Vorstellungsgespräch: So überzeugst du

Ein Vorstellungsgespräch ist der erste richtige Kontakt zwischen Bewerber und Personaler. Nachdem du mit deinen Bewerbungsunterlagen überzeugen konntest, möchte der Personaler dich nun persönlich kennenlernen und auf Herz und Nieren prüfen. Dabei geht es nicht nur um deine fachlichen Fähigkeiten, der Personaler will auch testen, wie gut du dich mit dem Unternehmen und deine potenziellen Aufgaben beschäftigt hast. Außerdem solltest du charakterlich zum Unternehmen passen.

Wir zeigen dir, worauf du unbedingt achten solltest und wie du dich optimal auf dein Vorstellungsgespräch vorbereitest, sodass du es erfolgreich meistern kannst.

Auf die Einladung zum Vorstellungsgespräch antworten

Die ersehnte Einladung zu deinem persönlichen Vorstellungsgespräch ist da. Jetzt geht es darum, zeitnah zu reagieren. Dabei gibt es einige Dinge zu beachten, um direkt einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.

Bewerbungsgespräch bestätigen

Im Optimalfall passt der vorgeschlagene Termin deines potenziellen Arbeitgebers bereits und du kannst ihn bestätigen. Hier gilt: Bestätige den Termin so schnell wie möglich. Am besten noch direkt am gleichen Tag, spätestens aber zwei Tage nach Eingang der Einladung.

Wenn du die Einladung per Mail erhalten hast, dann ist es sinnvoll, auch per Mail zu antworten. Dadurch kannst du sicher gehen, dass deine Bestätigung an der richtigen Stelle eingeht und du hast einen schriftlichen Nachweis.

Bei der Formulierung solltest du gewisse Inhalte unterbringen:

  • Grußformel und Name des Ansprechpartners erwähnen
  • Dank für die Einladung aussprechen und Informationen wiederholen
  • Bestätigung des Termins
  • Kontaktdaten angeben
  • Abschluss und Verabschiedung

Beispielformulierung:

Sehr geehrte Frau Muster,

vielen Dank für Ihre Einladung zu dem Vorstellungsgespräch am TT.MM.JJJJ in Ihrem Unternehmen. Sehr gerne bestätige ich Ihnen den Termin. Sollten kurzfristige Änderungen auftreten, erreichen Sie mich direkt unter 0171 23456789.

Ich freue mich, Sie und Ihr Unternehmen kennenzulernen.

Mit freundlichen Grüßen,
Max Mustermann

Solltest du noch offene Fragen haben oder sollte das Unternehmen eine telefonische Bestätigung fordern, ist der Griff zum Hörer unumgänglich. Bevor du deinen potenziellen Arbeitgeber anrufst, solltest du dich jedoch auf mögliche Rückfragen gefasst machen. Denn aus einem Anruf kann sich schnell ein kurzes Telefoninterview entwickeln.

Eine kurze Vorbereitung ist daher angebracht:

  • Bewerbungsunterlagen nochmals durchgehen<(il>
  • Firmenhomepage checken
  • Fragen notieren

Seltener kommt es vor, dass Unternehmen ihre potenziellen Bewerber per Telefon zum Vorstellungsgespräch einladen. Hier solltest du dir unbedingt Notizen zu relevanten Punkten machen:

  • Ansprechpartner
  • Datum
  • Uhrzeit
  • Raum
  • Unterlagen
  • Dresscode
  • Etc.
TIPP Für jedes Telefonat gilt: Höre genau zu und behalte dir den Nachnamen deines Gegenübers. So kannst du ihn mit Namen verabschieden und hinterlässt damit direkt einen guten ersten Eindruck.

Das Gespräch verschieben

Natürlich ist es erst einmal wünschenswert, dass du den vorgeschlagenen Termin wahrnehmen kannst. Es gibt aber immer Ausnahmen und wenn du folgende Punkte beachtest, ist eine Terminverschiebung kein Problem.

