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Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch, auch Bewerbungsgespräch oder Jobinterview genannt, ist der erste richtige Kontakt zwischen Bewerber und Personalentscheider. Nachdem du mit deinen Bewerbungsunterlagen überzeugen konntest, möchte das Unternehmen dich nun persönlich kennenlernen. Dabei geht es nicht nur um deine fachlichen und sozialen Kompetenzen: Personaler wollen auch testen, wie gut du dich mit dem Unternehmen, den Anforderungen an die Position und deinen potenziellen Aufgaben beschäftigt hast. Wir zeigen dir, wie du dich optimal vorbereitest, häufige Fehler vermeidest und auch während des Vorstellungsgesprächs mit deinem Verhalten überzeugst.

Ein Beitrag von Mirko Bettenhausen

Die optimale Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch bereitet vielen Bewerbern Sorgen. Kein Wunder, denn sie müssen sowohl fachlich als auch persönlich überzeugen, clevere Fragen stellen und nebenbei Motivation ausstrahlen.


Doch eine gute Vorbereitung zahlt sich aus. Wer sich im Vorfeld umfangreich mit dem Unternehmen und dem eigenen Profil beschäftigt, den Ablauf des Gesprächs sowie Antworten auf typische Fragen verinnerlicht und das Ganze zu Hause übt, kann selbstbewusst ins Jobinterview gehen. Im Folgenden findest du zahlreiche Tipps zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch. Die meisten davon sind sowohl auf das typische Vor-Ort-Gespräch als auch auf das Online-Interview anwendbar.


Wichtiges zur Organisation:

  • Beantworte die Einladung: Nach Erhalt einer Einladung solltest du zunächst das vorgeschlagene Datum bestätigen oder alternativ um einen neuen Termin bitten. Im Idealfall lässt du dir für deine Antwort nicht länger als einen Tag Zeit. Passt dir der vorgeschlagene Termin nicht, ist das in der Regel kein Problem. Erkläre die Situation, bitte höflich um einen Ersatztermin und liefere direkt 2-3 realistische Vorschläge mit. Erhältst du deine Einladung per E-Mail, solltest du die Terminbestätigung als Antwort auf die gleiche Mail verschicken.

  • Plane deine Anreise: Unpünktlichkeit ist ein absolutes No-Go. Doch auch eine stressige Anreise solltest du im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs vermeiden. Sei deshalb ggf. etwas früher vor Ort.

  • Teste dein Setup: Handelt es sich dagegen um ein Online-Vorstellungsgespräch, ist ein reibungsloser technischer Ablauf wichtig. Teste dein Setup (Kamera, Mikrofon) sowie die verwendete Software daher so früh wie möglich.

  • Wähle die richtige Kleidung: Informiere dich vorab, ob ein Dresscode existiert. Der empfohlene Kleidungsstil ist von der Branche und der Unternehmenskultur abhängig. In konservativen Branchen sind ein Anzug bei Männern und ein Business-Kostüm bei Frauen üblich, während in innovativen Branchen ein Hemd mit Jeans bzw. eine Bluse ausreichend sind.

Inhaltliche Vorbereitung

Vermutlich hast du dich bereits vor dem Schreiben deiner Bewerbung mit dem Unternehmen auseinandergesetzt. Spätestens zum Vorstellungsgespräch solltest du vor allem mit dessen Internetauftritt (Website, Social Media, Presse) gut vertraut sein.


Eine ausführliche Unternehmensrecherche führt nicht nur dazu, dass du entsprechende Fragen beantworten und im Gespräch mit deinem Wissen überzeugen kannst, sondern hilft dir auch beim Begründen deiner Motivation sowie bei der Identifikation eigener Fragen.


Informiere dich vor allem über die Position und deine zukünftigen Aufgaben.

Folgende Fragen solltest du im Anschluss an deine Recherche beantworten können:

  • Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen? Welche Standorte existieren?

  • In welchen Bereichen ist das Unternehmen tätig? Wo liegt der Fokus?

  • Wer sind die Wettbewerber des Unternehmens? Wie sind diese aufgestellt?

  • Welche Produkte und Leistungen bietet das Unternehmen an?

  • Wie präsentiert sich das Unternehmen in der Öffentlichkeit? Welche Werte werden vermittelt?

  • Was sind aktuelle Trends in der Branche?

  • Mit welchen Herausforderungen sieht sich das Unternehmen konfrontiert?

