Zu Händen

Bei der Recherche, wie du deinen Brief oder deine Bewerbung korrekt adressierst und beschriftest, bist du bestimmt schon mal über die Formulierung „zu Händen“ gestolpert. Aber ist dieser Ausdruck überhaupt noch aktuell und in welchen Fällen wird er verwendet? Diese und weitere häufig gestellte Fragen beantworte ich dir in diesem Fachartikel.

Ein Beitrag von Kristin Bolz

Zu Händen im Adressfeld

Beispiele für „zu Händen“ im Adressfeld

Wann und wie verwende ich „zu Händen“?

Auch wenn heutzutage viele Dokumente per Mail versendet werden, gibt es dennoch Situationen, in denen wichtige Dokumente wie beispielsweise deine Bewerbung per Post verschickt werden. Vor allem dabei kann es sein, dass deine Dokumente in einem sehr großen Unternehmen mit vielen Abteilungen ankommen. 


Um sicherzustellen, dass deine Unterlagen in der richtigen Abteilung beziehungsweise bei der zuständigen Person ankommen, gibt es den Vermerk „zu Händen“. Zu Händen verwendest du also dann, wenn du Informationen darüber hast, welche Abteilung dein Anliegen bearbeitet oder wer deine konkrete Ansprechperson ist. 

Wie kürze ich „zu Händen“ ab?

Aufgrund von Platzknappheit im Adressfeld oder auf Briefumschlägen wird „zu Händen“ selten ausgeschrieben. Für gewöhnlich wird eine geläufige Abkürzung verwendet. Dabei hast du die Auswahl aus verschiedenen Schreibweisen:

  • „z. Hdn.“

  • „z. Hd.“

  • „z. H.“

Das Leerzeichen zwischen dem „z.“ und den folgenden Buchstaben kann bei Bedarf auch weggelassen werden. 

Wo platziere ich „zu Händen“?

Wenn du die Abkürzung „z. Hd.“ verwendest, ist es wichtig, dass du sie im Adressfeld an der richtigen Stelle platzierst. Damit es bei der Zustellung der Briefe keine Schwierigkeiten gibt und sie den korrekten Empfänger*innen zugeordnet werden können, ist der Aufbau des Adressfeldes nach der DIN 5008 geregelt.


Demnach folgt der Aufbau folgendem Schema:

  • Firmenname mit Gesellschaftsform

  • z. Hd. Adressat*in

  • Straße und Hausnummer / Postfach

  • Postleitzahl / Ort

Briefkopf mit zu Händen

So könnte der Briefkopf deines Bewerbungsschreibens mit dem Vermerk „zu Händen“ in einem unserer Bewerbungsdesigns aussehen. Diese kannst du ohne Probleme auf deine Bedürfnisse anpassen, da du sie als Word-Datei herunterlädst. Schau dir auch gern unsere anderen Bewerbungsvorlagen an. 

Verwende ich nach „zu Händen“ Herr oder Herrn?

Bei dem Vermerk „zu Händen“ handelt es sich um den Genitiv (zu wessen Händen?). Aus diesem Grund folgt auf diese Formulierung immer der Genitiv der Bezeichnung „Herr“. Die korrekte Schreibweise lautet also:

  • „z. Hd. Herrn Beispiel"

  • „Personalabteilung, z. Hd. Herrn Muster"

  • „z. Hd. Herrn Muster und Herrn Beispiel"

Handelt es sich bei der adressierten Person um eine Frau, hat dies keine Auswirkungen auf die Formulierung, da der Genitiv von „Frau“ ebenfalls „Frau“ ist. 

Wie verwende ich „zu Händen“ auf Englisch

Es kann vorkommen, dass du wichtige Geschäftsbriefe oder Bewerbungsunterlagen ins Ausland versenden musst. Die Abkürzung „z. Hd / z. Hdn. / z. H.“ ist dabei nicht hilfreich, da sie nicht international verständlich ist. Es gibt ein englisches Pendant zu dem Vermerk, welches mit „for the attention of“ übersetzt wird. Als Abkürzung dafür wird „FOA“ oder auch „Attn.“ verwendet. Hier ist allerdings anzumerken, dass es vor allem in den USA weniger üblich ist, diesen Vermerk zu verwenden. Es ist also nicht wie in Deutschland fester Bestandteil des Adressfeldes.


Diese Formulierung ist nicht zu verwechseln mit c/o. Diese Abkürzung steht für die englische Formulierung „care of“. Das wird im Deutschen mit „bei“, „wohnhaft bei“ oder „im Hause“ übersetzt. Verwendet wird dieser Vermerk, wenn die adressierte Person beispielsweise keine eigene Adresse hat oder über eine Adresse zu erreichen ist, die auf eine andere Person gemeldet ist. 


Korrekt verwendet sieht das Ganze dann so aus:


„Frau Beispiel, c/o Fam. Muster, Musterweg 1, 12345 Beispielstadt“ 

Ist „zu Händen“ noch aktuell oder gibt es eine Alternative?