  • Antworte schnellstmöglich
  • Bitte schriftlich um einen Ersatztermin
  • Unterbreite mehrere neue Terminvorschläge
  • Schlage unterschiedliche Uhrzeiten an einem Tag vor
  • Bedanke dich für das Verständnis

Deine E-Mail zur Terminverschiebung könnte dann so aussehen:

Sehr geehrter Herr Muster,

vielen Dank für Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch, ich habe mich sehr darüber gefreut. Leider bin ich jedoch an besagtem Termin verhindert. Auf diesem Wege möchte ich Ihnen alternativ folgende Termine vorschlagen:

• (Datum) um (Uhrzeit) Uhr / (Uhrzeit) Uhr
• (Datum) um (Uhrzeit) Uhr / (Uhrzeit) Uhr
• (Datum) um (Uhrzeit) Uhr / (Uhrzeit) Uhr

Ich bedanke mich für Ihr Verständnis und freue mich schon jetzt auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria Mustermann

STIFT Im besten Fall bist du an den Tagen zeitlich komplett flexibel. Lässt sich das nicht einrichten, dann sind vormittags um 10:00 Uhr und / oder nachmittags um 15:00 Uhr übliche Terminvorschläge.

Vorstellungsgespräch absagen

In jedem Bewerbungsprozess ist es üblich, mehrere Bewerbungen zu schreiben und im Optimalfall hast du am Ende die Qual der Wahl. Dabei kann es vorkommen, dass du dich bereits für eine andere Stelle entschieden hast und dennoch eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhältst. Wenn dieser Fall eintritt, solltest du nicht den Fehler machen und die Einladung ignorieren. Du weißt nie, ob du dich nicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal bei dem Unternehmen bewerben möchtest. Nimm dir daher die Zeit, jede weitere Einladung kurz und höflich abzusagen.

Eine mögliche Formulierung könnte wie folgt aussehen:

Sehr geehrte Frau Muster,

vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Ich habe mich jedoch bereits für einen anderen Arbeitgeber entschieden und sage daher hiermit den Termin dankend ab.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Auswahlprozess und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Max Mustermann

Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch

Dein Vorstellungsgespräch ist bestätigt und der Termin rückt immer näher? Kein Grund zur Panik! Mit einer guten Organisation nimmst du auch noch die letzte Hürde auf dem Weg zu deinem Traumjob.

Innerhalb deiner Vorbereitung solltest du folgende Punkte beachten:




Planung

Sobald der Termin feststeht, solltest du dich mental gut vorbereiten. Informiere dich über sämtliche Anfahrtswege oder unternimm eine Testfahrt zu deinem potenziellen Arbeitgeber, um allen Eventualitäten vorzubeugen.

Plane grundlegend einen ausreichenden Zeitpuffer ein. Nichts ist ärgerlicher, als dich am großen Tag zu verlaufen, zu verspäten oder unpünktlich zu sein, weil du keinen Parkplatz gefunden hast oder die Bahn Verspätung hatte. Denn Pünktlichkeit ist enorm wichtig, sagt viel über deine Zuverlässigkeit aus und bildet einen Grundpfeiler im Berufsleben.

TIPP Vor allem wenn du eine lange Anfahrt hast, ist es ratsam, bereits einen Tag zuvor anzureisen. So ermöglichst du dir eine entspannte Anreise und beugst möglichen Zugverspätungen oder Staus vor.

Richtige Kleidung und wichtige Unterlagen

Ein weiterer Teil der Planung sind dein Outfit und der Inhalt deiner Tasche. Informiere dich vorab, welcher Dresscode gewünscht ist und ob dein Kleiderschrank passende Kleidung hergibt. Oftmals geben die Unternehmensstruktur und die Branche Aufschluss über ein angemessenes Outfit.

Zudem solltest du darauf achten, dass du zwar passend gekleidet bist, dich aber dennoch wohlfühlst.