  • Wie präsentiert sich das Unternehmen als Arbeitgeber?

  • In welchen Bereichen werden aktuell Mitarbeiter gesucht? Welche Qualifikationen müssen diese mitbringen?

  • Was sind deine zukünftigen Aufgaben?

Halte die Ergebnisse deiner Recherche schriftlich fest. Du solltest während des Gesprächs zwar nicht ständig in deinen Unterlagen blättern, kannst jedoch vereinzelt Informationen nachschlagen. Auch so wirkst du vorbereitet.

Suche im Internet auch nach Informationen über deine(n) Gesprächspartner. Profile in Netzwerken wie XING oder LinkedIn liefern oft interessante Fakten über Mitarbeiter des Unternehmens. Gerade Informationen zu Hobbys o.Ä. können im Vorstellungsgespräch zur Auflockerung der Atmosphäre dienen. 

Bereite außerdem deine Selbstpräsentation sowie Antworten auf typische Fragen vor. Weitere Informationen dazu findest du weiter unten in diesem Artikel.


Selbstverständlich solltest du auch deine eigenen Bewerbungsunterlagen in- und auswendig kennen, da Personaler fast immer darauf Bezug nehmen. Wir empfehlen daher, deine vollständige Bewerbungsmappe samt Anlagen in ausgedruckter Form dabeizuhaben, um im Notfall darauf zugreifen zu können.

Bringe außerdem Folgendes zum Vorstellungsgespräch mit:

  • Deine Einladung 

  • Deine vorbereiteten Notizen & Schreibmaterial

  • Aufgeladenes Smartphone, um vor dem Gespräch erreichbar zu sein

Ablauf eines Vorstellungsgesprächs – Tipps für jede Phase

Der Ablauf eines Vorstellungsgesprächs folgt fast immer einem bestimmten Muster:


Nach einer Begrüßung und einer kurzen Smalltalk-Phase stellen sich zunächst alle Anwesenden vor. Anschließend beantwortest du als Bewerber verschiedene Fragen der Personaler und erhältst spätestens im Anschluss daran die Gelegenheit, deine eigenen Fragen zu stellen.


In diesem Abschnitt nehmen wir die einzelnen Phasen eines Vorstellungsgesprächs unter die Lupe und erklären, worauf Bewerber besonders achten müssen.


Die Dauer eines Vorstellungsgesprächs ist vor allem von der Komplexität der Stelle abhängig. Ein Bewerbungsgespräch für einen Nebenjob sollte eine Dauer von 15-30 Minuten im Regelfall nicht überschreiten. Werden besondere Qualifikationen gefordert, ist mit bis zu 60 Minuten pro Gespräch zu rechnen. Vor allem Führungskräfte, aber auch andere Bewerber auf Stellen, deren Besetzung mit wirtschaftlichen Risiken verbunden ist, müssen sich meist in mehreren Gesprächen oder einem Assessment Center beweisen.

Begrüßung und Small Talk

Zu Beginn eines Vorstellungsgesprächs stellen sich zunächst die Anwesenden namentlich vor. Dabei solltest du deinem Gegenüber den Vortritt lassen. Handelt es sich um ein Vor-Ort-Gespräch mit mehreren Unternehmensvertretern, begrüßt du jeden deiner Gesprächspartner mit einem Handschlag. Achte dabei auf einen festen Händedruck und versuche, dir alle Namen einzuprägen. Kannst du dir die Namen nicht alle merken, frage bei der nächsten Gelegenheit freundlich nach. Das ist besser, als einen falschen Namen zu verwenden.


Im Anschluss an die Begrüßung folgt fast immer eine kurze Smalltalk-Phase. Themen sind z.B. die Anreise oder die Tagesplanung des Personalers. Das Gespräch ist die erste soziale Interaktion und trägt im Idealfall zur Auflockerung der Atmosphäre bei.


Auch wenn die Inhalte fast immer belanglos sind, achten Personaler bereits an dieser Stelle auf dein Verhalten. Der erste Eindruck ist entscheidend – oft werden hier bereits unbewusst Urteile über den Bewerber gefällt. 

Beispielformulierungen für eine persönliche Begrüßung:

  • „Frau Muster, freut mich.“

  • „Schön Sie kennenzulernen, Herr Mustermann.“

Vorstellung des Unternehmens

Meist beginnt dein Gegenüber mit der Vorstellung des Unternehmens allgemein und der für dich relevanten Bereiche, darunter u.a. bestimmte Personen, Aufgaben oder Projekte. Diese Vorstellung enthält oft viel Neues, da es sich um eine Insiderperspektive handelt.


