Smalltalk

Charakterisiert von Beiläufigkeit und doch so wichtig – der Smalltalk. Die ersten Sätze eines Gesprächs können entscheidender sein als du denkst. Insbesondere für das Zusammentreffen mit Personalverantwortlichen. Wir helfen dir, einen gelungenen Gesprächsauftakt zu erzeugen und geben für jeden Typ und jede Situation Tipps, die Konversation harmonisch zu gestalten.

Ein Beitrag von Kristin Bolz

Was ist Smalltalk?

Smalltalk bezeichnet eine Gesprächsart, die verglichen mit ausführlichen und lang dauernden Dialogen kurzgefasst ist. Meist stellt sie einen - wie der Name schon sagt - kleinen Austausch oder die Einleitung einer Konversation dar. Charakterisiert ist der Smalltalk von Lockerheit und Spontanität. Weder ist diese Kommunikationsart situationsabhängig, noch an bestimmte Personen gebunden. 


Insbesondere für Menschen, die das erste Mal aufeinandertreffen (so auch beim Vorstellungsgespräch), kann Smalltalk einen angenehmen Gesprächsauftakt ermöglichen. Er gewährt einen sanften Einstieg, anstelle direkt mit harten Fakten die Konversation zu starten. Geprägt ist diese Art des Dialogs von Beiläufigkeit und Oberflächlichkeit. Auch nimmt dieser nicht tiefgründige Austausch den Druck und die Nervosität. Er kreiert eine entspannte Atmosphäre – mehr noch: Smalltalk kann ein absoluter Eisbrecher sein. Ihm wird eine große Bedeutung für den ersten Eindruck nachgesagt. 


Gelingt der Smalltalk, hast du die ersten Sympathiepunkte sicher. Dadurch bleibst du auch nach dem Vorstellungsgespräch Personalverantwortlichen in positiver Erinnerung. Nicht zuletzt kann dir das den entscheidenden Vorteil gegenüber Mitbewerber*innen bescheren.

Kristin Bolz

Kristin Bolz

Fachautorin von Bewerbung.net


„Reden allein ist nicht alles. Achte insbesondere im Vorstellungsgespräch darauf, dass deine Gestik das Gleiche wie das vermittelt, was du zur Sprache bringst. Sei offen und freundlich, aber auch nicht zu locker. Und ganz wichtig: Lächle!

Wie geht Smalltalk? - Kann ich ihn lernen?

Kurz und knapp: Ja! Da Smalltalk wunderbar im Alltag angewendet werden kann, nutze jede Gelegenheit, diesen zu beginnen. Ob an der Kasse oder mit dem Nachbarn – Situationen ergeben sich überall. Für den Anfang reicht es aus, über eine einfache Begrüßung hinauszugehen. Ergreife also die Initiative und starte die Konversation. Orientieren kannst du dich dabei zum Beispiel an aktuellen Themen, dem Ort des Gesprächs oder kulturellen Sachverhalten. Im Notfall ist selbst das Wetter eine Option. Wichtig ist letzten Endes nur, dass du dir über deine gewählte Kausalität im Bilde bist! 

Übungen und Beispiele für Smalltalk

Damit dir ein souveräner erster Auftritt gelingt und du nicht ins Stottern gerätst, eigne dir die nachfolgenden Themenbereiche und Fragestellungen an – sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch!

In das Gespräch einsteigen - Mögliche Themen

Die folgende Liste zeigt mögliche Gesprächsthemen, auf die du auch im Vorstellungsgespräch eingehen kannst:

  • Anreise und Wetter: Die absoluten Nummer 1 Themen nach der Begrüßung. Weder kannst du bei diesen Themen viel falsch machen, noch bedarf es großer Vorbereitung. ➔ „Wie schön warm es hier ist! Der Nieselregen hält sich seit Tagen wirklich beharrlich …“

  • Kulturelles: Hier kannst du gut punkten! Zeige deine intellektuelle Seite und berichte von Erfahrungen und Interessen. Vielleicht treten bei dem / der Personaler*in und dir sogar Gemeinsamkeiten auf. ➔ Mit Blick auf ein aufgehängtes Gemälde: „Ich sehe, Sie interessieren sich für (Künstler*in)? Ich war erst neulich auf einer Ausstellung. Ich finde seine / ihre Werke hervorragend!“

