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Sprachkenntnisse im Lebenslauf

Oft wird ein gewisses Maß an Sprachkenntnissen von Bewerbenden vorausgesetzt. Aber wie gibst du diese richtig im Lebenslauf an, um zu überzeugen? Was für Abstufungen gibt es und welche Sprachen müssen überhaupt im Lebenslauf angegeben werden? Antworten auf diese und noch mehr häufig gestellte Fragen findest du in diesem Artikel.

Ein Beitrag von Ben Dehn

Viele Unternehmen sind gerade aufgrund der Globalisierung international aufgestellt. Deshalb findet viel Kommunikation mit Geschäftspartner*innen und Kund*innen auf Englisch oder anderen Weltsprachen statt. Damit Bewerbende diesen Aufgaben gewachsen sind und es nicht aufgrund einer Sprachbarriere zu Kommunikationsproblemen kommt, wird oft ein bestimmtes Sprachniveau für eine Einstellung vorausgesetzt. Daher ist es wichtig, dieses im Lebenslauf richtig anzugeben.  

Abstufungen bei der Formulierung von Sprachkenntnissen

Sprachkenntnisse werden im Lebenslauf meist mit einer der fünf folgenden Bezeichnungen versehen. Sie beschreiben, wie fundiert deine Kenntnisse in der jeweiligen Sprache sind und werden einheitlich verwendet


Sprachkenntnisse werden in die folgenden Stufen unterteilt:

  • Grundkenntnisse: Du hast die Sprache in der Schule gelernt und deine Kenntnisse reichen für kurze Unterhaltungen oder beispielsweise das Aufgeben einer Bestellung in einem Restaurant.

  • Gute Kenntnisse oder sehr gute Kenntnisse: Du hast die Sprache über einige Jahre in der Schule gelernt und diese auch danach weiterhin regelmäßig benutzt, sodass du in der Lage bist, ohne Probleme Telefonate und Gespräche mit der Kundschaft im Arbeitsalltag zu führen.

  • Fließend: Sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext bereiten dir Gespräche, Telefonate, Fachdiskussionen und Meetings in der jeweiligen Sprache keine Probleme und auch das Verfassen und Verstehen von Texten und E-Mails wird bei fließenden Sprachkenntnissen vorausgesetzt.

  • Verhandlungssicher: Verhandlungssicher solltest du im Lebenslauf nur angeben, wenn du beispielsweise einen Auslandsaufenthalt vorzuweisen hast, bei dem du deine Sprachkenntnisse berufsbezogen weiter ausbauen konntest. Fachbegriffe solltest du ohne Probleme verstehen und verwenden können. Wenn du eine Sprache als verhandlungssicher angibst, kann es gut sein, dass das Bewerbungsgespräch auf Englisch durchgeführt wird, um deine Kenntnisse direkt zu überprüfen.

  • Muttersprache: Als Muttersprache gibst du eine Sprache nur an, wenn du mit dieser aufgewachsen bist.

Wenn die Angabe der Sprachniveaus nicht nur auf Selbsteinschätzung beruht, kann in Klammern zusätzlich das erlangte Zertifikat angegeben werden. Die Zeugnisse gehören in dem Fall unbedingt in die Anlagen deiner Bewerbung.


Beispiele für entsprechende Zertifikate und Sprachtests sind:

  • Deutsch: Europa-Zertifikat, Goethe-Zertifikat

  • Englisch: Cambridge-Certificate, TOEFL-Test

  • Spanisch: DELE, CEC, TELC

  • Französisch: DELF/DALF, CIEP

  • Italienisch: DELI, DILC, DALI

  • Russisch: TORFL

  • Japanisch: JLPT

  • Schwedisch: TISUS, Swedex

  • Tschechisch: CCE

  • Chinesisch: HKS

  • Niederländisch: CNaVT, NT2

Altgriechisch, Latein oder Althebräisch werden heutzutage in der Regel nicht mehr gesprochen oder geschrieben. Dennoch werden sie in manchen Bereichen wie der Medizin oder Theologie oft vorausgesetzt. Diese Sprachen gibst du immer mit einem entsprechenden Nachweis (Graecum, Latinum, Hebraicum) an.  

Sprachkenntnislevel nach dem GER

Alternativ zur Bewertungsskala mit den Begrifflichkeiten von „Grundkenntnisse“ bis „Muttersprache“ gibt es die Angabe des Niveaus gemäß dem „Gemeinsamen europäischen Rahmen für Sprachen“. Zur Angabe der Sprachkenntnisse gibt es drei Level. Level A steht für elementare Sprachverwendung, B steht für selbstständige Sprachverwendung und C beschreibt kompetente Sprachverwendung. Diese Level werden in insgesamt sechs Stufen unterteilt.