Höre daher gut zu und achte darauf, mit deiner Mimik und Körperhaltung sowie durch gelegentliches Nicken Interesse zu signalisieren. Indem du dir Notizen machst, wirkst du nicht nur motiviert, sondern kannst später auch leicht auf wichtige Aussagen Bezug nehmen. Die Informationen aus der Unternehmensvorstellung bieten oft Gelegenheit für interessante Nachfragen deinerseits.

Selbstpräsentation

Die Phase der Selbstpräsentation wird oft durch Fragen wie „Erzählen Sie etwas über sich“ oder „Stellen Sie sich kurz vor“ eingeleitet. Hier geht es darum, dich selbst und deinen Werdegang kurz vorzustellen.


Die Selbstpräsentation dauert in der Regel nicht länger als 5 Minuten und beinhaltet persönliche Informationen (Name, Alter, Wohnort) sowie eine Erläuterung deines Bildungswegs und deiner Berufserfahrung. Außerdem solltest du hier auf deine Kernqualifikationen, besondere Stärken und deine Motivation für die Bewerbung eingehen. Vor allem die Nennung von relevanten Erfolgen kann dem Arbeitgeber signalisieren, dass sich deine Einstellung auch finanziell lohnt.


Wichtig: Wiederhole nicht nur trocken die Informationen aus deinem Lebenslauf, denn dieser liegt Personalern bereits vor. Verleihe deiner Vorstellung stattdessen eine persönliche Note, indem du z.B. die Gründe für deine Berufswahl erläuterst, für dich wichtige Meilensteine nennst oder Entscheidungen begründest. Hast du beispielsweise ein Studium oder eine Ausbildung abgebrochen, ist nun die beste Gelegenheit, deine Motivation für eine Neuorientierung zu erklären.

Die Selbstpräsentation muss frei vorgetragen werden. Wir empfehlen daher, diese zu Hause so oft wie nötig zu üben – idealerweise vor anderen Personen.

Fragen des Unternehmens

Auf die Vorstellung folgt der meist wichtigste Teil eines Vorstellungsgesprächs. Dein Gesprächspartner wird dich in der Regel mit verschiedenen Arten von Fragen konfrontieren.

Mit folgenden Fragen ist fast immer zu rechnen:

  • Fragen zu deinem Werdegang

  • Fragen zu deiner Motivation und deinen beruflichen Zielen

  • Fachliche Fragen bzw. Fragen zu deinem Wissen und deiner Praxiserfahrung

  • Fragen zu deiner Arbeitsweise, deinen Stärken und Schwächen oder deiner Persönlichkeit

Wichtig ist an dieser Stelle: Du darfst dir bei der Beantwortung der Fragen etwas Zeit lassen. Überzeugende Antworten auf die häufigsten Fragen kannst und solltest du dir bereits vor dem Gespräch zurechtlegen. Dennoch musst du auch in der Lage sein, spontan zu antworten. Je stärker du dich im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs mit deiner Motivation, deinen Kenntnissen und den Anforderungen der Stelle auseinandersetzt, desto leichter sollte dir dies fallen.


Ebenfalls häufig sind Stressfragen. Hier kann versucht werden, dich mit offener Kritik (z.B. Hinweise auf Misserfolge oder Lücken im Lebenslauf) aus der Ruhe zu bringen. Reagierst du höflich und gelassen und lieferst überzeugende Begründungen für deine (früheren) Entscheidungen, hast du vor solchen Fragen jedoch nichts zu befürchten – schließlich hat das Unternehmen dich bereits zu einem Gespräch eingeladen.


Eine Auswahl typischer Fragen im Vorstellungsgespräch mit passenden Beispielantworten findest du im Abschnitt „Häufige Fragen im Vorstellungsgespräch – Passende Antworten“.

Seltener sind Fangfragen oder sogenannte Brainteaser. Hier wirst du mit kniffligen Aufgaben konfrontiert, die vor allem deine Kreativität und Fähigkeit zum logischen Denken testen. Personaler wollen sehen, wie du an Problemstellungen herangehst. Dabei muss es nicht zwangsläufig eine richtige Antwort geben. Erläutere deinen Lösungsweg verständlich und strukturiert, um hier Punkte zu sammeln.

