Warum setzen Unternehmen das Telefoninterview ein?

Ein Telefoninterview unterscheidet sich in einigen grundsätzlichen Punkten von einem normalen Bewerbungsgespräch oder einem Online-Interview. Dementsprechend musst du einige Rahmenbedingungen beachten.

Aus diesen Gründen verwenden Unternehmen Telefoninterviews:

  • Klären offener Fragen, deren Antworten deiner Bewerbung nicht zu entnehmen sind
  • Personaler möchten eine Vorauswahl unter allen Kandidaten treffen
  • Ein erstes Kennenlernen ohne großen Aufwand
  • Anfahrt, Zeit und Kosten sparen (zum Beispiel bei Bewerbungen im Ausland)

Der Grund für ein telefonisches Bewerbungsgespräch verrät möglicherweise etwas über den Umfang. Also höre gut zu, was der Personaler dir bei der Anfrage für das Gespräch sagt. Oft wird das Telefonat als eine Art Vorauswahl für ein Assessment-Center genutzt, wofür nur eine gewisse Bewerberanzahl zugelassen ist.

Wie beliebt dieses Format ist, zeigt auch folgende Auswahl bekannter Arbeitgeber in Deutschland, die es in ihrem Bewerbungsprozess einsetzen:

  • Lidl
  • Deutsche Bahn
  • Deutsche Bank
  • Amazon
  • Commerzbank
  • Accenture
  • Ferchau
  • BASF

Folgende Vor- und Nachteile bietet dir das Telefoninterview:

Telefoninterview - Vor- und Nachteile

Wann erfolgt das Interview?

In den meisten Fällen wird dir ein Termin oder sogar mehrere Termine für ein Gespräch in naher Zukunft vorgeschlagen. Es kann jedoch vorkommen, dass dich Personaler ohne Ankündigung anrufen und ein Überraschungsinterview führen wollen.

In diesem Fall kannst du deine Selbstsicherheit sowie deine Hard- und Softskills spontan unter Beweis stellen. Wenn du dich zu überrumpelt fühlst oder wirklich keine Zeit hast, kannst du höflich um eine Terminverschiebung bitten.

Wie antworte ich auf einen Terminvorschlag?

Wenn dir Termine für ein späteres Gespräch vorgeschlagen werden, solltest du auf die Einladung antworten, auch wenn du kein Interesse hast. Du kannst einfach eine E-Mail an den zuständigen Personaler schreiben und den Termin zusagen, verschieben oder absagen.

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Beispielformulierungen für eine Zu- und Absage sowie eine Terminverschiebung:

„Sehr geehrte Frau Muster,

Zusage:

vielen Dank für die Einladung zum Telefoninterview.
Gerne möchte ich Ihnen mit dieser E-Mail den vorgeschlagenen Termin am TT.MM.JJJJ um 10 Uhr bestätigen. Falls sich etwas ändern sollte, lassen Sie es mich selbstverständlich wissen.

Terminvorschlag:

ich habe mich sehr über die Einladung zum Telefoninterview gefreut. Die vorgeschlagenen Termine kann ich so leider nicht einrichten. Daher biete ich Ihnen folgende Alternativen:

  • TT.MM.JJJJ 12-18 Uhr
  • TT.MM.JJJJ ganztägig

Falls Ihnen einer der Termine zusagt, lassen Sie es mich gerne wissen!

Absage:

ich habe Ihre Einladung zum Telefoninterview erhalten und bedanke mich vielmals dafür. Leider muss ich Ihnen jedoch mitteilen, dass ich kein Interesse mehr an der ausgeschriebenen Stelle habe.
Vielen Dank für Ihre Mühe und weiterhin viel Erfolg für die Zukunft Ihres Unternehmens.

Mit freundlichen Grüßen
Maria Mustermann“

Wie lange dauert das Telefonat?

