Initiativbewerbung

Was genau ist eigentlich eine Initiativbewerbung und warum solltest du diese schreiben?
Was gibt es dabei zu beachten und wie formulierst du das Anschreiben? Hier findest du die wichtigsten Informationen und Tipps zur Initiativbewerbung!

Was ist eine Initiativbewerbung?

Lampe Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung, die sich nicht direkt auf ein Stellenangebot bezieht. Du wartest also nicht, bis dein Wunschunternehmen eine passende Position ausschreibt, sondern ergreifst die Initiative, um einen Job zu bekommen!

Eine Initiativbewerbung ist keine Universalbewerbung, sondern sollte immer auf ein Unternehmen zugeschnitten werden.

Initiativbewerbung - Mann steckt den Kopf durch die Tür

© kallejipp – photocase.de

Falls du Probleme bei der Erstellung deiner Initiativbewerbung hast, kann es durchaus sinnvoll sein, einen professionellen Dienstleister zu beauftragen. Damit verbessern sich deine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch enorm. Die dabei entstehenden Kosten sind als vergleichsweise gering einzustufen.

 

Welchen Unterschied gibt es zur Blindbewerbung?

Als Synonym für die Initiativbewerbung wird fälschlicherweise oft das Wort „Blindbewerbung“ genannt. Diese hat zwar ebenfalls keinen Bezug zu einer Stellenausschreibung, aber auch keinen konkreten Bezug zu einem Unternehmen. Die Bewerbungen werden also „blind“ an mehrere verschiedene Firmen geschickt. Wir raten dir generell davon ab, dich blind zu bewerben.

Der Arbeitgeber möchte im Anschreiben lesen, dass du sein Unternehmen als besonders wertvoll für deine Karriere ansiehst.

Gründe für eine Initiativbewerbung

Eine Initiativbewerbung erhöht auch in diesem Jahr deine Chance auf deinen Traumjob, denn:

  1. Etwa 70% der zu besetzenden Stellen werden nicht ausgeschrieben, denn das kostet die Betriebe viel Zeit und Geld. Du weißt also gar nicht, ob der perfekte Job für dich nicht bereits existiert!

    Oft werden die Stellenprofile der zu vergebenden Jobs zunächst mit den bereits bekannten Bewerbern verglichen, bevor ein Job neu ausgeschrieben wird. Mithilfe von Initiativbewerbungen kannst du dich den Firmen vorstellen und dich so in ihre Datenbank aufnehmen lassen. Wenn also die Firma deiner Wahl aktuell keine passende Einsatzmöglichkeit für dich hat, kann es trotzdem zu einem späteren Zeitpunkt auf dich zurückkommen.

  2. Auf der anderen Seite hast du mit einer Initiativbewerbung die Chance, deinen gewünschten Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass er dich braucht. Du erschaffst dir, durch eine überzeugende Bewerbungsmappe, deinen Traumjob also selbst und brauchst nicht vergeblich darauf zu warten, dass die passende Stelle für dich ausgeschrieben wird.
  3. Mit einer Initiativbewerbung zeigst du Engagement und Motivation. Du willst so gerne einen Job bei dieser Firma, dass du nicht warten kannst, bis sie dich brauchen. Du beweist stattdessen Mut und Talent, sie von dir zu überzeugen, ohne dass sie nach dir gesucht haben.
  4. Über die Empfehlung eines Mitarbeiters oder Bekannten kommt man sehr häufig an offene aber nicht ausgeschriebene Stellen. Um eine Empfehlung zu bekommen, musst du Vitamin B aufbauen. Eine Initiativbewerbung bei Herrn X kann also auch zu einer Empfehlung an den ihm bekannten Unternehmer Herrn Y führen.

Initiativbewerbung - Mann lehnt sich zufrieden zurück Initiativbewerbung – Erfolgreich ohne Stellenausschreibung

Was muss ich bei einer Initiativbewerbung beachten?

