Grundlegende Informationen zum Telefoninterview

Ein Telefoninterview unterscheidet sich in einigen grundsätzlichen Punkten von einem normalen Bewerbungsgespräch oder einem Online-Interview, dementsprechend musst du die Änderung einiger Rahmenbedingungen beachten.

Gründe für Telefoninterviews

Deine mühevoll erstellte Bewerbung hat sich ausgezahlt und jetzt steht ein Vorstellungsgespräch an? Super! Aber huch, du wurdest nicht gebeten, persönlich vorbeizuschauen, sondern zu einem Telefoninterview eingeladen?

Dies kann verschiedene Gründe haben:

  • Klären offener Fragen, deren Antworten deiner Bewerbung nicht zu entnehmen sind
  • Personaler möchten eine Vorauswahl unter allen Kandidaten treffen
  • Ein erstes Kennenlernen
  • Anfahrt, Zeit und Kosten ersparen (zum Beispiel bei Bewerbungen im Ausland)

Der Grund für ein Telefoninterview verrät möglicherweise etwas über den Umfang des Bewerbungsgesprächs. Also höre gut zu, was der Personaler dir bei der Anfrage für das Gespräch sagt.

Oft wird das Telefonat als eine Art Vorauswahl für ein Assessment-Center genutzt, wofür nur eine gewisse Bewerberanzahl zugelassen ist.

Antwort auf den Terminvorschlag

In den meisten Fällen wird dir ein Termin oder sogar mehrere Termine vorgeschlagen. Wenn du auf die Einladung antworten und einen Zeitpunkt bestätigen möchtest, kannst du einfach eine E-Mail an den zuständigen Personaler schreiben.

Zitatbox

Beispielformulierung für eine Zusage:

„Sehr geehrte Frau Muster,

vielen Dank für die Einladung zum Telefoninterview.
Gerne möchte ich Ihnen mit dieser E-Mail den vorgeschlagenen Termin am TT.MM.JJJJ um 10 Uhr bestätigen. Falls sich etwas ändern sollte, lassen Sie es mich selbstverständlich wissen.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria Mustermann“

Es ist kein passender Terminvorschlag dabei? Kein Problem! Du kannst freundlich erwähnen, dass es dir nicht möglich ist, einen der Termine einzurichten und dementsprechend ein paar Alternativtermine mitsenden. Das Unternehmen wird dir dann Rückmeldung dazu geben.

Zitatbox

Beispielformulierung für Alternativtermine:

„Sehr geehrter Herr Muster,
ich habe mich sehr über die Einladung zum Telefoninterview gefreut. Die vorgeschlagenen Termine kann ich so leider nicht einrichten. Daher biete ich Ihnen folgende Alternativen:

  • TT.MM.JJJJ 12-18 Uhr
  • TT.MM.JJJJ ganztägig

Falls Ihnen einer der Termine zusagt, lassen Sie es mich gerne wissen!

Mit freundlichen Grüßen,
Max Mustermann“

Achte beim Abgeben eines Alternativvorschlags darauf, dass dein Interesse an dem Bewerbungsgespräch deutlich wird und es nicht wie eine Ausrede für eine Absage klingt!
Natürlich kannst du auch einfach deine Absage mitteilen, falls du doch nicht mehr an dem Job interessiert bist.

Zitatbox

Beispielformulierung für eine Absage:

„Sehr geehrter Herr Muster,

ich habe Ihre Einladung zum Telefoninterview erhalten und bedanke mich vielmals dafür. Leider muss ich Ihnen jedoch mitteilen, dass ich kein Interesse mehr an der ausgeschriebenen Stelle habe.
Vielen Dank für Ihre Mühe und weiterhin viel Erfolg für die Zukunft Ihres Unternehmens.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria Mustermann“

Wer ruft wen an?

Deine Wunschfirma könnte dich unerwartet anrufen. Nimm Anrufe unbekannter Nummern an. Es könnte sich dein potenzieller Arbeitgeber dahinter verbergen. Unabhängig davon, wer dich anruft, solltest du dich während des Bewerbungszeitraums am besten immer mit vollem Namen am Telefon melden!