TIPP Da noch immer gilt: „Kleider machen Leute.“, findest du in unserem Artikel „Die richtige Kleidung für dein Vorstellungsgespräch“ weitere Informationen und Tipps zu deinem Outfit für das Bewerbungsgespräch.

In deiner Tasche solltest du folgende Dinge dabeihaben:

  • Neutrales Notizbuch mit mehreren Stiften
  • Stellenanzeige
  • Einladungsschreiben zum Bewerbungsgespräch
  • Kopie der vollständigen Bewerbungsunterlagen
  • Arbeitszeugnisse und weitere Nachweise
  • Aufgeladenes Smartphone, um erreichbar zu sein (Vor dem Vorstellungsgespräch in den Flugmodus stellen)

Recherche

Neben der grundlegenden Planung gehört zu jeder guten Vorbereitung vor allem die Recherchearbeit. Du solltest dich dabei intensiv mit deinem potenziellen Arbeitgeber auseinandersetzen. An diesen Fragen kannst du dich orientieren:

  • Was sind die Tätigkeitsfelder des Unternehmens?
  • Wofür steht es und welche Ziele hat es?
  • Welche Trends / Herausforderungen beschäftigen den Betrieb bzw. die gesamte Branche aktuell?
  • Welche konkreten Aufgaben erwarten dich?
  • Welche Werte vertritt das Unternehmen?
  • Wie beteiligt sich die Firma an einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung? (Nachhaltigkeit, Umweltschutz-Maßnahmen, soziale Projekte etc.)
  • Wodurch positioniert sich das Unternehmen nach Außen als attraktiver Arbeitgeber?

Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, kannst du auf der Firmenhomepage, in den sozialen Netzwerken, Zeitungsarchiven und aktuellen Pressemitteilungen schauen. Dadurch kannst du dir ein ganzheitliches Bild verschaffen und einen fachkundigen Eindruck hinterlassen.

TIPP Während des Recherche-Prozesses solltest du dir auch interessante Fragen zum Unternehmen überlegen, um so dein Interesse zu signalisieren und gleichzeitig zu zeigen, dass du dich umfangreich vorbereitet hast. Noch mehr Informationen zu diesem Thema findest du in unserem Artikel „Die richtigen Fragen im Bewerbungsgespräch stellen.“

In deinem Vorstellungsgespräch geht es vor allem um dich und deine Persönlichkeit. Du solltest dir deine Bewerbungsunterlagen daher noch einmal genau anschauen und dir überlegen, worauf du deinen Fokus legen möchtest.

STIFT Damit du dich bestmöglich auf das Bewerbungsgespräch und die Fragen des Arbeitgebers vorbereiten kannst, gibt es keine bessere Hilfe als das Wissen eines bereits angestellten Mitarbeiters.

Solche Kontakte knüpfst du am leichtesten in Karrierenetzwerken wie zum Beispiel XING und LinkedIn. Ohne viel Aufwand kommst du so an Tipps und Insider-Informationen.

Ablauf des Vorstellungsgesprächs

Zwar hat jedes Vorstellungsgespräch seine individuelle Note, dennoch lassen sich häufig Parallelen erkennen. Wir zeigen dir, auf welche Phasen du dich vorbereiten solltest. Die Reihenfolge der Abschnitte kann dabei variieren, die Inhalte bleiben jedoch bestehen.

Phasen Vorstellungsgespräch

Falls du einen Teil deines Bewerbungsgespräches auf Englisch meistern musst, hilft dir unser Artikel „Englisch im Vorstellungsgespräch“ weiter.

Ankunft

Zunächst solltest du sicherstellen, dass du ungefähr 15 Minuten früher ankommst, um pünktlich bei dem Gespräch zu erscheinen. Dann hast du noch genug Zeit, die Büroräume zu finden und durchzuatmen. Außerdem erweckst du gleich einen zuverlässigen Eindruck.

