinbarten Aufgaben durch qualifikationsbezogene, psychische oder physische Gegebenheiten nicht mehr erfüllt werden können, tritt diese Art der Kündigung in Kraft.

Verhaltensbedingte (ordentliche) Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung wird dann ausgesprochen, wenn der Arbeitnehmer mehrfach durch Fehlverhalten aufgefallen ist. Typische Beispiele für ein solches Fehlverhalten:

  • Regelmäßiges Zuspätkommen
  • Arbeitsverweigerung

Grundsätzlich muss der verhaltensbedingten Kündigung mindestens eine Abmahnung vorangegangen sein, damit sie durchsetzbar ist.

Fristlose (außerordentliche) Kündigung

Die drastischste Form der Kündigung ist die außerordentliche bzw. fristlose Kündigung. Sie tritt unter anderem bei folgenden Fällen in Kraft:

  • Straftaten
  • Pflichtverstöße (z. B. Rufschädigung)
  • Mobbing / Beleidigungen
  • Betriebsspionage

Im Regelfall muss bei der fristlosen Kündigung durch den Arbeitgeber vorerst eine Abmahnung erfolgen, bei schweren Fällen erfolgt die Kündigung jedoch direkt und fristlos.

Die fristlose Kündigung ist ebenso vonseiten des Arbeitnehmers möglich. In diesem Fall müssen ebenfalls untragbare Umstände, wie zum Beispiel eine wiederholt verspätete Lohnzahlung oder sexuelle Belästigung, vorliegen.




Gründe für eine Kündigung

Möchte dir dein Arbeitgeber kündigen, muss er einen Grund angeben. Im Regelfall liegen Kündigungen jedoch folgende Ursachen zugrunde:

  • Verhaltensbedingte Gründe (z. B. regelmäßiges Zuspätkommen)
  • Personenbedingte Gründe (z. B. Krankheiten)
  • Betriebsbedingte Gründe (z. B. Insolvenzverfahren)
TIPPBefindest du dich noch in der Probezeit, ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, dir einen Kündigungsgrund zu nennen. Du kannst jedoch natürlich nachfragen und darauf hoffen, dass er dir Auskunft gibt. Darauf bestehen kannst du allerdings nicht.

Bei einer fristlosen Kündigung muss in jedem Fall ein Grund genannt werden – sowohl aus Arbeitgeber- als auch aus Arbeitnehmersicht. Als Arbeitnehmer bist du bei einer ordentlichen Kündigung nicht dazu verpflichtet, einen Grund zu nennen – du kannst natürlich trotzdem freiwillig etwas angeben, zum Beispiel:

Rund um die Kündigung: Alle Rahmenbedingungen

Die Kündigung ist einer der letzten Eindrücke, die du bei deinem Arbeitgeber hinterlässt. Dieser Eindruck sollte möglichst gut sein – du weißt nie, inwiefern potenzielle neue Unternehmen mit deinem ehemaligen Arbeitgeber in Kontakt stehen.

Die Verfassung einer Kündigung sollte also wohlüberlegt sein, denn ist die Kündigung erst zugestellt, kannst du sie nicht mehr aberkennen. Im Folgenden gehen wir auf die wichtigen Rahmenbedingungen bei einer Kündigung ein.

Kündigungsfrist

Damit eine Kündigung rechtlich gültig ist und du zum gewünschten Termin aus dem Unternehmen ausscheiden kannst, müssen die vorgegebenen Fristen eingehalten werden.

  • Bei Eigenkündigung
    Die gesetzliche Kündigungsfrist bei Kündigung durch den Arbeitnehmer ist in § 622 BGB Abs. 1 geregelt. Demnach kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen bis zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats beendet werden.
  • Bei Fremdkündigung
    Die gesetzliche Kündigungsfrist bei Kündigung durch den Arbeitgeber ist in § 622 BGB Abs. 2 geregelt. Sie variiert mit der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses:
Kündigungsfrist

Besonderheiten

Die Kündigungsfrist in der Probezeit variiert je nach festgelegter Dauer. In der Regel geht eine Probezeit nicht länger als sechs Monate, die Kündigungsfrist liegt dann bei zwei Wochen. Ist deine Kündigungsfrist in deinem Arbeitsvertrag tariflich festgelegt, ist diese Vereinbarung verbindlich. Bei der fristlosen bzw. außerordentlichen Kündigung existiert keine Kündigungsfrist.

