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Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch

Die Frage nach den Stärken und Schwächen gehört zu den häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch. Viele Bewerber haben Angst, sich mit ihrer Antwort zu disqualifizieren. Doch mit der richtigen Vorbereitung kannst du deine Chancen auf den Job deutlich verbessern. Wie sollte man antworten, um bei Personalern zu punkten? Darfst du all deine Schwächen benennen oder solltest du lieber Stärken als Schwächen verkleiden? In diesem Artikel verraten wir dir die beste Strategie, liefern Beispielformulierungen für gute Antworten und bereiten dich mit einem Selbsttest optimal auf dein bevorstehendes Bewerbungsgespräch vor. In unserer PDF-Liste findest du zudem eine umfangreiche Auflistung möglicher Stärken und Schwächen.

Definition – Was sind Stärken und Schwächen?

Sowohl Stärken als auch Schwächen liegen zwar grundlegend immer im Auge des Betrachters, dennoch existieren einige Charaktereigenschaften, die im Berufsleben fast überall vorausgesetzt werden.

Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Eigeninitiative

  • Zielstrebigkeit

  • Pflichtbewusstsein

  • Selbstverantwortung

  • Zuverlässigkeit

  • etc.

Um dir einen Überblick zu geben, was Stärken und Schwächen genau sind, haben wir dir die Definitionen sowie viele verschiedene Beispiele zusammengestellt:

Definition Stärken

Deine persönlichen Stärken sind Eigenschaften oder Kompetenzen, die bestimmen, wie du erfolgreich mit anderen Menschen, Situationen oder Herausforderungen umgehst. Neben deinem beruflichen Fachwissen sagen sie viel darüber aus, wie erfolgreich du deinen Job ausüben kannst.

Beispiele für mögliche persönliche Stärken:

  • Kritikfähigkeit

  • Kommunikationsfähigkeit

  • Organisationsfähigkeit

  • Stressresistenz / Belastbarkeit

  • Schnelle Auffassungsgabe

  • Selbstständigkeit

  • Analysefähigkeit

  • Strukturierte Arbeitsweise

  • Sozialkompetenz

  • Gutes Zeitmanagement

  • Fremdsprachenkompetenz

Definition Schwächen

Als Schwächen werden die Eigenschaften oder Kompetenzen bezeichnet, die weniger ausgeprägt sind und in Situationen und Herausforderungen eher dazu führen, dass du nicht den gewünschten Erfolg erzielst.

Beispiele für mögliche persönliche Schwächen:

  • Fehlende Fremdsprachenkompetenz

  • Introvertiertheit

  • Fehlendes handwerkliches Geschick

  • Fehlendes technisches Verständnis

  • Schüchternheit

  • Mangelnde Präsentationsfähigkeit

  • Schlechtes Zeitmanagement

  • Wenig Praxiserfahrung

  • Geräuschempfindlichkeit

  • Mangelnde Führungsstärke in Gruppen

  • Mangelndes räumliches Denken

Gratis PDF-Liste – 58 Stärken und Schwächen im Überblick

Strategie im Vorstellungsgespräch – Beispielantworten

Die Frage nach den Stärken und Schwächen eines Kandidaten wird in fast jedem Vorstellungsgespräch gestellt. Jeder Bewerber kennt sie, jeder Bewerber muss sich darauf vorbereiten. Doch was bezwecken Personaler mit der Frage eigentlich?


Tatsächlich geht es Personalern oft nicht darum, konkrete Stärken und Schwächen zu ermitteln. Stattdessen wollen sie testen, ob du ehrlich und selbstreflektiert antwortest. Ziel ist es, dich als Bewerber näher kennenzulernen und festzustellen, ob deine Persönlichkeit zum Unternehmen passt.

Folgende Grundregeln solltest du bei deiner Antwort befolgen:

  • Bleibe souverän und gelassen: Gerade die Frage nach den eigenen Schwächen kann schnell zur Stressfrage werden und Bewerber aus der Ruhe bringen. Daher ist eine gute Vorbereitung essenziell. Hast du deine Stärken und Schwächen bereits im Vorfeld analysiert, kannst du im Vorstellungsgespräch mit einer durchdachten Antwort punkten.

  • Vermeide Floskeln und Unstimmigkeiten: Setze bei der Beschreibung deiner Stärken und Schwächen auf Individualität. Beliebte Standardantworten werden von Personalern meist sofort erkannt – vor allem, wenn diese nicht zu den Angaben in deinem Lebenslauf passen.

  • Sei ehrlich: Du solltest der Frage weder ausweichen, noch versuchen, mit falschen Angaben die Gunst des Personalers zu gewinnen. Stattdessen empfiehlt es sich, zwei bis drei deiner Stärken und Schwächen wahrheitsgemäß darzustellen. Dies zeugt von einer selbstreflektierten Persönlichkeit und weckt Sympathie.