Grob lässt sich sagen, dass ein Telefoninterview zwischen 30 und 60 Minuten dauert. Das kann aber von Unternehmen zu Unternehmen variieren. Du solltest immer genügend Zeit für das Gespräch einplanen, um das Telefonat auf keinen Fall vorzeitig abbrechen zu müssen.

Es kann passieren, dass der Anruf nicht zur verabredeten Zeit eingeht. Lass dich dann nicht verrückt machen, wenn sich der Personaler nicht sofort meldet. Es kann immer mal sein, dass etwas dazwischenkommt. Allerdings darfst du dich nicht verspäten, da die Unpünktlichkeit des Bewerbers einen schlechten ersten Eindruck macht.

Wer ruft wen an?

Die Anfrage für das telefonische Vorstellungsgespräch kommt entweder per E-Mail oder bereits direkt per Anruf. Wenn daraus nicht klar wird, wie das weitere Vorgehen ist, kannst du zum Beispiel in deiner Antwortmail oder direkt am Telefon nachfragen, ob du zum angegebenen Termin anrufen sollst oder angerufen wirst. In der Regel ruft jedoch der einladende Arbeitgeber an.

Denke daran, dass dich deine Wunschfirma unerwartet anrufen kann. Nimm deshalb Anrufe unbekannter Nummern an, da sich dein potenzieller Arbeitgeber dahinter verbergen könnte. Unabhängig davon, wer dich anruft, solltest du dich während des Bewerbungszeitraums am besten immer mit vollem Namen am Telefon melden.

Vor dem Interview – Die richtige Vorbereitung

Die ersten Schritte hast du bereits gemeistert. Du hast dich mit dem Unternehmen auf einen Termin geeinigt und möchtest jetzt mit der Vorbereitung auf das Interview beginnen.

  • Bereite dich auf die wichtigsten (typischen) Fragen vor
    Grundsätzlich kannst du dich so vorbereiten, wie du es auch für ein persönliches Vorstellungsgespräch tun würdest. Im nächsten Abschnitt findest du viele Beispielfragen mit Antworten.
  • Informiere dich genau über das Unternehmen, die Stelle und den Gesprächspartner
    Präge dir den Unternehmensauftritt im Internet und die Stellenanzeige ein, um zu wissen, was dieses Unternehmen konkret macht und erwartet. Für einen guten Gesprächseinstieg kannst du dich in sozialen Netzwerken über deinen Ansprechpartner informieren.
  • Sei auf ein Überraschungsinterview vorbereitet
    Bereits nach dem Versand deiner Bewerbung solltest du jederzeit für ein Interview bereit und dementsprechend vorbereitet sein.
  • Vermeide technische Probleme
    Damit beim Bewerbungsgespräch per Telefon nichts schief geht, solltest du sichergehen, dass unbekannte Nummern dich erreichen können und nicht geblockt werden. Außerdem muss während des gesamten Gesprächs eine gute Verbindung garantiert sein, um Komplikationen oder Verständnisprobleme zu vermeiden.
  • Verhindere Störquellen
    Sorge für ein ruhiges Umfeld und schaffe Ablenkungen aus dem Weg. Hektik ist zu vermeiden, damit eine angenehme Atmosphäre entstehen kann. Für den Fall, dass dein Mund trocken wird oder du einen Hustenanfall bekommst, ist es ratsam, ein Getränk bereitzustellen.
  • Übe das Gespräch vorab mit Familie und Freunden
    Damit nicht plötzlich Nervosität und Unsicherheit aufkommen, mache vorab einen Testdurchlauf und hole dir Feedback von Freunden und Familie ein. Dabei ist es wichtig, dass du keine vorgefertigten Texte abliest, sondern dir Stichpunkte machst, an denen du dich dann orientieren und dich selbstsicher präsentieren kannst.
  • Kleide dich wie für ein reguläres Vorstellungsgespräch
    Um dir der seriösen Situation bewusst zu werden und in eine selbstbewusste Haltung zu kommen, solltest du dich angemessen kleiden. So kannst du dich besser ins Gespräch einfühlen.
  • Halte deine Bewerbungsunterlagen und Notizen bereit
    Der Vorteil eines Telefongesprächs ist, dass du deine Bewerbungsunterlagen und deine privaten Notizen vor dir liegen haben kannst. Nutze sie als Orientierung bzw. Hilfestellung und habe die wichtigsten Aspekte zusammengefasst und sortiert.
Mirko Bettenhausen