Einige Fragen greifen in das Persönlichkeitsrecht ein und sind im Vorstellungsgespräch daher unzulässig. Dazu gehören u.a. Fragen zu Behinderungen, Religion, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung oder politischen Ansichten. Diese Fragen musst du nicht beantworten.


Ausnahme: Ist eine Frage für die Ausübung der Stelle relevant oder besteht ein Gefährdungspotenzial für dich selbst oder Dritte, musst du wahrheitsgemäß antworten.

Eigene Fragen stellen

In jedem Vorstellungsgespräch hast du die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen. Nutzt du diese nicht, wird das meist als Zeichen von Desinteresse und mangelnder Vorbereitung wahrgenommen. Überlege dir daher schon vor dem Gespräch eine ausreichend große Zahl an Rückfragen. Weitere Fragen können sich im Gesprächsverlauf ergeben.


Dennoch gibt es einige Fragen, die du auf keinen Fall stellen solltest. Dazu gehören vor allem solche, die bereits mit einer kurzen Recherche beantwortet werden können. Denn auch anhand deiner Rückfragen können Personaler erkennen, wie intensiv du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast.

Beispiele für gute eigene Fragen:

  • Fragen zum weiteren Bewerbungsprozess 

  • Fragen zu den Arbeitsbedingungen (Arbeitszeiten, Arbeitsumgebung, …)

  • Fragen zum typischen Arbeitsalltag

  • Fragen zur Einarbeitung

  • Fragen zum eigenen Team (Größe, Arbeitsstil, Hierarchien …)

  • Fragen zur beruflichen Förderung

  • Fragen zur Unternehmenskultur

  • Fragen zur Erfolg- und Leistungsmessung

Verabschiedung

Haben sowohl du als auch dein Gesprächspartner keine weiteren Fragen mehr, folgt die Verabschiedung. Bleibe bis zum Ende professionell, bedanke dich für das Gespräch und erkundige dich ggf. nach dem weiteren Verlauf des Bewerbungsprozesses.

Häufige Fragen im Vorstellungsgespräch - Passende Antworten

Natürlich kennst du im Vorfeld nicht alle Fragen, die dir in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden. Dennoch existieren einige „Klassiker“, mit denen fast immer zur rechnen ist. Andere zu erwartende Fragen ergeben sich aus deinen Bewerbungsunterlagen und den Anforderungen der Position.

Fragen zum Unternehmen

Hier kannst du mit den Ergebnissen deiner Unternehmensrecherche punkten. Wie ausführlich du dich vorbereiten musst und worauf du dich bei deiner Recherche fokussierst, ist auch von der Position abhängig, auf die du dich bewirbst. So könnten z.B. Marktdaten, technische Details oder Informationen zu bestimmten Produkten und Leistungen für deine späteren Tätigkeiten von Relevanz sein.

Wer glauben Sie, sind unsere größten Mitbewerber?

  • „Die größten direkten Mitbewerber nach Marktanteil sind Unternehmen A und Unternehmen B. Doch auch Unternehmen C sollte spätestens nach der Vorstellung des Produkts XY als ernsthafte Konkurrenz betrachtet werden.“

Welche unserer Produktreihen erzielt die größten Umsätze?

  • „Aus dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht ist erkennbar, dass die Produktreihe XY nicht nur als Aushängeschild des Unternehmens dient, sondern auch weiterhin die größten Umsätze erzielt.“

Fragen zu deinem Werdegang

Die meisten Fragen zum Werdegang ergeben sich aus den Angaben in deinem Lebenslauf. Um hier kritischen Nachfragen vorzubeugen, solltest du Lücken o.Ä. bereits in deiner Selbstpräsentation erklären. Äußere dich nicht offen negativ über frühere Arbeitgeber! Erkläre stattdessen, weshalb eine frühere Position nicht mit deinen beruflichen Zielen vereinbar war, und leite im nächsten Satz direkt zu deiner Motivation über.

Warum haben Sie Ihren bisherigen Job aufgegeben?

  • „Ich hatte in meiner vorherigen Position das Gefühl, nicht mein volles Potenzial nutzen zu können. In Zukunft möchte ich mehr Verantwortung übernehmen und anspruchsvollere Aufgaben bearbeiten.“

Sie haben in der Vergangenheit häufig den Arbeitgeber gewechselt. Warum denken Sie, dass Sie diesen Job langfristig ausüben wollen? 

