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Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben ist nicht mit dem Anschreiben in der Bewerbung zu verwechseln. Es ist oftmals freiwillig und ein gutes Mittel, um deine Motivation und Schlüsselqualifikationen näher zu betonen. Ein schlüssig dargestelltes Motivationsschreiben ergänzt deine Bewerbungsunterlagen und liefert dem Personaler weitere Argumente, diese in die engere Auswahl aufzunehmen. In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige zu Aufbau und Inhalt eines Motivationsschreibens, wann du es einsetzen solltest und häufigen Fehlern, die es zu vermeiden gilt. Zudem liefern wir zahlreiche Beispielformulierungen und stellen dir ein Muster zum kostenlosen Download bereit.

Hinweis:


Dieser Beitrag behandelt das (freiwillige) Motivationsschreiben bei einer Job-Bewerbung. Wenn du dich für ein Studium, ein Stipendium, eine Ausbildung o.Ä. bewirbst, wird oft ein spezielles Motivationsschreiben gefordert. Welche Anforderungen du dabei beachten musst, erfährst du in den unten verlinkten Beiträgen zu verschiedenen Arten von Motivationsschreiben:

Motivationsschreiben

Was ist ein Motivationsschreiben

Ein Motivationsschreiben wird ergänzend zum Bewerbungsschreiben verfasst. Da es in einer typischen Bewerbungsmappe hinter Anschreiben und Lebenslauf eingefügt wird, ist das Motivationsschreiben auch als „Dritte Seite“ einer Bewerbung bekannt.


Inhaltlich weist es Ähnlichkeiten zum Bewerbungsanschreiben auf. Vor allem bietet es eine gute Möglichkeit, relevante Informationen unterzubringen, für die im einseitigen Anschreiben kein Platz mehr ist.


Im Motivationsschreiben kannst du interessante Details zu deiner Person nennen, spezielle fachliche Qualifikationen hervorheben und deine Motivation mit Bezug zum Unternehmen betonen.

Indem du mehr über dich selbst, deine Ziele und Stärken erzählst, kannst du dich von anderen Bewerbern abheben. Dadurch bekommen Personaler ein besseres Gesamtbild von dir und sehen, dass du dich umfangreich über den Job und den Arbeitgeber informiert hast. Ein gutes Motivationsschreiben kann daher deine Chance auf ein persönliches Vorstellungsgespräch deutlich erhöhen.

Bewerbungsschreiben vs. Motivationsschreiben – Die Unterschiede

Im Bewerbungsschreiben werden üblicherweise nur die relevantesten Kenntnisse genannt und auch der Grund für deine Bewerbung kommt nur kurz zur Sprache. Im Motivationsschreiben dagegen kannst du sowohl deine Motivation als auch deine Kompetenzen ausführlicher erläutern.

Bewerbungsschreiben

  • Nennung der relevantesten Kenntnisse

  • Motivation wird nur kurz thematisiert

  • Geringer Gestaltungsspielraum

  • Pflichtbestandteil einer Bewerbung

Motivationsschreiben

  • Nennung spezieller Kenntnisse möglich

  • Motivation wird ausführlich thematisiert

  • Größerer Gestaltungsspielraum

  • Optionaler Bestandteil einer Bewerbung

Achtung: Wird in einer Stellenanzeige ein Motivationsschreiben gefordert, das Bewerbungsschreiben jedoch nirgendwo erwähnt, solltest du aufpassen. Meist nimmt das Motivationsschreiben dann die Rolle des klassischen Anschreibens ein und eine „Dritte Seite“ wird nicht benötigt. Bist du dir unsicher, ist es ratsam, das Unternehmen im Vorfeld zu kontaktieren.

Aufbau & Inhalt – Beispielformulierungen

In diesem Abschnitt erfährst du, wie ein Motivationsschreiben aufgebaut ist und welche Inhalte du dort behandeln kannst. Außerdem liefern wir eine Reihe an Beispielformulierungen.