Die Anfrage für das Telefoninterview kommt entweder per E-Mail oder bereits direkt per Anruf. Wenn daraus nicht klar wird, wie das weitere Vorgehen ist, kannst du zum Beispiel in deiner Antwortmail oder direkt am Telefon nachfragen, ob du zum angegebenen Termin anrufen sollst oder angerufen wirst.

Dauer eines Telefoninterviews

Grob lässt sich sagen, dass ein Telefoninterview zwischen 30 und 60 Minuten dauert. Das kann aber von Unternehmen zu Unternehmen variieren. Du solltest immer genügend Zeit für das Gespräch einplanen, um auf keinen Fall das Telefonat vorzeitig abbrechen zu müssen.

Es kann passieren, dass der Anruf nicht zur verabredeten Zeit eingeht. Lass dich dann bloß nicht verrückt machen, wenn sich der Personaler nicht sofort meldet! Es kann immer mal sein, dass etwas dazwischenkommt. Allerdings solltest du dich nicht verspäten, denn das macht einen schlechten Eindruck.

DOKUMENT Um dir einen kompletten Überblick zu verschaffen erhältst du weiter unten einen kostenlosen Leitfaden zum Download.

Vor dem Interview – Die ideale Vorbereitung

Die ersten Schritte hast du bereits gemeistert. Du hast dich mit dem Unternehmen auf einen Termin geeinigt und möchtest jetzt mit der Vorbereitung auf das Interview beginnen.

Bereite dich auf die wichtigsten Fragen vor

Grundsätzlich kannst du dich so vorbereiten, wie du es auch für ein persönliches Vorstellungsgespräch tun würdest. Suche Informationen über das Unternehmen und beispielsweise dessen Werte heraus oder mache dir Notizen zur Beantwortung von typischen Fragen im Bewerbungsgespräch.

Typische Fragen sind zum Beispiel:

  • Warum wollen Sie für unser Unternehmen arbeiten?
  • Warum sollten wir gerade Sie einstellen?
  • Warum wollen Sie Ihren Job wechseln?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Auf unserer Seite zum Thema „Typische Fragen im Bewerbungsgespräch“ findest du eine Vielzahl an möglichen Fragen mit den passenden Antworten.

DOKUMENT Falls dir das Formulieren deiner Stärken und Schwächen schwerfällt, findest du Beispiele für Fragen und Antworten sowie einen Selbsttest auf unserer Seite „Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch“.

Der Vorteil eines Telefongesprächs ist, dass du deine Bewerbungsunterlagen, wie zum Beispiel deinen Lebenslauf und dein Bewerbungsschreiben, aber auch deine privaten Notizen vor dir liegen haben kannst. Nutze sie als Orientierung bzw. Hilfestellung. Versuche, die wichtigsten Aspekte zusammenzufassen und alles zu sortieren. Denn bei fehlender Ordnung oder einer zu großen Masse an Material, kann Chaos entstehen.

Informiere dich genau über das Unternehmen

Zusätzlich zu deinen Notizen kannst du auf deinem Laptop die Firmenwebsite öffnen, um auch da auf Informationen zuzugreifen und diesbezügliche Fragen zu beantworten. Aber bedenke, dass das bloße Öffnen der Website und das Bereithalten deiner Unterlagen niemals eine gründliche Vorbereitung ersetzen!

Schau dir wiederholt die Stellenanzeige an, um zu wissen, was dieses Unternehmen konkret erwartet. Die angegebenen Anforderungen solltest du mit den Kompetenzen und Qualifikationen aus deinen Bewerbungsunterlagen verbinden. Wichtig ist auf jeden Fall, dass sich keine Unstimmigkeiten ergeben. Das lässt dich unglaubwürdig wirken.