  • Relativiere deine Schwächen: Mit Wörtern wie „manchmal“, „gelegentlich“ oder „vereinzelt“ kannst du deine Schwächen entkräften und diese deutlich weniger dramatisch erscheinen lassen. Zudem solltest du direkt im Anschluss erklären, wie du an einer Schwäche arbeitest.

  • Gib keine berufsrelevanten Schwächen an: Verzichte auf die Erwähnung von Schwächen, die dich als Kandidaten für eine Position disqualifizieren oder zumindest ungeeignet erscheinen lassen. Ein schlechtes Zeitmanagement ist z.B. mit der Arbeit in einer Zeitungsredaktion ebenso unvereinbar wie mangelnde Führungsstärke mit einer Management-Position.

  • Belege deine Stärken: Bei der Erläuterung deiner Stärken solltest du darauf achten, dass du diese immer mit konkreten Beispielen untermauerst. Wenn du bereits mehrere Projekte in einem Team bearbeitet hast, kannst du diese Tatsache als Beleg für deine Teamfähigkeit oder dein Organisationstalent anbringen.

Vorbereitung – Eigene Stärken und Schwächen ermitteln

Die Frage nach unseren persönlichen Stärken und Schwächen ist spontan oftmals schwierig zu beantworten. Wenn du dir jedoch einmal bewusst Zeit für eine gewisse Selbstreflexion nimmst, fallen dir sicherlich einige Punkte ein. Dabei werden sich allerdings nicht alle Aspekte deiner Stärken-Schwächen-Liste für ein Vorstellungsgespräch eignen.

Im Rahmen deiner Analyse kannst du dir folgende Fragen stellen, um deine Stärken-Schwächen-Übersicht zu ermitteln:

  • Welche zwei Eigenschaften würde dein Chef an dir besonders schätzen?

  • Wofür hast du von deinen Kollegen häufiger Komplimente erhalten?

  • Wodurch hebst du dich von anderen ab?

  • Was mögen deine Freunde nicht so gerne an dir?

  • Welche Tätigkeiten machen dir besonders Spaß?

  • Wo kannst du deine bisher größten Erfolge verbuchen?

  • Wobei kommst du häufig an deine Grenzen?

  • Wann hast du dich das letzte Mal über dich selbst geärgert und warum?

  • Welche drei Worte beschreiben dich am besten?

Die Beantwortung dieser Fragen ist nicht nur gut für deine Selbstreflexion, sondern bereitet dich gleichzeitig auch auf mögliche Fragestellungen innerhalb deines Bewerbungsgespräches vor. Denn durch diese Fragen können Personaler den klassischen Satz: „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ umgehen und bekommen trotzdem eine Antwort.


Eine weitere gute Möglichkeit, um dich selbst noch besser einschätzen zu können, besteht darin, deine Freunde und Familie nach ihrer Meinung zu fragen. Bitte sie, dir offen deine Stärken und Schwächen zu nennen und frage konkret nach, wenn die Antworten zu oberflächlich bleiben. Dies kann am Ego kratzen, bringt dich deinem Traumjob aber ein gutes Stück näher. Außerdem ist niemand frei von Makeln.

Deine größten Stärken solltest du bereits in der Bewerbung unterbringen. Der richtige Platz dafür findet sich im Anschreiben oder ggf. Motivationsschreiben. Wichtig ist jedoch immer, dass du die Aussagen zu deinen Stärken und Fähigkeiten belegst.

Standard-Formulierungen wie „Darüber hinaus bin ich teamfähig und zielstrebig.“ solltest du grundsätzlich vermeiden.


Auch dein Lebenslauf und deine Zeugnisse (insbesondere Arbeitszeugnisse) lassen den Personaler Rückschlüsse auf deine Stärken und Schwächen ziehen.

Wingfinder – Psychometrischer Test für Stärken

Deine Persönlichkeit spielt in der Arbeitswelt eine große Rolle: Sie ist ausschlaggebend dafür, ob du für einen bestimmten Beruf geeignet bist und du zu deinem Wunscharbeitgeber passt. Damit du also das Bestmögliche aus deiner beruflichen Zukunft machst, solltest du dich gezielt mit deinen Stärken und Talenten auseinandersetzen.


Mit Wingfinder, einem validen kostenlosen Persönlichkeitstest, bietet Red Bull dir die Möglichkeit, online deine beruflichen Stärken herauszufinden. Darüber hinaus bekommst du individuelle Coaching-Tipps, um deine Talente gekonnt in Szene zu setzen und sie weiter zu optimieren.