Ein Motivationsschreiben sollte jedoch immer individuell auf dich und das Unternehmen angepasst sein. Verwende Beispielsätze und Muster aus dem Internet daher nur als Anregungen und achte darauf, den Inhalt stets an deine persönliche Situation anzupassen. Denn Standard-Floskeln ohne Unternehmensbezug sind bei Personalern nicht gern gesehen.

Formaler Aufbau

Im Gegensatz zum Bewerbungsanschreiben, hast du bei der formalen Gestaltung etwas mehr Spielraum. Wichtig ist, dass der formale Aufbau und das Layout zu den restlichen Bewerbungsdokumenten passen. Verwende also die gleiche Schriftart & Schriftgrößen wie in deinem Lebenslauf und Anschreiben.


Deine Kontaktinformationen (Name, Adresse, E-Mail und Telefonnummer) kannst du im Briefkopf, einer Kopf- oder Fußzeile angeben. So sieht der Personalverantwortliche direkt, welchem Kandidaten das Motivationsschreiben gehört.


Wenn bereits ein Anschreiben an erster Stelle deiner Bewerbung steht, kannst du auf eine Empfängeradresse, die Grußformel und auf das rechtsbündig formatierte Datum verzichten. Steht das Motivationsschreiben allein, solltest du diese Punkte aufgreifen und unterbringen.

Ben Dehn

Ben Dehn

Fachautor von Bewerbung.net

Die Grußformel solltest du direkt an den Personaler richten, da „Sehr geehrte Damen und Herren, …“ zu unpersönlich wirkt.

Nachdem du all deine Beweggründe für den Job, den Studienplatz oder das Stipendium im Schreiben untergebracht hast, folgen das Datum und die Unterschrift.


Wichtig: Auch ein Motivationsschreiben sollte nicht länger als eine DIN A4-Seite sein. Falls die Stellenausschreibung formale Vorgaben zur Länge oder zum Layout enthält, musst du dich natürlich daran halten.

Die Einleitung

Beginne dein Motivationsschreiben mit einer aussagekräftigen Überschrift. Diese ist wichtig, da sie die Aufmerksamkeit des Personalverantwortlichen gewinnen und zum Weiterlesen animieren soll.

Mögliche Überschriften:

  • Was Sie noch über mich wissen sollten

  • Was Sie noch nicht über mich wussten

  • Warum ich mich bei Ihnen bewerbe

  • Meine Motivation

  • Ich über mich

  • Warum [Name des Unternehmens]?

  • Warum gerade ich?

Darüber hinaus solltest du mit einem spannenden Einleitungssatz überzeugen, damit der Personaler weiterliest. Üblicherweise nennst du hier bereits einige relevante oder interessante Details zu deiner Person und verknüpfst diese mit deiner Motivation für die Bewerbung

Musterformulierungen für die Einleitung

  • Die erfolgreichsten Arbeitsergebnisse erzielt man, wenn man eine große Leidenschaft für seinen Beruf mitbringt und sich mit seinem Arbeitgeber identifiziert. Meine 15-jährige Berufserfahrung möchte ich nun gerne in Ihrem Unternehmen einbringen.

  • Innovatives Denken, hohe Internationalität, stetige Weiterentwicklung und respektvolles Miteinander – all das weiß ich an der Muster GmbH zu schätzen. Mein Arbeitsbereich ist seit zehn Jahren das Projektmanagement, in dem ich mich in Zukunft kontinuierlich weiterentwickeln möchte. Dazu gehören neue berufliche sowie persönliche Herausforderungen, die ich in Ihrem Unternehmen angehen möchte.

Motivationsschreiben Beispielhafter Aufbau

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Der Hauptteil

Der inhaltliche Aufbau deines Motivationsschreibens ist an keine feste Struktur gebunden.


Durch das Setzen inhaltlicher Schwerpunkte kannst du das Dokument an deine Situation anpassen. So kannst du hier z.B. deine Motivation für eine Neuorientierung beschreiben, Fachkenntnisse erläutern oder Lücken in deinem Lebenslauf erklären.


