STAR-Methode

Im Rahmen des Bewerbungsprozesses werden stetig neue Methoden eingesetzt, um eine möglichst optimale Auswahl aus der Vielzahl an Bewerbenden zu treffen. Vor allem das Vorstellungsgespräch spielt dabei eine wichtige Rolle. Manche Personalverantwortliche wenden dabei die Star-Methode an. Was genau es mit der Star-Methode auf sich hat und wie du dich am besten darauf vorbereiten kannst, erfährst du in diesem Fachartikel.

Ein Beitrag von Kristin Bolz

STAR-Methode Infografik

Definition – Was ist die STAR-Methode im Job-Interview?

Im Rahmen von Vorstellungsgesprächen wenden Personalverantwortliche oft verschiedene Interviewtechniken an, um Bewerbende auf die Probe zu stellen und so mehr über sie zu erfahren. Eine spezielle Form der Interviewtechnik ist die STAR-Methode (auch STAR-Technik genannt), bei der es sich um eine verhaltensbasierte Fragetechnik handelt. Die STAR-Methode kann in verschiedenen Bereichen Anwendung finden. Neben der Verwendung in Bewerbungsgesprächen kommt sie auch in Mitarbeiter- & Feedbackgesprächen und in Präsentationen zum Einsatz.


Die STAR-Methode wird von Personalverantwortlichen in Job-Interviews eingesetzt. Sie möchten dabei mithilfe von verhaltensbasierten Fragetechniken aus vergangenem Verhalten mögliche zukünftige Verhaltensweisen der Bewerbenden ableiten. Personalverantwortliche verwenden diese Technik mit der Erwartung, auf diesem Weg viele hilfreiche und vor allem unverfälschte Informationen und Eindrücke über Bewerbende zu erhalten. Die STAR-Methode soll dabei helfen, das Verhalten von Bewerbenden systematisch einordnen und vergleichen zu können.


Es wird davon ausgegangen, dass sich Bewerbende unter diesen stressigen Bedingungen nicht so leicht verstellen können. Sie werden nach einer konkreten Situation gefragt werden und sollen diese detailliert und konsistent schildern, was wiederum dazu führt, dass Ungereimtheiten, die beim Versuch entstehen, Fähigkeiten auszuschmücken und hinzuzudichten, schnell auffallen. Personalverantwortliche erwarten die Beantwortung ihrer Interviewfragen dabei nach einem bestimmten Schema.


Bei dem Namen STAR handelt es sich um ein Akronym, welches sich aus den folgenden vier Punkten zusammensetzt: 

  • Situation (Situation): Was ist die Ausgangssituation?

  • Task (Aufgabe): Was war deine Aufgabe?

  • Action (Handlung): Was hast du konkret gemacht?

  • Result (Ergebnis): Welches Ergebnis hast du erzielt?

Eines der bekanntesten Unternehmen, welches auf die Anwendung der STAR-Methode in Vorstellungsgesprächen setzt, ist Amazon. Solltest du dich bei Amazon bewerben, ist es essenziell, dass du dich neben Erfolgen auch mit Misserfolgen beschäftigst und deutlich machen kannst, wie du damit umgegangen bist und was du daraus lernen konntest. Denn Amazon selbst spricht davon, dass Scheitern ein notwendiger Bestandteil von Innovation ist.

Beispiele zur STAR-Methode – Fragen und Antworten

Bei der STAR-Methode orientieren sich Personalverantwortliche häufig an konkreten Situationen, welche sie aufgrund deiner eingereichten Bewerbungsunterlagen vorliegen haben. Diese Fragen können sich auf vergangene Arbeitsverhältnisse, Praktika, ehrenamtliche Tätigkeiten oder Ähnliches beziehen. Die Fragen können also je nach beruflichen Erfahrungen variieren. 

Ich habe dir dennoch eine Auswahl an typischen Interviewfragen nach der STAR-Methode zusammengestellt, an denen du dich bei deiner Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch orientieren kannst: 

  • „Schildern Sie mir eine Situation in Ihrer beruflichen Laufbahn, in der Sie gescheitert sind. Was haben Sie daraus gelernt?“

  • „Haben Sie sich schon einmal in einer Situation wiedergefunden, in der Sie sich schnell an eine ungewohnte oder schwierige Situation anpassen mussten? Erzählen Sie mir davon.“

  • „Hatten Sie schon einmal einen Konflikt mit einem/r Kolleg*in? Wie sind Sie damit umgegangen?“

  • „In welcher Situation in Ihrem (beruflichen) Leben sind Sie das letzte Mal an Ihre Grenzen gekommen? Wie sind Sie damit umgegangen?“

Bei der Beantwortung der Fragen kommt es vor allem darauf an, dass du diese nach dem Schema der STAR-Methode strukturierst. Das bedeutet, du beginnst damit die Rahmenbedingungen beziehungsweise die Ausgangssituation (Situation) zu schildern. Dabei solltest du dich im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs auf eine Situation aus deinem Berufsleben beziehen. Berufseinsteiger*innen können sich in dem Fall auch auf private Situationen oder Situationen aus vorangegangenen Praktika beziehen, um ihre Kompetenzen zum Ausdruck zu bringen.