  • Standort des Firmensitzes: Äußere positives wie die günstige Verkehrsanbindung oder die gute Erreichbarkeit zu beispielsweise einem Park oder Vergleichbarem. ➔ „Einfach fantastisch, dass die Firma so nahe am Bahnhof liegt und gleichzeitig einen derartig schönen Blick ins Grüne gewährt.“

  • Reisen: Solltest du erst kurz zuvor aus dem Urlaub gekommen sein, ist auch dies kein verkehrtes Thema. Natürlich erwähnst du hier nicht deine Partyexzesse, sondern berichtest lediglich von interkulturellen Ausflügen (falls du diese durchgeführt hast). ➔ „Ich war erst neulich in (Urlaubsziel). Unglaublich, was für eine Architektur die Menschen dort hervorgebracht haben.“

Tipps für einen harmonischen Verlauf

Nachfolgend findest du wichtige Ratschläge, um ein angenehmes Gespräch zu führen:

  • Für positive Emotionen sorgen: Eine gute Artikulation ermöglicht es deinem Gegenüber, sich besser in deine Erzählungen hineinzuversetzen.

  • Aufmerksam Zuhören: Ermöglicht es dir, passend zu reagieren und darauf aufbauend adäquat zu antworten.

  • Komplimente: Diese sind gut für positives Feedback auf beispielsweise persönliche Erfahrungen des Gegenübers geeignet. Setze sie aber nur dosiert ein.

  • Selbstbewusstes Auftreten: Demonstriere deiner / deinem Gesprächsteilnehmer*in aufrichtiges Interesse an der Konversation und dass dir das Reden Freude bereitet.

  • Mimik und Gestik: Auch wenn du gerade nicht selber redest - zeige durch deine Körpersprache Anteilnahme und Aufmerksamkeit.

Dynamik entwickeln - Fragen stellen und beantworten

Damit es nicht zu einem Monolog kommt, benötigt der Smalltalk Dynamik. Die Gesprächsanteile sollten ausgeglichen sein. Fragen helfen deinem Gegenüber und dir, in einen regen Austausch zu kommen. Zum einen kannst du die Konversation lenken, zum anderen solltest du auch auf dir gestellte Fragen vorbereitet sein.

Vermeide Fragen, die sich lediglich mit „ja“ und „nein“ beantworten lassen. Ein Gespräch wird durch solche „geschlossenen Fragen“ schnell eintönig und verlaufen oft ins Leere

Mögliche Fragen mit jeweiligen Antworten sind dabei:

  • „Hatten Sie eine angenehme Anreise?“ – „Oh ja, die Verkehrsanbindung ist wirklich fantastisch. Mit nur einem Umstieg war ich in nicht einmal 20 Minuten hier.“

  • „Das Wetter ist wirklich bescheiden für diese Jahreszeit, oder?“ – „Da stimme ich Ihnen zu. Die schönen Räumlichkeiten hier kompensieren den trostlosen Blick nach draußen dafür komplett!

  • „Was haben Sie für das Wochenende geplant?“ – „Ich werde mich nach einem Familientreffen einem neuen Buch des Autors XY widmen.“

Wenn du das Gespräch beginnst, eignen sich folgende Themen:

  • „Ich habe die XY Messe besucht und gesehen, dass Ihre Firma auch vertreten war. Kommen Sie schon länger zu dieser?“

  • „Ich habe gelesen, dass neben diesem Standort auch andere Örtlichkeiten zur Auswahl standen. Wie kam es, dass Sie sich für diesen entschieden haben?“

  • „Ihr Sponsoring des anliegenden Jugendvereins ist bemerkenswert. Wie kam es, dass Ihre Wahl auf diesen gefallen ist?“

In Fremdsprache überzeugen - Englische Beispiele

Der Smalltalk auf Englisch unterscheidet sich inhaltlich nur unwesentlich von dem Deutschen. 


