Ausführlicher Lebenslauf [Vorlage & Tipps]

Im Gegensatz zum tabellarischen Lebenslauf ist der ausführliche Lebenslauf ein ausformulierter Fließtext in Aufsatzform und wird auch ausformulierter Lebenslauf genannt. Da der tabellarische Lebenslauf deutlich übersichtlicher ist, sollte ein ausführlicher Lebenslauf nur dann verwendet werden, wenn ausdrücklich danach verlangt wird. Häufig ist das bei Bewerbungen um Stipendien oder für Bewerbungen um eine Ausbildung bei der Bundespolizei der Fall. Der Sinn besteht darin, dass der Arbeitgeber einen stärkeren Eindruck von der Persönlichkeit des Bewerbers und seinen sprachlichen Fähigkeiten erhält. Bewerber sollten also besonders auf die Formulierungen und eine fehlerfreie Rechtschreibung achten. Der ausführliche Lebenslauf sollte eine Länge von 2 Seiten nicht überschreiten und insbesondere den bisherigen Bildungsweg sowie wichtige Aspekte der eigenen Persönlichkeit enthalten.

Ein Beitrag von Autor Ben Dehn

Tabellarischer Lebenslauf als Gundlage - Beispiel 

Wenn du noch keinen Lebenslauf in tabellarischer Form vorliegen hast, ist es sinnvoll, zunächst alle wichtigen Stationen sowie die dazugehörigen Daten aufzuschreiben. Der Lebenslauf sollte auch ausformuliert alle wichtigen Daten, wie Anfangs- und Enddatum einer Beschäftigung, beinhalten.

Du beginnst bei den persönlichen Daten:

  • Ich heiße Jacqueline Bauer und bin zurzeit in der Musterstraße 4 in 44444 Musterstadt wohnhaft. Telefonisch bin ich zuverlässig unter der 0170 0000000 zu erreichen oder per E-Mail unter [email protected]. Ich bin am 22.07.1992 in Beispielstadt geboren und somit 25 Jahre alt. Momentan bin ich unverheiratet (ledig)."

Wie an einem roten Faden kannst du dich dabei an deinem tabellarischen Lebenslauf entlang arbeiten. Hierbei solltest du jedoch beachteten, dass ein ausführlicher Lebenslauf in der Regel chronologisch (von alt nach neu) erzählt wird, das heißt: beginnend mit der schulischen Ausbildung und endend mit der aktuellsten beruflichen Station.

Weitere Inhalte:

  • Dein schulischer Werdegang

  • Deine Ausbildung / Dein Studium

  • Deine Praktika

  • Deine beruflichen Erfahrungen

  • Deine Weiterbildungen

  • Deine sonstigen Fähigkeiten und Kenntnisse

  • Deine Hobbys und Interessen

  • Deine Zukunftsperspektive

Fakten & Persönlichkeit einbringen - Muster

Nicht zu sehr in das faktische Erzählen verfallen:

  • Ich habe von 2009 bis 2012 eine Ausbildung im Bettenhandel Schnarchnase gemacht. Dort wurde ich vor allem in den Bereichen Kundenberatung, Verkauf und Kasse eingesetzt."

Der Personalverantwortliche möchte zwischen den Zeilen die Persönlichkeit des Bewerbers entdecken und achtet vor allem auf dessen Ziele und Motive. Daher ist es wichtig zu schreiben, warum eine Ausbildung in einem bestimmten Bereich begonnen wurde, welche Tätigkeiten den Bewerber besonders begeistern und in welchem Bereich er sich weiterentwickeln möchte.

  • Seit der Muster-Grundschule war ich eine begeisterte Bastlerin, die ihre Zeit am liebsten mit Stift, Papier und Schere verbrachte. Diesen Enthusiasmus entwickelte ich während meiner Schulzeit (seit 2003) auf dem Kreativgymnsasium im Leistungskurs Kunst weiter. Dabei verlor ich die anderen Fächer nicht aus den Augen und schloss meine Schulzeit 2011 mit einer Abiturnote von 1,7 ab. Aufgrund meiner praktischen Begabung begann ich direkt im Anschluss eine Ausbildung als Grafikdesignerin."

Ausführlicher Lebenslauf - Mustervorlage [Word]

Gerne stellen wir dir an dieser Stelle eine kostenlose Vorlage für deinen ausführlichen Lebenslauf bereit. Erstellt wurde dieser als Beispiel für eine Bewerbung bei der Bundespolizei. Da jeder ausformulierte Lebenslauf sehr individuell und auf den jeweiligen Werdegang eines Bewerbers zugeschnitten ist, solltest du dieses Muster nur zur Orientierung verwenden und mit deinen individuellen Informationen befüllen.