Je nach Größe des Unternehmens beginnt dein Vorstellungsgespräch bereits außerhalb der eigentlichen Gesprächsrunde. In der Regel musst du dich bei deiner Ankunft an der Pforte oder am Empfang vorstellen und wirst dann entweder weitergeleitet oder abgeholt. Sorge dafür, dass du freundlich und offen bist.

Begrüßung und Small Talk

Die Begrüßung ist der aufregendste Moment – sowohl für dich als auch für den Personaler. Wichtig ist hierbei: Überlasse den ersten Schritt dem Personaler und lass dich von ihm leiten. Bietet er dir einen Händedruck an, dann erwidere diesen. Bietet er dir einen Platz an, dann setz dich.

Wenn du von mehreren Personen in Empfang genommen wirst, solltest du jeden Gesprächspartner mit einem Handschlag begrüßen. Probiere, dir dabei die Namen einzuprägen und achte darauf, dass du einen angebracht festen Händedruck hast.

TIPP Um sich direkt die Namen merken zu können, ist es hilfreich, den Namen in einem sinnvollen Kontext direkt zu wiederholen.
Du kannst beispielsweise sagen:

„Frau Muster, freut mich.“
„Schön Sie kennenzulernen, Herr Mustermann.

Kannst du dir die Namen nicht alle merken, frage zur nächsten Gelegenheit freundlich nach. Das ist besser, als einen falschen Namen zu verwenden. Jeder hat Verständnis für deine Nervosität.

Nach der offiziellen Begrüßung findet der erste Small Talk statt. Du wirst gefragt, wie deine Anreise war und ob du gut hergefunden hast. Dabei darfst du ruhig ein bisschen plaudern und freundlich antworten, das sorgt für Sympathie und deine eigene Entspannung. Im Verlauf des Gesprächs ist es völlig normal, dass immer wieder kurze persönlichere Nebengespräche entstehen.

Solche Gespräche gehören dazu, können aber auch ein Trick des Arbeitgebers sein, um dich zu testen. Überlege dir daher bereits vor deinem Bewerbungsgespräch, welche deiner Eigenschaften und privaten Unternehmungen sich für diesen Job eignen.




Selbstpräsentation

In der Selbstpräsentationsphase geht es um ein erweitertes Kennenlernen. Der Personaler hat hier die Möglichkeit, dich live zu erleben. Er wird die Zeit nutzen, um deine Angaben aus deiner Bewerbungsmappe zu überprüfen und festzustellen, ob du einen Bezug zum Unternehmen, der ausgeschriebenen Stelle und deinen Kompetenzen herstellen kannst.

Diese Phase wird in der Regel mit folgenden Sätzen eingeleitet:

„Erzählen Sie doch mal etwas über sich.“
„Stellen Sie sich doch bitte einmal kurz vor.“

Du hast nun zwischen drei und fünf Minuten Zeit, dich kurz und knackig vorzustellen und aufzuzeigen, warum du dich für diesen Job eignest.

  • Beziehe deine Kompetenzen und Erfahrungen auf die Stelle und das Unternehmen
  • Sei ehrlich und werbe für dich, ohne zu übertreiben
  • Lasse Vorzüge einfließen aber verzichte dabei auf Selbstverständlichkeiten
    (wie Pünktlichkeit, Motivation und Teamfähigkeit)
STIFT Es gibt verschiedene Arten der Selbstpräsentation wie die klassische Variante ohne Hilfsmittel, mithilfe einer Flipchart / Tafel oder mit einer PowerPoint-Präsentation. Dabei verleiht dir eine gute Vorbereitung Selbstvertrauen und sorgt für einen souveränen Auftritt.

Bevor es nun in die berühmt-berüchtigte Fragerunde geht, ist der Personaler an der Reihe. Dabei wird normalerweise das Unternehmen sowie dessen Produkte / Dienstleistungen vorgestellt. In dieser Zeit hörst du konzentriert zu, signalisierst deinem Gegenüber durch Nicken deine Aufmerksamkeit und machst dir Notizen, um in der Rückfragen-Runde auf konkrete Aspekte eingehen zu können.

