Korrekte Anrede in der Bewerbung

Die richtige Anrede in der Bewerbung ist wichtig für den ersten Eindruck. Die klassische Variante "Sehr geehrte/r Herr/Frau [Nachname]" ist nach wie vor eine sichere Wahl. Du solltest möglichst IMMER den richtigen Ansprechpartner herausfinden und diesen direkt ansprechen. Bei der internen Bewerbung, mehreren Ansprechpartnern oder vorhandenen Doktortiteln müssen Besonderheiten beachtet werden, die wir hier diskutieren.

Ein Beitrag von Autor Ben Dehn

Moderne Anrede: Duzen oder Siezen?

Viele Stellenausschreibungen werden heutzutage – vor allem in der Start-up-Szene – in Du-Form geschrieben. Nichtsdestotrotz empfehlen wir dir, bei einer ersten Kontaktaufnahme immer zu siezen. Antwortet dein Ansprechpartner dir dann mit „du“ und seinem Vornamen, kannst du die weitere Kommunikation per Du führen.


Hast du dich mit der zuständigen Person bereits anderweitig, beispielsweise auf einem Event unterhalten und er hat dir das „Du“ angeboten, kannst du deine Bewerbung auch dementsprechend gestalten. Ist die Stellenausschreibung in Du-Form geschrieben und es ist lediglich der Vorname des Ansprechpartners angegeben, kannst du ebenfalls duzen. Bist du dir unsicher, ist das Siezen der richtige Weg.

Beispiele für die Anrede in der Bewerbung

In diesem Abschnitt findest du hilfreiche Tipps zur perfekten Anrede deines Ansprechpartners und die richtige Schreibweise sowie vieles mehr!

Titel des Ansprechpartners benennen - Tipps

Hat dein Ansprechpartner einen Titel, ist also Professor oder Doktor, wird dieser Titel in der Anrede ebenfalls erwähnt. Welche Titel aufgeführt werden sollten und ob du sie abkürzt oder nicht (z. B. Prof. und Dr.), solltest du davon abhängig machen, wie der Name auf der Webseite oder in der Stellenausschreibung angegeben ist. Generell wird der höchste Titel immer als Erstes genannt, viele verzichten dann auch auf die Angabe weiterer Titel.

Beispiele:

  • Sehr geehrter Herr Professor Müller,

  • Sehr geehrte Frau Dr. Meyer,

  • Sehr geehrter Herr Dipl.-Kfm. Schmidt,

Reihenfolge bei mehreren Ansprechpartnern

Besonders in größeren Unternehmen kann es vorkommen, dass es mehrere Personalverantwortliche gibt. In deinem Bewerbungsschreiben solltest du sie in jedem Fall alle ansprechen.

Die richtige Reihenfolge ist dabei entscheidend:

  • Die Anordnung erfolgt nach hierarchischer Position der Empfänger. Du startest also z. B. mit dem Geschäftsführer und begrüßt danach den Abteilungsleiter.

  • Handelt es sich um gleiche Hierarchieebenen, wird die Frau als Erstes angesprochen.

  • Sind Position und Geschlecht identisch, erfolgt die Sortierung alphabetisch. Diese richtet sich nach dem Nachnamen.

Beispiele:

  • Deine Bewerbung geht an Herrn Müller (Geschäftsführung) und Herrn Meyer (Abteilungsleiter): „Sehr geehrter Herr Müller, sehr geehrter Herr Meyer, …“

  • Deine Bewerbung geht an Frau Müller (Personalabteilung) und Herrn Meyer (Personalabteilung): „Sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrter Herr Meyer, …“

  • Deine Bewerbung geht an Herrn Müller (Personalabteilung) und Herrn Meyer (Personalabteilung): „Sehr geehrter Herr Müller, sehr geehrter Herr Schmidt, …“

Bei mehr als zwei Ansprechpartnern bietet es sich an, diese nicht in eine Reihe, sondern untereinander zu schreiben.

Zeichensetzung & Schreibweise in der Anrede

Nach der Anrede wird bei deutschsprachigen Bewerbungen grundsätzlich ein Komma gesetzt. Danach geht es klein weiter, außer es handelt sich um ein Substantiv.


Beispiel:


Sehr geehrte Frau Müller,

mit langjähriger Erfahrung…

Verwende nach der Anrede einen fesselnden Einleitungssatz, um einen interessanten Einstieg in das Anschreiben zu finden und damit den Personaler zum Weiterlesen zu motivieren.

Achte unbedingt darauf, die Namen richtig zu schreiben. Nichts ist unangenehmer als ein Rechtschreibfehler im Namen des Empfängers deiner Bewerbung. Damit sammelst du direkt Minuspunkte und der Leser wird deine Unterlagen mit diesem Gedanken im Hinterkopf durchgehen. Orientiere dich außerdem an der DIN 5008, die Standards für eine übersichtliche Formatierung festlegt und dir beim Layout deines Anschreibens hilft.