Wie schreibe ich einen ausführlichen Lebenslauf?

Wenn du Probleme dabei hast, die einzelnen Stationen auszuformulieren, dann stelle dir folgende Situation vor:


Du wirst im Vorstellungsgespräch gefragt, dich kurz vorzustellen und deinen Werdegang wiederzugeben.

Meistens können Bewerber besser formulieren, wenn sie die Sätze laut aussprechen und so tun, als säßen sie gerade tatsächlich vor dem Personalentscheider (auch für dein Bewerbungsschreiben ein guter Rat).

Beginne deinen ausführlichen Lebenslauf mit der Schulzeit. Was hat diese geprägt?

  • Hast du bereits hier eine Tendenz für deinen späteren Berufsweg entdeckt?

  • Welche Fächer fielen dir besonders leicht? Welche begeisterten dich?

  • Hast du irgendein besonderes Engagement gezeigt? (Schüleraustausch, Wahlkurse, Projekte, Ehrenamt, …)

Ausnahme: Deine Schulzeit liegt schon ewig zurück und hat daher keine Relevanz mehr für deine Kenntnisse, dann kannst du besser mit deiner Ausbildung bzw. deinem Studium beginnen und die Schule in einem kurzen Satz erwähnen.

Gehe danach auf deine Ausbildung bzw. dein Studium oder Praktika ein

  • Warum hast du dich für eine Ausbildung bzw. ein Studium in diesem Bereich entschieden?

  • Welche Inhalte der Ausbildung waren besonders ausschlaggebend?

  • Konntest du dich in eine bestimmte Richtung weiterentwickeln?

  • Hast du deine Richtung geändert?

Gehe schließlich auf deine berufliche Erfahrung ein

  • Wo hast du gearbeitet? Welche Aufgaben hast du übernommen?

  • Welche Fähigkeiten hast du dabei eingesetzt und vertieft? (Organisationstalent, Teamwork, Zielorientierung, …)

  • Hast du Kenntnisse erworben? (Software, Sprachen, Methoden, …)

  • Welche Aufgaben und Tätigkeitsbereiche siehst du als deine „Spezialität“ an?

  • In welchen Bereichen möchtest du dich weiterentwickeln?

Es folgen die eigenen Hobbys und Interessen sowie die eigene Perspektive für die Zukunft

  • Welche Ziele verfolgst du für dein weiteres Berufsleben?

  • Welche Ziele würdest du in diesem Unternehmen verfolgen?

  • Wohin möchtest du dich (mit diesem Unternehmen) entwickeln?

Achte darauf, deinen ausführlichen Lebenslauf nicht zu sehr zu einem Motivationsschreiben werden zu lassen. Du solltest es schaffen können, dich innerhalb von 5 Minuten vorzustellen und nicht ins Schwafeln zu verfallen. Die Fakten sind nach wie vor wichtig und sollten deutlich genannt werden. Zudem ist es ratsam, Dopplungen zum Anschreiben dringend zu vermeiden.

Übersicht bewahren - Tipps zum Layout

Ein Block mit Text kann schnell unübersichtlich werden. Daher sollten Bewerber ihren ausführlichen Lebenslauf in sinnvolle Abschnitte gliedern und diese durch Absätze (und eventuell Zwischenüberschriften) unterteilen. 


Ebenso kann es vorteilhaft sein, einige Daten farblich oder durch Fettdruck hervorzuheben. Die einzelnen Unternehmensnamen können zum Beispiel alle in dunkelblau und fett formatiert werden. So kann der Arbeitgeber schneller erkennen, wo du bereits gearbeitet hast. Dabei solltest du mit den Hervorhebungen allerdings nicht übertreiben: Wenn alles hervorgehoben ist, erkennt der Arbeitgeber ebenfalls nichts mehr.

Um deinen ausführlichen Lebenslauf übersichtlich zu halten, sollte dieser auf 2 Seiten begrenzt werden. Fasse dich daher so kurz wie möglich und gehe vor allem näher auf die Stationen ein, die deine Fähigkeiten in Bezug auf die Stellenausschreibung belegen.

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Solltest du große Probleme mit der Erstellung deines ausführlichen Lebenslaufs haben, kann es durchaus sinnvoll sein sich an professionelle Dienstleister wie "Die Bewerbungsschreiber" zu wenden!