Rückfragen

Du hast es schon fast geschafft. Nun folgt die Phase, in der du Rückfragen stellen kannst. Wann immer du die Gelegenheit für Rückfragen bekommst, solltest du sie unbedingt nutzen, um dein Interesse zu untermauern. Nutze deine vorbereiteten Fragen sowie deine Notizen, um ein genaues Bild von dem Arbeitgeber zu erhalten.

Hier darfst du nicht nur nach konkreten Arbeitsabläufen oder dem Betriebsklima fragen, sondern auch nach deinem Gehalt, Weiterbildungsmöglichkeiten oder der Anzahl deiner Urlaubstage.

Über das Gehalt reden

Vielleicht kennst du das Sprichwort: „Über Geld spricht man nicht.“ Diesen Satz solltest du aus deinem Kopf verbannen, denn in einem Bewerbungsgespräch ist es völlig normal, über das Gehalt zu sprechen. Hier sind Timing und die richtige Vorbereitung gefragt.

TIPP Vor deinem Gespräch solltest du dich über deinen Marktwert erkundigt haben.

Zuverlässige Informationen zu der Gehaltsspanne bekommst du durch branchenspezifische Gehaltstabellen, die du im Internet findest. Gute Anlaufstellen sind beispielsweise www.gehalt.de, www.gehaltsvergleich.de oder www.nettolohn.de.

Oft ergreift der Personaler die Initiative und leitet das Thema mit der Frage nach deinem vorherigen Gehalt oder deiner Gehaltsvorstellung ein. Du musst jedoch keine konkreten Zahlen nennen. Es ist völlig ausreichend und sogar von Vorteil, wenn du eine Gehaltsspanne deines Bruttojahresgehalts vorgibst. So bleibst du flexibel, wenn es bei den Vertragsverhandlungen dann um konkrete Zahlen geht .

Sollte der Personaler das Thema Gehalt umschiffen, darfst du ihn galant wieder auf Kurs bringen, indem du dich z.B. nach der Wochenarbeitszeit und den Überstunden-Regelungen erkundigst. Oft führen diese Details automatisch zum Thema Tarifstufen oder Gehaltsvorstellungen.

Hilft das nichts, dann erkundige dich freundlich, aber bestimmt nach den Gehaltsvorstellungen, indem du direkt danach fragst.

Verabschiedung

Geschafft, das Ende deines Bewerbungsgesprächs ist in greifbarer Nähe. Zum Abschluss klärt der Personaler dich kurz über das weitere Vorgehen auf. Dabei wird er dir voraussichtlich eine Frist nennen, in der sich das Unternehmen entscheiden wird und bis wann du eine Rückmeldung erwarten kannst.

Der Arbeitgeber führt durch das Vorstellungsgespräch und beendet es auch. Das Gespräch endet mit der gegenseitigen Verabschiedung. Dabei kannst du dich für die Einladung sowie das freundliche Gespräch bedanken und dich mit einem optimistischen Händedruck verabschieden.

TIPP Dein Bewerbungsgespräch ist zwar zu Ende, dennoch kannst du deine Job-Chancen noch erhöhen. Ein sogenanntes Dankesschreiben“ kann den positiven Eindruck verstärken. Dieses kannst du ein, zwei Tage nach dem Gespräch einfach per Mail verschicken.

In dem Schreiben bedankst du dich erneut für die Einladung und unterstreichst, dass das Vorstellungsgespräch deinen Wunsch, für das Unternehmen zu arbeiten, bestärkt hat.

Beispiel-Formulierung:

Sehr geehrte Frau Muster,

ich möchte mich erneut für das sehr angenehme Gespräch gestern bedanken. Besonders Ihre Erläuterungen zum Projekt XY haben mein Interesse geweckt. Darüber hinaus ist mir die Atmosphäre in Ihrem Unternehmen positiv aufgefallen. Ich kann mir nach wie vor sehr gut vorstellen, ein Teil Ihres Teams zu werden.

