Warum sollten wir Sie einstellen?

Wichtige Inhalte in diesem Video

Ein Vorstellungsgespräch bietet dir die Möglichkeit, Personalverantwortliche von dir zu überzeugen. Dabei wird oft die Frage gestellt, wieso gerade du eingestellt werden solltest. Die richtige Antwort kann dabei essenziell für eine Jobzusage sein. Daher ist eine ausgiebige Vorbereitung auf diese Frage wichtig. In diesem Artikel erfährst du, wie du dich perfekt vorbereiten und individuell antworten kannst, um die Chance auf eine Zusage für deinen Traumjob zu erhöhen. Es erwarten dich außerdem eine zusammenfassende Checkliste und weitere hilfreiche Tipps für eine optimale Antwort.


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Die optimale Vorbereitung auf die Frage

„Warum sollten wir Sie einstellen?“

Personalverantwortliche stellen diese Frage, um sich im Vorstellungsgespräch ein Bild von deinen fachlichen Stärken und Alleinstellungsmerkmalen zu machen. Wie du darauf antwortest, verrät zudem viel über deinen Charakter und insbesondere dein Selbstbewusstsein.


Wer auf diese Frage stets eine präzise Antwort findet, kennt seine Stärken und Schwächen und weiß diese im neuen Job einzusetzen. Deshalb ist es enorm wichtig, dass du die Anforderungen für den neuen Job kennst und deine Fähigkeiten dementsprechend herausstellst.


Um in deinem Vorstellungsgespräch präzise und selbstbewusst auf diese wichtige Frage einzugehen, bedarf es 3 Schritte der Vorbereitung:

  1. Jobanzeige lesen: Lies dir im Voraus, am besten noch vor deiner Bewerbung, die Stellenausschreibung genau durch. Notiere dir die wichtigsten Fähigkeiten, die du für den Job benötigst.

  2. Fähigkeiten kennen: Nimm deinen Lebenslauf zur Hand und überlege dir genau, welche Erfahrungen du gemacht und welche Fähigkeiten du dir angeeignet hast. Achte dabei besonders auf deine Soft Skills, als auch auf deine Hard Skills, die dich von anderen unterscheiden könnten.

  3. Qualifikationen finden: Anhand der Stellenausschreibung und deiner individuellen Erfahrungen kannst du nun die für den Job relevantesten Qualifikationen ermitteln, anhand derer du deine Antwort formulieren kannst. Wähle hier maximal vier Schlüsselqualifikationen aus, die du argumentativ mit Erfahrungen und Erfolgen nachweisen kannst.

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Ähnliche Fragen mit gleicher Antwort

In manchen Fällen wird die Frage „Warum sollten wir Sie einstellen?“ umformuliert oder durch eine andere Frage ersetzt, die das gleiche Ziel verfolgt.

Damit du diese Fragen schnell erkennst, habe ich dir eine Liste mit ähnlichen Fragen im Vorstellungsgespräch zusammengestellt, die du mit der gleichen Vorbereitung beantworten kannst:

  •  „Was sind Ihre Stärken?“

  • „Was unterscheidet Sie von anderen Bewerber*innen?“

  • „Welche Motivation haben Sie für diesen Job?“

  • „Wieso passen gerade Sie in unser Unternehmen?“

  • „Was sind Sie bereit zu leisten / zu geben?“

  • „Was bringen Sie dem Unternehmen?“

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Checkliste zur optimalen Vorbereitung

Bei deiner Vorbereitung solltest du stets das Unternehmen im Blick haben.

Die Fragen in der folgenden Checkliste können dir dabei helfen, herauszufinden, welche Vorteile das Unternehmen von dir haben wird. Sie dienen auch dazu, deinen eigenen Wert als Arbeitskraft zu erkennen und diesen, ähnlich wie in deinem Bewerbungsschreiben, objektiv und selbstbewusst herauszustellen. 

  • Welche (einzigartigen) Berufserfahrungen bringe ich mit?

  • Welche Erfolge habe ich vorzuweisen?

  • Was sind meine persönlichen Alleinstellungsmerkmale?

  • Was verlangt der Job von mir? (Zeit- und Energieaufwand)

  • Welche fachlichen Voraussetzungen gibt es für den Job?

  • Welche Voraussetzungen erfülle ich in besonderem Maß?

  • Was erwartet das Unternehmen von mir?

  • Welche Vorteile hat das Unternehmen, wenn es gerade mich einstellt?

  • Mit welcher Philosophie schmückt sich das Unternehmen?

