Erster Arbeitstag

Wichtige Inhalte in diesem Video

Du hast es geschafft, deine Bewerbung war erfolgreich und du hast deine Wunschstelle bekommen. Jetzt steht dein erster Tag im neuen Arbeitsverhältnis an, doch wie machst du den besten Eindruck, was sind absolute No-Gos und wie läuft so ein erster Tag überhaupt ab? All diese Fragen kläre ich in diesem Artikel, sodass du deinen neuen Arbeitgeber und deine Kolleg*innen gleich vom ersten Arbeitstag an von dir begeisterst.

Wie gelingt der ersten Arbeitstag im neuen Job?

Dein erster Arbeitstag im neuen Job steht an – ein Neuanfang, die nächste Stufe der Karriereleiter, eine weitere Erfahrung. Egal welche Vorstellungen du hast, die Frage, die du dir unweigerlich stellst: „Wie mache ich den besten ersten Eindruck?“.


Jeder Einstieg ist schwer, aber eine kleine Entwarnung vorweg – du bist nicht die erste Person, die sich in dieser Situation wiederfindet. Das ist zwar schön zu hören, bringt dich aber fürs Erste nicht weiter. Ich weiß zumindest noch, wie ich in deiner Lage nahezu alles hinterfragt habe, von „was sind die richtigen Schuhe“ bis hin zu „Was bringe ich am ersten Arbeitstag mit“. Zufriedenstellende Antworten fand ich damals nicht. Deshalb freut es mich umso mehr, dir diese jetzt zur Verfügung stellen zu können.


Grundsätzliches zuerst: Wie bei deinem Bewerbungsprozess ist die richtige Vorbereitung der Schlüssel. Hast du dich richtig auf den Tag vorbereitet, wird dich so leicht nichts aus der Ruhe bringen und du lässt deiner Nervosität keine Chance. Für eine gute Vorbereitung sind Informationen essenziell und diese sind nicht schwer zu bekommen, da du sie einfach bei Erhalt der Zusage oder bereits am Ende deines Vorstellungsgesprächs erfragen kannst.


Um eine möglichst umfassende Vorbereitung zu ermöglichen, solltest du dir zunächst drei essenzielle Fragen stellen:

  • Wann und wie lange findet mein erster Arbeitstag statt?

  • Was ist die richtige Kleidung für den ersten Arbeitstag?

  • Was muss ich für meinen ersten Arbeitstag mitbringen?

Wann und wie lange findet mein erster Arbeitstag statt?

Sei es durch Unpünktlichkeit, einen anderen Termin oder eine Verwechslung des Datums, mir fällt wenig Unangenehmeres ein, als den ersten Arbeitstag zu verpassen. Damit dir ein solcher Fauxpas erspart bleibt, habe ich ein paar Tipps für dich.


Datum und Dauer deines ersten Arbeitstages werden in der Regel nach oder im Zuge der Zusage des Unternehmens übermittelt. Ist das nicht der Fall, kannst du Angaben zur Arbeitszeit und zum frühesten Eintrittstermin meist in der entsprechenden Stellenausschreibung finden. Willst du sichergehen, fragst du am besten beim Unternehmen nach. Die Kontaktdaten deiner jeweiligen Ansprechpartner*innen sollten dir im Verlaufe deines Bewerbungsprozesses übermittelt worden sein.

Selten, aber noch immer oft genug kommt es vor, dass ein wichtiger Termin mit deinem Arbeitsantritt zusammenfällt. Gehe nicht einfach davon aus, dass es „schon okay“ ist, diesen wahrzunehmen. Sprich unbedingt mit deiner*deinem neuen Vorgesetzten darüber und versuche, den Termin - wenn möglich - umzulegen.

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Was ist die richtige Kleidung für den ersten Arbeitstag?

„Was ziehe ich an?“ - Eigentlich eine einfache Frage.

Dennoch birgt sie für den ersten Arbeitstag ungeahnte Tücken. Um Missverständnissen vorzubeugen, kannst du Fragen der Kleiderwahl schon im Bewerbungsgespräch klären. Hast du diese Chance verpasst, ist das kein Problem. Die erfolgende Zusage des Unternehmens, ob telefonisch oder per Mail, bietet ebenfalls eine hervorragende Gelegenheit, dir in puncto Kleidung Klarheit zu verschaffen.


Alternativ kannst du oft auf der Unternehmensseite Informationen finden. Die Branche oder das Berufsfeld der Stelle können dir ebenfalls Aufschluss über einen möglichen Dresscode geben. Willst du jedoch hundertprozentig sichergehen, ist das Nachfragen beim Unternehmen die beste Wahl – für einen positiven Eindruck erledigst du das früh genug und nicht unmittelbar vor deinem ersten Arbeitstag.