Eine ausgiebige Recherche zu folgenden Themen kann hilfreich sein:

  • Die Standorte und der Hauptsitz des Unternehmens
  • Eine gründliche Auseinandersetzung mit Produkten und Dienstleistungen der Firma
  • Den Erfolg des Unternehmens nachverfolgen. Sicher gibt es einige Artikel im Internet. Auch ein Blick auf die Konkurrenz kann nicht schaden
  • Die Größe des Unternehmens und die genauen Kennzahlen
Mirko Bettenhausen

„Auch bei einem Telefoninterview ist es wichtig, sich genau wie für ein persönliches Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Informiere dich daher nicht nur über das Unternehmen an sich, sondern zeige auch Interesse für deinen Gesprächspartner, indem du dich schon im Vorfeld über XING oder LinkedIn informierst.“

Mirko Bettenhausen Fachautor von Bewerbung.net

Ablauf eines Telefoninterviews – Das erwartet dich

Nach der ausgiebigen Vorbereitung ist es endlich so weit. Der Tag des Telefoninterviews ist da! Neben der Vorbereitung ist es natürlich genauso wichtig, wie du dich im Gespräch präsentierst.

Um dir einen Überblick über die Phasen eines Telefoninterviews zu geben, blicken wir nun genauer auf die einzelnen Punkte und zeigen dir Beispielformulierungen und Tipps, sodass du dich optimal darauf einstellen kannst. Das Telefoninterview kann in seinen Phasen variieren, also bereite dich auch darauf vor, flexibel zu reagieren.

Ablauf eines Telefoninterviews

Der Einstieg – Begrüßung und Kennenlernen

Nachdem du dich auf förmliche Art am Telefon gemeldet hast, wird sich dein Gesprächspartner kurz mit Namen und Firmenname vorstellen. Bevor das eigentliche Bewerbungsgespräch startet, kannst du die Gelegenheit nutzen, dich für die Einladung zum Bewerbungsgespräch zu bedanken.

Die Begrüßungsphase geht oft mit ein wenig Small Talk einher, worauf du gerne eingehen sollst. Das lockert die Situation auf und nimmt dir die Anspannung.

Zitatbox

Hier ein paar Beispiele für den Gesprächseinstieg:

„Guten Tag, Herr Mustermann. Erst einmal möchte ich mich sehr für die Einladung zum Telefonat bedanken.“

„Ich freue mich, Sie kennenzulernen Frau Muster. Schön, dass wir uns auf einen Termin einigen konnten. Ich freue mich auf das Gespräch!“

Unternehmensvorstellung und Selbstpräsentation

Überlasse nun den ersten Schritt deinem Telefonpartner und lasse ihn in Ruhe zu Wort kommen. In der Regel wird jetzt der Ablauf des Telefonates, eine kurze Selbstvorstellung von sich und vom Unternehmen preisgegeben. Hier bleibst du erst einmal ruhig und hörst genau zu, um dir schon Gedanken zu möglichen Rückfragen zu machen.

Als Nächstes wird der Personaler dich wahrscheinlich darum bitten, dich selbst zu präsentieren. Wichtig für deine kurze Selbstdarstellung: Achte darauf, dass du nicht bloß deinen Werdegang abklapperst. Dein Arbeitgeber möchte etwas über dich erfahren, was zwischen den Zeilen steht, also versuche, in drei bis fünf Minuten das Wesentliche über dich mitzuteilen.

Den ausgedruckten Lebenslauf hat er vermutlich selbst vor sich liegen. Mache dir also im Vorfeld Gedanken darüber, was du gerne von dir preisgeben und was du besonders hervorheben möchtest. Folgende Leitfragen kannst du in deiner Präsentation beantworten und anschließend auf einem Blatt notieren, um sie möglichst reibungslos und frei vorzutragen.

