Bildrechte an deinem Bewerbungsfoto

Was weißt du zu den Bildrechten an deinem Bewerbungsfoto? Weißt du, wie genau du dein Bewerbungsfoto einsetzen darfst und ab wann du dich strafbar machst? Alles zur richtigen Nutzung deines Bewerbungsfotos erfährst du in diesem Beitrag!

Statue von Justizia

© sebra

Du als Bewerber hast mittlerweile unzählige Möglichkeiten, um auf dein Potenzial aufmerksam zu machen. Deine Bewerbung, soziale Netzwerke mit beruflichem Fokus (XING oder LinkedIN), Repräsentation über Facebook, Onlineprofile auf Stellenbörsen oder bei Headhuntern, eigene Webpräsenzen sind nur einige davon.

Immer mit dabei: das professionelle Bewerbungsfoto. Schließlich gibt es keine bessere Möglichkeit, um sich selbst als qualifizierter Arbeitnehmer zu präsentieren.

Aber ist es erlaubt, das Bewerbungsfoto uneingeschränkt zu nutzen?

Die Antwort ist ganz einfach: Nein. Wenn du bei einem professionellen Fotografen Fotos in Auftrag gibst, musst du für die Nutzungsrechte immer die Art der Bilder beachten.

Ein ganz einfaches Beispiel sind Porträtaufnahmen:

Diese Bilder werden ausschließlich für den privaten Gebrauch hergestellt. Entsprechend naheliegend ist der Rahmen der Bildrechte. Du darfst deine Aufnahmen deinem privaten Kreis, also Freunden und der Familie, präsentieren. Ebenso ist es dir erlaubt, die Bilder in deinem privaten Umfeld zu verschenken.

Lampe Es ist dir aber nicht erlaubt das Bild online zu stellen (Profilbild bei Facebook z. B.) oder es auf eine andere Art und Weise zu vervielfältigen. Damit würde es schließlich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Für eben diesen Gebrauch musst du zuvor mit dem Fotografen die angedachte Nutzung deiner Bilder besprechen.

Juristisch gesehen ist es wie folgt:

Zu dem Zeitpunkt der Erstellung der Bilder ist der Fotograf der Urheber (§ 72 UrhG). Du als Kunde hast in diesem Moment, obwohl du der Besteller der Bilder bist, keine Rechte an den Fotos. Der Fotograf räumt dir im Nachhinein ein bestimmtes Nutzungsrecht für die entstandenen Aufnahmen ein. Das Urheberrecht selbst ist jedoch nicht übertragbar!

In dem Moment, in dem keine eindeutigen Nutzungsbedingungen besprochen wurden, gelten für deine Aufnahmen lediglich die naheliegenden Rechte. Wenn du deine Bilder jedoch ohne Einwilligung des Fotografen im Internet veröffentlichst o. ä., erfolgt deinerseits eine Missachtung des Urherberrechts. Demnach hat der Fotograf als Urheber das Recht auf Unterlassung sowie auf Schadensersatz (§ 97 UrhG).

Die Bildrechte an deinem Bewerbungsfoto:

Die Bildrechte an deinem Bewerbungsfoto sind von denen eines Porträts zu unterscheiden. Sobald du die Bilder für deine Bewerbungsunterlagen nutzt und diese auf dem Lebenslauf oder auf dem Deckblatt platzierst, nutzt du das Foto für erwerbswirtschaftliche Zwecke. Entsprechend erhältst du auch für diese Nutzung als Besteller das Recht. Mittlerweile ist damit die Nutzung sowohl für die ausgedruckte Bewerbung als auch für die Onlinebewerbung per E-Mail oder Formular abgesichert.

Folgende Punkte sind in diesen Bildrechten nicht enthalten:
  • Nutzung des Bildes als Profilbild in sozialen Netzwerken (XING, LinkedIn, Facebook etc.)
  • Gebrauch des Bewerbungsfotos für Stellenportale
  • Veröffentlichen des Fotos auf der eigenen Webseite (bspw. Bewerbungshomepage)
  • Verwendung für die Homepage eines Unternehmens

Sobald dein Bewerbungsfoto im Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, entspricht die Verwendung nicht mehr dem eigentlichen Zweck des Fotos. Entsprechend kann der Fotograf als Urheber in diesem Fall seinen Anspruch auf Schadensersatz geltend machen (Urteil Landgericht Köln 2006).

Es hilft dir in diesem Fall auch nicht, wenn du auf den § 60 UrhG verweist. Dieser Paragraf besagt:

Zulässig ist die Vervielfältigung sowie die unentgeltliche und nicht zu gewerblichen Zwecken vorgenommene Verbreitung eines Bildnisses durch den Besteller des Bildnisses oder seinen Rechtsnachfolger oder bei einem auf Bestellung geschaffenen Bildnis durch den Abgebildeten oder nach dessen Tod durch seine Angehörigen oder durch einen im Auftrag einer dieser Personen handelnden Dritten. Handelt es sich bei dem Bildnis um ein Werk der bildenden Künste, so ist die Verwertung nur durch Lichtbild zulässig.

Auf diesen Paragrafen verwies drei Jahre zuvor ein Unternehmen. Dieses wurde von dem Fotografen aufgrund der Nutzung eines Fotos des Geschäftsführers auf der eigenen Homepage verklagt. In diesem Fall entschied ebenfalls das OLG Köln, dass dieser Paragraf die Nutzungsbedingungen nicht ausreichend absteckt.

Im Internet findet mein Bild eh keiner.

Das stimmt nicht. Viele Fotografen arbeiten mit nicht offensichtlichen Informationen in der Bilddatei, sozusagen ein Wasserzeichen auf den Bewerbungsfotos. Diese Informationen lassen sich schnell durch eine Suchmaschine ausfindig machen. Damit ist eine schnelle Kontrolle der Verwendung des Bewerbungsbildes möglich.

Damit dir eine mögliche Klage entgeht:

Check Sprich im Vorfeld mit deinem Fotografen. Erkläre ihm, wie du dein Foto nutzen willst und wie entsprechend die Nutzungsbedingungen ausgelegt werden müssen. Lasse dir diese am besten schriftlich geben, sodass du im Fall der Fälle abgesichert bist. Somit bist du dir über die Bildrechte an deinem Bewerbungsfoto im Klaren.