Die Stufen lauten wie folgt:

  • A1 – Anfänger: Du kannst dich auf einfache Art verständigen und Fragen zu deiner Person beantworten und deinem Gegenüber ebenfalls Fragen zu ihrer Person stellen, solange deine Gesprächspartner*innen langsam und deutlich sprechen und auf Nachfrage gegebenenfalls Dinge wiederholen oder umschreiben.

  • A2 – Grundlegende Kenntnisse: Du kannst dich hinsichtlich Informationen zu deiner Person, Familie oder Arbeit verständigen und verstehst häufig gebrauchte Ausdrücke und Sätze. Du kannst dich in routinemäßigen, einfachen Situationen verständigen und Dinge in Zusammenhang mit deinen Bedürfnissen erläutern.

  • B1 – Fortgeschrittene Sprachverwendung: Bei der Verwendung klarer Standardsprache kannst du die Hauptpunkte verstehen und dich bezüglich vertrauter Dinge aus deiner Freizeit, Schule oder Arbeit austauschen. Du bist in der Lage, dich auf einer Reise zu verständigen und kannst zudem persönliche Ansichten, Ziele und Träume erläutern.

  • B2 – Selbstständige Sprachverwendung: Du kannst die meisten Inhalte von komplexen Texten zu verschiedenen Themen verstehen. In deiner Branche oder deinem Bereich kannst du auch Fachdiskussionen führen und dich darüber hinaus mit Muttersprachlern austauschen, ohne dass es zu größeren Problemen auf beiden Seiten kommt.

  • C1 – Fachkundige Sprachkenntnisse: Du kannst ein breites Spektrum komplexer, längerer Texte verstehen und dabei auch implizite Bedeutungen wahrnehmen. Du bist in der Lage, dich strukturiert und ausführlich ausdrücken, ohne dass dir häufig Vokabeln fehlen. Du kannst die Sprache nicht nur im privaten beziehungsweise gesellschaftlichen Rahmen fließend verwenden, sondern auch im akademischen oder beruflichen Kontext.

  • C2 – Annähernd muttersprachliche Kenntnisse: Du kannst nahezu alles, was du hörst oder liest, ohne Anstrengung verstehen und Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammentragen und die Bedeutung kongruent wiedergeben. Du bist in der Lage, dich spontan sehr flüssig zu artikulieren und bei komplexen Themen feine Bedeutungsnuancen herauszustellen.

Sprachkenntnisse richtig im Lebenslauf angeben

Bei der Angabe deiner Sprachkenntnisse im Lebenslauf gibt es einige Punkte, die du beachten musst. Diese betreffen vor allem die Auswahl der relevanten Sprachkenntnisse und die formalen Aspekte bei der Auflistung im Lebenslauf.

Welche Sprachkenntnisse sollte ich nennen?

Bei der Auswahl deiner Sprachkenntnisse solltest du dich wie auch beim Rest deiner Bewerbung an der Stellenausschreibung orientieren. Grundsätzlich gilt vor allem bei Sprachkenntnissen zwar je mehr, desto besser, jedoch solltest du nicht sämtliche Sprachen aufzählen, ohne Bezug zur Stelle herzustellen. Im Lebenslauf gibst du immer deine Muttersprache an. Darüber hinaus nennst du dein Sprachniveau in Englisch, da dies mittlerweile in fast jedem Unternehmen zu einem gewissen Maß vorausgesetzt wird.


Solltest du dich in einem Land bewerben, in dem eine andere Sprache als deine Muttersprache oder Englisch gesprochen wird, solltest du zusätzlich deine Sprachkenntnisse in der entsprechenden Landessprache angeben. Wenn du zusätzliche Sprachen sprichst, solltest du sie auflisten, wenn sie einen Nutzen für die angestrebte Stelle darstellen.


Sprachen, die du kaum beherrscht, solltest du im Lebenslauf nicht erwähnen. Es sei, denn Deutsch und Englisch sind die einzigen Sprachen, die du beherrscht. Dann kannst du Grundkenntnisse in weiteren Fremdsprachen nennen – vor allem wenn sie für das Unternehmen relevant sind

Bei der Angabe deiner Sprachkenntnisse solltest du auf keinen Fall lügen oder etwas ausschmücken. Oft überprüfen Personalverantwortliche diese bereits im Vorstellungsgespräch. Spätestens aber im Job wird schnell auffallen, wenn du bezüglich relevanter Sprachkenntnisse unehrlich warst. Waren diese Kenntnisse ein Einstellungsgrund, kann es bei falschen Angaben auch nach der Probezeit zu einer (fristlosen) Kündigung kommen. 