Beginnend mit der Begrüßung eignen sich folgende Formulierungen:

  • Hello, Max Mustermann. Nice to meet you.“ („Hallo, Max Mustermann (mein Name). Schön, Sie kennenzulernen“)

  • Nice weather, isn’t it?“ („Gutes Wetter, oder?“)

  • “I'm pleased to meet you.“ („Es freut mich, Sie kennenzulernen“)

  • How do you do?“ („Wie geht's?“)

Inhaltlich kannst du dich ebenfalls auf Fragen zur Ankunft, zum Aufenthalt oder dem Standort einstellen:

  • What have you seen of Bochum so far?“ („Was haben Sie bisher in Bochum gesehen?“)

  • Is your hotel alright?“ („Ist Ihr Hotel in Ordnung?“)

  • How was your journey?“ („Wie war Ihre Reise?“)

Damit du selbst alltägliche und unverfängliche Themen aufgreifen kannst, empfiehlt es sich, im Vorfeld Websites wie die der BBC oder New York Times zu studieren. Ebenfalls geeignet sind englischsprachige Talkshows auf YouTube. So vereinst du das Aneignen aktueller Geschehnisse mit dem Spracherwerb.

Andersherum kannst du das Wort ergreifen:

  • “I am impressed with the location of this company.“ („Ich bin beeindruckt von der Lage der Firma.“)

  • I could get used to this commute.“ („An diesen Arbeitsweg könnte ich mich gewöhnen.“)

Wenn du dich noch tiefer in das Thema einlesen willst, schau dir gerne unseren Artikel zum Thema Vorstellungsgespräch auf Englisch an!

Nervosität im Vorstellungsgespräch bekämpfen

Nicht alle beherrschen Smalltalk gleichermaßen gut. Doch es gibt Möglichkeiten, Unsicherheiten zu kaschieren und Fettnäpfchen vorzubeugen.

Du bist introvertiert? - So überwindest du dich!

Vor einem Vorstellungsgespräch aufgeregt zu sein, ist vollkommen normal. Nervosität hängt nicht nur von deinem Charakter ab. Merke dir aber: Dein Bewerbungsschreiben und dein Lebenslauf haben überzeugt. Du bist eingeladen und damit als potenzielle*r Kandidat*in erkannt worden.


Mache dir bewusst, dass deine Introversion dir durchaus Vorteile bescheren kann. Je nach Branche können ruhigere und weniger kommunikative Menschen geschätzt, wenn nicht sogar gegenüber extrovertierten präferiert werden. Hinzu kommt, dass dein Charakter nicht deine Fähigkeiten für den Beruf beeinflusst. Ob du dein soziales Umfeld klein hältst und nonverbale Artikulation besser beherrschst als verbale ist beispielsweise für einen Schreibtischjob irrelevant.

Tabu-Themen im Vorstellungsgespräch

Auch beim Smalltalk gibt es Themen, die es zu vermeiden gilt. Wir haben dir die größten No-Gos zusammengestellt:

  • Religion: Der Glaube ist Privatsache. Sofern du nicht gerade in einer Glaubenseinrichtung einen Job antreten willst, sollte die Religion keinen Einfluss auf deine Berufswahl und -ausübung haben.

  • Politik: Nichts bietet einen besseren Anlass für Diskussionen als unterschiedliche Parteizugehörigkeiten. Vermeide also besser unnötige Debatten, indem du dieses Thema außen vorlässt.

  • Intime Details: Private Themen haben in Gesprächen mit Fremden absolut nichts zu suchen. Schon gar nicht, wenn du mit deinem Gegenüber ein Arbeitsverhältnis eingehen willst!

  • Lästereien: Ein Vorstellungsgespräch mit Tratsch zu beginnen, vermittelt keinen guten Eindruck. Personalverantwortliche werden dich als keine*n gute*n Teamplayer*in einschätzen.


Ein Foto von Kristin Bolz

Autor: Kristin Bolz

Kristin ist seit 2021 Teil des Marketing-Teams der webschmiede GmbH. Sie unterstützt das Team bei der Erstellung, Optimierung und beim Lektorieren von Fachartikeln für Bewerbung.net. Durch ausführliche Recherchen und den regelmäßigen Austausch mit den Bewerbungsexperten von „Die Bewerbungsschreiber“ erweitert sie kontinuierlich ihr Wissen in den Bereichen Bewerbung und Karriere. Dieses fasst sie für unsere Leser in Form von ansprechenden Artikeln zusammen, um ihnen relevante Informationen für den Bewerbungsprozess zur Verfügung zu stellen.


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