„Auch bei einem Telefoninterview ist es wichtig, sich genau wie für ein persönliches Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Informiere dich daher nicht nur über das Unternehmen an sich, sondern zeige auch Interesse für deinen Gesprächspartner, indem du dich schon im Vorfeld über XING oder LinkedIn informierst.“

Mirko Bettenhausen Fachautor von Bewerbung.net

Ablauf eines telefonischen Bewerbungsgesprächs

Neben der Vorbereitung ist es genauso wichtig, wie du dich im Gespräch präsentierst. Um dir einen Überblick über den grundsätzlichen Ablauf eines Telefoninterviews zu geben, blicken wir nun genauer auf die einzelnen Phasen und zeigen dir Beispielformulierungen und Tipps, sodass du dich optimal darauf einstellen kannst.

Ablauf eines Telefoninterviews

Der Einstieg – Begrüßung und Kennenlernen

Nachdem du dich auf förmliche Art am Telefon gemeldet hast, wird sich dein Gesprächspartner kurz mit Namen und Firmenname vorstellen. Bevor das eigentliche Bewerbungsgespräch startet, kannst du die Gelegenheit nutzen, dich für die Einladung zum Bewerbungsgespräch zu bedanken.

Die Begrüßungsphase geht oft mit ein wenig Small Talk einher, worauf du gerne eingehen sollst. Das lockert die Situation auf und nimmt dir die Anspannung.

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Ein Beispiel für einen möglichen Gesprächseinstieg:

„Guten Tag, Herr Mustermann. Erst einmal möchte ich mich sehr für die Einladung zum Telefonat bedanken. Ich freue mich auf das Gespräch mit Ihnen.“

Unternehmensvorstellung und Selbstpräsentation

Überlasse nun den ersten Schritt deinem Telefonpartner und lasse ihn in Ruhe zu Wort kommen. In der Regel wird jetzt der Ablauf des Telefonats, eine kurze Selbstvorstellung von sich und vom Unternehmen preisgegeben. Höre genau zu, um dir schon Gedanken zu möglichen Rückfragen zu machen.

Als Nächstes wird der Personaler dich wahrscheinlich darum bitten, dich selbst vorzustellen. Wichtig für deine kurze Selbstpräsentation: Achte darauf, dass du nicht deinen Werdegang komplett durchgehst, da dein Gesprächspartner deinen Lebenslauf vermutlich vor sich liegen hat.

Mache dir also im Vorfeld Gedanken über deine Person und teile deinem Gesprächspartner in drei bis fünf Minuten das Wesentliche mit.

Folgende Leitfragen kannst du beantworten und anschließend auf einem Blatt notieren:

  1. Wie ist dein Name, wie alt bist du und woher kommst du?
    Als Einstieg nennst du kurz alle Fakten über dich, um einen ersten Eindruck zu vermitteln. Diese Informationen kennt der Personaler zwar schon, sie geben dir jedoch die Möglichkeit, nicht gleich in die Vollen zu gehen.
  2. Was ist dein bisheriger Werdegang?
    Nenne hier deinen höchsten Abschluss, z. B. deine Ausbildung oder dein Studium. Je nach Fachrichtung kannst du erklären, warum du dich gerade dafür entschieden hast.
  3. Welche praktischen Erfahrungen hast du bereits gemacht?
    Praktika, ehrenamtliche Tätigkeiten und Auslandserfahrungen, die für den Job relevant sind, kannst du in Verknüpfung mit den wichtigsten Kompetenzen für die Stelle benennen.
  4. Hast du schon berufliche Erfahrung gesammelt?
    Wenn ja, beschreibe kurz deine Tätigkeit und achte darauf, dass du deine relevantesten Aufgaben und Kompetenzen sowie ggf. ein paar Erfolge nennst.