  1. Wie ist dein Name, wie alt bist du und woher kommst du?
    Als Einstieg nennst du kurz alle Fakten über dich, um einen ersten Eindruck zu vermitteln. Diese Informationen weiß der Personaler zwar schon, sie geben dir jedoch die Möglichkeit nicht gleich in die Vollen zu gehen.
  2. Was ist dein bisheriger Werdegang?
    Nenne hier deinen letzten Abschluss, z.B. deine Ausbildung oder dein Studium. Je nach Fachrichtung kannst du nun erklären, warum du dich gerade dafür entschieden hast.
  3. Welche praktischen Erfahrungen hast du bereits gemacht?
    Praktika, ehrenamtliche Tätigkeiten und Auslandserfahrungen, die für den Job relevant sind, kannst du in Verknüpfung mit den wichtigsten Kompetenzen für die Stelle benennen.
  4. Hast du schon berufliche Erfahrung gesammelt?
    Wenn ja, beschreibe kurz deine Tätigkeit und versuche auch hier einen Bezug zu der jetzigen Stelle zu finden.

Zitatbox

Beispielformulierungen für eine Selbstpräsentation:

„Vielen Dank für die Chance, mich bei Ihnen vorzustellen. Mein Name ist Maria Musterfrau. Ich bin 24 und wohne derzeit in Köln. Dieses Jahr habe ich mein Studium im Bereich Design erfolgreich abgeschlossen. Warum ich mich gerade für diese Fachrichtung entschieden habe? Schon damals…“

„… ich habe bereits zwei Praktika im Kindergarten und ein Auslandsjahr als Au-pair absolviert. Dadurch ist der Wunsch in mir, später mit Kindern zusammenzuarbeiten, immer mehr gewachsen. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass… “

„Drei Kompetenzen habe ich in meinem beruflichen Werdegang gesammelt, die ich für diese Stelle mitbringe. Diese sind…“

Aus deiner Selbstdarstellung entstehen immer neue Punkte, die dein Telefonpartner gerne nutzt, um das Gespräch auszubauen. Bereite dich also auf weitere mögliche Fragen zu deiner Person vor, sodass du flexibel und selbstbewusst reagieren kannst.

Rückfragen und Organisatorisches

Wie auch im klassischen Vorstellungsgespräch ist zu empfehlen, zum Abschluss des Gesprächs ein paar eigene Fragen zu stellen. Das vermittelt deinem Gegenüber Interesse und hinterlässt einen positiven Eindruck. Fragen kannst du dir bereits im Voraus zu folgenden Themen überlegen:

  • Stellenausschreibung
  • Weiterbildungen
  • Arbeitsbereiche
  • Arbeitszeiten
  • Einstellungsverfahren

Auch Fragen, die sich während des Interviews ergeben, kannst du ohne Bedenken stellen. Versuche, deine Fragen in den Gesprächsverlauf einzubauen. Sollte das nicht funktionieren, schreibe dir Notizen auf. Du kannst dann einfach am Ende des Interviews nochmal nachhaken.

Zum Abschluss wirst du wahrscheinlich noch organisatorische Informationen über das weitere Vorgehen erfahren. Dein Telefonpartner nennt dir voraussichtlich eine Frist, in der sich das Unternehmen entscheiden wird. Bis dahin wirst du auf eine Rückmeldung warten müssen.

Die richtige Verabschiedung

So wie der Personaler das Gespräch eingeleitet hat, beendet er es auch. Nun habt ihr die Möglichkeit, euch formell zu verabschieden. Betone noch mal deinen Dank und deine Freude und gehe optimistisch aus dem Gespräch.

Zitatbox

„Ich bedanke mich noch mal herzlich für das aufschlussreiche Gespräch und freue mich auf Ihre Rückmeldung. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“

„Das Gespräch hat mich sehr gefreut und weiterhin darin bestärkt, dass meine Entscheidung, mich bei Ihnen zu bewerben, genau richtig war. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, auf Wiederhören.“

PRO Falls du bevorzugt mit Profis arbeiten möchtest, kannst du zum Beispiel ein exklusives Vorstellungsgespräch Coaching von den Karriereberatern unseres Partners Die Bewerbungsschreiber buchen.