Wo im Lebenslauf gebe ich die Sprachkenntnisse an?

Deine Sprachkenntnisse gibst du im Lebenslauf im Abschnitt „(Weitere) Kenntnisse und Fähigkeiten“ an. Zur übersichtlichen Darstellung und um deine Sprachkenntnisse etwas mehr hervorzuheben, kannst du eine Unterüberschrift „Sprachkenntnisse“ erstellen. Je nachdem wie relevant die Sprachkenntnisse für die angestrebte Stelle sind, kannst du sie entweder zuerst angeben oder wichtigere Kompetenzen vorher nennen und die Sprachen anschließend auflisten.  

Sprachkenntnisse im Lebenslauf


Sprachkenntnisse werden in der Regel stichpunktartig aufgelistet und von dem Niveau (z.B. Muttersprache) durch ein Komma getrennt. 


Bei guten beziehungsweise sehr guten oder fließenden Kenntnissen wird häufig der Zusatz „in Wort und Schrift“ hinzugefügt.


Abhängig davon, wie wichtig Sprachkenntnisse für die Stelle sind, solltest du auswählen wie viele und vor allem welche Sprachen du in deinem Lebenslauf auflistest und mit dem jeweiligen Niveau versiehst. Bei der Reihenfolge der Sprachen kann es von Vorteil sein, die Sprache, die du am besten beherrscht, zuerst zu nennen, da diese sofort ins Auge fällt.


Zusätzlich kannst du deinen aufgelisteten Sprachkenntnissen weitere Details hinzufügen, zum Beispiel wie du die jeweilige Sprache erlernt hast oder in welchem Kontext du deine Kenntnisse ausbauen konntest.


Beispiele für Zusatzinformationen zu deinen Sprachkenntnissen:

  • Englisch B1 (Englisch Leistungskurs Gymnasium)

  • Schwedisch B2 (Auslandssemester in Schweden)

  • Spanisch C1 (Master-Studium in Madrid)

  • Französisch verhandlungssicher (Infomaterialien angefertigt und Fragen der Kundschaft beantwortet)

  • Englisch C1 (täglicher telefonischer Kontakt mit internationaler Kundschaft und Anfertigung von Präsentationen und Protokollen)

Sprachkenntnisse visuell

Sprachkenntnisse visuell darstellen

Wenn du deine Sprachkenntnisse nicht in Stichpunkten mit den jeweiligen Niveaus angeben möchtest, hast du auch die Möglichkeit, deine Kenntnisse visuell darzustellen.


Dabei kannst du zum Beispiel mit Prozenten, Diagrammen, Fortschrittsbalken oder Punkten arbeiten. Wichtig dabei ist, dass die Darstellung zu dem Layout deines Lebenslaufs passt


In manchen Fällen kann eine solche Darstellung platzsparend sein, es können jedoch auch Details verloren gehen, da eine visuelle Darstellung immer etwas mehr Interpretationsspielraum bietet. 

Ansprechende Lebenslauf Vorlagen zum kostenlosen Download

Personalverantwortlichen bleibt nicht viel Zeit für die Sichtung deines Lebenslaufs. Umso wichtiger ist es, dass nicht nur der Inhalt, sondern auch Design und Layout auf den ersten Blick überzeugen. Unsere kostenlosen Lebenslauf-Vorlagen kannst du einfach als bearbeitbare Microsoft-Word-Datei (.docx) herunterladen und ganz individuell an deinen Werdegang anpassen. Du profitierst von professionellen Designs mit farblichen Akzenten und Mustertexten zur Inspiration. 


Ein Foto von Ben Dehn

Autor: Ben Dehn

Ben entschied sich nach seinem Lehramtsstudium dazu, seinen Weg zunächst im Journalismus zu bestreiten. Nach sieben Jahren bei Print, Online und Radio heuerte er 2013 bei der webschmiede GmbH an und betreute im „Die Bewerbungsschreiber“ Team Personen auf sämtlichen Hierarchieebenen. Durch seine Tätigkeit konnte er sein Know-how im Karrierebereich stetig vertiefen. Heute schreibt Ben Dehn hilfreiche Fachartikel, hält Vorträge und gibt Interviews, Workshops & Seminare.


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