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Gehaltsvorstellung in der Bewerbung

In Deutschland sind Gespräche über das eigene Gehalt eher unüblich. Summen werden ungern genannt, der eigene Verdienst ist Privatsache. Wenn im Rahmen einer Bewerbung genaue Gehaltsvorstellungen gefragt sind, geraten daher viele ins Grübeln. Denn wie findet man eigentlich den eigenen Marktwert heraus? Wir verraten dir, wann du eine Gehaltsvorstellung angeben musst, wie hoch diese sein darf und wie du sie in der Bewerbung formulierst.

Ein Beitrag von Ben Dehn

Wann sollte ich eine Gehaltssvorstellung angeben?

Eine Gehaltsvorstellung sollte in der Bewerbung immer dann angegeben werden, wenn in der Stellenausschreibung danach verlangt wird.


Verzichtest du trotz Aufforderung auf die Angabe deines Wunschgehalts entsteht leicht der Eindruck, du hättest die Stellenanzeige nicht richtig gelesen. In der Folge sind deine Bewerbungsunterlagen unvollständig und du riskierst im schlimmsten Fall eine Absage.


Die Gehaltsvorstellung wird in der Stellenanzeige nicht erwähnt? Dann solltest du auf die Angabe verzichten. Die Ausnahme ist, wenn du gewisse Vorstellungen hast und nicht sicher bist, ob das Unternehmen diesen gerecht werden kann. Bist du einfach „zu teuer“ für das Unternehmen, kannst du beiden Parteien die Zeit für ein Vorstellungsgespräch ersparen. 

Enthält die Stellenausschreibung keine Aufforderung zur Angabe eines Gehaltswunsches, solltest du dir trotzdem Gedanken darüber machen, was du verdienen möchtest. In einem Vorstellungsgespräch wird es früher oder später auf diese Frage hinauslaufen. Da solltest du vorbereitet sein.

Wo gebe ich meine Gehaltsvorstellung in der Bewerbung an?

Die Gehaltsvorstellung wird im Schlusssatz des Bewerbungsschreibens angegeben.


Die Formulierung deines Wunschgehalts folgt damit auf die Beschreibung deiner wichtigsten Qualifikationen im Hauptteil des Anschreibens. Basierend auf diesen Qualifikationen, stellt die Gehaltsvorstellung eine Einschätzung deines eigenen Marktwerts dar.


Greifst du das Thema Gehalt in der Bewerbung zu früh auf, kann der Eindruck entstehen, dass es sich dabei um deine Hauptmotivation handelt. Die Gehaltsvorstellung sollte daher weder in der Einleitung noch im Hauptteil deines Bewerbungsschreibens auftauchen. Auch der Lebenslauf ist für die Gehaltsangabe nicht geeignet.


Das folgende Beispiel zeigt, an welcher Stelle des Anschreibens die Angabe einer Gehaltsvorstellung erfolgen sollte:

Gehaltsvorstellung Bewerbung

Wie formuliere ich meine Gehaltsvorstellung?

Bei der Formulierung deiner Gehaltsvorstellung solltest du die gängigen Standards beachten. Dadurch erleichterst du Personalern die Arbeit und vermeidest Missverständnisse.

Regeln für die Formulierung der Gehaltsvorstellung:

  • Angabe als Brutto-Jahresgehalt 

  • Das Gehalt bezieht sich auf 12 oder 13 Monatsgehälter (für die Gesamthöhe irrelevant) 

  • Zusatzleistungen werden nicht erwähnt (Urlaubs-/Weihnachtsgeld, Zuschüsse, Prämien) 

  • Angabe in der jeweiligen Landeswährung 

Die Gehaltsvorstellung wird oft zusammen mit einem Eintrittsdatum und ggf. einer Kündigungsfrist angegeben. Darauf folgt meist nur noch ein Hinweis, der die Bereitschaft zu einem Vorstellungsgespräch signalisiert, bevor das Bewerbungsschreiben mit einer Grußformel sowie der Unterschrift des Bewerbers abgeschlossen wird.

Standard-Formulierungen für die Gehaltsvorstellung:

  • Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 55.000 Euro brutto jährlich.“ 

  • Entsprechend meinen Erfahrungen und der mit der Position verbundenen Verantwortung empfinde ich ein Bruttojahresgehalt von 150.000 Euro als angemessen.

  • Mein verhandelbarer Gehaltswunsch liegt bei 47.000 Euro.