Im Anschluss daran beschreibst du was dein Ziel beziehungsweise deine Aufgabe in der speziellen Situation war (Task). Um deine Kompetenzen zu verdeutlichen, gehst du dann näher darauf ein, was du konkret getan hast, um das Ziel zu erreichen und wie du dabei vorgegangen bist (Action). Abschließend musst du erläutern, welches Ergebnis dabei herausgekommen ist (Result)

Kristin Bolz

Kristin Bolz

Fachautorin von Bewerbung.net

„Bleib bei der Beantwortung immer ehrlich, verzichte auf Übertreibungen und halte dich kurz. Personalverantwortliche möchten anhand deiner Antworten deine Verhaltensweisen und deine Persönlichkeit analysieren. Schilder deshalb genau, was dein Beitrag in der spezifischen Situation war, um deinem Gegenüber relevante Informationen über deine Kompetenzen zu liefern.“ 

Die richtige Vorbereitung auf das STAR-Interview

Nachdem du jetzt die Struktur des STAR-Interviews kennst, kommt es nun auf die richtige Vorbereitung an. Damit bei deinem Bewerbungsgespräch auch wirklich nichts schief geht, habe ich dir im Folgenden einige hilfreiche Tipps zusammengestellt, welche du im Rahmen deiner Vorbereitung berücksichtigen solltest.


5 Tipps zur gelungenen Vorbereitung des Bewerbungsgesprächs: 

  • Vergangene Situationen: Als Vorbereitung solltest du vergangene (berufliche) Situationen erneut betrachten und unter den Aspekten der STAR-Methode analysieren.

  • Kurzbeschreibung: Übe im Voraus deine bisherigen Aufgaben, Verhaltensweisen und Ergebnisse kurz und präzise zu beschreiben, sodass du in der Interviewsituation schnell auf den Punkt kommst.

  • Stellenanzeige analysieren: Schau dir die Stellenausschreibung genau an und überlege dir, welche Hard Skills und Soft Skills für die angestrebte Position benötigt werden.

  • Stärken und Schwächen: Überlege dir für einige deiner Stärken und Schwächen konkrete Situationen und analysiere diese hinsichtlich der STAR-Methode.

  • Simulation: Simuliere zur optimalen Vorbereitung ein STAR-Interview mithilfe eines Familienmitgliedes oder einer Person aus deinem Freundeskreis.

Du benötigst Hilfe bei der Vorbereitung auf dein Vorstellungsgespräch? Dann ist der Service der Expert*innen von Die Bewerbungsschreiber genau das Richtige für dich. Sie bereiten dich in 1-2 Stunden intensivem Coaching auf anstehende Bewerbungsgespräche vor und geben dir hilfreiche Tipps mit auf den Weg. 

Weitere häufige gestellte Fragen zur STAR-Methode

Wie kann ich mithilfe der STAR-Methode Feedback geben?

Auch im Rahmen eines Feedbackgesprächs kann eine Strukturierung nach der STAR-Methode vorgenommen werden. Dabei solltest du ebenfalls die vier inhaltlichen Punkte bei der Formulierung deines Feedbacks berücksichtigen. Du schilderst also erst die Situation, worauf du dich mit deinem Feedback beziehst. In Zusammenhang damit gehst du auf die Aufgabe ein, die die adressierte Person in der Situation innehatte.


Anschließend beschreibst du detaillierter die Vorgehensweise der Person und welches Ergebnis diese zur Folge hatte, um dein Feedback situationsspezifisch zu begründen. Bei negativem Feedback ist es wichtig, an dieser Stelle auch auf das alternative bzw. gewünschte Ergebnis einzugehen und Verbesserungsvorschläge zu nennen. 

Wie kann die STAR-Methode beim Projektmanagement helfen?

Die STAR-Methode kann im Projektmanagement dabei helfen, das Projektmanagement zu verbessern. Anhand der einzelnen Punkte (Situation, Aufgabe, Handlung und Ergebnis) kann die Planung optimiert werden, da konkrete Ziele und Verhaltensweisen definiert werden.


Ein Foto von Kristin Bolz

Autor: Kristin Bolz

Kristin ist seit 2021 Teil des Marketing-Teams der webschmiede GmbH. Sie unterstützt das Team bei der Erstellung, Optimierung und beim Lektorieren von Fachartikeln für Bewerbung.net. Durch ausführliche Recherchen und den regelmäßigen Austausch mit den Bewerbungsexperten von „Die Bewerbungsschreiber“ erweitert sie kontinuierlich ihr Wissen in den Bereichen Bewerbung und Karriere. Dieses fasst sie für unsere Leser in Form von ansprechenden Artikeln zusammen, um ihnen relevante Informationen für den Bewerbungsprozess zur Verfügung zu stellen.


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