  • Vertrete ich persönlich die Werte des Unternehmens?

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Nützliche Nachweise für deine Erfolge

Du solltest die Argumente, die für dich sprechen, immer mit Beweisen belegen können, sodass dir Personalverantwortliche deine Qualifikationen abkaufen können.

Du kannst neben allgemeinen Erfahrungen, wie zum Beispiel „2 Jahre Berufserfahrung in XY GmbH“ auch spezifischere Nachweise verwenden. Hier eine Liste passender Belege für deine Leistungen und Erfolge:

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Beispiele - So kannst du antworten

Die folgenden situationsbezogenen Beispielantworten sollen lediglich Ausschnitte aus einer längeren Antwort sein.

Sie dienen außerdem nur zur Orientierung. Du solltest dir deine individuelle Antwort immer selbst zurechtlegen und persönliche Anekdoten, berufliche Erfahrungen und Ziele miteinbeziehen. Je nach Einstellungsarten, Erfahrungen, Branchen und Berufen können sich passende Antworten unterscheiden. In den folgenden Absätzen findest du verschiedene Antwortmöglichkeiten:

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Antworten nach verschiedenen Einstellungsarten

Hier findest du Beispiele für Antworten nach verschiedenen verschiedenen Einstellungsarten:

  • Bewerbung für eine Ausbildung: „Sie sollten mich einstellen, da ich für die Ausbildung XY bereits wichtige Fähigkeiten mitbringe und stets ambitioniert bin, mehr zu lernen. Was mich von anderen Azubis unterscheidet, ist mein professionelles Verhalten am Arbeitsplatz und meine Kritikfähigkeit, die einen unkomplizierten Umgang gewährleisten. In der Schule habe ich das Fach XY belegt, das es nur an wenigen Schulen gibt, und durch das ich mir bereits wichtiges theoretisches Wissen für die Ausbildung aneignen konnte.“

  • Bewerbung für ein Praktikum: „Ich habe nun über Jahre ein großes persönliches Interesse an Ihrem Unternehmen und kann mich sehr mit der Unternehmensphilosophie identifizieren. Da ich mich schon viel mit dem Unternehmen und dessen Projekten aus meiner externen Position heraus beschäftigt habe, würde ich intern eine neue Perspektive mitbringen und könnte Projekte besser auf unsere Zielgruppen anpassen.“

  • Bewerbung für ein Duales Studium: „Vor dem Dualen Studium habe ich bereits 3 Semester an der XY Universität studiert, wo mir jedoch der Praxisbezug gefehlt hat. Deshalb habe ich bereits viel theoretisches Wissen und bin gewillt dieses zu erweitern und in Ihrem Unternehmen umzusetzen. Schon als Teenager wollte ich in der Branche arbeiten, habe mich also somit über viele Jahre hinweg über die Branche informiert und kenne die Konkurrenz wie meine Westentasche.“

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Antworten nach Berufserfahrung

Hier findest du Beispiele für Antworten nach Berufserfahrung:

  • Bewerbung als Berufseinsteiger*in: „Ich erfülle alle Voraussetzungen für den Job, bis auf die gewünschte Berufserfahrung. Aber ich denke, dass ich die mangelnde Erfahrung auch sehr gut zu meinem und Ihrem Vorteil nutzen kann, da ich so mit einem neutralen Auge auf bestehende Prozesse schauen kann und mein theoretisches Wissen in dem Bereich kreativ umsetzen kann. Das habe ich anderen Bewerber*innen deutlich voraus.“

  • Bewerbung als Quereinsteiger*in: „Durch meinen bisherigen Beruf als Sozialpädagoge habe ich notwendige Kompetenzen im Umgang mit jungen Menschen erlangt und kann diese nun in einem anderen Kontext anwenden, um den Schulalltag für Schüler und Schülerinnen abwechslungsreich zu gestalten. Ich kann daher in allen Klassen eingesetzt werden und würde zudem die Leitung der Konfliktlotsen übernehmen, denen ich neue Herangehensweisen zur Problemlösung beibringen kann.“

Antworten nach Berufen und Branchen 

  • Antwort für den Kundendienst: „Mich zeichnet besonders meine direkte Kommunikation kombiniert mit meinem Empathievermögen aus, die bei der Bewältigung von Problemen, insbesondere im Kontakt mit Kund*innen, besonders hilfreich sind. Zudem wurde mir des Öfteren mitgeteilt, dass ich eine beruhigende Stimme / Art habe und somit eine angenehme Gesprächsatmosphäre sowohl am Telefon als auch im persönlichen Gespräch schaffe. Das sorgt für höhere Verkaufszahlen und eine hohe Kundenzufriedenheit.“ 