  • „Ich habe nach einer längeren Orientierungsphase festgestellt, dass das Online-Marketing mir am meisten liegt und sehe meine berufliche Zukunft deshalb in diesem Bereich. Ihr Unternehmen bietet nicht nur spannende und vielfältige Aufgaben, sondern auch Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung, die ich bei früheren Arbeitgebern vermisst habe."

Was waren die Gründe für den Abbruch Ihres Studiums?

  • „Ich habe schon im zweiten Semester gemerkt, dass der XY-Bereich zu theorielastig für mich ist. Da ich meine Kenntnisse lieber in der Praxis einsetzen möchte, habe ich mich stattdessen für verschiedene Praktika beworben und plane nun den Wechsel in eine feste Anstellung.“

Fragen zu deiner Motivation

Fragen wie „Warum haben Sie sich bei uns beworben?“ sind Bestandteil von fast jedem Vorstellungsgespräch. Aus deinen Antworten sollte deutlich werden, dass du dich bereits ausführlich mit dem Unternehmen beschäftigt hast. Idealerweise lässt du hier also die Ergebnisse deiner Unternehmensrecherche einfließen. Stelle außerdem überzeugend dar, wie du deine Fähigkeiten im Unternehmen gewinnbringend einsetzen kannst.

Warum möchten Sie für unser Unternehmen arbeiten?

  • „Ihr Unternehmen überzeugt mich vor allem mit seiner internationalen Ausrichtung und den zahlreichen Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung. Ich denke, dass ich gerade aufgrund meiner Auslandserfahrung sehr gut in das Team passe.“

Warum haben Sie sich auf diese Position beworben?

  • „Mich faszinieren vor allem die Aufgabenvielfalt und die Herausforderungen, die sich aus der Arbeit an verschiedenen Projekten ergeben. Außerdem ist es mir wichtig, im Team Verantwortung zu übernehmen.“

Fragen zu deinen Stärken und Schwächen

Auch auf die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen sollte jeder Bewerber eine Antwort parat haben. Um geeignete Stärken zu finden, kannst du dich z.B. auf die Anforderungen aus der Stellenbeschreibung beziehen. Bei den Stärken kann es sich sowohl um fachliche Qualifikationen als auch um Soft Skills handeln. Wichtig ist, dass du deine Antworten belegen kannst.

Was sind Ihre Stärken?

  • „Zu meinen Stärken gehören Teamfähigkeit, Flexibilität und ein gutes Zeitmanagement. Diese Eigenschaften konnte ich bei meinem vorherigen Arbeitgeber u.a. als Projektleiter erfolgreich unter Beweis stellen.“

Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbern?

  • „Da ich vorher im Bereich XY tätig war, bin ich vor allem in der Kundenkommunikation geübt.“

Die Frage nach den Schwächen ist dagegen etwas kniffliger. Zunächst darfst du hier keine Schwächen nennen, welche dich direkt disqualifizieren. Bewirbst du dich z.B. im Einzelhandel, solltest du nicht nur freundlich und kommunikativ auftreten, sondern auch mit Stress umgehen können. In diesen Bereichen Schwächen zuzugeben, ist daher keine gute Idee. 


Gleichzeitig solltest du jedoch auch keine vollkommen irrelevanten Schwächen nennen oder gar versuchen, deine Schwächen als Stärken zu verkaufen. Antworten wie „Ich arbeite zu hart“ oder „Ich bin Perfektionist“ sind daher ein No-Go.


In vielen Berufen ist z.B. Nervosität beim Sprechen vor einem größeren Publikum kein Ausschlusskriterium und eignet sich daher als Schwäche. Ähnlich verhält es sich mit Schwächen beim Networking oder Sprachkenntnissen, die aufgefrischt werden müssen. Mit Wörtern wie „manchmal“ oder „gelegentlich“ kannst du deine Aussagen abschwächen. Wichtig: Erläutere direkt im Anschluss, wie du an deinen Schwächen arbeitest.


Vor allem die Frage nach den Schwächen wird oft indirekt gestellt. Formulierungen wie „Was kritisieren Kollegen an Ihnen?“ oder „Welche Eigenschaft würden Sie gerne an sich ändern“? verfolgen jedoch das gleiche Ziel.

Wo sehen Sie bei sich selbst Schwächen?