Häufige Fragen zum ausführlichen Lebenslauf

Was ist ein ausführlicher Lebenslauf?

Der ausführliche Lebenslauf ist eine im Fließtext verfasste Variante des persönlichen und beruflichen Werdegangs und wird synonym häufig auch „ausformulierter Lebenslauf“ genannt. Anders als beim klassischen tabellarischen Lebenslauf werden die Stationen aus den Kategorien Ausbildung und Weiterbildung, Berufserfahrung und Weitere Fähigkeiten und Kenntnisse in Aufsatzform dargestellt und dabei in sinnvolle Abschnitte gegliedert. 

Wann benötige ich einen ausführlichen Lebenslauf?
Da der ausführliche Lebenslauf eine deutlich persönlichere Note enthält als ein tabellarischer Lebenslauf, wird er besonders häufig dort verlangt, wo sich ein potenzieller Arbeitgeber bereits bei der ersten Sichtung der Bewerbung ein umfassenderes Bild von den Persönlichkeiten der Bewerber machen möchte. 


Der besondere Fokus liegt dabei neben der Persönlichkeitsbewertung vor allem auf der Nachvollziehbarkeit des Werdegangs und der Bewertung des schriftlichen Ausdrucksvermögens


Ausführliche Lebensläufe werden häufig angefordert für: 


- Bewerbungen im öffentlichen Dienstag 

- Verbeamtungen 

- Hochschulbewerbungen 

- Stipendienbewerbungen 

- Polizei- und Bundeswehrbewerbungen

Was ist der Unterschied zwischen dem ausführlichen und dem tabellarischen Lebenslauf?
Ausführlicher Lebenslauf: 

- Als Fließtext geschrieben 

- Deutlich persönlichere Note durch erklärenden Stil 

- Detailliertere Informationen zu Entwicklung und Motivation 

- Besserer Eindruck zur schriftlichen Ausdrucksfähigkeit von Bewerbern 

- Wird teilweise in handschriftlicher Form verlangt 


Tabellarische Lebenslauf: 

- Fokus auf klare Zeitangaben 

- Tätigkeits- bzw. Aufgabenbeschreibungen nur in Stichpunkten 

- Kompakter und übersichtlicher 

- Gängige Bewerbungsform in der freien Wirtschaft

Wie wird ein ausführlicher Lebenslauf aufgebaut?
Anders als beim tabellarischen Lebenslauf wird beim ausformulierten Lebenslauf in Aufsatzform in chronologischer Reihenfolge vorgegangen. Der eigene Werdegang wird dabei sachlich und in ganzen Sätzen in einem Umfang von zumeist 1-3 Seiten beschrieben. 


Die folgende Liste beschreibt eine sinnvolle Gliederung: 

1. Persönliche Daten 

2. Schulbildung 3. Ausbildung / Studium 

4. Berufliche Erfahrungen 

5. Weiterbildungen / Zusatzqualifikationen 

6. Weitere Fähigkeiten & Kenntnisse 

7. Motivation und berufliche Zukunftsperspektive

Wie lang sollte ein ausführlicher Lebenslauf sein?
In aller Regel sollte ein ausführlicher bzw. ausformulierter Lebenslauf zwischen einer und drei DIN-A4-Seiten umfassen. Dabei hängt es natürlich auch vom Umfang des eigenen Werdegangs ab, mit wie vielen Informationen man ihn befüllen kann. 


In jedem Fall sollten ausführliche Angaben zum Bildungsweg und zur bisherigen Berufserfahrung enthalten sein. Während für Schüler oder Berufseinsteiger oftmals eine Seite vollkommen ausreichend ist, sollten berufserfahrene Fachkräfte sicherlich auf zwei bis drei Seiten kommen.


Ein Foto von Ben Dehn

Autor: Ben Dehn

Ben entschied sich nach seinem Lehramtsstudium dazu, seinen Weg zunächst im Journalismus zu bestreiten. Nach sieben Jahren bei Print, Online und Radio heuerte er 2013 bei der webschmiede GmbH an und betreute im „Die Bewerbungsschreiber“ Team Personen auf sämtlichen Hierarchieebenen. Durch seine Tätigkeit konnte er sein Know-how im Karrierebereich stetig vertiefen. Heute schreibt Ben Dehn hilfreiche Fachartikel, hält Vorträge und gibt Interviews, Workshops & Seminare.


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