Mit einer Initiativbewerbung „verkaufst“ du dich und zeigst, dass genau du in den Betrieb passt und deinem Arbeitgeber einen echten Mehrwert lieferst. Oder aber du hast Glück, und das Unternehmen hat genau jemanden wie dich gerade gesucht!

Check In jedem Fall musst du deine Bewerbung genau vorbereiten. Denn du kannst dich nicht gut verkaufen, wenn du nicht weißt, WAS du verkaufst (Selbstanalyse), an WEN du dich verkaufen kannst (Unternehmensanalyse), und WIE du dich dem Arbeitgeber am besten präsentierst (Bedarfsanalyse).

Initiativbewerbung - Analyse der Situation

Wie bereite ich die Initiativbewerbung vor?

Der aufwändigste Teil besteht in der Vorbereitung der Initiativbewerbung. Die Ergebnisse deiner Analysen fließen direkt in Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf ein.

Das WAS: Wer bin ich, was kann ich und was will ich? (Selbstanalyse)

Du solltest zunächst deine Stärken- und Schwächen analysieren und dir bewusst machen, welchen Beruf und welche Funktion du anstrebst. Es ist ratsam, sich dafür viel Zeit zu nehmen, denn es ist oft nicht leicht zu erkennen, was die eigenen Stärken sind und wie sich diese mit dem Traumberuf verbinden lassen.

TIPP Was willst du wirklich? Nur wenn du diese Frage beantworten kannst, kannst du deine Motivation überzeugend darlegen.

Das WEN: Zu welchen Unternehmen passe ich und wo möchte ich arbeiten?

Wenn du weißt, was du willst, ist es an der Zeit zu recherchieren, wo du deine Fähigkeiten am besten einsetzen kannst. Zusätzlich solltest du ehrlich zu dir selbst sein und dich fragen, welche Unternehmen dir zusagen könnten.

Passende Arbeitgeber findest du in Branchenverzeichnissen im Internet. Aus deiner ersten Analyse sollte dir bewusst sein, welche Branche du anstrebst. Recherchiere in Ruhe einige Unternehmen, von denen du denkst, dass ihr zueinander passt.

Stelle dir folgende Fragen:

    • Kann ich mich mit der Unternehmensphilosophie identifizieren?
    • Möchte ich in einem großen Konzern oder einem kleineren Betrieb arbeiten?
    • Kann ich mich für die Idee und die Produkte (etc.) begeistern?

Das WIE: Wie baue ich Kontakt auf und finde heraus, was von mir erwartet wird?

Lampe Du weißt jetzt, was du zu bieten hast und bei wem du dich bewerben möchtest. Um genauere Informationen zu erhalten, ob gerade eine entsprechende Position frei ist, was von dir erwartet wird und wer dein Ansprechpartner für die Bewerbung ist, solltest du mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen.

Führe am besten ein kurzes Telefonat:

  • stelle dich kurz vor und erkläre deine Absicht, dich initiativ zu bewerben
  • erfrage einen Ansprechpartnerund hole dir wertvolle Tipps zum Bewerbungsablauf
  • erkläre kurz, in welcher beruflichen Situation du dich momentan befindest
  • umreiße kurz dein Profil, und bringe in Erfahrung welche Position du besetzen könntest (schlage entweder eine vor, oder versuche dir etwas vorschlagen zu lassen)

Du kannst im Idealfall auch persönlich auf Jobmessen oder anderen Events mit Unternehmen in Kontakt treten.

Praxis-Tipps und Formulierungs-Beispiele für Initiativbewerbungen:

Bei deiner Unternehmensrecherche solltest du vor allem folgende Informationen notieren:

    • Unternehmensgröße
    • Produkte/Dienstleistungen/Wertschöpfung
    • Unternehmensphilosophie/Ideologie

Suche die Merkmale, mit denen du dich identifizieren kannst, denn diese greifst du im Anschreiben auf.