  • Zu einem Bruttojahresgehalt zwischen 35.000 und 37.000 Euro stehe ich Ihnen hochmotiviert zur Verfügung.

  • Ein Gehalt von 140.000 Euro brutto im Jahr entspricht meinen Vorstellungen.

  • Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Bruttogehalt von 45.000 Euro. Gerne erläutere ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch, wie sich diese zusammensetzt.

Beispiele für die Gehaltsvorstellung mit Kündigungsfrist:

  • Nach Einhaltung meiner 3-monatigen Kündigungsfrist stehe ich Ihnen zu einem verhandelbaren Bruttojahresgehalt von 60.000 Euro motiviert zur Verfügung.“

  • Meine Gehaltsvorstellung für die Stelle, welche ich nach 3-monatiger Kündigungsfrist antreten kann, liegt bei 40.000 Euro.

Beispielformulierungen für den Gehaltswunsch mit Eintrittstermin:

  • Zu einem Brutto-Jahresgehalt von 45.000 Euro bin ich ab dem 01.01.2022 voll einsatzfähig.“ 

  • Ich stehe Ihnen ab sofort zu einem Gehalt von 80.000 € brutto im Jahr zur Verfügung.

Bei der Bewerbung für eine Teilzeitbeschäftigung solltest du angeben, auf welche Stundenzahl sich deine Gehaltsvorstellung bezieht. Das gilt z.B. auch für die Bewerbung als Werkstudent.


Formulierungen für die Gehaltsvorstellung bei einem Teilzeit-Job:

  • „Ich stehe Ihnen für die ausgeschriebenen 20 Stunden pro Woche zu einem Bruttojahresgehalt von 25.000 € ab sofort zur Verfügung.“

  • „Meine Gehaltsvorstellung für diese 50%-Stelle liegt bei 25.000 €.“

Die sogenannte salary expection bzw. salary requirement findet auch im englischen Bewerbungsschreiben (Cover Letter) im Schlusssatz ihren Platz.


Beispiele für die Gehaltsangabe auf Englisch: 

  • My salary expectation equals 45.000 dollars.” 

  • I will be available as of (date) for an annual gross salary of 47.000 dollars.

  • Based on my professional experience, my salary requirement is 63.000 dollars (negotiable).

Bei der Bewerbung um ein Praktikum ist zwischen zwei Fällen zu unterscheiden: Für freiwillige Praktika gilt der gesetzliche Mindestlohn, während Pflichtpraktika nicht vergütet werden müssen. Oft enthalten Ausschreibungen für Praktika bereits Angaben zum Gehalt, manchmal wird jedoch auch hier eine Gehaltsvorstellung gefordert. Gerade bei studentischen Pflichtpraktika kann die Vergütung stark variieren.


Beispielformulierungen für die Gehaltsvorstellung im Praktikum: 

  • Hochmotiviert stehe ich Ihnen ab dem 01.01.2022 für ein dreimonatiges, nach Mindestlohn vergütetes Praktikum zur Verfügung.“ 

  • Meine Gehaltsvorstellung für dieses Praktikum liegt bei 1.500 € monatlich.

Die Gehaltsvorstellung bei einer internen Bewerbung unterscheidet sich in der Regel nicht von der Angabe in einer Standard-Bewerbung. Wer eine andere Position im gleichen Unternehmen anstrebt, erhofft sich oft ein höheres Gehalt. Dieses ist jedoch immer von der jeweiligen Stelle abhängig. Auch bei einem internen Wechsel wird oft das aktuelle Gehalt als Grundlage herangezogen.


Beispiele für die Gehaltsvorstellung bei einer internen Bewerbung:

  • Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 45.000 Euro brutto jährlich.“ 

  • Basierend auf meinen Qualifikationen empfinde ich ein Bruttojahresgehalt von 55.000 Euro als angemessen.

Wir haben dir alle hier gezeigten Beispielformulierungen noch einmal übersichtlich in einer PDF-Datei zusammengefasst. Lade sie dir jetzt kostenlos herunter!

Welches Gehalt ist realistisch?

Vielen Bewerbern fällt es schwer, sich bei ihrer Gehaltsvorstellung auf eine konkrete Summe festzulegen. Vor allem Berufseinsteiger haben oft Probleme, ihren eigenen Marktwert einzuschätzen – schließlich haben sie bisher kein Gehalt zur Orientierung erhalten.