Unten findest du Beispiele für mögliche Inhalte eines Motivationsschreibens.


Wichtig ist, dass du deine Motivation klar und deutlich auf den Punkt bringst.


Vermeide lange verschachtelte Sätze und konzentriere dich auf deine Argumente.

Mögliche Inhalte für dein Motivationsschreiben:

  • Deine Fähigkeiten und Kompetenzen ergänzend zum Anschreiben

  • Deine Motivation

  • Persönliche Schwerpunkte (was ist dir wichtig?)

  • Erklären von schwierigen Stellen im Lebenslauf

  • Deine Alleinstellungsmerkmale (Was hebt dich von anderen Bewerbern ab?)

  • Deine Leidenschaft für den Beruf

  • Dein besonderes Interesse am Unternehmen

  • Dein Engagement

  • Deine beruflichen Ziele

  • Bezug zum Unternehmen: „Als sehr ansprechend empfinde ich die familiäre Aufstellung Ihres Unternehmens. Die angenehme Arbeitsatmosphäre begeistert mich ebenso wie die flachen Hierarchien. Daher freue ich mich darauf, Ihrem Unternehmen sowohl in strategisch-operativen Bereichen als auch in einem innovationsbestimmten Umfeld mit Verantwortungsbewusstsein und Innovationskraft zur Seite zu stehen.

  • Ziele und Motivation:Die digitale Transformation stellt viele Dienstleistungsunternehmen vor Herausforderungen. Gemeinsam mit Ihrer IT GmbH möchte ich mich dieser anspruchsvollen Aufgabe stellen. Dazu möchte ich meine Erfahrungen und Fertigkeiten gewinnbringend einsetzen, um zum weiteren Erfolg des Unternehmens beizutragen.

  • Persönliche Stärken:Meine besonderen Stärken sehe ich in der Führung eines Teams und dessen gewinnbringender Ausrichtung im unternehmerischen Kontext. Dabei kann ich besonders auf eigene Erfahrungen in vielfältigen Positionen innerhalb der Dienstleistungsbranche zurückgreifen.

  • Fachliche Qualifikationen:Stets interessiert an dem internationalen Austausch konnte ich bereits Erfahrungen im internationalen Raum sammeln. Der regelmäßige Austausch mit unseren Werken in China, Mexiko und Russland zählt zu meinem derzeitigen Aufgabenbereich bei der Muster GmbH. Besonders in früheren Projekten unterstützte ich die Unternehmen mit meiner umfassenden Expertise bei innovativen Ideen und deren Umsetzung.

Du kannst die Inhalte des Hauptteils als Fließtext oder in Aufzählungsform darstellen. Auch Mischformen sind möglich.

Motivationsschreiben als Fließtext

Die Formulierung als Fließtext eignet sich, wenn du das Motivationsschreiben persönlicher gestalten und die Zielperson direkt ansprechen möchtest. Zudem kannst du Details hier leichter unterbringen, ohne an eine feste Struktur gebunden zu sein. Durch das Setzen sinnvoller Absätze stellst du sicher, dass dein Text strukturiert und gut lesbar ist.

Motivationsschreiben als Aufzählung

Die Aufzählungsform ist noch etwas übersichtlicher und liefert dem Personaler einen schnellen Überblick über die Inhalte deines Motivationsschreibens. Dies erreichst du mit interessanten Unterüberschriften und gezielten Markierungen. Im Gegensatz zum Motivationsschreiben in Fließtext-Form wird hier ein eher sachlicher Eindruck erzielt. Je nach Branche kann dies von Vorteil sein.

Manchmal ist auch eine Mischform aus Fließtext und Aufzählung empfehlenswert. So kannst du z.B. deine Motivation besser in einem Text darstellen, für Kenntnisse eignet sich dagegen die Aufzählungsform. Achte jedoch unbedingt darauf, dass dein Motivationsschreiben einen Mehrwert zu deinem Lebenslauf darstellt und nicht nur dessen Inhalte wiederholt.