Mit freundlichen Grüßen
Max Mustermann

Typische Fragen und Antworten

Jeder hat die klassischen Bewerbungsfragen schon einmal gehört und dennoch fällt es uns oft schwer, sie locker und gleichzeitig souverän zu beantworten. Doch keine Panik: Es gibt zwar Personaler, die gezielt versuchen, dich mit schwierigen Fragen zu verunsichern, aber die bilden die Ausnahme.

Deinem zukünftigen Arbeitgeber geht es vielmehr darum, durch diverse Fragen mehr über dich, deine Persönlichkeit und deine Reaktionen zu erfahren. Bleibe gelassen und lass dich nicht aus dem Konzept bringen. Das gilt vor allem dann, wenn du doch einmal ins Stottern gerätst.

Damit es dir gelingt, einen kühlen Kopf zu bewahren, findest du in unserem Artikel „Fragen im Vorstellungsgesprächausführliche Informationen zum Umgang mit den klassischen Fragen wie:

  • „Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“
  • „Warum wollen Sie Ihren Job wechseln?“
  • „Warum wollen Sie überhaupt für unser Unternehmen arbeiten?“

Darüber hinaus liefern wir dir viele weitere, praktisch anwendbare Tipps und Tricks für dein Bewerbungsgespräch. Wir zeigen dir zum Beispiel, was unzulässige Fragen sind und wie du richtig darauf reagieren kannst, falls sie dir trotzdem gestellt werden.

Stärken und Schwächen

Eine weitere beliebte Frage ist die nach deinen Stärken und Schwächen. Bei dieser Frage geht es darum, deine Kritikfähigkeit und deine Selbstreflexion zu testen. Natürlich gibt es bei uns allen Bereiche, die wir gut oder nicht so gut können, aber nicht alle sind für ein Bewerbungsgespräch interessant.

Grundlegend eignen sich hier Soft Skills als Antwort. Also soziale und persönliche Kompetenzen, die sich zwar zunächst schwer überprüfen lassen, aber eine direkte Auswirkung auf deine Arbeitsweise haben.

TIPP Passende Beispiele und wichtige Hinweise dazu findest du in unserem Artikel „Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch“.

Verhalten während des Vorstellungsgesprächs

Ein weiterer wichtiger Faktor ist dein Verhalten während des Gesprächs. Unsere Körpersprache – also Blick, Gestik und Mimik – machen einen großen Teil unserer Kommunikation aus. Natürlich ist eine leichte Nervosität normal, dennoch solltest du dich nicht verstellen und die folgenden Punkte beachten.

Vorstellungsgespräch Coaching

Körpersprache

Unsere Gestik und Mimik spielen beim Vorstellungsgespräch eine wichtige Rolle und machen in einem Gespräch grundlegend 55% der menschlichen Kommunikation aus. Du solltest dir daher darüber bewusst sein, dass du mit deiner Körpersprache oft mehr aussagst, als dir lieb ist.

Deine Sitzhaltung sollte signalisieren, dass du aufmerksam und gleichzeitig entspannt bist:

  • Oberkörper aufrecht halten
  • Rücken an den Stuhl anlehnen

No-Gos bei der Körpersprache:

  • An der Stuhlkante sitzen (signalisiert Nervosität)
  • Auf dem Stuhl „hängen“ (wirkt desinteressiert)

Im Laufe des Gesprächs zeigst du deinem Gesprächspartner Interesse, indem du dich ihm etwas entgegenlehnst und den Kopf in seine Richtung neigst. Außerdem kannst du dich an dem Verhalten deines Gegenübers orientieren. Zieht der Personaler z.B. sein Jackett aus und kommuniziert locker mit dir, kannst du dieses Verhalten übernehmen.