  • Antwort in der Medizin: „Über meine jahrelange Erfahrung als Oberärztin und ärztliche Direktorin der Klinik XY hinweg hatte ich mit vielen verschiedenen Menschen Kontakt und habe mein Urteilsvermögen ausbauen können. Daher habe ich nun die besten Voraussetzungen für das Schreiben von Gutachten, sowie das Halten von Vorlesungen und Seminaren. Diese Erfahrung und meine Auszeichnungen im Bereich XY zeichnen mich aus und bestätigen meinen freundlichen, aber professionellen Charakter.“

  • Antwort für Soziale Arbeit: „Ich bin in einer, wie man heute sagen würde, bildungsfernen Schicht aufgewachsen und habe mir meinen Weg nach oben erkämpfen müssen. Da ich selber weiß, wie schwer der Weg ist und wie groß die Hürden sind, möchte ich mich dafür einsetzen, Kindern und Jugendlichen diesen Weg mit Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit zu erleichtern. Aufgrund meiner persönlichen Geschichte bin ich perfekt für Ihre Organisation geeignet.“

  • Antwort im Marketing: „Ich habe mich bereits umfassend mit Ihrer Website beschäftigt und ein Konzept für Kampagnen entwickelt, das uns mehr Klicks generieren und vor allem Kund*innen akquirieren kann. Da ich mich sehr gut in andere hineinversetzen kann, fällt es mir leicht, zu erkennen, was unsere Kund*innen möchten und brauchen.“

  • Antwort im Handwerk: „Viele sehen das große Ganze und haben stets nur das Ziel vor Augen. Ich jedoch, arbeite mit Liebe zum Detail und betrachte deshalb jeden noch so kleinen Schritt, um ihn den Wünschen korrekt und ästhetisch auszuführen, für ein noch besseres Endergebnis. Diese Strategie hat sich bei Kund*innen bewährt gemacht und ich habe sogar 2020 die Gartenauszeichnung XY erhalten.“

Welche Antworten sollte ich vermeiden?

Nun kennst du Antworten, die dich deinem Traumjob näherbringen. Du solltest jedoch auch jene Antworten kennen, die im Vorstellungsgespräch ein Ausschlusskriterium sein können und die du unbedingt vermeiden solltest. Dazu zählen folgende Antworten:

  • „Alles, was Sie wissen müssen steht in meinem Lebenslauf.“

  • „Gute Frage. Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt.“

  • „Ich kann alles.“

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Warum sollten wir Sie „nicht" einstellen?“

In manchen Fällen kann dir auch die Frage „Warum sollten wir Sie nicht einstellen?“ gestellt werden.

In diesem Fall geht es nicht darum, deine Alleinstellungsmerkmale und Stärken zu definieren, sondern vielmehr deine Schwächen herauszuarbeiten. Sei ehrlich und kritisch mit dir, weise aber immer darauf hin, dass du an deinen Schwächen arbeitest. Folgende Beispiele, die sich auf drei verschiedene Schwächen beziehen, kannst du als Orientierung zur Beantwortung der Frage nutzen:

  • Unentschlossenheit: „Der einzige Grund wäre, dass es mir manchmal schwerfällt, Entscheidungen zu treffen. Aber ich arbeite daran und schreibe mir daher bei wichtigen Anliegen eine Pro und Kontra Liste, um objektiv eine gute Entscheidung zu treffen.“

  • Ja-Sager*in: „Ich neige dazu, zu oft „Ja“ zu sagen. Dadurch setze ich manchmal die falschen Prioritäten. Was mir dabei hilft, ist gezielt Anfragen abzulehnen, wenn ich ausgelastet bin, oder diese meinen eigenen Aufgaben unterzuordnen. Ich schreibe mir dazu To-do-Listen, die mir eine Priorisierung erleichtern. Da ich immer noch daran arbeite, wäre dies ein möglicher Grund, mich nicht einzustellen. Aber man lernt nie aus, also können wir immer an uns arbeiten.“

  • Harmoniebedürftigkeit: „Ein einziger möglicher Grund wäre, dass ich eher konfrontationsscheu bin und mir Dinge schneller zu Herzen nehme. Das hat mich im beruflichen Umfeld zwar nicht beeinträchtigt, aber ich arbeite daran, indem ich mich in mein Gegenüber hineinversetze und versuche, objektiv zu bleiben.“