Der Schlussteil

Beende dein Motivationsschreiben mit einem prägnanten Schlusssatz.


Genau wie im Bewerbungsschreiben kannst du auch hier darauf hinweisen, dass du dich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freust, um das Unternehmen besser kennenzulernen.


Besonders gelungen ist dabei ein Abschluss, der authentisches Interesse am Unternehmen bekundet und nicht schleimt oder anbiedert.

Beispiele für den Schlusssatz

  • Vielen Dank für die Berücksichtigung meiner Bewerbungsunterlagen. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.

  • Ich danke Ihnen für die Sichtung meiner Unterlagen und freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch kennenzulernen und von meiner Motivation zu überzeugen!

  • Voller Tatendrang und Neugierde sehe ich einer aufregenden Zukunft bei der Muster GmbH entgegen. Ich freue mich auf eine positive Rückmeldung Ihrerseits.

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Praxis-Tipps für das Motivationsschreiben

Befolge die nachstehenden Tipps, um dein Motivationsschreiben erfolgreich zu gestalten. Achte dabei darauf, deine Motivation individuell und authentisch zum Ausdruck zu bringen. Außerdem solltest du dir zuvor überlegen, ob du das Schreiben als kompletten Fließtext formulierst oder die einzelnen Passagen mit Zwischenüberschriften und/oder als Aufzählung gliedern möchtest. Nachdem du eine erste Idee im Kopf hast, beginnst du mit der Rohfassung.

Beachte folgende Tipps:

  • Wähle gute Formulierungen und achte auf Fehlerfreiheit (Grammatik, Rechtschreibung, Stil)

  • Passe das Layout dem Design deiner restlichen Bewerbungsunterlagen an

  • Wirf keine neuen Fragen auf (beantworte alle wichtigen, noch offenen Fragen)

  • Gestalte ein ansprechendes Design und sei kreativ

  • Wecke mit der Überschrift die Neugier des Personalers

  • Sei menschlich und natürlich, bleibe jedoch immer professionell

  • Beschränke dich auf Informationen, die dem Arbeitgeber einen Mehrwert liefern

  • Belege deine Fähigkeiten mit Beispielen

Nachdem du dein Motivationsschreiben verfasst hast, solltest du eine weitere Person Korrektur lesen lassen, um unverständliche Sätze und Fehler zu vermeiden.

Auch im Motivationsschreiben solltest du deine angegebenen Kenntnisse und Fähigkeiten immer belegen! Gehe darauf ein, wie und wo du diese erworben, vertieft und eingesetzt hast. Nenne nur Kenntnisse, die einen Bezug zur Stelle haben.

Wie ist die Anordnung in der Bewerbungsmappe?

Das Motivationsschreiben wird hinter dem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf angeordnet. Diese Gliederung der Bewerbungsmappe ist der Grund, weshalb das Motivationsschreiben umgangssprachlich auch als „dritte Seite“ oder „Seite drei“ der Bewerbung bezeichnet wird.

Reihenfolge der Bewerbungsunterlagen:

Nicht überall ist das Motivationsschreiben die dritte Seite! In Österreich wird zum Beispiel bei jeder Bewerbung ein Motivationsschreiben gefordert. Hierbei handelt es sich jedoch um den Teil der Bewerbungsunterlagen, der in Deutschland als Bewerbungsschreiben bekannt ist.

Ben Dehn

Ben Dehn

Fachautor von Bewerbung.net

Auch in Deutschland rückt die Motivation eines Bewerbers immer stärker in den Mittelpunkt. Viele Personaler sind Standardfloskeln leid und wünschen sich mehr Individualität von Kandidaten. Daher solltest du bei Stellenanzeigen, die lediglich nach einem Motivationsschreiben verlangen, auch in Deutschland genau hingucken. Meistens ist dann ein klassisches Anschreiben gefordert. Die dritte Seite lässt du in diesem Fall weg, beschreibst deine Motivation aber dennoch ausführlich.