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Beispielformulierung für deine Selbstpräsentation:

„Vielen Dank für die Chance, mich bei Ihnen vorzustellen. Mein Name ist Maria Musterfrau. Ich bin 24 und wohne derzeit in Köln. Dieses Jahr habe ich mein Studium im Bereich Design erfolgreich abgeschlossen. Für diese Fachrichtung habe ich mich entschieden, weil…“

Aus deiner Selbstdarstellung entstehen immer neue Punkte, die dein Telefonpartner gerne nutzt, um das Gespräch auszubauen. Stelle dich also auf weitere Fragen zu deiner Person ein, sodass du flexibel und selbstbewusst reagieren kannst.

Rückfragen und Organisatorisches

Wie auch im klassischen Vorstellungsgespräch ist zu empfehlen, zum Abschluss des Gesprächs ein paar eigene Fragen zu stellen. Das vermittelt deinem Gegenüber Interesse und hinterlässt einen positiven Eindruck. Fragen kannst du dir bereits im Voraus zu folgenden Themen überlegen:

  • Stellenausschreibung
  • Weiterbildungen
  • Arbeitsbereiche
  • Arbeitszeiten
  • Einstellungsverfahren

Auch Fragen, die sich während des Interviews ergeben, kannst du ohne Bedenken stellen. Versuche, deine Fragen in den Gesprächsverlauf einzubauen. Sollte das nicht funktionieren, mach dir Notizen. Du kannst dann am Ende des Interviews nochmal nachhaken.

Zum Abschluss wirst du wahrscheinlich noch organisatorische Informationen über das weitere Vorgehen erfahren. Dein Telefonpartner nennt dir voraussichtlich eine Frist, in der sich das Unternehmen entscheiden wird. Bis dahin wirst du auf eine Rückmeldung warten müssen.

Die richtige Verabschiedung

Der Personaler hat das Gespräch eingeleitet und er beendet es auch. Nun habt ihr die Möglichkeit, euch formell zu verabschieden. Betone noch einmal deinen Dank und deine Freude, wie im folgenden Beispiel:

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„Das Gespräch hat mich sehr gefreut und weiterhin darin bestärkt, dass meine Entscheidung, mich bei Ihnen zu bewerben, genau richtig war. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Auf Wiederhören.“

Alle Beispielformulierungen stehen dir hier zusammengefasst und kostenlos zum Download zur Verfügung.

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Typische Fragen mit Beispielantworten im Telefoninterview

Unterschätze das Telefoninterview nicht und bereite dich wie für ein Vorstellungsgespräch auf typische Fragen vor. Auch hier ist der Personaler schon an deinem Kommunikationsgeschick und deinen fachlichen Kenntnissen interessiert, um eine sinnvolle Vorauswahl treffen zu können. Das Telefoninterview mag zwar nicht so lang wie ein Bewerbungsgespräch sein, jedoch kann dich Folgendes erwarten:

  • Fragen, die sich aus deiner Selbstpräsentation zu den Stationen aus dem Lebenslauf ergeben
  • Fragen zu deiner Motivation und Persönlichkeit
  • Fachliche Fragen, die für den Arbeitsbereich relevant sind
  • Und natürlich auch Stresstest- und Fangfragen

Fragen zur Motivation

Deine Motivation ist für den Personaler entscheidend, denn es wird schließlich ein Mitarbeiter gesucht, der vollen Einsatz bringt und dass auch so lange wie möglich.