Anrede in der englischen Bewerbung - britisch/amerikanisch

Bei unbekanntem Empfänger lautet die Anrede „Dear Sir or Madam“ (Britisches Englisch) bzw. „To whom it may concern“ (Amerikanisches Englisch). Dennoch ist eine direkte Anrede mit „Dear Mr. / Mrs. / Ms. Muster“ persönlicher und zeigt dein Interesse am Unternehmen. Deshalb erkundige dich auf der Webseite nach deinem Ansprechpartner oder frage telefonisch nach. Doch Vorsicht: Beim Gespräch können deine Englischkenntnisse bereits geprüft werden.

Ms. wird verwendet, wenn der Familienstand der Empfängerin nicht bekannt ist. Mrs. verweist auf eine verheiratete Frau und Miss auf eine unverheiratete Frau. „Miss“ entspricht dem deutschen „Fräulein“, daher wird von der Verwendung häufig abgeraten. Es handelt sich dabei um eine potenzielle „Abwertung“ unverheirateter Frauen.

Die Anrede in einer englischen Bewerbung unterscheidet sich nicht nur sprachlich von der einer deutschen Bewerbung. Beachte ebenfalls folgende Punkte bei der Anrede im Englischen:

  • Hinter Mr / Mrs / Ms kommt im britischen Englisch kein Punkt, im amerikanischen Englisch hingegen schon (= Mr. / Mrs. / Ms.)

  • Ein Komma nach der Anrede kann, muss aber nicht gesetzt werden. Hier scheiden sich die Geister.

  • In jedem Fall geht es nach der Anrede im Gegensatz zur deutschsprachigen Bewerbung immer groß weiter.

Wichtig! Setzt du nach der Anrede ein Komma, muss auch nach der Grußformel eins gesetzt werden. Lässt du es weg, muss das ebenfalls an beiden Stellen konsistent erfolgen.

Diese Unterschiede gibt es bei der britischen und amerikanischen Anrede:

  • Kein Ansprechpartner: BE: Dear Sir or Madam | AE: To whom it may concern

  • Mit Ansprechpartner: BE: Dear Mr / Mrs / Ms | AE: Dear Mr. / Mrs. / Ms.

  • Komma nach Anrede: BE: Kein Komma | AE: Kein Komma / Doppelpunkt

Den richtigen Ansprechpartner finden

Falls möglich, solltest du immer einen Ansprechpartner in deinem Bewerbungsschreiben nennen.

In den meisten Stellenausschreibungen oder auf der Webseite des Unternehmens findest du Informationen dazu, wer der richtige Ansprechpartner für deine Bewerbung ist. Sollte dies nicht der Fall sein, kannst du folgendermaßen recherchieren:


  • Such in anderen Stellenausschreibungen

  • Recherchier bei LinkedIn oder Xing

  • Such bei einer Suchmaschine mit folgender Kombination: "Unternehmensname + Ansprechpartner für Personalwesen" oder ähnlich

  • Frag einen KI-Chatbot wie ChatGPT oder Gemini nach der Ansprechperson für Bewerber

  • Ruf beim Unternehmen an

Ben Dehn
Ben Dehn
Fachautor von Bewerbung.net

„Du musst ebenfalls damit rechnen, dass das Telefonat zu einem Telefoninterview werden kann, wenn du zu dem zuständigen Personalentscheider durchgestellt wirst. Du kannst alternativ auch eine E-Mail schreiben, aber in dem Fall weißt du nicht, wann und ob sie überhaupt beantwortet wird.“

Sonderfälle: Interne Bewerbung etc.

Je nach Bewerbungsart solltest du unterschiedliche Dinge bei der Anrede beachten.

Anrede bei der internen Bewerbung

Bei einer internen Bewerbung ist eine Menge Fingerspitzengefühl gefragt. Selbst wenn man mit dem Kollegen aus der Personalabteilung eigentlich seit Jahren per Du ist und sich vielleicht sogar neben dem Job zu gemeinsamen Freizeitaktivitäten trifft, kann das Du hier Probleme bereiten.


Je nach Unternehmenskultur ist es ratsam, in die Sie-Form zu wechseln, da die Bewerbung vielleicht noch einmal bei der Geschäftsführung vorgelegt werden muss, bevor der Personalmanager seine Entscheidung treffen darf. Die einfachste Möglichkeit ist hier, den Kollegen einfach zu fragen, welche Variante er für richtig hält.

Bewerbung um eine Ausbildung oder ein Praktikum

Bewirbst du dich um einen Ausbildungsplatz oder eine Praktikumsstelle, solltest du beim „Sie“ bleiben. Zwar gelten die oben genannten Ausnahmen auch hier, generell solltest du dich jedoch eher bescheiden zeigen. Aufgrund des Alters der Zielgruppe wird in Stellenausschreibungen für diese Stelle sehr oft geduzt. Das ist jedoch kein Freifahrtschein für dich.

Ein Foto von Ben Dehn

Autor: Ben Dehn

Ben entschied sich nach seinem Lehramtsstudium dazu, seinen Weg zunächst im Journalismus zu bestreiten. Nach sieben Jahren bei Print, Online und Radio heuerte er 2013 bei der webschmiede GmbH an und betreute im „Die Bewerbungsschreiber“ Team Personen auf sämtlichen Hierarchieebenen. Durch seine Tätigkeit konnte er sein Know-how im Karrierebereich stetig vertiefen. Heute schreibt Ben Dehn hilfreiche Fachartikel, hält Vorträge und gibt Interviews, Workshops & Seminare.


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