Wie schreibe ich ein Motivationsschreiben?

Bevor du mit der Ausarbeitung deines Motivationsschreibens beginnst, solltest du dich gründlich vorbereiten. Beginne zunächst damit, dir stichpunktartig deine Motivation und die relevantesten Inhalte zu notieren. Plane zudem den Aufbau deines Textes und überlege dir eine gute inhaltliche Struktur.


Nutze nun deine Stichpunkte, um einen ersten Entwurf für dein Motivationsschreiben zu gestalten. Vermeide bei der Erstellung den Konjunktiv (die Möglichkeitsform: z. B. könnte oder würde). Schreibe stattdessen selbstbewusst und nutze starke Verben. Auch Floskeln sind ein No-Go: Nur mit einem individuellen Motivationsschreiben kannst du Pluspunkte sammeln.

In einigen Branchen kannst du deine Motivation auch kreativ darlegen. Dabei sollte sich das Motivationsschreiben von der traditionellen Version abheben. Das gelingt dir mit einem ausgefallenen Design oder einer originellen Sprache (z. B. einen Cliffhanger einbauen).

Eine überzeugende Bewerbung ist fehlerfrei. Prüfe daher dein Motivationsschreiben auf Rechtschreib- und Grammatikfehler, wenn du mit dem Schreibprozess fertig bist. Darüber hinaus solltest du dich für eine gut lesbare Schriftart und ein ansprechendes Design entscheiden. Deine Bewerbungsunterlagen müssen ein stimmiges Gesamtbild ergeben.

Welche Vorteile hat ein Motivationsschreiben?

Das Motivationsschreiben „schwappte“ in den 1990er Jahren nach Deutschland, woraufhin es immer mehr zu einem Bestandteil der Bewerbung wurde. Sinn und Zweck dieser dritten Seite ist eine zusätzliche Individualisierung der eigenen Bewerbungsunterlagen sowie eine dadurch ermöglichte Abgrenzung zu anderen Bewerbern.


Ein Motivationsschreiben gibt dir die Möglichkeit, bestimmte Stationen deines Lebenslaufes zu verdeutlichen, deinen Mehrwert für das Unternehmen herauszustellen und, wie der Name es sagt, deine Motivation zu unterstreichen.

Motivationsschreiben Vorteile

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Wenn du dich für eine Initiativbewerbung entscheidest, kann die dritte Seite für dich ebenfalls von Vorteil sein! Du kannst dort noch einmal deinen Entschluss, dich auf eine nicht ausgeschriebene Position zu bewerben, explizit mit deinem Interesse an dem Unternehmen sowie den zu erwartenden Aufgaben begründen.


Zudem kannst du dabei deine Fähigkeiten und bisher gewonnenen Qualifikationen gezielter betonen als in einem Anschreiben.

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Brauche ich ein Motivationsschreiben?

Nicht für jede Bewerbung ist ein Motivationsschreiben sinnvoll. Führungskräfte beispielsweise können mit einer dritten Seite deutlicher auf ihre Qualifikationen und bisherigen Erfahrungen eingehen. Für einen Job als Aushilfskraft wäre es hingegen über das Ziel hinausgeschossen, ein Motivationsschreiben zu verfassen.

Wann ist ein Motivationsschreiben sinnvoll?

