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Hobbys im Lebenslauf

Fußball spielen, Lesen, Freunde treffen - Du verzweifelst während des Schreibens des Lebenslaufes für deinen Traumjob an der Kategorie Hobbys? Mal wird gesagt, es sollten keine Hobbys mehr im Lebenslauf angegeben werden und wieder andere pochen auf die Wichtigkeit der Angabe. Neben dieser und weiteren Beantwortungen wichtiger Fragen bezüglich Hobbys im Lebenslauf, stellen wir dir Beispiele und ein kostenloses Download-Dokument im folgenden Artikel zur Verfügung.

Ein Beitrag von Ben Dehn

Hobbys im Lebenslauf – Ja oder Nein?

Jeder hat ein Hobby und gestaltet seine Freizeit individuell. Hobbys können tatsächlich eine große Rolle spielen und wichtig sein. Laut einer Umfrage des ifo Instituts empfindet fast die Hälfte der befragten Personalleiter die Angabe der Hobbys bei Lehrstellenbewerbern und Hochschulabsolventen relevant. Außerdem kann es dir helfen, deine Persönlichkeit in deiner Bewerbung nicht allein durch dein Anschreiben zu zeigen.

Hobbys im Lebenslauf angeben

Zunächst stellt sich die Frage, welcher Begriff im Lebenslauf angegeben werden sollte: Hobbys oder Interessen? Dies ist jedem gleichgestellt, denn hier gibt es keine einheitliche Schreibweise.


Für Schüler würde es dennoch mehr Sinn machen, Hobbys in den Lebenslauf zu schreiben und Berufserfahrene können auf Interessen zurückgreifen, da es seriöser klingt. Dies ist aber keine Norm und kann je nach Situation individuell angegeben werden.

Mirko Bettenhausen

Mirko Bettenhausen

Fachautor von Bewerbung.net

„Denk an die richtige Schreibweise: Hobbys statt Hobbies! Denn Hobbies ist die englische Schreibweise und gilt somit als Rechtschreibfehler, wodurch deine Bewerbung aussortiert werden kann.“

Die Hobbys werden am Ende des Lebenslaufes platziert und können unter der Kategorie „Weitere Fähigkeiten und Kenntnisse“ nach den Sprach- und EDV-Kenntnissen eingefügt werden.


So könntest du zum Beispiel deine Hobbys im Lebenslauf integrieren:

Hobbys im Lebenslauf Beispiel

Wie gebe ich Hobbys im Lebenslauf an?

Bei der Angabe deiner Interessen solltest du besonders darauf achten, dass du z. B. nicht nur „Sport“ angibst, sondern konkret die Sportart und ggf. den Ort, an dem du dein Hobby ausführst. So bekommt der Personaler ein persönlicheres Bild von dir, was dich vor allem im Vorstellungsgespräch punkten lässt.

So solltest du deine Hobbys nicht aufschreiben: 

  • „Lesen“

  • „Reisen“

  • „Sprachen“

Beispiel, wie du deine Hobbys richtig aufschreibst:

  • „EDV-Literatur in englischer Sprache“

  • „Städtereisen in den USA“

  • „Spanisch sprechen im Sprachcafé Muster“

Wer muss Hobbys im Lebenslauf angeben?

Für wen und in welcher Situation macht es nun Sinn, die Hobbys und Interessen in den Lebenslauf zu integrieren? Hier können wir zwei Berufsgruppen unterscheiden:

  • Schüler & Studenten (Berufseinsteiger) ⇒ unbedingt Hobbys angeben

  • Berufserfahrene ⇒ grundsätzlich überflüssig, manchmal sinnvoll

Berufseinsteiger, wie Schüler, Auszubildende und Studenten, sollten Hobbys angeben, damit die Personaler einen persönlichen Eindruck von den sozialen Kompetenzen bekommen, da sie in der Regel noch keine Berufserfahrung mit Tätigkeiten vorzuweisen haben.


Außerdem erweisen sich Hobbys als ein guter Einstieg für das Vorstellungsgespräch. Für Schüler ist es häufig das erste Bewerbungsgespräch, sodass Personaler den jungen Bewerbern eine angenehme Gesprächsatmosphäre bieten möchten, damit sie nicht nervös sind.


Berufserfahrene hingegen sollten auf Interessen verzichten und ihre Fähigkeiten mit den beruflichen Tätigkeiten untermauern. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, denn es ist sehr situationsabhängig, ob es doch Sinn macht.