Das Gehalt wird unter anderem von folgenden Faktoren beeinflusst: 

  • Branche und Beruf 

  • Standort und Unternehmensgröße 

  • Aufgabenprofil und Personalverantwortung

  • Deine Berufserfahrung 

  • Dein Bildungsniveau

  • Deine Qualifikationen und Kenntnisse

Nicht selten unterliegen die Löhne tarifvertraglichen Regelungen – über die geltenden Vereinbarungen solltest du dich im Rahmen deiner Unternehmensrecherche bereits im Vorfeld informieren.


Größere Unternehmen zahlen im Durchschnitt ein deutlich höheres Gehalt. Zudem sind die Löhne auch innerhalb Deutschlands standortabhängig. In Baden-Württemberg werden im Bundesdurchschnitt die größten Gehälter gezahlt, in Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten. Auch in großen Städten wie München lässt sich in der Regel mehr verdienen.


Gerade Bewerber in Bereichen mit Fachkräftemangel finden sich oft in einer deutlich besseren Verhandlungsposition wieder. 

Die durchschnittlichen Gehälter deiner Branche findest du u.a. hier: 

Auch in unserem Berufsverzeichnis findest du typische Gehälter für verschiedene Berufe. Darüber hinaus kannst du Stellenausschreibungen oder dein persönliches Netzwerk für die Recherche nutzen.

Gehaltsspanne angeben – Ja oder Nein?

Bei der Entwicklung einer realistischen Gehaltsvorstellung wirst du meist nicht mit einer konkreten Zahl konfrontiert, sondern mit einer Gehaltsspanne. Diese kannst du in deiner Bewerbung angeben, wir raten jedoch davon ab. Unternehmen werden in der Gehaltsverhandlung nämlich stets beim niedrigeren Wert ansetzen.


Mit der Angabe einer konkreten Zahl dagegen zeigst du, dass du dir deines Marktwertes genau bewusst bist. Darüber hinaus zeigt eine solche Vorgehensweise Entscheidungsstärke. Diese kann dann im Vorstellungsgespräch durch Standhaftigkeit (nicht Sturheit!) untermauert werden. 

Sollte ich eher hoch oder niedrig ansetzen? 

Bedenke, dass es sich bei deiner Gehaltsvorstellung um einen Vorschlag handelt. Ein Unternehmen wird immer versuchen, das Gehalt zu verhandeln. Du kannst hier den Spielraum von Zusatzleistungen ausnutzen. Dazu zählen nicht nur Zahlungen wie Weihnachtsgeld, sondern z.B. auch ein Firmenwagen.


Generell empfiehlt es sich, die Gehaltsvorstellung leicht höher anzusetzen. Dadurch kannst du im Vorstellungsgespräch Kompromisse eingehen und landest am Ende trotzdem bei deinem Wunschgehalt.


Übertreiben solltest du es jedoch nicht. Auch wenn etwas höhere Gehaltsvorstellungen nicht automatisch zu einer Absage führen, entscheiden sich Unternehmen bei gleicher Qualifikation stets für den „günstigeren“ Bewerber. 

In der Regel orientierst du dich bei der Gehaltsangabe an deinem aktuellen Gehalt. Üblich ist eine Steigerung von bis zu 20 Prozent

Stefan Gerth

Stefan Gerth

Gründer von „Die Bewerbungsschreiber“

„Bedenke, dass dein Einstiegsgehalt einen maßgeblichen Einfluss auf deine weitere Karriere hat. Je höher du anfängst, desto schneller wirst du zu deinem Wunschgehalt kommen. Gehälter werden in der Regel jährlich um einen prozentualen Anteil erhöht. Dementsprechend ist es entscheidend, ob du bei 50.000 € oder 60.000 € startest.“

Warum wird eine Gehaltsvorstellung angegeben?

Insbesondere Unternehmen profitieren von der Angabe einer Gehaltsvorstellung, doch auch seitens des Bewerbers existieren einige Vorteile, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Denn für letztere bietet die Gehaltsangabe eine Möglichkeit, früh die eigenen Vorstellungen einzubringen und eine Basis für zukünftige Gehaltserhöhungen zu schaffen.


Ist ein Arbeitgeber nicht bereit, einen Lohn zu zahlen, der deinen Vorstellungen entspricht? Dann erspart dir die Gehaltsvorstellung im Anschreiben möglicherweise ein wenig zielführendes Vorstellungsgespräch.