Innerhalb des 35 Minuten andauernden Persönlichkeitstests werden aus den vier Schlüsselbildern Motivation, Verbundenheit, Kreativität und Denkfähigkeit deine Stärken herauskristallisiert. Dazu musst du lediglich ein paar wissenschaftlich fundierte Fragen beantworten!


Hier startest du den Online-Test und findest weitere spannende Infos zu Wingfinder.

Praxis – Stärken und Schwächen erfolgreich wiedergeben

Nachdem du dich ausgiebig mit deinen eigenen Stärken und Schwächen auseinandergesetzt und ein eigenes Stärken-Schwächen-Profil aufgestellt hast, ist es nun an der Zeit, dieses im Vorstellungsgespräch zielführend zu vermitteln.


Wir zeigen dir anhand verschiedener Beispiele, wie du deine Stärken und Schwächen optimal präsentieren kannst.

Eigene Stärken vermitteln

Bei der Vorstellung deiner Stärken solltest du dich von deiner besten Seite präsentieren, aber unbedingt darauf achten, nicht zu übertreiben. Im Optimalfall stellst du einen Bezug zu deinem zukünftigen Arbeitsalltag her und lässt dir originelle Aspekte einfallen. Um den Drahtseilakt zwischen „selbstbewusst, aber nicht arrogant“ hinzubekommen, gilt hier: Sei ehrlich und verbinde deine Aussagen mit konkreten Beispielen.

Beispiele für die Formulierung von Stärken im Vorstellungsgespräch:

  • „Meine Stärke ist meine Kritikfähigkeit. Ich versuche dabei immer, mich in den Standpunkt meines Gegenübers hineinzuversetzen. So kann ich mich am besten weiterentwickeln.“

  • „Meine Stärke ist meine schnelle Auffassungsgabe. Ich arbeite mich schnell in neue Themenfelder ein und kann mir gut Daten und Zahlen merken. In meinen Arbeitszeugnissen können sie sehen, dass ich regelmäßig neue Projekte und Themengebiete übernommen habe.“

  • „Meine Stärke ist meine ausgeprägte Selbstständigkeit. Ich kann mir meine Arbeitsaufgaben selbst suchen und übernehme dabei gerne die Verantwortung.“

  • „Meine Stärke ist, dass ich trotz Zeitdruck gute Arbeit leiste und eine hohe Stressresistenz habe. Wenn ich kurz vor einer Deadline stehe, dann mobilisiere ich noch einmal all meine Ressourcen.“

  • „Meine Stärke ist meine Organisationsfähigkeit. Ich arbeite sehr strukturiert und kann daher effizient Termine koordinieren und Veranstaltungen organisieren. Daher wollten die Kollegen in meinem vorherigen Job auch immer, dass ich die Betriebsausflüge plane.“

  • „Meine Stärke ist es, Präsentationen und Vorträge zu halten. Mir bereitet es Freude vor Menschen zu sprechen und mein Wissen zu teilen.“

Eigene Schwächen vermitteln

Bei der Vermittlung deiner Schwächen geht es darum, Ehrlichkeit mit einem guten Vorsatz zu verbinden. Du solltest dabei jedoch immer deine zukünftige Stelle und die gewünschten Grundkompetenzen im Auge haben. Im Kundenservice ist es z. B. nicht angebracht zu introvertiert zu sein.


Verwende einschränkende Worte wie „im Moment“, „manchmal“, „in Ausnahmesituationen“, „ab und an“ oder „hin und wieder“, um zu signalisieren, dass deine „schwache“ Eigenschaft oder aktuelle Kompetenz nicht unveränderbar ist.

Beispiele für die Formulierung von Schwächen im Vorstellungsgespräch:

  • „Meine Schwäche ist das Networking. Mir fällt es auf Netzwerkveranstaltungen schwer, die richtigen Kontakte zu knüpfen und entspannt zu interagieren. Aber ich arbeite bereits daran und habe mir ein Ticket für ein Vertriebsseminar gebucht.“

  • „Meine Schwäche ist das Sprechen vor größerem Publikum. Ich fühle mich unwohl und werde schnell nervös. Ich habe mir jedoch fest vorgenommen, dies in den Griff zu bekommen und mich für einen Rhetorikkurs angemeldet.“

  • „Meine Schwäche ist das Priorisieren von Aufgaben und dabei den Überblick zu behalten. Daher verwende ich seit einiger Zeit gezielt To-do-Listen und arbeite mit einem Buch zum Thema Zeitmanagement.“

  • „Meine Schwäche ist, dass es mir manchmal schwer fällt mich kurz zu fassen. Ich übe meine Präsentationen zu Hause daher mit einem Timer und plane bei Meetings grundsätzlich 15 Minuten mehr ein.“