  • „Wenn es darum geht, Präsentationen vor einem großen Publikum zu halten, werde ich oft nervös und verspreche mich gelegentlich. Ich habe mich bereits für ein entsprechendes Seminar angemeldet, um das freie Sprechen vor Publikum zu trainieren.“

Was kritisieren Kollegen an Ihnen?

  • „In Meetings fällt es mir manchmal schwer, mich kurzzufassen. Ich arbeite daran, indem ich zu Hause kurze Ergebnispräsentationen erstelle und mit einem Timer übe.“

Weitere Fragen

Personaler erkundigen sich außerdem nach deinen fachlichen Qualifikationen, deiner Persönlichkeit, deiner Arbeitsweise und deinen beruflichen Zielen. Präsentiere dich als qualifizierter Kandidat und betone die für den Beruf relevantesten Soft Skills.

Warum sind ausgerechnet Sie die beste Besetzung für diese Stelle?

  • „Ich bin mittlerweile seit fünf Jahren als XY tätig. In dieser Zeit konnte ich mir vielfältige Kenntnisse aneignen, vor allem in den Bereichen A und B. Außerdem bin ich ein kommunikationsstarker und verlässlicher Teamplayer.“

Wie würden Sie handeln, wenn es zum Konflikt mit einem Kollegen kommt?

  • „Ich würde zunächst das offene Gespräch mit dem Kollegen suchen, meine eigene Perspektive sachlich schildern und mir die Argumente meines Gegenübers anhören. Falls sich der Konflikt so nicht lösen lässt, würde ich mich an einen Vorgesetzten wenden.“

Wie organisieren Sie Ihre Aufgaben unter Zeitdruck?

  • „Ich nutze das Tool XY zur Strukturierung und zeitlichen Planung meiner Aufgaben. Zudem greife ich in Stresssituationen auf das Eisenhower-Prinzip zurück und priorisiere Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit.“

Wo sehen Sie sich in 5-10 Jahren?

  • „Ich könnte mir durchaus vorstellen, in Zukunft mehr Verantwortung zu übernehmen, an größeren Projekten mitzuarbeiten und ein eigenes Team zu leiten. Zudem plane ich, mich in den Bereichen A und B weiterbilden, da diese in der Branche immer mehr an Relevanz gewinnen.“

Tipps zum Verhalten im Vorstellungsgespräch

Bereits die Fragen der Personaler bereiten vielen Bewerbern Sorgen. Zusätzlich noch auf Mimik, Gestik und Sprache zu achten ist nicht leicht. Doch auch das Verhalten im Vorstellungsgespräch lässt sich üben – sowohl vor dem Spiegel als auch in einer simulierten Gesprächssituation mit anschließendem Feedback.

Personaler achten auch im Online-Interview auf deine Körpersprache.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Verhaltenstipps zum Bewerbungsgespräch zusammengefasst:

  • Die richtige Sitzhaltung: Halte deinen Oberkörper aufrecht (signalisiert Aufmerksamkeit und Selbstbewusstsein) und lehne deinen Rücken an den Stuhl an (wirkt entspannt). Alternativ wirkst du mit einem leicht nach vorne gebeugten Oberkörper interessiert. Das Sitzen auf der Stuhlkante (Nervosität) oder eine „hängende“ Haltung (Desinteresse) sollten dagegen vermieden werden.

  • Augenkontakt und Mimik: Auch der direkte Blickkontakt vermittelt Selbstvertrauen und Aufmerksamkeit. Bei einem Vorstellungsgespräch mit mehreren Gesprächspartnern solltest du versuchen, Augenkontakt zu allen Teilnehmern herzustellen. Wenn dir eine Frage gestellt wird, schaue stets die sprechende Person an. Blickkontakt zu halten, fällt vielen Menschen nicht leicht, auch dies kann jedoch trainiert werden. Achte zudem bewusst darauf, regelmäßig zu lächeln, um nicht ausdruckslos und unzugänglich zu wirken.

  • Gestik: Idealerweise setzt du Gestik beim Sprechen gezielt zur Unterstützung und Hervorhebung deiner Aussagen ein. Wird dir eine Frage gestellt, kannst du deine Hände locker im Schoß oder auf dem Tisch liegen lassen. Halte deine Hände die meiste Zeit ruhig und verzichte auf hektische Bewerbungen. Verschränkte Arme oder das wiederholte Berühren der Haare können als Zeichen von Desinteresse gedeutet werden.