Zwar gibt es immer weniger Unternehmen und Branchen, die auf einem Dresscode bestehen, dennoch ist er gerade bei Berufen mit häufigem persönlichem Kund*innenkontakt, in denen also eine gewisse Seriosität vermittelt werden soll, gang und gäbe. Bankkaufleute beispielsweise sind mit einem marineblauen Anzug noch immer gut beraten.

Was muss ich an meinem ersten Arbeitstag mitbringen?

Am ersten Tag musst du in der Regel einige Unterlagen mitbringen, falls du diese nicht schon im Vorfeld eingereicht hast. Informationen zu den geforderten Dokumenten erhältst du von Unternehmensseite. Findest du keine Angaben, solltest du unbedingt nachfragen, ob und welche Unterlagen du mitbringen musst.


Meist bestehen die mitzubringenden Unterlagen aus:

  • Dem unterschriebenen Arbeitsvertrag

  • Deiner Sozialversicherungsnummer und Steuer-ID

  • Einer Krankenkassenbescheinigung

  • Deiner Bankverbindung

  • Ggf. einem Arbeitszeugnis und einem Foto, etwa für einen möglichen Werksausweis

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Wie bekämpfe ich meine Nervosität?

Egal ob neu im Berufsleben oder routiniert und berufserfahren, frisch im neuen Job ist meist jede*r nervös.

Klar, Nervosität kannst du mit guter Vorbereitung vorbeugen, doch was, wenn das nicht ausreicht? In diesem Fall solltest du dir deine Ausgangssituation vergegenwärtigen.


Folgendes solltest du dir bewusst machen:

  • Sei dir deiner Fähigkeiten bewusst: Du wurdest nicht unbegründet eingestellt. Dein neuer Arbeitgeber hat Vertrauen in deine Fähigkeiten und das solltest du auch haben. Des Weiteren konntest du ihn bereits im Vorstellungsgespräch von dir überzeugen, es gibt also keinen Grund, an dir zu zweifeln.

  • Du bist neu und das ist bewusst: Sowohl dein neuer Arbeitgeber als auch die Belegschaft weiß, dass du neu bist. Ihr Ziel ist es, dir den Einstieg so angenehm wie möglich zu machen und dich so innerhalb weniger Tage in das Unternehmen zu integrieren.

  • Du machst Fehler und das ist gut: Aus Fehlern wird meist gelernt und du wirst einige machen, sie wahrscheinlich jedoch nicht wiederholen. Wichtig ist, dass du transparent mit deinen Fehlern umgehst und nicht nur dir selbst, sondern auch den anderen gegenüber, diese Fehler eingestehst.

Kristin Bolz
Kristin Bolz
Fachautorin für Bewerbung.net

„Ein Tipp, den wir immer wieder betonen: Mache dir bewusst, dass sowohl dein*e Chef*in als auch deine zukünftigen Kolleg*innen von deiner Integration in das Teamgefüge profitieren. Die Personalabteilung der Firma hat gerade erst Bewerbungsgespräche geführt und dich aus all den anderen Bewerber*innen ausgewählt. Wirst du den Erwartungen gerecht, dann profitiert niemand davon, wenn du dich als Neuling nicht wohlfühlst und keinen Anschluss findest.“ 

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Erster Arbeitstag - typischer Ablauf

Du solltest dich optimal auf deinen ersten Tag vorbereiten.

Dabei hilft es ungemein zu wissen, was vermutlich auf dich zukommen wird. Damit du eine gute Vorstellung davon hast, habe ich dir den musterhaften Ablauf dieses besonderen Tages am Beispiel eines Bürojobs skizziert.


So könnte dein erster Tag aussehen:

  • 7:45 Uhr: Hat dein neuer Arbeitgeber ein Erscheinen um 8:00 Uhr erbeten, bist du am besten um 7:45 Uhr vor Ort. So hast du genügend Zeit, dich vor Beginn deines ersten Arbeitstages zu sammeln und dich zu dem vereinbarten Treffpunkt zu begeben. Früher als 15 Minuten solltest du nicht erscheinen, das kann unter anderem schlechtes Zeitmanagement signalisieren.

  • 8:00 Uhr – 8:15 Uhr: Zur vereinbarten Zeit, möglicherweise auch ein paar Minuten früher oder später, wird dich jemand abholen. In größeren Unternehmen ist das oft eine Person, die dir als Ansprechpartner*in zugeteilt wurde. In kleineren Firmen kommt es nicht selten vor, dass dein*e Chef*in diese Rolle selbst übernimmt. Im Zuge dessen stellt sich dein Arbeitgeber vor, in größeren Unternehmen kann das auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Diese Phase des Arbeitstages abschließend, führt deine Ansprechperson dich zu deinem neuen Arbeitsplatz. Auf dem Weg führst du entweder Smalltalk, meist über deine Anreise, oder dir werden bereits Unternehmensbereiche gezeigt, an denen ihr vorbeikommt.