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Was reizt Sie besonders an dieser Stelle?
„Ich arbeite seit über zehn Jahren im Marketing-Bereich und verfolge mit großem Interesse die Maßnahmen Ihres Unternehmens. In Ihrer Stellenbeschreibung sind mir sofort die Aufgabenbereiche der Optimierung von Marketing-Kanälen sowie die Planung und Erstellung von Social Media Content aufgefallen. Diese liegen vollkommen in meinem Erfahrungsbereich und ich habe große Freude daran, meine Fähigkeiten und Ideen dafür einzubringen.“

Haben Sie bereits Kenntnisse über unser Unternehmen / unsere Branche?
„Ihr Unternehmen wurde 1897 in Stuttgart von Max Mustermann gegründet. Beeindruckend finde ich, dass die Mitarbeiterzahl von nur drei auf eine Belegschaft von 4.500 gestiegen ist und ihre Firma nun einer der größten Auftraggeber im Bereich Siebverfahren ist. Durch Erweiterungen der Branchen in Verfahrens- und Filtertechniken haben Sie ein weiteres sicheres Standbein aufgebaut, worin Sie den meisten Konkurrenten weit voraus sind.“

Fragen zu deiner Persönlichkeit

Der Personaler möchte sicherlich etwas über deine Person und deinen Charakter erfahren und stellt diese Fragen, um dich besser kennenzulernen. Er will wissen, wie flexibel du bist und ob du in das bestehende Team passt.

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Was würde Ihr derzeitiger Chef über Sie sagen?
„Ich durfte oft Spezialprojekte und wichtige Kundenaufträge ausführen. Gerade mit der steigenden Verantwortung und meiner Beförderung zeigte er mir, dass er mit meinem Engagement sehr zufrieden war. Er würde sagen, dass ich meine Aufgaben stets pflichtbewusst und sorgfältig bewältige.“

Hatten Sie bereits Misserfolge und wie sind Sie damit umgegangen?
„Durch die steigende Verantwortung wollte ich sehr schnell gute Ergebnisse vorweisen und habe den Fokus nicht stark genug auf die Qualität gelegt. Bei einem Feedbackgespräch ist mir das dann bewusst geworden und ich konnte meine Arbeitsweise reflektieren. Seitdem arbeite ich effizienter und sorgfältiger.“

Fragen über deine Arbeitsweise

Ob du den Anforderungen aus der Stellenanzeige entsprichst und wie du diese am Ende umsetzt, versucht der Personaler mit diesen Fragen herauszufinden. Er möchte mehr über deine Teamfähigkeit, Selbstorganisation und dein Zeitmanagement erfahren.

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Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
„Die Arbeit mit anderen Menschen bereitet mir große Freude. Ich sehe meine Stärke vor allem in meiner kommunikativen und stets freundlichen Art, die für den Verkauf sehr wichtig ist. Oft habe ich dafür positives Feedback erhalten.“

Stellen Sie sich vor, sie haben zu viele Aufgaben vor sich. Wie reagieren Sie und wie organisieren Sie sich selbst?
„Ich sortiere zuerst alle Aufgaben nach Dringlichkeit in einer Liste und versuche, keine wichtigen Deadlines zu verpassen. Die mit der höchsten Priorität werde ich zuerst anvisieren. Dabei gilt für mich stets, nicht aus der Fassung zu geraten.“

Stresstest- und Fangfragen

Fangfragen können gemein sein und einen ziemlich aus der Bahn werfen, wenn man ohnehin schon nervös ist. Hier möchte dein Telefonpartner testen, wie hoch deine Stresskompetenz, Kreativität und Gelassenheit ist.

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Warum wollen Sie Ihren bisherigen Beruf aufgeben und was hat Ihnen daran nicht gefallen?
„Ich habe den Wunsch, in Zukunft mehr Aufgaben mit Verantwortung zu übernehmen und das war bisher in meinem Job nicht möglich. Mir fehlte das Gefühl, mein volles Potenzial ausnutzen zu können.“

Warum haben Sie eigentlich so lange studiert?
„Zusätzliche Praktika und Jobs, die ich nebenher absolviert habe, waren nicht nur Verzögerungen meines Studiums, sondern haben mir einen großen Gewinn in meiner Erfahrung eingebracht.“

Typische Fragen an Auszubildende

Wer sich um eine Ausbildung bewirbt, wird in der Regel die gleichen Fragen bekommen wie ein normaler Bewerber. Jedoch können einige Fragen speziell deine Bewerbung als Azubi betreffen.

