Beliebte Fehleinschätzungen beim Bewerbungsprozess

Beliebte Fehleinschätzungen beim Bewerbungsprozess

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Jeder von uns war schon mal in der Rolle eines Bewerbers. Ob nun als Berufsanfänger oder als Berufserfahrener. Dabei wurden eigene Erfahrungen gesammelt, die man gerne an Personen in derselben Situation weitergibt. Man darf nicht vergessen, dass sich der Stellenmarkt immer weiterentwickelt und sich die Anforderungen aus Gründen der Internationalisierung oder einer veränderten Arbeitsmarktsituation rasant ändern. Was noch vor einem Jahr unbedingt bei einer erfolgreichen Bewerbung berücksichtigt werden musste, kann sich heute schon geändert haben.

Im Folgenden werden wir dir häufige Fehleinschätzungen von Bewerbern vorstellen. Schüler, Studenten und Berufserfahrene kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten. Hier sind unsere Tipps rund um falsche Mythen im Bewerbungsprozess.

#1 – Initiativbewerbungen sind eine Zeitverschwendung
Es stellt sich oft die Frage, warum du überhaupt eine Bewerbung an einen Arbeitgeber schicken solltest, wenn dieser keine Stelle zu vergeben hat bzw. es keine Stellenangebote gibt.

Erstens besteht die Chance aufgrund von überzeugenden Qualifikationen zu einem Jobinterview eingeladen zu werden, bei dem du schon einiges über das Unternehmen erfahren kannst. Vielleicht zeigt sich danach, dass die Firmenphilosophie nicht den eigenen Vorstellungen entspricht und eine zukünftige Bewerbung daher nicht infrage kommt.

Zweitens können durch eine Initiativbewerbung weitere Kontakte im beruflichen Netzwerk geschaffen werden, die auch später noch helfen können. Und drittens wird der Bewerber oftmals über die neuesten Stellenangebote zeitig informiert.

Wusstest du dass rund 80% aller Einstellungen ohne eine vorangegangene Ausschreibung stattfinden? Personaler schreiben Stellenangebote oft intern aus, da sie auf das Potenzial ihrer eigenen Belegschaft setzen und der Bewerbungsprozess so einfacher gestaltet werden kann. Wer sich also smart auf eine Stelle bewerben will, nutzt die Chance und setzt auf Initiativbewerbungen. Mehr Infos!

Initiativbewerbungen lohnen sich daher auf jeden Fall und sollten nicht als Zeitverschwendung verworfen werden.

#2 – Es kommt auf die Länge der Bewerbung an
Das stimmt mal mehr und mal weniger. Schüler und Studenten haben i.d.R eher dünne Bewerbungsmappen. In diesen Fällen kann es nicht schaden, das Anschreiben und den Werdegang so sehr auszuschmücken, wie es möglich bzw. angebracht ist. Arbeitgeber haben heutzutage immer höhere Anforderungen an Berufsanfänger. Informative/gefüllte Bewerbungsunterlagen vermitteln eine Illusion von Erfahrung. Stationen, wie Praktika, Kurse, Nebenjobs und ehrenamtliche Tätigkeiten sollten daher unbedingt Erwähnung finden und, wenn möglich, durch Zeugnisse oder Zertifikate belegt werden.

Berufserfahrene Aspiranten seien im Gegenzug vor zu dicken Bewerbungsmappen gewarnt. Wer bereits eine längere Karriere hinter sich hat, kommt schnell in Versuchung jedes einzelne Detail seiner bisherigen Laufbahn in seiner Bewerbung aufzuführen. Hier gilt allerdings die Faustregel: Weniger ist mehr! Die Angabe der Grundschule, alte Schul- bzw. Arbeitszeugnisse und weitere Informationen können weggelassen werden.

#3 – Keine zeitige Antwort auf meine Bewerbung bedeutet eine Absage
Oftmals benötigen die Personalverantwortlichen einige Zeit, um alle Bewerbungen zu sichten und zu entscheiden, wer zu einem Jobinterview eingeladen wird. Man sollte daher nicht bereits nach einigen Wochen entmutigt sein und die Bewerbung beiseite legen.

TIPP Es ist besser proaktiv zu reagieren. Bei einer Vielzahl von Bewerbungen fällt es positiv auf, wenn nach ca. zwei Wochen per E-Mail oder Telefon beim Personalverantwortlichen nach dem aktuellen Bewerbungsstand nachgefragt wird. Eventuell kann man diesen Kontakt direkt dazu nutzen, um vorab Fragen zu stellen. So zeigt der Bewerber sein Interesse an dem Unternehmen als zukünftigen Arbeitgeber.

#4 – Coolness ist ein Muss im Vorstellungsgespräch

Sowohl Schüler als auch Berufserfahrene wollen im Bewerbungsgespräch überzeugen. Für manche ist es das erste Mal, andere haben das „sich gut verkaufen“ längst wieder verlernt. Wer Coolness ausstrahlen will, sollte jedoch die richtige Dosierung beachten. Zu viel Coolness lässt einen schnell unterkühlt wirken. Empathie ist jedoch wichtig im Berufsleben und Nervosität normal – da die eigene Karriere und der Job einem schließlich wichtig sind.