Vor allem wenn einer der folgenden Punkte auf dich zutrifft, solltest du deine Hobbys angeben:

  • Wenn es eine Verbindung zwischen deinem Hobby und der Stelle / dem Unternehmen gibt (Beispiel: Du bewirbst dich in der IT-Branche und reparierst in deiner Freizeit Computer)

  • Wenn du ein besonderes Hobby hast, das dich in Erinnerung behalten lässt

Wie viele Hobbys schreibe ich in den Lebenslauf?

Häufig stellt sich die Frage, wie viele Hobbys du im Lebenslauf überhaupt aufführen solltest. Hierfür gibt es allerdings keine genaue Anzahl. Konzentriere dich auf das Wesentliche und denke dir auf keinen Fall irgendwelche Freizeitbeschäftigungen wie z. B. Lesen aus. Diese sind nicht nur langweilig, sondern bieten auch keinen Mehrwert für deine aussagekräftige Bewerbung.


Schaue, welches deiner Hobbys für deinen Beruf wichtig ist und wähle dementsprechend die Anzahl der relevanten Interessen aus. Generell solltest du aber nicht mehr als drei angeben.

Welche Hobbys angeben und welche nicht?

Es gibt eine Reihe Hobbys, die Personaler langweilen und welche, die dich im Gedächtnis behalten lassen. Außerdem kannst du mit bestimmten Interessen relevante Softskills (soziale Kompetenzen) für deine Karriere erwerben und so wertvolle Pluspunkte bei deinem zünftigen Arbeitgeber sammeln.

Beispiele für wichtige Softskills:

  • Kontaktfreude

  • Zuverlässigkeit

  • Teamgeist

  • Selbstbewusstsein

  • Kooperationsbereitschaft

  • Hohe Einsatzbereitschaft

  • Ideenreichtum / Kreativität

  • Kommunikationsstärke

  • Disziplin

  • Verantwortungsbewusstsein

  • Organisationstalent

  • Gutes Zeitmanagement

In den folgenden Abschnitten erfährst du, welche du erwähnen solltest und welche auf keinen Fall. Grundsätzlich ist die Wirkung von Hobbys sehr subjektiv. Jeder Arbeitgeber kann ein Interesse aus einer anderen Perspektive sehen und somit für positiv oder negativ empfinden.

Wichtige Hobbys

In diesem Abschnitt fassen wir alle Hobbys zusammen, mit denen du deine erworbenen sozialen Kompetenzen untermauerst.

Beispiele für relevante Hobbys:

  • Teamsportarten (Fußball, Basketball, Handball, etc.)

  • Erholsame Sportarten (Angeln, Yoga, Pilates, etc.)

  • Einzelsportarten (Turnen, Fechten, Golf, etc.)

  • Musik (Instrumente spielen, Singen, Produzieren etc.)

  • Kunst (Malen, Basteln, Fotografie, etc.)

Interessen, die du in Verbindung zu deinem Job bringen kannst, sind ideal für deine Bewerbung und begeistern die Personaler. Bewirbst du dich beispielsweise in der Automobilbranche und restaurierst gerne Oldtimer in deiner Freizeit, spannt das den Bogen zur Branche und ist eine wunderbare Ergänzung.

Wirkung deiner Hobbys auf Personaler:

  • Fußball spielen beim SV Musterstadt ⇒ Das zeigt, dass du soziale Fähigkeiten wie Teamfähigkeit, Kontaktfreude und Kampfgeist hast

  • Querflöte spielen im Musikverein Musterstadt ⇒ Durch das Musizieren wirkst du diszipliniert und kreativ. Außerdem symbolisiert es eine konzentrierte und koordinierte Arbeitsweise

  • Fotografie und Bildbearbeitung ⇒ Du bist kreativ, geduldig und hast ein Auge für Details. Zudem beweist du, dass du technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen mitbringst

Ehrenämter

Ehrenamtliches Engagement vermittelt ebenfalls wichtige Kompetenzen, die die Personaler von dir überzeugen können. Scheue dich nicht, dieses Engagement in deinem Lebenslauf zu erwähnen.