TIPP Personaler achten nicht immer auf ihre eigene Körpersprache und du kannst lernen, diese Signale zu deuten. Wenn sie sich beispielsweise über etwas ärgern, wird dies durch Kopfschütteln, Seufzer oder das Zurücklehnen im Stuhl mit gefalteten Händen signalisiert.

In diesem Fall ist es empfehlenswert, das Vorstellungsgespräch in eine andere Richtung zu lenken oder deinen Standpunkt verständlicher zu erklären. Meist hast du so noch die Möglichkeit, einen negativen Eindruck zu vermeiden.

Blickkontakt

Durch deinen direkten Blickkontakt vermittelst du Selbstvertrauen und Aufmerksamkeit. Du solltest daher bei deinem Vorstellungsgespräch versuchen, alle Gesprächspartner in gleichem Maße anzuschauen.

Wenn dir jemand eine Frage stellt, dann schaue immer die sprechende Person an. Beim Beantworten der Fragen solltest du versuchen, den Blickkontakt auch mit den anderen Gesprächsteilnehmern herzustellen, um diese bewusst in das Gespräch einzubeziehen.

TIPP Achte darauf, nicht zu starren oder den Kontakt künstlich aufrechtzuerhalten. Sollte es dir im Alltag bereits schwerfallen, Blickkontakt zu halten, kannst du dies vorab bewusst trainieren.

Wohin mit den Händen?

Während des Bewerbungsgesprächs wissen viele nicht, was sie mit ihren Händen machen sollen. Im besten Fall sollte deine Gestik deine Aussagen unterstützen und hervorheben.

Wenn dir Fragen gestellt werden, ist es von Vorteil, deine Hände locker im Schoß oder auf dem Tisch liegen zu lassen oder auf den Armlehnen abzulegen. Wichtig ist, dass deine Hände ruhig und kontrolliert bleiben.

No-Gos bei der Gestik:

  • Arme ineinander Verschränken (wirkt unsicher und abwehrend)
  • Mit den Händen „spielen“ (z.B. kneten, reiben oder am Ring spielen)
  • Beine wippen (wirkt nervös und unruhig)
  • Mit den Haaren / dem Bart spielen (signalisiert Desinteresse)
TIPP Bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist es sinnvoll, das Gespräch mit Freunden oder der Familie zu üben.

Spreche sie darauf an, ob ihnen unbewusste Verhaltensweisen bei dir aufgefallen sind und versuche, in einem weiteren Testdurchlauf mehr darauf zu achten. Bist du dir deiner Ticks erst einmal bewusst, kannst du sie einfacher vermeiden.

Alles auf einen Blick: Tipps fürs Vorstellungsgespräch

Ein Bewerbungsgespräch ist und bleibt ein aufregendes Ereignis. Vor allem Berufsanfänger sind vor ihren ersten Vorstellungsgesprächen oft sehr nervös und unsicher. Damit du die Situation dennoch souverän meistern und dich währenddessen sicher fühlen kannst, haben wir dir hier noch einmal die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Vor dem Bewerbungsgespräch

  1. Die richtige Vorbereitung ist alles
    Wenn du dich im Vorfeld gut über das Unternehmen informiert hast, fühlst du dich direkt viel sicherer und weniger gestresst. Zahlreiche Informationen über deinen zukünftigen Arbeitgeber findest du im Internet.
  2. Übung macht den Meister
    Frage deine Familie oder Freunde, ob du mit ihnen ein Vorstellungsgespräch üben kannst. Dabei sollten sie dir unbedingt Fragen über das Unternehmen sowie zu deinen Stärken und Schwächen stellen.
  3. Kleider machen Leute
    Suche dir ein angemessenes Outfit heraus, in dem du dich wohlfühlst. Verzichte als Frau auf unnötig hohe Absätze, einen zu tiefen Ausschnitt und starkes Make-up. Als Mann solltest du darauf achten, dass deine Haare und dein Bart gepflegt aussehen.
  4. Gutes für Körper und Seele
    Achte darauf, dass du vor deinem Bewerbungsgespräch ausreichend Schlaf bekommst. Genauso wichtig ist es, vorab eine ausgewogene und gesunde Mahlzeit zu dir zu nehmen.
  5. Zeitplanung
    Plane dir von Beginn an einen ausreichenden Zeitpuffer ein. Um nicht unter Zeitdruck zu geraten, solltest du mindestens eine Stunde zusätzlich kalkulieren.