  • Wenn die Konkurrenz für die Stelle sehr hoch ist (z.B. Praktika / Traineeprogramme oder Jobs bei sehr renommierten Unternehmen)

  • Wenn die Anforderungen der Stelle nicht genau oder nur wenig zum eigenen Lebenslauf passen

  • Wenn es sich um ein international agierendes Unternehmen oder einen Betrieb im Ausland handelt

  • Bei einer Stelle mit besonders hohen Ansprüchen an den Bewerber (z.B. hoch qualifizierte technische Berufe)

  • Berufe, für die eine gewisse Leidenschaft oder Begabung gefordert ist (z.B. soziale oder kreative Berufe)

  • Nach / Während dem Studium bzw. für die Ausbildung (wenn z.B. relevante Berufserfahrung fehlt; Für ein Auslandssemester, ein Masterstudium oder ein Stipendium)

  • Wenn in der Ausschreibung ein Motivationsschreiben verlangt wird

  • Bei der Bewerbung für ein FSJ, FÖJ oder anderen Formen des Gap Year

Wenn du darüber nachdenkst, deiner Bewerbung ein Motivationsschreiben beizufügen, solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Wird dein Anschreiben mit allen wichtigen Informationen länger als eine DIN A4-Seite?

  • Gibt es noch wichtige Informationen, die in deinem Anschreiben und Lebenslauf nicht auftauchen?

  • Gibt es etwas Außergewöhnliches über dich, das du mitteilen möchtest?

  • Hast du eine besondere Motivation für die Stelle?

Wenn du eine oder mehrere dieser Fragen mit „ja“ beantworten kannst, bietet dir ein Motivationsschreiben für deine Bewerbung einen Mehrwert.

Warum mit der „dritten Seite“ bewerben?

Personaler konzentrieren sich in erster Linie auf den Lebenslauf und vergleichen diesen mit den geforderten Qualifikationen. Im Anschluss verschwindet die Bewerbung oftmals in der Masse. Um die Aufmerksamkeit und Neugier des Wunscharbeitgebers zu erwecken, musst du mit deiner Bewerbungsmappe auffallen.


Dein zusätzlicher Arbeitsaufwand für das Motivationsschreiben vermittelt den Personalern ein besonderes Interesse und eine große Motivation für die Stelle. Außerdem bekommt der Arbeitgeber ein genaueres Bild von dir.


In einem Motivationsschreiben kannst du mit deinen Fähigkeiten und deiner Motivation beeindrucken. Im Anschreiben hast du dafür oftmals nicht genug Platz zu Verfügung.

Ben Dehn

Ben Dehn

Fachautor von Bewerbung.net

Viele größere Unternehmen betreiben eigene Bewerbungsportale für Online-Bewerbungen. Diese ermöglichen dir das Hochladen deiner Dokumente in den entsprechenden Upload-Feldern. Wenn du dort ein optionales Feld für ein Motivationsschreiben findest, ist das ein gutes Zeichen, dass dieses im Bewerbungsprozess gern gesehen wird.

Häufige Fehler in Motivationsschreiben

Damit dein Motivationsschreiben ein Erfolg wird, haben wir hier häufige Fehler zusammengestellt, auf die du achten und vermeiden solltest:

  • Wiederholungen: Inhaltlich solltest du neue Informationen über dich liefern und nicht dein Anschreiben / deinen Lebenslauf wiedergeben.

  • Uninteressante Fakten: Alle Fähigkeiten und Kenntnisse, mit denen sich kein Bezug zur Stelle herstellen lässt, können gestrichen werden.

  • Reine Aufzählungen: Schreibe deine Fähigkeiten nicht nur herunter („Ich bin leistungsbereit, teamfähig und motiviert.“), sondern belege diese immer mit Beispielen!

  • Zu Unnatürlich: Du solltest nicht aufgesetzt, sondern natürlich und menschlich wirken, dabei jedoch professionell. Genau dieser Spagat macht ein gelungenes Schreiben aus.

  • Betteln oder Rechtfertigungen: Vermeide es, um die Stelle zu betteln: „Man sollte mir diesen Job geben, weil (…)“ oder „Ich brauche diesen Job, denn (…)“.

Stelle in deinem Motivationsschreiben heraus, wodurch du dem Unternehmen einen Mehrwert bietest. Das Schreiben sollte kurz und knapp die Gründe darlegen, warum du dich bei diesem Unternehmen bewirbst.