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Ausbildung Einzelhandelskaufmann / -frau

Als Einzelhandelskaufmann* absolvierst du eine duale Ausbildung. Drei Jahre lang perfektionierst du dein theoretisches Wissen in der Berufsschule. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Deutsch, Mathematik und Rechnungswesen. Außerdem lernst du, Verkaufsgespräche kundenorientiert durchzuführen, damit du auf verschiedene Verkaufssituationen vorbereitet bist.

In deinem Ausbildungsbetrieb kannst du all dein erlerntes theoretisches Wissen direkt praktisch einbringen. Du schreibst ein wöchentliches Berichtsheft, aus dem deine betrieblichen Aufgaben und die Unterrichtsthemen aus der Schule hervorgehen.

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss für die Ausbildung als Einzelhandelskaufmann vorgegeben. In der Regel werden Bewerber bevorzugt, die einen mittleren Bildungsabschluss erlangt haben. Gute schulische Leistungen und eine aussagekräftige Bewerbungsmappe erhöhen deine Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Schulabschlüsse Einzelhandelskaufmann

Voraussetzungen – Das solltest du mitbringen

Wenn du diese fachlichen und persönlichen Anforderungen erfüllst, bist du bestens für den Beruf als Einzelhandelskaufmann gewappnet und kommst deinem Traumjob einen großen Schritt näher!

Fachliche Anforderungen

  • Keine bestimmte Vorbildung nötig
  • Empfohlener Schulabschluss: Mittlere Reife
  • Zeugnis vom Gesundheitsamt für den Umgang mit Lebensmitteln
  • Gute Noten in Mathematik, Deutsch und Wirtschaft
  • Bei einem im Ausland erworbenen Abschluss keine berufliche Anerkennung notwendig

Soft Skills / Sozialverhalten

  • Zuverlässigkeit
  • Ehrlichkeit
  • Pünktlichkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Leistungs- und Einsatzbereitschaft
  • Sorgfalt
  • Selbstständigkeit
  • Flexibilität
  • Kommunikationsfähigkeit / Kontaktbereitschaft
  • Freundlichkeit / Gute Umgangsform
  • Kundenorientierung

Persönliche Anforderungen

  1. Interesse an kaufmännisch-organisatorischen Tätigkeiten
  2. Interesse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeiten
  3. Interesse an sozial-beratenden Tätigkeiten

Fähigkeiten / Fertigkeiten

  • Leistungsvermögen
  • Rechnerisches Denken / Rechenfertigkeiten
  • Sprachliches Denken
  • Verständnis für mündliche Äußerungen
  • Mündliches Ausdrucksvermögen
  • Wahrnehmungs- und Bearbeitungsgeschwindigkeit
  • Konzentration
  • Merkfähigkeit
  • Umstellungsfähigkeit
  • Handgeschick
  • Kaufmännische Befähigung

Ausbildungsinhalte – Das erwartet dich

Deine Tätigkeiten sind sehr abwechslungsreich und das praktische Wissen wird mit deinen theoretischen Kenntnissen, die du dir nebenbei in der Berufsschule aneignest, erweitert.

Folgende Ausbildungsinhalte kommen beispielweise auf dich zu:

  • Kennenlernen des Sortiments, um die Kunden über das Angebot zu informieren oder ihnen bei Fragen zu helfen
  • Ansprechende Waren- und Werbeplatzierung
  • Kundenwünsche ermitteln und die Kaufentscheidung fördern
  • Kassenbedienung mit Zahlungsabwicklung und Durchführung von Kassenabrechnungen
  • Preiskalkulationen durchführen und Preise auszeichnen
  • Reklamationen und Umtausche bearbeiten
  • Beschwerdemanagement
  • Bedienung des Warenwirtschaftssystem mit Mengenerfassung und Bestandskontrolle
  • Sachgerechte Warenlagerung
  • Kernprozesse des Einzelhandels entlang der Wertschöpfungskette (Beschaffung / Einkauf, Logistik, Lagerung, Verkauf) verstehen
  • Gestaltung von Arbeitsabläufen
  • Rechte & Pflichten während der Ausbildung
  • Organisation des Ausbildungsbetriebs (Ablauf / Aufbau)
  • Umweltschutz

In der Berufsschule hast du berufsspezifische Fächer (Geschäftsprozesse, etc.) sowie allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschaft.

Mirko Bettenhausen

„Während der Ausbildung hast du die Möglichkeit, verschiedene Zusatzqualifikationen zu erlangen. Hier eignest du dir spezielle Kenntnisse für ein bestimmtes Arbeitsumfeld an und wappnest dich für die Arbeit in Fach- und Spezialgeschäften.“

Mirko Bettenhausen Fachautor von Bewerbung.net

Wahlqualifikationen – Weiterbildung während der Ausbildung

Wahlqualifikationseinheiten sind Elemente der betrieblichen Ausbildung, die je nach den Anforderungen des Ausbildungsbetriebs und des Auszubildenden bestimmt werden. In der Ausbildungsverordnung werden die Möglichkeiten festgelegt, sodass du dich bereits während der Ausbildung spezialisieren kannst.

Beispiele für Wahlqualifikationseinheiten:

  • Kundenberatung (ebenfalls in komplexen Situationen)
  • Kundenservice
  • Warenbeschaffung
  • Warenbestandssteuerung
  • Kassensystemdaten
  • Kaufmännische Steuerung & Kontrolle
  • Marketingmaßnahmen
  • Werbung & Verkaufsförderung
  • Mitarbeiterführung und -entwicklung
  • Onlinehandel / E-Commerce
  • Warenpräsenz sicherstellen
  • Vorbereitung unternehmerischer Selbstständigkeit
Einzelhandelskaufmann Ausbildung Symbolbild

Ausbildungsdauer – So kannst du verkürzen

Die generelle Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre. Es besteht die Möglichkeit, die Ausbildung auf 2,5 Jahre zu verkürzen oder auf 3,5 Jahre zu verlängern. Die genauen Voraussetzungen sind im Berufsbildungsgesetz sowie ggf. in der Ausbildungsverordnung geregelt. Die folgende Auflistung zeigt, in welchen Fällen ein Antrag auf Verkürzung bzw. Verlängerung der Ausbildungszeit gestellt werden kann:

Verkürzung:

  • Ausbildungsziel kann schon früher erreicht werden (gute Noten in der Berufsschule)
  • Berufsbildender Bildungsgang (schulische Berufsbildungsgrundjahre / Berufsfachschulausbildungen) wurde besucht und kann (je nach Bundesland) angerechnet werden

Verlängerung:

  • Bei längerer Krankheit
  • Bei Behinderungen
  • Bei Schwangerschaft
  • Bei schlechter Zwischenprüfung, sodass das Ausbildungsziel voraussichtlich nicht erreicht wird
  • Bei Nichtbestehen der Abschlussprüfung
  • Bei schweren Mängeln in der Ausbildung (z. B. aufgrund mangelhafter Betreuung)
  • Bei Ausübung der Ausbildung in Teilzeit, weil du dich um ein Kind oder kranke Angehörige kümmern musst

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Berufsbezeichnungen und berufsbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. Danke für dein Verständnis.

Bildquelle: © Pikselstock