Weitere Informationen

Telefoninterview Fragen und Beispielantworten

Unterschätze das Telefoninterview nicht und bereite dich ebenfalls, wie zu einem Vorstellungsgespräch, auf typische Fragen vor. Auch hier ist der Personaler schon an deinem Kommunikationsgeschick und deinen fachlichen Kenntnissen interessiert, um eine sinnvolle Vorauswahl treffen zu können. Das Telefoninterview mag zwar nicht so lang wie ein Bewerbungsgespräch sein, jedoch können dich Folgendes erwarten:

  • Fragen, die sich aus deiner Selbstpräsentation zu den Stationen aus dem Lebenslauf ergeben haben
  • Fragen zu deiner Motivation und Persönlichkeit
  • Fachliche Fragen, die für den Arbeitsbereich relevant sind
  • Und natürlich auch Stress- und Fangfragen

Fragen zur Motivation

Deine Motivation ist für den Personaler entscheidend, denn es wird schließlich ein Mitarbeiter gesucht, der am Ende vollen Einsatz bringt und dass auch so lange wie möglich.

Zitatbox

Was reizt Sie besonders an dieser Stelle?
„Ich arbeite schon seit über zehn Jahren im Marketing-Bereich und verfolge schon immer mit großem Interesse die Maßnahmen Ihres Unternehmens. In Ihrer Stellenbeschreibung sind mir sofort die Aufgabenbereiche der Optimierung von Marketing-Kanälen sowie die Planung und Erstellung von Social Media Content aufgefallen. Diese liegen vollkommen in meinem Erfahrungsbereich und ich habe große Freude daran, meine Fähigkeiten und Ideen dafür einzubringen.“

Haben Sie bereits Kenntnisse über unser Unternehmen / unsere Branche?
„Ihr Unternehmen wurde 1897 in Stuttgart von Max Mustermann gegründet. Beeindruckend finde ich, dass die Mitarbeiterzahl von nur drei auf die Belegschaft von 4500 gestiegen ist und nun einer der größten Auftraggeber im Bereich Siebverfahren ist. Durch Erweiterungen der Branchen in Verfahrens-, sowie Filtertechniken haben Sie ein weiteres sicheres Standbein aufgebaut, worin Sie den meisten Konkurrenten weit voraus sind.“

Gibt es etwas, das Sie am meisten an unserem Unternehmen begeistert?
„Sie sind der bekannteste Markt- und Wettbewerbsführer im Bereich Programmiertechnik. Das begeistert mich schon seit Jahren. Mir gefällt neben den Lösungen, die Sie bieten auch die Technik, die dahintersteckt. Mein Wunsch ist es, für die Zukunft ebenfalls professionell mit meinem Können daran mitzuwirken.“

Fragen zu deiner Persönlichkeit

Der Personaler möchte natürlich auch etwas über deine Person und deinen Charakter erfahren und stellt diese Fragen, um dich besser kennenzulernen. Er will wissen, wie flexibel du bist und ob du zu dem bestehenden Team passt.

Zitatbox

Was würde Ihr derzeitiger Chef über Sie sagen?
„Ich durfte oft Spezialprojekte und wichtige Kundenaufträge ausführen. Gerade mit der steigenden Verantwortung und meiner Beförderung zeigte er mir, dass er mit meinem Engagement sehr zufrieden war. Er würde sagen, dass ich stets pflichtbewusst und sorgfältig meine Aufgaben bewältigt habe.“

Hatten Sie bereits Misserfolge und wie sind Sie damit umgegangen?
„Durch die steigende Verantwortung wollte ich sehr schnell gute Ergebnisse vorweisen und habe den Fokus nicht stark genug auf die Qualität gelegt. Bei einem Feedbackgespräch ist mir das dann bewusst geworden und ich konnte meine Arbeitsweise reflektieren. Seitdem arbeite ich effizienter und sorgfältiger.“

Fragen über deine Arbeitsweise

Ob du den Anforderungen aus der Stellenanzeige entsprichst und wie du diese am Ende umsetzt, versucht der Personaler mit diesen Fragen herauszufinden. Er möchte mehr über deine Teamfähigkeit, Selbstorganisation und dein Zeitmanagement erfahren.