  • Redeanteil: Passe deinen eigenen Gesprächsanteil an die Situation an. Dein Gegenüber hat viel zu erzählen? Gib ihm die Chance dazu und sammle durch gutes Zuhören Bonuspunkte. Gespräche mit hohem eigenen Redeanteil werden oft positiver wahrgenommen – ein psychologischer Trick, den du ausnutzen kannst.

Nervosität und Aufregung dürfen im Bewerbungsgespräch gerne zugegeben werden. Wer hier ehrlich ist, erweckt oft Sympathie. Zudem ist es meist besser, eventuelle Versprecher mit Humor zu nehmen, anstatt zu versuchen, den Fehler zu überspielen. Das wirkt menschlicher. 

Mirko Bettenhausen

Mirko Bettenhausen

Bewerbungs- und Karriereexperte

„Bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist es sinnvoll, das Gespräch mit Freunden oder der Familie zu üben. Spreche sie darauf an, ob ihnen unbewusste Verhaltensweisen bei dir aufgefallen sind und versuche, in einem weiteren Testdurchlauf mehr darauf zu achten. Bist du dir deiner Ticks erst einmal bewusst, kannst du sie einfacher vermeiden.“

Die Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch

Die Gehaltsverhandlung ist oft Teil eines Vorstellungsgesprächs und sollte dementsprechend gut vorbereitet werden.

Meist ergreifen Personaler die Initiative und leiten das Thema mit der Frage nach deinem vorherigen Gehalt oder deiner Gehaltsvorstellung ein. 


Gehe mit konkreten Vorstellungen in das Gespräch (Wunschgehalt, untere Grenze) und lege dir passende Argumente (z.B. Berufserfahrung, Weiterbildungen oder besondere Kenntnisse) zurecht. Über die in deiner Branche üblichen Gehälter kannst du dich z.B. auf gehalt.de oder mithilfe des Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit informieren.


Falls du bereits im Bewerbungsschreiben eine Gehaltsvorstellung angegeben hast, dient diese als Basis für die Verhandlung. Allein die Tatsache, dass du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurdest, lässt bereits darauf schließen, dass dein Gehaltswunsch für das Unternehmen nicht völlig unakzeptabel ist.


Überlege dir im Voraus, ob du bereit bist, von deinen Vorstellungen abzuweichen und wenn ja, wie stark. Bleibe während der Gehaltsverhandlung stets höflich und professionell, aber bestimmt. In der Regel ist es empfehlenswert, mit einem leicht höheren Gehalt als Basis zu beginnen, um dann während der Verhandlung etwas Spielraum nach unten zu haben.


Weitere Informationen findest du in unseren Fachartikeln zur Gehaltsvorstellung und Gehaltsverhandlung.

Besondere Varianten des Vorstellungsgesprächs

Vorstellungsgespräch ist nicht gleich Vorstellungsgespräch: Es gibt verschiedene Varianten und Testverfahren, mit denen Personaler überprüfen wollen, ob du für eine Stelle geeignet bist. Wir stellen diese vor und geben spezialisierte Tipps.

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Online-Vorstellungsgespräch

Immer mehr Unternehmen setzen beim Bewerbungsprozess auf Online-Vorstellungsgespräche. Besonders die Corona-Krise hat dieses Format in Schwung gebracht. Es ist nicht ohne Grund so beliebt geworden: Die digitale Alternative bietet viele Vorteile.

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Telefoninterview

Als Alternative oder Vorstufe zum persönlichen Vorstellungsgespräch laden Arbeitgeber gerne zum Telefoninterview ein. An Wichtigkeit mangelt es dieser Art von Gespräch also nicht und du solltest dich ausreichend darauf vorbereiten, um im ersten Gespräch zu überzeugen.
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Gruppeninterview

Das Gruppeninterview: So beliebt wie es bei Unternehmen ist, so verhasst ist es bei den Bewerbern. Wie die Vorbereitung und der Ablauf von Gruppeninterviews aussehen und welche Tipps du beachten solltest, zeigen wir dir im folgenden Artikel.
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Assessment Center

Das Assessment Center ist eine besondere Art des Personalauswahlverfahrens, bei dem die Bewerber anhand einer Reihe von unterschiedlichen Aufgaben hinsichtlich ihrer Hard Skills und Soft Skills getestet werden.
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Einstellungstest

Die Einladung zu einem Einstellungstest löst in vielen Bewerbern Panik aus. Eigentlich sollte sie jedoch positiv gewertet werden: Du hast die erste Hürde im Bewerbungsprozess geschafft und kannst nun zeigen, dass du für deinen Traumjob oder -studium geeignet bist.
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Persönlichkeitstest