  • 8:15 Uhr – 8:45 Uhr: An deinem Arbeitsplatz angekommen, legst du ggf. deine Tasche(n) ab, bevor du durch das Unternehmen und dann durch dein zukünftiges Arbeitsumfeld geführt wirst. Du lernst viele neue Gesichter und Namen kennen, führst kurze Gespräche und hast die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Ist das erledigt, geht es zurück an deinen Arbeitsplatz. Hier erfolgt nach dessen Einrichten deine Einarbeitung. Arbeitest du an einem Schreibtisch, solltest du bei spezielleren Anforderungen mit deiner Ansprechperson sprechen. Benötigst du auf Dauer bspw. einen höhenverstellbaren Schreibtisch, solltest du dies früh und keinesfalls fordernd kommunizieren. Hast du ein paar Minuten Freizeit, kann es hilfreich sein, dir Notizen zu bestimmten Abläufen oder auch zu den Namen deiner Kolleg*innen und Vorgesetzten zu machen.

  • 8:45 Uhr – 12:30 Uhr: Jetzt erfolgt schrittweise deine Einarbeitung. Niemand kann verlangen, dass du von Anfang an alles weißt, weshalb dir in der Regel deine Ansprechperson zur Verfügung steht. Die Einarbeitung befasst sich zunächst mit grundlegendem wie den verschiedenen Systemen, die im Unternehmen Verwendung finden. Im Zuge der Digitalisierung gehört auch eine kurze Einweisung in die internen Kommunikationsmittel und deren Struktur zu dieser Phase deines ersten Arbeitstages. Hast du die Einarbeitung abgeschlossen, warte nicht auf neue Aufgaben, sondern frag diese an. Das signalisiert Motivation und Eigeninitiative.

  • 12:30 Uhr – 13:00 Uhr: Dieser Zeitraum wird meist für die Mittagspause verwendet. In jeder Firma bilden sich für diese unterschiedliche Rituale, einige gehen ggf. in die Kantine, in ein nahegelegenes Lokal oder in einen Einkaufsladen. Andere werden im Unternehmen verbleiben und vorbereitetes Essen verzehren. Um also auf jede Eventualität vorbereitet zu sein, solltest du dir zusätzlich eigens vorbereitetes Mittagessen mitbringen. Das kannst du, wenn es bspw. zu einem Besuch in der Kantine kommt, auch nach der Arbeit verzehren. Egal welches Ritual für die Zeit während des Mittagessens vorgesehen ist, ich empfehle dir: Beteilige dich! So kannst du deine Kolleg*innen besser kennenlernen und in bestehende Strukturen als Teil der Gemeinschaft hineinwachsen. Die Mittagspause bietet im Übrigen eine gute Gelegenheit, um dich nach einigen Gepflogenheiten innerhalb der Firma zu erkundigen, bspw. wann es für neue Mitarbeiter*innen des Unternehmens üblich ist, den Einstand zu geben.

  • 13 Uhr – 16:00 Uhr: Nach der Pause geht es mit deiner Einarbeitung weiter. Oft kommt es vor, dass währenddessen dein*e Ansprechpartner*in oder dein Arbeitgeber vorbeischaut, um mit dir den weiteren Verlauf der Woche zu besprechen und erstes Feedback zu erfragen.

  • 16:00 Uhr – 16:30 Uhr: Zum Ende deines Arbeitstages fällt meist ein letztes Feedbackgespräch mit dem Arbeitgeber oder deiner Ansprechperson an. Nutze die Gelegenheit, um deine positiven Eindrücke herauszustellen. Hat dich etwas vor eine besonders große Herausforderung gestellt, kannst du das offen zugeben. Achte dabei jedoch darauf, einen positiven und motivierten Ausblick zu geben. So signalisierst du, dass du Herausforderungen annimmst und dich nicht scheust, Schwierigkeiten zuzugeben. Wenn sich nach Feierabend einige deiner neuen Mitarbeitenden zu einem Treffen bspw. in einem Lokal entscheiden, kann das für dich eine weitere gute Gelegenheit der Kontaktaufnahme darstellen. Dort solltest du allerdings keine Notizen mehr anfertigen.

Kristin Bolz
Kristin Bolz
Fachautorin von Bewerbung.net

„Die Wahrscheinlichkeit, dass du gleich am ersten Arbeitstag ein erstes Meeting deiner Abteilung miterlebst, ist sehr hoch. Eintrittstermine ausgeschriebener Stellen, aber auch Termine für Meetings werden oft für den Anfang eines Monats angesetzt, weshalb diese häufig auf denselben Tag fallen. Bereite dich also auch darauf vor, einmal mehr im Rampenlicht zu stehen.“

Wie war Ihr erster Arbeitstag? – Was soll ich antworten?

