Perfekt auf einer Jobmesse bewerben

Perfekt auf einer Jobmesse bewerben

© davis – Fotolia

Sie haben viele Namen: Jobmesse, Recruiting-Messe, Praktikantenbörse oder Absolventenkongresse – derlei Karrieremessen sind nicht nur bei einstellenden Unternehmen beliebt. Sie bieten auch Berufseinsteigern eine gute Gelegenheit, sich über den aktuellen Jobmarkt, Praktika und Berufsangebote zu informieren. Und nicht selten kann man dabei einen persönlichen Blick hinter die Kulissen werfen: Die anwesenden Chefs, Mitarbeiter oder gar Ex-Azubis sind ja gerade da, um ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern – etwa, wie der Alltag in dem Job so aussieht.

Kontakte knüpfen und aus dem Nähkästchen plaudern – Vorteile einer Jobmesse

Überdies können sich Jobsuchende so auch gleich über gefragte Kandidatenprofile und Kompetenzen austauschen sowie den persönlichen Kontakt zu dem Wunschunternehmen ihrer Wahl knüpfen. Eben diese Kontakte können den entscheidenden Unterschied für eine erfolgreiche Bewerbung machen.

Mit derlei Erwartungen im Gepäck einfach auf gut Glück auf die Jobmesse zu gehen, wäre allerdings naiv und wenig erfolgreich. Allerdings denken so die meisten Besucher. Doch vor allem die Stände der Top-Arbeitgeber sind gerne komplett überlaufen. Spontane Besucher haben so kaum eine Chance.

Der Besuch einer Karrieremesse sollte deshalb gründlich vorbereitet werden. Stöbern und Schnuppern ist erlaubt, wirklich erfolgreich sind aber nur Kandidaten, die dabei möglichst wenig dem Zufall überlassen und gezielt vorgehen.

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Folgende Ratschläge sollten Bewerber auf eine Karrieremesse mitnehmen:

Tipps zur Vorbereitung:

    • Konzentriere dich schon im Vorfeld auf jene Arbeitgeber, bei denen du tatsächlich gerne arbeiten würdest. Oft gibt das Messeprogramm schon eine gute Übersicht, wer ausstellt. Anschließend solltest du deine Auswahl umgekehrt priorisieren – mit dem absoluten Traumarbeitgeber an letzter Stelle. Warum? So kannst du mit den nicht ganz so wichtigen Unternehmen erst einmal üben und sich die Nervosität wegplaudern. Umso souveräner wirkst du bei der Top-Firma.
    • Mache mit diesen Unternehmen frühzeitig Termine vor Ort aus. Viele Aussteller bieten das per E-Mail an. In Zeiten von Social Media geht es aber auch gut über die Karriereseiten – zum Beispiel auf Facebook.

Tipps zum Messetag

    • Die richtige kleidung. Für den Tag selbst ziehst du dich natürlich professionell an. Heißt, Anzug oder Kostüm. Die Faustregel: Erscheine zur Messe wie du später auch zum Job aufkreuzen würdest. Achte auch auf Details wie geputzte Schuhe oder passende Accessoires. Du weißt ja: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance – und bei so viel Konkurrenz solltest du dir keine Blöße geben.
    • Im Reisegepäck solltest du zudem deine vorbereiteten Bewerbungsunterlagen haben. Vorbereitet heißt in dem Fall: Auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten – Du hast schließlich Termine dort gemacht und kannst das vorrecherchieren und vorbereiten. Ein ebenso übersichtliches wie strukturiertes Deckblatt in der Bewerbung sorgt dafür, dass du die Mappen nicht verwechselst (die richtige Reihenfolge hilft zusätzlich). Überdies nimm aber noch ein paar allgemeine Bewerbungsmappen mit – man weiß nie, wen man trifft!
    • Zu den Unterlagen: Anschreiben, Lebenslauf und Deckblatt gehören in eine durchschnittliche Bewerbung. Für Jobmessen und Arbeitgeber, die gerade nur eine Hand frei haben, eignet sich jedoch am besten eine abgespeckte Variante. Der Lebenslauf allein genügt durchaus – auch ohne Bewerbungsmappe. Dieser sollte allerdings einen Abschnitt enthalten, der dem Arbeitgeber verdeutlicht, dass der Rest der Unterlagen auf Anfrage bereitsteht.

Tipp zur Bewerbung auf Jobmessen von bewerbung.net:

TIPP Die beste Bewerbungsform auf einer Jobmesse ist die Kurzbewerbung. Diese besteht aus Anschreiben und Lebenslauf, welche sich eine DIN-A4-Seite teilen. Das Anschreiben kommt auf die Vorderseite, während der Lebenslauf die Rückseite ausmacht. So sind die wichtigsten Informationen über den Bewerber kurz und knapp gebündelt.

    • Am Stand selbst stelle dich freundlich mit Vor- und Zunamen vor und frage dich bis zu deinem Ansprechpartner durch. Wichtig: Behandle dabei alle Mitarbeiter am Stand durchweg höflich und respektvoll. Das ist ein Lackmustest für deine Sozialkompetenz! Und überlege dir vorab ein paar kluge Fragen, die du dem Personaler stellen kannst – aber bitte nichts, das sich ohne Weiteres auf der Website des Unternehmens recherchieren ließe. Das sieht so aus, als hättest du nicht mal deine Hausaufgaben gemacht.

Tipps für die Zeit nach der Messe

    • Nach der Messe ist vor dem Vorstellungsgespräch, beziehungsweise der Einladung dazu. Halte dich also im Gespräch und bitte den Personaler um seine Visitenkarte. Rund drei bis fünf Tage nach der Jobmesse solltest du noch einmal Kontakt per Telefon bzw. Mail aufnehmen, dich für den aufschlussreichen Dialog bedanken und den Wunsch bekräftigen, für das Unternehmen arbeiten zu wollen.

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Abschließend:

Eines solltest du auf solchen Kongressen aber trotzdem nie tun: Bei jedem Gespräch nach einem Job fragen oder einer freien Stelle. Das wirkt schon sehr bedürftig. Natürlich kannst du dein Anliegen vortragen, aber bitte stets subtil. Im Vordergrund muss stehen, dass es dir um den Aufbau von Kontakten und das Knüpfen von Beziehungen geht. Erwecke also bitte nie den Eindruck, du sähest in Ihrem Gesprächspartner nur ein Mittel zum Zweck. Niemand wird gerne instrumentalisiert. Personaler auch nicht.

Bewerben auf einer Jobmesse

© Bewerbung.net


Über den Autor:
Jochen Mai zählt zu den einflussreichen Namen in den Social Media. Der Kommunikations- und Strategieberater leitete mehr als zehn Jahre das Ressort „Management + Erfolg“ bei der WirtschaftsWoche und gründete 2007 Karrierebibel.de mit mehr als 40.000 täglichen Lesern. Er ist heute Geschäftsführender Gesellschafter der GROWWWW GmbH & Co. KG und berät Unternehmen bei Content Strategien.