Um den Bewerber und seine Persönlichkeit besser kennenzulernen, werden in der Personalauswahl oft Persönlichkeitstests verwendet. Mithilfe dieser Tests soll festgestellt werden, ob der Kandidat zu dem Stellenprofil und dem Unternehmen passt.
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Vorstellungsgespräch Englisch

Vor allem bei größeren Firmen und im Zuge der immer weiter voranschreitenden Globalisierung ist es keine Seltenheit mehr, dass du deine Englischkenntnisse während des Vorstellungsgespräches unter Beweis stellen darfst.
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Vorstellungsgespräch im Ausland

Du hast deine Bewerbung ins Ausland geschickt und dein erstes Vorstellungsgespräch vor Ort? Grundsätzlich gelten im Ausland dieselben Regeln wie in Deutschland. Auf bestimmte Besonderheiten musst du jedoch Acht geben.
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Vorstellungsgespräch für Manager

Glückwunsch: Du wurdest zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Als Bewerber für einen Management Job musst du deine Fähigkeiten im Bewerbungsgespräch besonders beweisen. Wie du dich dafür optimal vorbereitet, erfährst du hier.

Checkliste für das Vorstellungsgespräch

Ein Bewerbungsgespräch ist und bleibt ein aufregendes Ereignis. Vor allem Berufsanfänger sind vor ihren ersten Vorstellungsgesprächen oft sehr angespannt und unsicher. Damit du die Situation dennoch souverän meistern und dich währenddessen sicher fühlen kannst, haben wir dir hier noch einmal die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Vor dem Bewerbungsgespräch:

  • Recherche: Informiere dich im Vorfeld über das Unternehmen. Zahlreiche Informationen zum neuen Arbeitgeber findest du im Internet.

  • Üben: Frage deine Familie oder Freunde, ob du mit ihnen ein Vorstellungsgespräch üben kannst.

  • Kleidung: Suche dir ein angemessenes Outfit heraus, welches zur Branche passt und in dem du dich wohlfühlst.

  • Zeitplanung: Plane dir einen ausreichenden Zeitpuffer ein. Um nicht unter Zeitdruck zu geraten, solltest du mindestens eine Stunde zusätzlich kalkulieren.

Während des Vorstellungsgesprächs:

  • Begrüßung: Gehe mit einem Lächeln ins Gespräch, begrüße die Personaler mit einem festen Händedruck und zeige eine aufrechte Körperhaltung.

  • Authentizität: Spiele deinem Gegenüber nichts vor. Bleibe professionell, freundlich und sympathisch.

  • Körperhaltung / -sprache: Signalisiere Interesse, Aufmerksamkeit und Selbstvertrauen.

  • Selbstbewusstsein: Wenn du ins Straucheln geraten solltest, ist das nicht schlimm. Wichtig ist jedoch, dass du am Ball bleibst und weitermachst.

Nach dem Gespräch:

  • Verabschiedung: Verabschiede dich freundlich mit einem optimistischen Händedruck und bedanke dich für die Zeit sowie das offene Gespräch

  • Reflexion: Nimm dir nach dem Gespräch etwas Zeit, um dein Vorstellungsgespräch zu reflektieren und offene Fragen / Unstimmigkeiten zu notieren

  • Nachbereitung: Ein Dankesschreiben ein, zwei Tage nach deinem Gespräch wirkt interessiert und hebt dich positiv von anderen Kandidaten ab

Kostenloser Download: Checkliste

Damit du bei all den Tipps und notwendigen Schritten den Überblick behältst und dich bestens auf dein Vorstellungsgespräch vorbereiten kannst, haben wir hier eine umfangreiche Checkliste für dich vorbereitet.

Ein Foto von Mirko Bettenhausen

Autor: Mirko Bettenhausen

Nach seinem Studium der Medienwissenschaften und Anglistik hat Mirko als Texter im „Die Bewerbungsschreiber“ Team Bewerbungen für Personen aus verschiedenen Berufszweigen und mit diversen Bildungshintergründen verfasst. Durch den engen Kundenkontakt in der telefonischen Beratung lernte er die Probleme und Bedürfnisse der Bewerber kennen. Dieses Wissen verarbeitet er nun in Artikeln für unsere Webseiten sowie in den Videos für den YouTube Kanal von Bewerbung.net.


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