  • „Meine Schwäche ist, dass ich hin und wieder zu direkt bin. Ich bespreche dies jedoch von Beginn an mit meinen Kollegen und hole mir regelmäßig Feedback dazu ein.“

  • „Meine Schwäche ist meine Sprachbegabung. Ich spreche zwar gutes Englisch, benötige aber immer wieder eine Auffrischung. Ich mache daher einmal im Jahr gezielt Urlaub in einem englischsprachigen Land und suche vor Ort das Gespräch mit Einheimischen.“

Dos und Don’ts während der Stärken-Schwächen-Präsentation

Um sicherzustellen, dass deine Stärken-Schwächen-Präsentation erfolgreich abläuft, haben wir dir einige Do’s und Don’ts für das Vorstellungsgespräch zusammengestellt. Versuche, möglichst viele Do’s umzusetzen sowie Don’ts zu vermeiden:

Dos

  • Stelle deine Vorzüge und Schwachstellen wahrheitsgemäß dar und bleibe sachlich.

  • Belege deine Argumente mit Beispielen und konkreten Situationen.

  • Beziehe dich überwiegend auf deine Soft Skills.

  • Bleibe ruhig und gelassen, auch bei unangenehmen Stressfragen.

  • Benutze individuelle Formulierungen und vermeide Floskeln.

  • Sei so ehrlich und authentisch wie möglich.

  • Es reicht aus, zwei bis maximal drei deiner Schwächen anzuführen.

  • Relativiere deine Schwächen, zum Beispiel mit Ergänzungen wie: „gelegentlich, stellenweise, hin und wieder, vereinzelt“.

Don’ts

  • Vermeide Schwächen, die für deine zukünftige Stelle entscheidend sind.

  • Verzichte darauf, Stärken zu Schwächen umzudeuten.

  • Benutze keine vorgefertigten Standardantworten und Worthülsen.

  • Erstelle keine ausführliche Beschreibung deiner gesamten Schwächen und vermeintlichen Unzulänglichkeiten.

  • Auf die Frage nach deinen Schwächen sind humorvolle Antworten wie „Schokolade und Pizza“ fehl am Platz.

  • Vermeide Selbstverständlichkeiten. Pünktlichkeit ist beispielsweise keine Stärke, sondern wird vorausgesetzt.

  • Behaupte nicht, keine Schwächen zu haben. Damit wirst du eher disqualifiziert anstatt als perfekter Kandidat gesehen zu werden.

Versteckte Fragen nach Schwächen erkennen

Nicht immer sind Fragen nach Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch eindeutig als solche zu erkennen. Mittlerweile setzen viele Personaler auf indirekte Fragestellungen. Unten findest du einige Beispiele.

Staerken und Schwaechen - Vergleich direkte und indirekte Fragestellungen

Checkliste – Das Wichtigste in Kürze

In deinem Bewerbungsgespräch kann dir das Thema Stärken und Schwächen viele Türen öffnen, aber auch genauso viele Tore schließen. Dies gilt sowohl für das herkömmliche als auch für das Online-Interview. Wenn du die folgenden Punkte beachtest und dich optimal auf das Gespräch vorbereitest, hast du jedoch bereits einen Fuß in der Tür und deine Chancen auf deinen Traumjob steigen, ganz egal ob du Bürokauffrau, Erzieherin, Polizist oder Führungskraft in einem Unternehmen werden möchtest.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

  • Lege dir eine übersichtliche Stärken-Schwächen-Liste an: Schreibe dabei nicht nur deine positiven und negativen Aspekte und Merkmale auf, sondern finde direkt Beispiele und Verbesserungsmöglichkeiten dafür.

  • Frage deine Freunde und Familie nach deinen Stärken und Schwächen: Lass dir von ihnen konkrete Beispiele und Eigenschaften nennen und sei offen für Kritik.

  • Suche dir zwei bis drei passende Eigenschaften pro Seite heraus: Achte darauf, dass du all deine Punkte mit Beispielen belegen kannst, die für deine zukünftige Stelle relevant sind und dich vielleicht von deinen Mitbewerbern abgrenzen.

Formulierung von Stärken und Schwächen

Stelle deine Stärken authentisch dar:

  • Sprich ehrlich darüber, was du kannst

  • Profiliere dich dabei nicht zu sehr

  • Belege deine Stärken anhand von Beispielen / Situationen aus der Praxis

Stehe zu deinen Schwächen:

  • Formuliere deine Schwächen ehrlich

  • Bringe sie in Verbindung mit einem Vorschlag, wie du daran arbeiten kannst

  • Verzichte auf 08/15 Formulierungen

  • Zeige, dass du dir ausführlich Gedanken gemacht hast.