Die meiste geschäftliche Kommunikation läuft heutzutage ohnehin online ab. Auch der Bewerbungsprozess findet meist im Rahmen einer Online-Bewerbung oder einer Bewerbung per E-Mail statt. Dadurch findet der Vermerk zu Händen nur noch selten Verwendung. In manchen Fällen werden allerdings auch heute noch wichtige Unterlagen per Post versendet und um sicherzustellen, dass diese bei der zuständigen Person ankommen, kann der Vermerk verwendet werden. Ob die Verwendung allerdings noch zeitgemäß ist, ist umstritten. In der DIN 5008 Norm kommt der Ausdruck „zu Händen“ gar nicht vor. Deshalb ist es mittlerweile nicht ungewöhnlich, den Ausdruck bzw. die Abkürzung wegzulassen und stattdessen nur „Herrn Muster“ oder „Frau Beispiel“ zu schreiben. 

Wann darf ein Brief mit „zu Händen“ geöffnet werden?

Der Zusatz „zu Händen“ auf dem Briefumschlag dient lediglich der erleichterten Zuordnung. Der Hinweis stellt keinen Vertraulichkeitsvermerk dar, was bedeutet, dass der Brief bedenkenlos zum Beispiel im Sekretariat oder der Poststelle geöffnet werden kann.


In manchen Fällen wird sogar zusätzlich die Abkürzung „o. V. i. A.“ verwendet, was für „oder Vertreter im Amt“ steht. Das bedeutet, dass auch beispielsweise die Urlaubsvertretung oder generell eine andere Person dazu befugt ist, das Anliegen zu bearbeiten, falls die Ansprechperson nicht anwesend ist.


Wird in der Anschrift zuerst der Name einer Person und anschließend der Firmenname genannt, ist es ratsam, dieses Schreiben nicht zu öffnen. Es handelt sich dabei zwar nicht um einen Vertraulichkeitsvermerk, es ist allerdings davon auszugehen, dass der Absender oder die Absenderin ein persönliches Anliegen hat.


Steht in dem Adressfeld jedoch der Zusatz „vertraulich“ oder „persönlich“, stellt dies einen expliziten Vertraulichkeitsvermerk dar, wonach nur die Person adressierte Person befugt ist, diesen Brief zu öffnen. Wenn eine unbefugte Person das Schreiben öffnet, stellt das einen Verstoß gegen das Briefgeheimnis dar. 

Weitere gängige Büroabkürzungen

Nicht nur beim Beschriften von Briefumschlägen und Bewerbungsunterlagen werden häufig Abkürzungen verwendet. In Büros wird eine ganz eigene Sprache gesprochen. Unter anderem aus zeitlichen Gründen werden häufig verschiedenste Abkürzungen aneinandergereiht. Damit du, nachdem du dich erfolgreich beworben hast, auch optimal auf den Büroalltag vorbereitet bist, habe ich dir eine Liste mit den gängigsten Büroabkürzungen zusammengestellt.


Büroabkürzungen und deren Bedeutung:

  • Ablage P: P steht hier für Papierkorb – Es wird also etwas in den Mülleimer verschoben

  • ASAP: As soon as possible – Auf Deutsch: So bald wie möglich

  • Btw: By the way – Auf Deutsch: übrigens

  • CC: Carbon Copy – Beim Versand von E-Mails kann über den CC dieselbe E-Mail gleichzeitig an mehrere Personen verschickt werden

  • CEO: Chief Executive Officer – Bezeichnet den Chef bzw. Firmenleiter

  • Ct: Cum tempore – Auf Deutsch: mit Zeit – Wer diese Abkürzung benutzt, plant kleine Verzögerungen mit ein, während s.t (sine tempore) beschreibt, dass auf die Minute pünktlich mit etwas gestartet wird

  • Fubar: Fucked up beyond all repair – Diese Abkürzung wird häufig von Techniker*innen eingesetzt und bedeutet, dass etwas verloren ist. Dabei kann es sich sowohl um ein defektes Gerät als auch um ein gescheitertes Projekt handeln.

  • FYI: For your interest – Auf Deutsch: zur Information

  • HP: High Potentials – beschreibt den Führungskräftenachwuchs, also Personen, von denen sich viel Potenzial versprochen wird

  • IMO: In my opinion – Auf Deutsch: meiner Meinung nach

  • KISS: Keep it short and simple – Auf Deutsch: Halt es kurz und einfach

  • OoO: Out of Office – Auf Deutsch: nicht im Büro

  • Tba: To be announced – Auf Deutsch: wird noch bekannt gegeben

  • TGIF: Thank god it’s Friday! – Auf Deutsch: Gott sei Dank, es ist Freitag!

  • Thx: Thanks – Auf Deutsch: Danke


Ein Foto von Kristin Bolz

Autor: Kristin Bolz

Kristin ist seit 2021 Teil des Marketing-Teams der webschmiede GmbH. Sie unterstützt das Team bei der Erstellung, Optimierung und beim Lektorieren von Fachartikeln für Bewerbung.net. Durch ausführliche Recherchen und den regelmäßigen Austausch mit den Bewerbungsexperten von „Die Bewerbungsschreiber“ erweitert sie kontinuierlich ihr Wissen in den Bereichen Bewerbung und Karriere. Dieses fasst sie für unsere Leser in Form von ansprechenden Artikeln zusammen, um ihnen relevante Informationen für den Bewerbungsprozess zur Verfügung zu stellen.


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