Zitatbox

Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
„Die Arbeit mit anderen Menschen bereitet mir große Freude. Ich sehe meine Stärke vor allem in meiner kommunikativen und stets freundlichen Art, die für den Verkauf sehr wichtig ist. Oft habe ich dafür ein positives Feedback erhalten.“

Stellen Sie sich vor, sie haben zu viele Aufgaben vor sich. Wie reagieren Sie und wie organisieren Sie sich selbst?
„Ich sortiere zuerst alle Aufgaben nach Dringlichkeit in einer Liste und versuche, keine wichtigen Deadlines zu verpassen. Die mit der höchsten Priorität werde ich zuerst anvisieren. Dabei gilt für mich stets, nicht aus der Fassung zu geraten.“

Machen Sie auch mal Überstunden?
„Ich versuche grundsätzlich effizient zu arbeiten, und alle Aufgaben in der Zeit zu erledigen, die mir vorgegeben ist. Wenn dies nicht gelingt und viel zu tun ist, bin ich auch bereit Überstunden zu machen.“

Stress- und Fangfragen

Stressfragen können gemein sein und einen ziemlich aus der Bahn werfen, wenn man ohnehin schon nervös ist. Hier möchte dein Telefonpartner wissen, wie hoch deine Stresskompetenz, Kreativität und Gelassenheit ist.

Zitatbox
Warum wollen Sie Ihren bisherigen Job aufgeben und was hat Ihnen daran nicht gefallen?
„Ich habe den Wunsch, in Zukunft mehr Aufgaben mit Verantwortung zu übernehmen und das war bisher in meinem Job nicht möglich. Mir fehlte das Gefühl, mein volles Potenzial ausnutzen zu können.“

Wann haben Sie sich das letzte Mal über einen Vorgesetzten hinweggesetzt und warum?
„Zuletzt hatte mein Vorgesetzter der Position X einen Mitarbeiter angeschrien und ihn auf persönlicher Ebene angegriffen. Ich bin dazwischengetreten und habe versucht, in aller Ruhe den Streit zu schlichten. Auch meinem Vorgesetzten habe ich in diesem Moment erklärt, dass es so nicht geht. Danach war auch alles wieder gut.“

Warum haben Sie denn so lange studiert?
„Zusätzliche Praktika und Jobs, die ich nebenher absolviert habe, waren nicht nur Verzögerungen meines Studiums, sondern haben mir einen großen Gewinn in meiner Erfahrung eingebracht.“

Es kann vorkommen, dass man nicht immer sofort die passende Antwort auf eine Frage parat hat. Da hilft es nur Ruhe zu bewahren, nicht in Panik zu verfallen und den Personaler um eine kurze Bedenkzeit zu bitten.

Typische Fragen an Auszubildende

Wer sich um eine Ausbildung bewirbt, wird in der Regel die gleichen Fragen bekommen wie ein normaler Bewerber auch. Jedoch können auch einige Fragen speziell deine Bewerbung als Azubi betreffen.

Zitatbox

Wieso haben Sie sich gerade für eine Ausbildung in diesem Bereich entschieden?
„Ich habe bereits ein Praktikum in einer Tischlerei absolviert und spannende Einblicke erhalten, wie die Arbeit mit Holzwerkstoffen mithilfe verschiedener Verfahren funktioniert, und fand dies sehr spannend.“

Warum machen Sie lieber eine Ausbildung, anstatt zu studieren / zur Schule zu gehen?
„Ich bin ein praktisch denkender Mensch und will mein erworbenes Wissen direkt in der Praxis umsetzen.“

Typische Fragen an Praktikanten

Auch Praktikanten erwartet häufig ein Telefoninterview. Hier kannst du dich auf folgende Fragen vorbereiten:

Zitatbox

Wie stellen Sie sich Ihren ersten Tag im Praktikum vor?
„Ich stelle mich erst einmal allen Kollegen und Vorgesetzten vor. Jemand zeigt mir die einzelnen Abteilungen, damit ich schonmal einen Überblick über Räumlichkeiten und mögliche Ansprechpartner erhalte. Danach werde ich mein Bestes versuchen und so gut es geht mitarbeiten und lernen. Zu Beginn wird es wahrscheinlich einige Fragen geben. Aber je schneller ich mich zurechtfinde, desto selbstständiger werde ich mit der Zeit.“

Wie sind Ihre Pläne nach dem Praktikum?
„Ich möchte danach weiterhin in einem Unternehmen tätig sein, um meine Fähigkeiten fachlich auszubauen. Ich wünsche mir auch die Möglichkeit, später eigene Projekte zu betreuen.“

Tipps für ein erfolgreiches Telefoninterview

Technische Probleme vermeiden

Damit es überhaupt zu einem Bewerbungsgespräch per Telefon kommen kann, solltest du sichergehen, dass unbekannte Nummern dich erreichen können und nicht geblockt werden. Außerdem muss während des Gesprächs eine gute Verbindung garantiert sein, um Komplikationen oder Verständnisprobleme zu vermeiden.

Störquellen verhindern

Sorge für ein ruhiges Umfeld und schaffe Lärmbelästigungen und Ablenkungen aus dem Weg. Hektik ist zu vermeiden, damit auch eine angenehme Atmosphäre entstehen kann. Für den Fall, dass dein Mund trocken wird oder du einen Hustenanfall bekommst, ist es ratsam, ein Getränk bereitzustellen.

Selbstsicherheit ist wichtig

Damit nicht plötzlich Nervosität und Unsicherheit aufkommen, übe schon im Vorfeld und hole dir Feedback von Freunden und Familie ein. Dabei ist es wichtig, dass du keine vorgefertigten Texte abliest, sondern dir Stichpunkte machst, an denen du dich dann orientieren kannst. Um dir der seriösen Situation bewusst zu werden und in eine selbstbewusste Haltung zu kommen, solltest du dich angemessen kleiden. So kannst du dich besser einfühlen.

Mirko Bettenhausen

„Um bei heiklen Fragen, zum Beispiel über Lücken im Lebenslauf, nicht ins Stottern zu kommen, kannst du passende Antworten in deinen Notizen unterbringen.“

Mirko Bettenhausen Fachautor von Bewerbung.net

(Körper)Sprache

Eine gewählte Ausdrucksweise sowie eine ruhige und deutliche Aussprache sind wichtig, um überzeugend zu handeln. Frage nach, wenn du etwas nicht verstanden hast und falle deinem Gegenüber nicht ins Wort, denn das wirkt unhöflich und vermittelt ein schlechtes Bild von dir.

Eine positive Ausstrahlung macht sich auch am Telefon bemerkbar! Achte also auf deine Mimik und Gestik, um freundlich zu wirken. Nimm dafür eine aufrechte Sitzhaltung ein und versuche zu lächeln, auch wenn es dein Telefonpartner nicht sehen kann.

Englisch im Telefoninterview

Je nachdem, auf welche Stelle oder bei welchem Unternehmen du dich bewirbst, kann es sein, dass die Sprache während des Telefoninterviews von Deutsch auf Englisch wechselt oder das gesamte Interview auf Englisch geführt wird. Sei also gerade bei internationalen Unternehmen darauf vorbereitet, dass du möglicherweise auf Englisch sprechen musst.

Falls du eine kleine Auffrischung oder Anregung benötigst, schau auf unserer Seite für Englisch im Vorstellungsgespräch vorbei. Hier findest du mögliche Fragen und Tipps zum Sprachstil.

Mache dir Notizen

Finde einen Weg, die wichtigsten Infos zu dokumentieren. Du kannst entweder Stift und Papier oder deinen Computer nutzen, um deine Notizen festzuhalten. Dies kann hilfreich sein, wenn du zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen wirst und das Telefoninterview in Erinnerung rufen möchtest oder wenn dir ausschlaggebende Infos vom Personaler mitgeteilt werden.