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Wieso haben Sie sich gerade für eine Ausbildung in diesem Bereich entschieden?
„Ich habe bereits ein Praktikum in einer Tischlerei absolviert und spannende Einblicke erhalten, wie die Arbeit mit Holzwerkstoffen mithilfe verschiedener Verfahren funktioniert, und fand dies sehr spannend.“

Warum machen Sie lieber eine Ausbildung, anstatt zu studieren?
„Ich bin ein praktisch denkender Mensch und will mein erworbenes Wissen gerne direkt in die Praxis umsetzen.“

Typische Fragen an Praktikanten

Auch Praktikanten erwartet häufig ein Bewerbungsgespräch am Telefon. Mit den folgenden Beispielfragen kannst du dich auf diese Situation vorbereiten:

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Wie stellen Sie sich Ihren ersten Tag im Praktikum vor?
„Ich stelle mich erst einmal allen Kollegen und Vorgesetzten vor. Jemand zeigt mir die einzelnen Abteilungen, damit ich schonmal einen Überblick über Räumlichkeiten und mögliche Ansprechpartner erhalte. Danach werde ich mein Bestes versuchen und so gut es geht mitarbeiten und lernen. Zu Beginn wird es wahrscheinlich einige Fragen geben. Aber je schneller ich mich zurechtfinde, desto selbstständiger werde ich mit der Zeit.“

Wie sind Ihre Pläne nach dem Praktikum?
„Ich möchte danach weiterhin in einem großen Unternehmen tätig sein, um meine Fähigkeiten fachlich weiter auszubauen. Ich wünsche mir auch die Möglichkeit, später eigene Projekte zu betreuen.“

Diese und viele weitere Fragen mit Beispielantworten findest du hier in unserem kostenlosen Download-Dokument.

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Während des Interviews – Hilfreiche Tipps für deinen Erfolg

Folgende Tipps helfen dir dabei, ein erfolgreiches Telefonat als Bewerbungsgespräch zu führen.

  • Stimme und Ausdrucksweise beachten
    Eine gewählte Ausdrucksweise sowie eine ruhige und deutliche Aussprache sind wichtig, um überzeugend zu sein. Dies solltest du vorab in einem Testdurchlauf üben.
  • Aussprechen lassen und Pausen nutzen
    Falle deinem Gegenüber nicht ins Wort. Das wirkt unhöflich und vermittelt ein schlechtes Bild von dir. Außerdem solltest du Sprechpausen nutzen und nachfragen, wenn du etwas nicht verstanden hast.
  • Körpersprache einsetzen und lächeln
    Eine positive Ausstrahlung macht sich auch am Telefon bemerkbar! Achte also auf deine Mimik und Gestik, um freundlich zu wirken. Nimm dafür eine aufrechte Sitzhaltung ein und versuche zu lächeln, auch wenn es dein Telefonpartner nicht sehen kann.
Ben Dehn

„Um bei heiklen Fragen, zum Beispiel über Lücken im Lebenslauf, nicht ins Stottern zu kommen, kannst du passende Antworten in deinen Notizen unterbringen.“

Ben Dehn Fachautor von Bewerbung.net

  • Mache dir Notizen während des Gesprächs
    Finde einen Weg, die wichtigsten Infos zu dokumentieren. Du kannst entweder Stift und Papier oder deinen Computer nutzen, um deine Notizen festzuhalten. Dies kann hilfreich sein, wenn du zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen wirst und das Telefoninterview in Erinnerung rufen möchtest oder wenn dir ausschlaggebende Infos vom Personaler mitgeteilt werden.
  • Erwarte Englisch im Telefoninterview
    Je nachdem, auf welche Stelle oder bei welchem Unternehmen du dich bewirbst, kann es sein, dass die Sprache während des Bewerbungsgesprächs am Telefon von Deutsch auf Englisch wechselt oder das gesamte Interview auf Englisch geführt wird. Sei also gerade bei internationalen Unternehmen darauf vorbereitet, dass du möglicherweise Englisch sprechen musst.
  • Verabschiede dich höflich
    Dein Gesprächspartner wird dich besser in Erinnerung behalten, wenn du ihn mit seinem Namen ansprichst bzw. verabschiedest. Deshalb notiere dir den Namen direkt zu Beginn, sodass du dich nicht vertust oder versprichst.

