Grundsätzlich haben Sie 3 Möglichkeiten

Erstattung von Bewerbungskosten durch die Agentur für Arbeit

Wenn du arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet bist: Fünf Euro pro Bewerbung bis zu einer Höhe von 260 Euro im Jahr oder die tatsächlichen Kosten. Wenn du die tatsächlichen Kosten geltend machen möchtest, stehst du in der Pflicht, einen Nachweis beim Arbeitsamt zu erbringen. Die Erstattung ist eine freiwillige Leistung und liegt im Ermessen des zuständigen Arbeitsberaters nach Prüfung deiner Einkommenssituation.

TIPP Planst du die Erstattung deiner Bewerbungskosten (Werbungskosten) bereits vor der Erstellung deiner Bewerbungsunterlagen, so bist du auf alle kommenden Erfordernisse, wie die Beantragung bei der Agentur für Arbeit oder die Steuererklärung, vorbereitet.

Wichtig: Du musst den „Antrag auf Bewerbungskostenrückerstattung“ ausfüllen, erst danach können die Kosten geltend gemacht werden. Werden die Kosten deiner Bewerbung von der Agentur für Arbeit oder vom Arbeitgeber (z.B. Reisekosten zum Bewerbungsgespräch) nicht übernommen, so kannst du die Ausgaben beim Finanzamt als Bewerbungskosten geltend machen. Hierfür hast du zwei Möglichkeiten:

Belege der Bewerbungskosten sammeln…

… und mit der Steuererklärung einreichen. Folgende Kosten deiner Bewerbung dürfen von dir gültig gemacht werden:

  • Bewerbungsmappen
  • Bewerbungsfotos
  • Papier (Anschreiben, Lebenslauf usw.)
  • Porto
  • Kopierkosten
  • Druckerpatronen
  • weitere Büromaterialien wie Kleber oder Umschläge/Versandtaschen
  • Übersetzungen
  • Beglaubigungen
  • Kosten fürs Schreibbüro
  • polizeiliches Führungszeugnis
  • Zeitungen
  • Bewerbungs-Ratgeber
  • Bewerbungstraining
  • Erstellung einer Bewerbungswebsite
  • Mitgliedschaft in kostenpflichtigen Karriereplattformen
  • Anzeigen
  • Dreh eines Bewerbungsvideos
  • Fahrtkosten (Vorstellungsgespräch und Co.)
  • Parkgebühren
  • Stadtpläne
  • Taxi
  • Übernachtungskosten
  • Mehraufwendung für Verpflegung bei Ihrer Reise zum Vorstellungsgespräch




Weitere Arten von Bewerbungskosten, die du als Ausgaben absetzen kannst, sind nicht ausgeschlossen.
Wichtig: Eine Liste der Bewerbungen beilegen.

TIPP Das Thema Beweisführung ist nicht nur bei der Erstattung deiner Bewerbungskosten (Werbungskosten) wichtig. Beim Lesen einer Bewerbung stellt sich für den Arbeitgeber ständig die Frage nach dem passenden Nachweis. Wo hast du bis jetzt gearbeitet? Wann war das genau? Und welche Fähigkeiten hast du dabei erlernt? Durch genaue Angaben im Anschreiben und die Beilage deiner Abschluss- und Arbeitszeugnisse kannst du Unklarheiten bestmöglich vermeiden.

Wer das Sammeln von Belegen vergessen hat oder wem das zu aufwendig ist, kann die Kosten seiner Bewerbung auch pauschal geltend machen.

Pauschale für Bewerbungskosten

In der Regel werden 10-15 Euro pro Bewerbung genehmigt (zzgl. etwaiger Fahrtkosten). Das Finanzgericht Köln unterschied in einem Urteil zwischen 8,70 Euro für Bewerbungen mit Mappe und 2,55 Euro für Bewerbungen über das Internet. Auf eine Pauschale pro Bewerbung hast du keinen Anspruch und in welcher Höhe eine Pauschale anerkannt wird, hängt vom Sachbearbeiter im Finanzamt ab.

Wichtig: Eine Liste der Bewerbungen beilegen und Eingangsbestätigungen, Einladungen zum Vorstellungsgespräch, Zusagen, Absagen etc., auch die per E-Mail (ausgedruckt) einreichen. Der Datenschutz wird hierbei natürlich gewährleistet. Erfolgte auf Anfrage keine Reaktion des Unternehmens, kannst du ihr Bewerbungsschreiben als Kopie mit dem entsprechenden Vermerk beilegen.

TIPP Übrigens: Umzugskosten wegen einer neuen Arbeitsstelle können von der Steuer abgesetzt werden bzw. in der Steuererklärung angegeben werden.