No-Gos

Mache dir keine Sorgen: Kein Arbeitgeber erwartet Perfektion von dir! Allerdings gibt es einige Sachen, die du vermeiden solltest.

  • Unhöflichkeit (unerlaubtes Duzen, den Personaler nicht aussprechen lassen, etc.)
  • Schlechte / gar keine Vorbereitung (vermittelt Desinteresse)
  • Unangebrachte Ansprüche stellen (z. B. überdurchschnittliches Gehalt)
  • Ständige Ein-Wort-Antworten geben
  • Überheblich werden

Nach dem Telefonat – Rückmeldung und Selbstreflexion

Du hast es geschafft! Nun gibt es trotzdem noch einige Dinge, die du tun kannst, um deine Erfahrung abzurunden und deine Chancen auf den Job zu steigern.

So bleibst du in Erinnerung

Wenn die Möglichkeit dazu besteht, biete dem Personaler an, Ergänzungen deiner Unterlagen per E-Mail zuzusenden. Ansonsten hast du die Option, dich später per E-Mail für das Gespräch zu bedanken. So erreichst du, dass du dich beim Unternehmen noch einmal ins Gedächtnis rufst und deinen Wiedererkennungswert gegenüber den anderen Kandidaten steigerst.

Zitatbox

Beispielformulierung:

„Sehr geehrte Frau Muster,

gerne möchte ich mich für das informative Telefonat bedanken. Hoffentlich konnte ich Ihnen so die Möglichkeit bieten, mich als Person besser kennenzulernen und alle offenen Fragen zu klären.
Falls doch noch Unklarheiten bestehen sollten, stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.
Ich freue mich, von Ihnen zu hören!

Mit freundlichen Grüßen,
Max Mustermann“

Falls du am Anfang des Gesprächs den Namen deines Gegenübers erfährst, notiere ihn und sprich den Personaler mit Namen an. Vor allem eine persönlich ausgerichtete Verabschiedung am Ende des Telefonats hinterlässt einen positiven Eindruck!

Rückmeldung nach dem Telefoninterview

Oft wird dir eine grobe Angabe dazu gegeben, wann du mit einer Rückmeldung nach dem Gespräch rechnen kannst. Hast du über diesen Zeitraum hinaus noch nichts vom Unternehmen gehört, ergreife Initiative und melde dich bei der Firma. Das zeigt Interesse und du bekommst Auskunft über den aktuellen Stand des Bewerbungsprozesses.

TIPP Achte darauf, nicht früher als zur angegebenen Zeit nachzufragen. Du könntest dadurch aufdringlich wirken.

Selbstreflexion

Nach dem Telefoninterview kannst du kurz durchatmen und dann alles noch einmal durchgehen. Was lief ganz gut und was ist vielleicht sogar ausbaufähig? Dokumentiere deine Erfahrungen, um sie dir beim nächsten Mal zunutze zu machen.

Fragen, die du dir stellen könntest, wären zum Beispiel:

  • Konnte ich alles, was ich mir vorgenommen habe, so umsetzen, wie ich es wollte?
  • War ich ausreichend vorbereitet oder könnte ich das nächste Mal mehr tun?
  • Welche Fragen wurden mir gestellt, auf die ich nicht vorbereitet war?
  • Kam ich mit der Anordnung meiner Unterlagen und Notizen gut zurecht?
  • Verlief meine Selbstpräsentationsphase gut oder sollte ich etwas abändern?
  • War der Ort für das Telefoninterview geeignet oder gab es Ablenkungen?

Leitfaden auf einen Blick – Kostenloser Download

Du möchtest einen generellen Überblick zum Thema Telefoninterview? Hier wartet ein kostenloser Leitfaden auf dich, dem du ganz leicht alles zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung entnehmen kannst.

JETZT LEITFADEN HERUNTERLADEN