Beispiele für Ehrenamtstätigkeiten:

  • Kirche: Lektor, Kommunionhelfer, Messdiener-Ausbildung

  • Karikative Einrichtungen: Betreuung

  • Jugendarbeit: Organisieren von Gruppenstunden, Trainer einer Sportmannschaft

  • Kulturelle Organisationen: Events planen, Betreuung

Ehrenamtliche Tätigkeiten sind auch für berufserfahrene Bewerber relevant, wenn diese über eine längere Zeit ausgeübt werden. Im besten Fall steht das Ehrenamt in Beziehung zur ausgeschriebenen Stelle.

Wirkung deines Ehrenamtes auf den Arbeitgeber:

  • Ausbildung von Messdienern in der Pfarrkirche zu Musterstadt ⇒ Du bist sozial engagiert, zuverlässig und übernimmst gesellschaftliche Verantwortung

  • Organisation und Betreuung von Gruppenstunden für Jugendliche in der Pfarrjugend Musterstadt ⇒ Du vermittelst Teamfähigkeit, Führungsstärke und bist ein Organisationstalent

  • Senioren im Altersheim Muster durch Spaziergänge und Spieleabende unterhalten ⇒ Du zeigst Einfühlsamkeit, eine hohe Einsatzbereitschaft und einen guten Umgang mit Menschen

Langweilige Hobbys

Wahrscheinlich kannst du nicht leugnen, schon einmal „Lesen“, „Freunde treffen“, oder „Spazieren gehen“ als Hobby genannt zu haben. Doch in deiner Bewerbung solltest du das auf jeden Fall vermeiden und lieber gar keine Hobbys aufschreiben.

Langweilige Hobbys, die du meiden solltest:

  • Freunde treffen

  • Spazieren gehen

  • Musik hören

  • Entspannen

  • Essen gehen / Ausgehen / Kino

  • Fernsehen

  • Computerspiele / Zocken

  • Lesen

Dies sind an sich entspannte Freizeitbeschäftigungen, haben aber absolut nichts in einer professionellen Bewerbung verloren.

Wirkung langweiliger Interessen im Lebenslauf:

  • Fernsehen ⇒ Du bist nicht kommunikativ und ein zurückgezogener Einzelgänger, außerdem sollte Fernsehen kein Hobby sein

  • Freunde treffen ⇒ Du wirkst durchschnittlich, unkreativ und langweilig, da du dir keine eigenständige Beschäftigung suchst

  • Ausgehen ⇒ Du vermittelst deinem Arbeitgeber Unzuverlässigkeit (Du könntest montags mit Kopfschmerzen aufkreuzen)

Hobbys, wie „Lesen“, kannst du allerdings positiv darstellen, indem du es umformulierst: „Wirtschaftsliteratur in englischer Sprache“. Das sollte natürlich der Wahrheit entsprechen, ansonsten könnte es unangenehm im Vorstellungsgespräch werden.

Gefährliche und extreme Hobbys

Ein weiterer Punkt, der in keine Bewerbung gehört: Gefährliche und extreme Hobbys. Hier sehen Personaler zuerst das Verletzungsrisiko, welches sich natürlich negativ auf die Arbeit auswirkt. Die Folge: Deine Bewerbung landet im Papierkorb.

Beispiele für Extrem- oder Kampfsportarten, die du nicht angeben solltest:

  • Boxen (allgemein Kampfsport)

  • Bungeejumping

  • Base-Jumping

  • Motorsport

  • Haitauchen

  • Fallschirmspringen / Skydiving

Beachte, dass es Unternehmen gibt, bei denen die Angabe solcher Hobbys dennoch relevant sein kann (allerdings wird dies nur selten der Fall sein). Eine Firma, die sich z. B. auf den Verkauf von Extremsport spezialisiert hat, könnte von deinem Mut und deiner Risikobereitschaft sowie der Verbindung zum Unternehmen begeistert sein.

Wirkung von gefährlichen und extremen Hobbys in der Bewerbung:

  • Fallschirmspringen / Skydiving ⇒ Das Hobby hat ein hohes Verletzungsrisiko und ist gar lebensgefährlich. Das kann den Personaler direkt abschrecken

  • Boxen ⇒ Hier besteht ebenfalls ein hohes Verletzungsrisiko und insbesondere bei Berufen mit Kundenkontakt ist ein blaues Auge nicht vorteilhaft

  • Motorsport ⇒ Auch hier besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko, das dich als Arbeitnehmer unattraktiver wirken lässt

Außergewöhnliche Hobbys

Eher positiv zu sehen sind außergewöhnliche Hobbys, da die Bewerber sich von ihren Konkurrenten abheben und im Gedächtnis bleiben. Außerdem kann dies ein guter Einstieg in das Vorstellungsgespräch sein, da direkt Interesse an deiner Person besteht.