Für Arbeitgeber ist die Gehaltsangabe wichtig, da Bewerber so nicht nur anhand ihrer Qualifikationen, sondern auch basierend auf den anfallenden Personalkosten verglichen werden können. Das ermöglicht eine fundiertere Vorauswahl. Zudem gewinnen Unternehmen wichtige Informationen über den Bewerber

Der Arbeitgeber achtet bei der Angabe auf Gehaltsvorstelllungen auf Folgendes:

  • Hat der Bewerber die Stellenanzeige richtig gelesen? Ist in der Stellenausschreibung ausdrücklich die Angabe einer Gehaltsvorstellung gefordert und du versendest deine Bewerbung ohne Wunschgehalt, erweckt das den Eindruck, dass du die Stellenanzeige nicht richtig gelesen hast. Das ist ein klarer Minuspunkt!

  • Hat der Bewerber sich über Unternehmen und Branche informiert? Das Gehalt ist von verschiedenen Variablen abhängig – unter anderem Branche, Unternehmensgröße und Unternehmensstandort. Du musst dich im Vorfeld damit auseinandersetzen, welche gängigen Gehälter am Unternehmensstandort und in der Branche gezahlt werden.

  • Wie schätzt der Bewerber seinen eigenen Marktwert ein? Neben den unternehmensbetreffenden Variablen ist die Höhe deines Einkommens auch von persönlichen Faktoren abhängig. Welche Qualifikationen hast du als Bewerber, wie viel Erfahrung hast du und vor allem: Wie überzeugt bist du von dir und der Qualität deiner Arbeit?

  • Wie verhält der Bewerber sich bei Gehaltsverhandlungen? Einfach eine Zahl hinzuschreiben und die Bewerbung abzuschicken, ist relativ einfach. Was aber, wenn du dein Wunschgehalt im persönlichen Gespräch rechtfertigen muss? Dein Verhalten in diesen Situationen interessiert Personaler.

Kann ich die Angabe einer Gehaltsvorstellung umgehen?

Eine geforderte Gehaltsangabe einfach wegzulassen, ist definitiv nicht zu empfehlen. Doch auch schwammige Formulierungen wie „Meinen Qualifikationen entsprechend strebe ich ein angemessenes Jahresgehalt an.“ kommen bei Personalern nicht gut an.


Falls du dich entscheidest, keine konkrete Summe in der Bewerbung anzugeben, kannst du folgende Formulierungen verwenden. Wir empfehlen dies jedoch nur, wenn nicht explizit nach einer Gehaltsvorstellung verlangt wird. 

  • „Meinen Gehaltswunsch formuliere ich gerne, nachdem ich mir in einem persönlichen Gespräch ein genaues Bild von der Stelle und der damit verbundenen Verantwortung gemacht habe.“

  • „Ich freue mich auf eine Einladung zu einem persönlichen Kennenlernen, bei dem wir gerne auf meine Gehaltsvorstellungen zurückkommen können.“

Gehaltsvorstellung im Vorstellungsgespräch begründen

Das Bewerbungsschreiben ist zwar für die Angabe einer Gehaltsvorstellung gedacht, nicht aber für die Rechtfertigung dieser Vorstellung. Die eigentliche Gehaltsverhandlung ist Teil des Vorstellungsgesprächs.


Stelle dich im Vorfeld eines Jobinterviews stets darauf ein, dass du deinen Gehaltswunsch begründen musst. Nutze dazu deine Berufserfahrung und deine Qualifikationen. Gehe gut informiert in das Gespräch und überlege dir einen Spielraum bzw. eine Gehaltsuntergrenze.


Fragt ein Personaler dich nach deinem aktuellen Gehalt, kannst du mit höflichen Formulierungen wie „Reden wir lieber über die Zusammensetzung meiner Gehaltsvorstellung für diese Stelle“ ausdrücken, dass du diesbezüglich keine Angaben machen möchtest. 

Ein Foto von Ben Dehn

Autor: Ben Dehn

Ben entschied sich nach seinem Lehramtsstudium dazu, seinen Weg zunächst im Journalismus zu bestreiten. Nach sieben Jahren bei Print, Online und Radio heuerte er 2013 bei der webschmiede GmbH an und betreute im „Die Bewerbungsschreiber“ Team Personen auf sämtlichen Hierarchieebenen. Durch seine Tätigkeit konnte er sein Know-how im Karrierebereich stetig vertiefen. Heute schreibt Ben Dehn hilfreiche Fachartikel, hält Vorträge und gibt Interviews, Workshops & Seminare.


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