Bei befristeten Arbeitsverträgen ist eine ordentliche Kündigung nicht möglich. Der Arbeitnehmer ist durch die Befristung laut § 15 Absatz 3 TzBfG bereits so eingeschränkt, dass nur eine außerordentliche Kündigung erteilt werden kann. Ausnahmen bestehen hier ebenso bei abweichenden vertraglichen oder tariflichen Vereinbarungen.

Widerspruch der Kündigung

Erhältst du als Arbeitnehmer die Kündigung, hast du die Möglichkeit auf Widerspruch. Dabei solltest du beachten, dass die Widerspruchsfrist zu dem Zeitpunkt beginnt, an dem die Kündigung ihren Machtbereich erreicht. Bei postalischem Weg ist das das Erreichen des Briefkastens – unabhängig davon, ob du zu diesem Zeitpunkt auch Zuhause bist oder nicht.

Die Widerspruchsfrist bei einer Kündigungsschutzklage beträgt drei Wochen. In dieser Zeit musst du sie beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen, da die Kündigung sonst wirksam ist. Was die Kündigungsschutzklage für dich bewirken kann:

  • Eine Weiterbeschäftigung
  • Eine (höhere) Abfindung

Um eine Kündigungsschutzklage einzureichen, muss dein Arbeitsverhältnis unter Kündigungsschutz stehen. Dazu sind zwei Kriterien entscheidend:

  • Die Betriebsgröße:
    Dein Arbeitgeber muss dauerhaft mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigen.
  • Dauer deiner Beschäftigung:
    Dein Arbeitsverhältnis muss seit mehr als sechs Monaten bestehen.

Möchtest du rechtlich gegen die Kündigung vorgehen, kannst du einen Anwalt für Arbeitsrecht kontaktieren. Dieser kann die Kündigung auf Formfehler überprüfen, dich über deine Möglichkeiten aufklären und beispielsweise eine Vergütung offener Urlaubstage rausholen.

Abfindung bei Kündigungen

Eine Abfindung ist eine einmalige Zahlung aufgrund einer Kündigung von dem Arbeitgeber an den Arbeitnehmer. Du hast als Arbeitnehmer nicht automatisch einen Anspruch darauf. Ist sie jedoch in …

  • … Arbeits- bzw. Tarifverträgen,
  • … Sozialplänen,
  • … Geschäftsführerverträgen,
  • … etc.

… festgehalten, dann ist eine Abfindung auf jeden Fall vom Arbeitgeber zu gewährleisten.

Kündigung erhalten: Wie geht es weiter?

Die Zeit nach der Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ist in ihrer Wichtigkeit nicht zu vernachlässigen. Du solltest in jedem Fall deiner Arbeit weiterhin gewissenhaft nachgehen und dich professionell verhalten. Abgesehen davon, dass es zum guten Benehmen gehört, kennen sich Unternehmen in einer Branche oftmals untereinander und stehen in regelmäßigem Austausch.

Damit dein Abschied nicht mit einem negativen Ruf endet, ist es folglich ratsamer, wenn du an deiner Arbeitsweise nichts änderst und vorbildlich weiterarbeitest.

DOKUMENTDir wurde aus betriebsbedingten Gründen gekündigt? Häufig bieten Unternehmen eine sogenannte Outplacement Beratung an, welche eine Arbeitslosigkeit des Mitarbeiters verhindern soll. Frage nach der Kündigung schnellstmöglich nach dieser Möglichkeit, um dir unnötige Verzweiflung zu sparen.

Sieben weitere hilfreiche Tipps für die Zeit nach der Kündigung findest du in unserem Artikel Kündigung, was nun?.