Suche nach ähnlichen Stellenprofilen

TIPP Wenn du eine konkrete Stelle im Kopf, oder dir nach erfolgtem Kontakt mit dem Arbeitgeber eine Bewerbung schreiben möchtest, suche dir im Internet ähnliche Stellenangebote und notiere dir die Anforderungen. Anders als bei einer Bewerbung auf eine Stellenanzeige fehlen dir sonst wichtige Anknüpfungspunkte für dein Anschreiben.

Welche Form hat eine Initiativbewerbung?

Grundsätzlich hat eine Initiativbewerbung dieselbe Form wie eine normale Bewerbung:

Es ist ebenfalls möglich, eine Initiativbewerbung als Kurzbewerbung zu verfassen. Diese ist meistens auf ein bis zwei Seiten verkürzt:

  • 1 Seite kurzes Anschreiben (Wer, was, wo)
  • 1 Seite kurzer Lebenslauf (nur die wichtigsten Stationen ohne Beschreibung)

Lampe Eine Kurzbewerbung ist vor allem interessant, um diese auf Jobmessen an Personaler weiterzureichen. Diese erhalten dann einen kurzen Überblick von dir. Auf eine Kurzbewerbung folgt in den meisten Fällen eine vollständige Bewerbung, wenn sie das Interesse des Arbeitgebers geweckt hat. Wer also denkt, er kann mit einer Kurzbewerbung Zeit und Arbeit sparen, liegt leider falsch.

Daher empfehlen wir generell eine vollständige Bewerbung mit Zeugnissen zu verschicken. In dieser hast du mehr Raum, dich in Anschreiben und Lebenslauf zu präsentieren und mit deinen Fähigkeiten zu überzeugen.

Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung?

Initiativbewerbungen sollten nach denselben Regeln wie eine normale Bewerbung geschrieben werden. Dabei solltest du allerdings Folgendes beachten:

Das Bewerbungsschreiben:

Greife die Ergebnisse deiner Analyse in deinem Bewerbungsschreiben auf:

    • Mit wem hast du telefoniert?
    • Welche Fähigkeiten hast du?
    • Wie und wo kannst du diese Fähigkeiten am einsetzen?
    • Warum dieses Unternehmen?
    • Warum sollte man genau dich einstellen?
    • Welche Werte und Ideale sprechen dich besonders an?

Was schreibe ich in die Betreffzeile?

    • Du musst nicht unbedingt „Initiativbewerbung“ in den Betreff schreiben. Einige raten sogar davon ab. Besser ist es, wenn du dich einfach auf einen konkreten Beruf bewirbst: „Bewerbung als … im Bereich …“. Damit zeigst du dem Arbeitgeber, dass du dich mit dem Unternehmen und seiner Struktur stark auseinandergesetzt hast und eine Vorstellung davon hast, wo du dich integrieren kannst.

     

Wie formuliere ich den ersten Satz meiner Initiativbewerbung?

    • Der beliebte erste Satz im Anschreiben „hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Ausschreibung als …“ ergibt hier natürlich keinen Sinn.

     

Was du stattdessen im ersten Satz des Bewerbungsschreibens formulieren kannst:

     

    • Wer du bist, und wieso du zum Unternehmen passt
    • Warum dich das Unternehmen anspricht, dann wer du bist
    • bedanke dich für das freundliche Telefonat: „wie besprochen sende ich Ihnen…“
    • was du gerade machst und wonach du auf der Suche bist

     

TIPP Baue in jedem Fall im Anschreiben so früh wie möglich einen Bezug zum Unternehmen auf! Beantworte nach Möglichkeit im ersten Satz die Fragen: Wer bewirbt sich? Was für einen Job sucht der Bewerber? Wieso bewirbt er sich genau hier?

Der Lebenslauf:

Beim Lebenslauf kannst du dich nach den Leitlinien für eine normale Bewerbung richten. Der Lebenslauf sollte also tabellarisch, lückenlos, übersichtlich und fehlerfrei sein. Einen besonders guten Eindruck machst du, wenn du diesen auf das Unternehmen zuschneidest: Irrelevante Informationen sollten gestrichen, dafür wichtige Qualifikationen näher erklärt werden.

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