Beispiele für extravagante Hobbys:

  • Mikroskopieren

  • Matschlaufen

  • Töpfern

  • Geocaching

  • Exotische Kampfkünste

  • Tauchen

  • Bloggen

  • Jagen

Je nach Unternehmen können extravagante Hobbys unterschiedliche Meinungen hervorrufen. Als Jäger kannst du einerseits naturverbunden, diszipliniert und verantwortungsbewusst wirken, andererseits können Personaler der Jagd negativ gegenüberstehen.

So können extravagante Interessen auf Personaler wirken:

  • Bloggen ⇒ Dies zeigt deine Technikaffinität, Zielgruppen-Denken und Content-Skills, welche besonders für Berufe im Online-Marketing / in einer Online-Redaktion relevant sind

  • Geocaching ⇒ Du wirkst zielorientiert, konzentriert, entscheidungsfreudiger und naturverbunden durch das Entdecken neuer Wege

  • Mikroskopieren ⇒ Du zeigst MINT-Kompetenz (MINT= Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und ein außergewöhnliches Interesse: Das lässt dich von der Masse abheben und ist besonders für ein MINT-Beruf sinnvoll anzugeben

Zeitintensive Hobbys

Bei einigen Hobbys musst du aufpassen, dass diese keinen negativen Effekt haben, auch wenn sie im ersten Moment positiv erscheinen. Personaler könnten denken, dass zu viel Zeit in das Hobby und weniger Zeit in die Arbeit investiert wird. Dadurch könntest du unkonzentriert, unzuverlässig, unpünktlich und leistungsverweigernd auf den Arbeitgeber erscheinen.

Beispiele für zeitintensive Interessen:

  • Reiten

  • Leistungssport (z. B. Fußball spielen in einer höherklassigen Liga)

  • Freiwillige Feuerwehr

  • Backen

  • Modellieren

So können zeitintensive Hobbys auf Personaler wirken:

  • Reiten ⇒ Du könntest unzuverlässig wirken, da du z. B. vor Arbeitsbeginn in den Stall musst. Ist dein Pferd mal krank, kann dich das zerstreuen

  • Fußball spielen im SV Musterstadt, aktives Mitglied in der Westfalenliga ⇒ Du hast strenge Trainingszeiten, die du einhalten musst und könntest davon erschöpft oder übermüdet sein

  • Freiwillige Feuerwehr ⇒ Durch einen schlimmen Einsatz kannst du unkonzentriert und ebenfalls abgelenkt wirken. Zudem bist du zu bestimmten Zeiten immer verplant

Checkliste für Hobbys im Lebenslauf

Abschließend möchten wir dir noch eine Checkliste mitgeben, damit du alles Wichtige auf einem Blick zusammengefasst hast:

  • Als Berufseinsteiger profitierst du von der Angabe deiner Hobbys im Lebenslauf

  • Erwähne die Hobbys am Ende deines Lebenslaufes unter Sprach- und EDV-Kenntnissen

  • Interessen solltest du konkret ausformulieren („Sport“ reicht nicht aus)

  • Ausschließlich wesentliche Hobbys aufführen und nicht mehr als drei

  • Mache nur wahre Angaben (teilweise werden Nachweise verlangt)

  • Als Berufserfahrener solltest du Interessen nur erwähnen, wenn es eine Verbindung zwischen Hobby und Beruf / Unternehmen herstellen oder Engagement beweisen

Denk an unsere Empfehlung, dass du als Schüler oder Student den Begriff „Hobbys“ verwendest und als berufserfahrener Bewerber „Interessen“.


Viel Spaß beim Schreiben deiner nächsten Bewerbung!

Ein Foto von Ben Dehn

Autor: Ben Dehn

Ben entschied sich nach seinem Lehramtsstudium dazu, seinen Weg zunächst im Journalismus zu bestreiten. Nach sieben Jahren bei Print, Online und Radio heuerte er 2013 bei der webschmiede GmbH an und betreute im „Die Bewerbungsschreiber“ Team Personen auf sämtlichen Hierarchieebenen. Durch seine Tätigkeit konnte er sein Know-how im Karrierebereich stetig vertiefen. Heute schreibt Ben Dehn hilfreiche Fachartikel, hält Vorträge und gibt Interviews, Workshops & Seminare.


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