Während des Vorstellungsgesprächs

  1. Der erste Eindruck zählt
    Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Gehe mit einem Lächeln in das Gespräch, begrüße die Personaler mit einem festen Händedruck und zeige eine aufrechte Körperhaltung. Diese Signale zeugen von einem selbstbewussten Charakter.
  2. Sei du selbst
    Spiele deinem Gegenüber nichts vor. Solltest du den Job bekommen, willst du dich schließlich nicht deine gesamte Berufslaufbahn über verstellen müssen. Bleibe professionell, freundlich und sympathisch.
  3. Achte auf deine Körpersprache
    Sorge dafür, dass du aufrecht sitzt und deine Hände überwiegend locker in deinem Schoß oder auf dem Tisch liegen. Halte Blickkontakt mit deinem direkten Gesprächspartner und probiere, alle Beteiligten gleichermaßen anzuschauen.
  4. Sei souverän
    Wenn du trotz aller Vorbereitung ins Straucheln geraten solltest und dich vielleicht versprichst, ist das nicht schlimm. Wichtig ist jedoch, dass du am Ball bleibst und weitermachst. Das zeigt dem Arbeitgeber, dass du dich von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt und bei Fehlern einen kühlen Kopf behältst.

Nach dem Gespräch

  1. Verabschiedung
    Verabschiede dich freundlich mit einem optimistischen Händedruck und bedanke dich für die Zeit sowie das offene Gespräch.
  2. Reflexion
    Nimm dir nach deinem Gespräch etwas Zeit, um dein Vorstellungsgespräch zu reflektieren. Mache dir Notizen und notiere dir noch offene Fragen oder Unstimmigkeiten. Diese können dich bei einer möglichen zweiten Runde oder deinem Entscheidungsprozess unterstützen.
  3. Dankesschreiben
    Mit einer E-Mail ein, zwei Tage nach deinem Gespräch kannst du deinen positiven Eindruck noch einmal verstärken und vermitteln, dass du stark an dem Job interessiert bist.




Checkliste für dein Vorstellungsgespräch

Damit du bei all den Tipps und notwendigen Schritten den Überblick behältst und dich bestens auf dein Vorstellungsgespräch vorbereiten kannst, haben wir hier eine umfangreiche Checkliste für dich vorbereitet.

Checkliste für das Bewerbungsgespräch herunterladen

Zweites Vorstellungsgespräch

Vor allem in größeren Unternehmen und bei hochrangigen Jobs ist es üblich, dass es noch ein zweites Bewerbungsgespräch gibt. Wenn du zu einer weiteren Gesprächsrunde eingeladen wirst, hast du in der ersten Runde überzeugt, dennoch wurde die endgültige Entscheidung noch nicht getroffen. Daher solltest du dich auch für das zweite Gespräch optimal vorbereiten.

Der Ablauf einer zweiten Bewerberrunde ist etwas sehr Individuelles. Vom Assessment Center über ein gemeinsames Mittagessen bis hin zur normalen Gesprächsrunde ist alles möglich. Es ist daher völlig legitim, dich nach Eingang der Einladung telefonisch nach dem Ablauf zu erkundigen, solltest du dazu keine näheren Informationen erhalten haben.

STIFT Um dich optimal vorbereiten zu können, findest du in unserem Artikel „Das zweite Vorstellungsgespräch“ viele weitere Informationen und tolle Tipps und Tricks.