Außerdem solltest du dich frühzeitig um eine neue Stelle kümmern, damit du einen möglichst einfachen und schnellen Übergang in den neuen Job hast. Große Lücken im Lebenslauf, die länger als drei Monate sind, solltest du unbedingt vermeiden! Eine kurze Meldung beim Arbeitsamt musst du im Idealfall trotzdem tätigen:

  • Falls du kündigen möchtest, kannst du dich bereits vor Einreichung der Kündigung umsehen und dir bereits im Vorfeld einen neuen Job
  • Erreicht dich die Kündigung unerwartet, solltest du nicht in Panik ausbrechen. Nutze die Kündigungsfrist, um dich neu zu bewerben.

Trotz der womöglich unglücklichen Situation solltest du den Kopf auf keinen Fall hängen lassen. Der Blick sollte immer nach vorne gerichtet sein –  ein neuer Job wird sicher bald von dir an Land gezogen!

TIPPFür professionelle Unterstützung bei der Erstellung deiner Bewerbungsunterlagen empfehlen wir Die Bewerbungsschreiber. Lasse dir einfach und unkompliziert deine hochwertige und individuelle Bewerbung erstellen!

Aufbau und Inhalt einer Kündigung

Du bist unglücklich mit deinem aktuellen Job oder möchtest dich neu orientieren und stehst vor dem Verfassen eines Kündigungsschreibens?

Ein solches offizielles Anschreiben ist zwar nicht sehr umfangreich, dafür müssen einige ausschlaggebende Punkte beachtet werden, damit deine Kündigung rechtskräftig ist.

Ausführliche Informationen zum Aufbau und Inhalt sowie beispielhafte Formulierungen für dein Kündigungsschreiben findest du in unserem Artikel „Kündigungsschreiben“.

Aufbau Kündigung

Eine Kündigung sollte folgende Inhalte aufweisen:

  1. Kontaktdaten des Absenders und die des Adressaten
  2. Ausstellungsdatum des Kündigungsschreibens
  3. Betreffzeile und Zusatzinformationen (z. B. Personalnummer, Vertragsende)
  4. Persönliche Anrede des Empfängers
  5. Unmissverständliche Kündigung und Nennung der Kündigungsfrist
  6. Kurze und formale Danksagung
  7. Bitte um qualifiziertes Arbeitszeugnis und / oder Empfangsbestätigung
  8. Unterschrift mit Vor- und Zuname




Kostenlose Vorlagen für Kündigungen

Du hast Schwierigkeiten beim Verfassen deiner Kündigung und bist auf der Suche nach einer geeigneten Vorlage? Kein Problem – wir bieten dir ein kostenloses Muster für deine Kündigung, welches du ganz einfach kopieren und in eine Word-Datei einfügen kannst.

Vorlage Kündigung Arbeitsvertrag

Max Mustermann
Musterweg 12
12345 Musterdorf

Musterfirma GmbH
Frau Muster
Musterstraße 1
54321 Musterstadt

Musterdorf, TT.MM.JJJJ

Fristgerechte Kündigung des Arbeitsverhältnisses zum TT.MM.JJJJ
Personalnummer: 12345678

Sehr geehrte Frau Muster,

hiermit kündige ich das mit Ihnen bzw. der Musterfirma GmbH bestehende Arbeitsverhältnis vom TT.MM.JJJJ, unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum TT.MM.JJJJ.

Bestätigen Sie mir bitte den Erhalt der Kündigung und das Aufhebungsdatum des Arbeitsvertrags in schriftlicher Form.

Außerdem bitte ich Sie um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, welches Sie mir an die obige Adresse zukommen lassen können.

Vielen Dank für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit Ihnen. Aus der Beschäftigung in Ihrem Unternehmen konnte ich auf fachlicher wie auch auf persönlicher Ebene viel für meine berufliche Zukunft mitnehmen. Auch dafür bedanke ich mich und wünsche Ihnen und dem Unternehmen für den weiteren Werdegang alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Max Mustermann

Weitere Kündigungsvorlagen zum Downloaden

Hier findest du weitere Muster für verschiedene Kündigungen, welche du kostenlos als Word-Datei downloaden kannst.

Arbeitsvertrag

Deckblatt Vorlage Studium

Handyvertrag

Anschreiben Vorlage Studium

Wohnung

Lebenslauf Vorlage Studium

 Versicherung

Anschreiben Vorlage Aktuell

Fitnessstudio

Lebenslauf Vorlage Aktuell