Trainee-Programm – die besondere Einstiegschance

Fachkräftemangel ist eines der Schlagworte in der letzten Zeit. Zu viele offene Stellen für zu wenig gut ausgebildete Absolventen. Auf der anderen Seite gibt es zu viele Studierende, die nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, beispielsweise weil sie noch nie von Trainee-Programmen gehört haben. Daher heißt es jetzt: Trainees aufgepasst! Wir erklären das Traineeprogramm zwischen Karriere und Jobs.

Ein Traineeprogramm ist weder ein Praktikum noch ein gesichertes, grenzenloses Arbeitsverhältnis. Es entspricht eher der gezielten Vorbereitung auf die anstehende Karriere in einem Konzern. Lukas große Klönne beschreibt die Position als Trainee in einem Unternehmen wie folgt:

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels sind Trainee-Programme für die Unternehmen eine exzellente Gelegenheit, ihre Nachwuchskräfte selbst auszubilden. Trainees sind also die Fach- und Führungskräfte von morgen. Dazu erhalten sie eine umfassende Ausbildung. Merkmale einer hochwertigen Trainee-Stelle sind eine Job-Rotation durch verschiedene Bereiche und Abteilungen, ein Mentoren-Programm, regelmäßige Weiterbildungsseminare sowie eine geplante Übernahme im Anschluss an das Programm. Somit ist ein Traineeprogramm eine hervorragende Basis für eine erfolgreiche Karriere.“

Folglich bietet die spezielle Ausbildung in einem Traineeprogramm eine ideale Basis für den beruflichen Einstieg.

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Doch Vorsicht: Trainee-Programme kann nicht jeder machen!

Gleichwohl es keine Richtlinien, weder rechtlich noch gesondert für den Programmaufbau, gibt, werden nicht für jede Ausrichtung des Studiums Trainee-Jobs angeboten. Vermehrt richten sich derartige Programme an Wirtschaftswissenschaftler, welche ihre Karriere nach den Bereichen Management, Marketing, Vertrieb oder Controlling ausgerichtet haben.

Viele Unternehmen bieten entsprechende Trainee-Positionen ebenfalls für Studierende der Naturwissenschaft, der Rechtswissenschaft und der Informatik sowie aus dem Bereich des Ingenieurwesens an und schreiben spezifische Stellenangebote aus.

Geisteswissenschaftler hingegen haben gerade in großen Konzernen zumeist schlechtere Chancen, eine ausgeschriebene Trainee-Stelle zu erlangen. Für Studierende in diesem Fachbereich bietet es sich an, bei Unternehmen im Mittelstand nach Vakanzen als Trainee Ausschau zu halten, wie Lukas große Klönne im Interview verraten hat.

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Weitere Voraussetzungen für die Bewerbung als Trainee sind: 

Ein Traineeprogramm setzt, je nach Stelle, diverse Kenntnisse sowie Erfahrungen bei den Bewerbern voraus. Aus diesem Grund richten sich diese Angebote an Hochschulabsolventen, die …

[…] keine Verantwortung scheuen und etwas bewegen wollen. Neben den Fachkenntnissen und Praxiserfahrung legen die Unternehmen großen Wert auf die Soft Skills der Bewerber. Dazu zählen soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikationstalent und Empathie, aber auch Dinge wie analytisches Denken, Entscheidungsfreude und Offenheit für Neues.

Wichtig ist jedoch, dass die meisten Traineeprogramme sich an Studenten richten, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums ihr Studium beendet haben. Der exakte Zeitraum kann diesbezüglich aus den Angaben der Stellenangebote entnommen werden.

TIPP Ebenfalls ist es von großem Vorteil, wenn bereits vor der Bewerbung als Trainee die Person entsprechende Erfahrungen in dem Konzern gesammelt hat. Beispielsweise, indem dort ein Praktikum mit positiver Resonanz beendet wurde, oder die Abschlussarbeit innerhalb des Unternehmens geschrieben wurde.

Kleiner Tipp von dem Experten:

Die Trainee-Stellen richten sich wie gesagt in erster Linie an Hochschabsolventen. Entsprechend sollte man sich schon Ende des Studiums bewerben oder eben direkt nach dem Abschluss. Viele Firmen haben feste Bewerbungsphasen. Wenn man schon ein Unternehmen ins Auge gefasst hat, sollte man sich frühzeitig informieren. Eine Trainee-Stelle muss aber nicht unbedingt der erste Job nach dem Studium sein. Auch wer bereits ein bis maximal drei Jahre im Berufsleben ist, kann sich noch auf Trainee-Stellen bewerben.

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Wer versichert mir, dass sich das Traineeprogramm nicht als Praktikum entpuppt?

Wie bereits erwähnt, gibt es keine Richtlinien für Traineeprogramme, sodass böse Überraschungen bei dem Antritt eines derartigen Jobs nicht ausgeschlossen werden können. Allerdings gibt es diverse Punkte, auf die im Voraus geachtet werden kann:

[…] Bewerber sollten also genau hinschauen, was sich hinter dem Programm verbirgt. Stichpunkte sind hier der Aufgaben- und Verantwortungsbereich, die Aus- und Weiterbildung, das Gehalt und die Übernahmequote nach Beendigung des Trainee-Programms.
Um Licht in den teils undurchsichtigen Trainee-Markt zu bringen, gibt es übrigens seit 2011 die „
Trainee-Auszeichnung“. Wenn ein Unternehmen diese Auszeichnung erhalten hat, können Absolventen sicher sein, dass sich dahinter ein „karriereförderndes und faires Traineeprogramm“ verbirgt, dass eine sehr gute Ausbildung und beste Perspektiven bietet.

Die Bewerbung für Trainee-Programme: 

Rein von dem Aufbau unterscheidet sich eine Trainee-Bewerbung nicht von einer üblichen Variante. Da die Unternehmen für Trainee-Positionen durch Stellenangebote gezielt nach erfahrenen Hochschulabsolventen suchen, ist es für den Bewerber jedoch besonders wichtig, seine Erfahrungen selbstbewusst zu präsentieren.

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Abschließend gibt es noch folgende Tipps für die Bewerbung von dem Trainee-Experten: 

Das richtet sich nach dem jeweiligen Stellenangebot, doch grundsätzlich ist es wichtig in der Trainee-Bewerbung selbstbewusst zu zeigen, was man kann und was man will sowie seine Soft Skills herauszuarbeiten. Da es für Soft Skills im Gegensatz zu einem Studienfach keine Noten gibt, muss man diese anders präsentieren und sie anhand konkreter Beispiele belegen. Möglichkeiten sind hier zum Beispiel Auslandserfahrung, universitäres oder soziales Engagement, Hobbies oder persönliche Erfolge außerhalb der Hochschule.
Die Firmen suchen keine Fachidioten, sondern Kandidaten, die über den Tellerrand gucken. Da eine Trainee-Ausbildung auch generalistisch angelegt ist. Man braucht also nicht unbedingt den roten Faden im Lebenslauf. Stattdessen können vielfältige Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen sogar ein Vorteil sein.

Lukas große Klönne von Trainee Geflüster

Lukas große Klönne ist der Initiator des Karriereportals www.trainee-gefluester.de und Autor des Buches „Trainee-Knigge – Der Ratgeber für den erfolgreichen Berufseinstieg„.

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