Nichtsdestotrotz solltest du einige No-Gos beachten. Kein Arbeitgeber erwartet Perfektion von dir, allerdings gibt es einige Sachen, die du vermeiden solltest:

  • Unhöflichkeit (unerlaubtes Duzen, den Personaler nicht aussprechen lassen etc.)
  • Schlechte / gar keine Vorbereitung (vermittelt Desinteresse)
  • Unangebrachte Ansprüche stellen (z. B. überdurchschnittliches Gehalt)
  • Ständige Ein-Wort-Antworten geben
  • Überheblich werden
  • Ablenkungen durch Handy, Fernsehen etc.
Coaching für das Vorstellungsgespräch

Nach dem Telefonat – Rückmeldung und Selbstreflexion

Du hast es geschafft! Nun gibt es trotzdem noch einige Dinge, die du tun kannst, um deine Erfahrung abzurunden und deine Chancen auf den Job zu steigern.

Mit einer Danknachricht in Erinnerung bleiben

Wenn die Möglichkeit dazu besteht, biete dem Personaler an, Ergänzungen deiner Unterlagen per E-Mail zuzusenden. Ansonsten hast du die Option, dich später per E-Mail bei deinem Ansprechpartner für das Gespräch zu bedanken. So erreichst du, dass du dich beim Unternehmen noch einmal ins Gedächtnis rufst und deinen Wiedererkennungswert gegenüber den anderen Kandidaten steigerst.

Zitatbox

Beispielformulierung:

„Sehr geehrte Frau Muster,

gerne möchte ich mich für das informative Telefonat bedanken. Hoffentlich konnte ich Ihnen so die Möglichkeit bieten, mich als Person besser kennenzulernen und alle offenen Fragen zu klären.
Falls doch noch Unklarheiten bestehen sollten, stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.
Ich freue mich, von Ihnen zu hören!

Mit freundlichen Grüßen
Max Mustermann“

Rückmeldung nach dem Telefoninterview

Oft wird dir eine grobe Angabe dazu gegeben, wann du mit einer Rückmeldung nach dem Gespräch rechnen kannst. Hast du über diesen Zeitraum hinaus noch nichts vom Unternehmen gehört, ergreife Initiative und melde dich bei der Firma. Das zeigt Interesse und du bekommst Auskunft über den aktuellen Stand des Bewerbungsprozesses. Achte jedoch darauf, nicht früher als zur angegebenen Zeit nachzufragen, da du dadurch aufdringlich wirken könntest.

Selbstreflexion

Nach dem Telefoninterview kannst du kurz durchatmen bevor du noch einmal alles durchgehst. Dokumentiere deine Erfahrungen, um sie dir beim nächsten Mal zunutze zu machen.

Fragen, die du dir stellen könntest, sind zum Beispiel:

  • Was lief gut und was ist noch ausbaufähig?
  • Konnte ich alles, was ich mir vorgenommen habe, richtig umsetzen?
  • War ich gut vorbereitet oder könnte ich das nächste Mal mehr tun?
  • Welche Fragen wurden mir gestellt, auf die ich nicht vorbereitet war?
  • Kam ich mit der Anordnung meiner Unterlagen und Notizen gut zurecht?
  • Verlief meine Selbstpräsentationsphase gut oder sollte ich etwas abändern?
  • War der Ort für das Telefoninterview geeignet oder gab es Ablenkungen?

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