Dein erster Arbeitstag geht dem Ende entgegen. Nun besprichst du mit deinem*deiner neuen Chef*in, deinem*deiner neuen Vorgesetzten oder sogar beiden deine bisherigen Eindrücke. Doch was antwortest du am besten auf die Frage „Wie war Ihr erster Arbeitstag?“.


Folgendes solltest du bei deiner Antwort beachten:

  • Bleibe positiv: Kritik ist zwar immer wichtig, sollte aber an deinem ersten Arbeitstag noch nicht zum Thema werden. Konzentriere dich stattdessen auf das, was dir ehrlich positiv aufgefallen ist.

  • Antworte authentisch / ehrlich: Auch wenn du stets positiv antworten solltest, heißt das nicht, dass du dir deine Antworten zusammendichten musst. Bleibe immer ehrlich in deiner Antwort.

  • Zeige dich interessiert und aufmerksam: In deiner Antwort kannst du zeigen, dass du bei der Einarbeitung aufmerksam warst. Mache bspw. wertungsfrei Unterschiede zu deiner gewohnten Vorgehensweise deutlich, lasse dabei aber immer deine Lernbereitschaft durchklingen.

Dein*e Chef*in erwartet bei dieser Frage keinen mündlichen Aufsatz von dir, vielmehr will dein neuer Arbeitgeber deine ersten Eindrücke erfahren. Auch wenn dir diese Situation also zunächst unbehaglich erscheint, kannst du sie sehr gut dafür nutzen, durch kommunikatives Geschick und eine positive Einstellung bei deinem*deiner Chef*in zu punkten.

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Vermeide unbedingt diese No-Gos!

Wie jede*r neue Angestellte willst du gleich von Beginn an überzeugen.

Und zwar nicht nur deinen neuen Arbeitgeber, sondern auch deine künftigen Kolleg*innen. Es soll vorgekommen sein, dass findige Neu-Mitarbeiter*innen im Internet nach Sprüchen gesucht haben, um möglichst witzig und selbstsicher zu erscheinen.


Das ist natürlich ein Fauxpas, der aus Nervosität und mangelnden Informationen entsteht. Um diesen und andere zu vermeiden, habe ich dir hier eine Liste zusammengestellt, die gängige Fehler zusammenfasst.


Diese Fehler solltest du unbedingt vermeiden:

  • Unpünktlichkeit: Noch bevor du deine Kolleg*innen oder deine*n Vorgesetzte*n von dir und deiner Arbeit überzeugen kannst, bilden diese sich anhand deines ersten Eindrucks eine Meinung. Ein Aspekt dieses ersten Eindrucks besteht in deiner Pünktlichkeit. Egal ob verschuldet oder unverschuldet, Unpünktlichkeit am ersten Tag ist der vermeidbarste aller Fehler.

  • Falsche Kleidung und ungepflegtes Äußeres: Deine Kleidung sollte zum Unternehmen, zur Branche und zur Stelle passen. Den ersten Eindruck, den wir von unbekannten Menschen haben, erlangen wir meist über Äußerlichkeiten. Kleidung mit (politischen) Statements oder Sprüchen solltest du besser im Schrank lassen. Deine Kleidung sollte deine Seriosität, Integrität und Professionalität zeigen. Das kann auch Arbeitskleidung, wenn der Beruf solche erfordert.

  • Falsche Anrede: Auch wenn das „Du“ mittlerweile sehr geläufig ist, empfehle ich dir, dein Gegenüber nicht von vornherein mit dieser informellen Anrede anzusprechen. Sieze, solange dir nicht das Du angeboten wurde. Als Tipp kannst du versuchen, durch allgemeinere Formulierungen dieser Situation ein wenig zu entgehen. Wirst du dann selbst gesiezt oder geduzt, kannst du die entsprechende Anrede einfach übernehmen.

  • Alles neu und anders machen wollen: So viele neue Eindrücke und dann ist da noch der innere Drang, dich gleich mal beweisen zu müssen, bis du vor lauter neuen Konzepten weder vor- noch zurückkommst. Mein Rat: Verschiebe deine vielen Konzeptideen und fang fürs Erste klein an. Vorgesetzte finden es erfahrungsgemäß selten gut, wenn bestehende Abläufe gleich beim Onboarding hinterfragt und über den Haufen geworfen werden.

  • Sich überschätzen: Niemand erwartet, dass du dich gleich am ersten Tag perfekt einfindest. Natürlich wird es positiv gesehen, wenn du dich selbstständig nach neuen und anspruchsvolleren Aufgaben erkundigst, allerdings solltest du dich dabei nicht überschätzen. In den meisten Fällen hat sich auch das Unternehmen auf dich vorbereitet, sodass deine neuen Kolleg*innen dir Aufgaben erteilen, die deine Einarbeitung schrittweise fördern.

  • Passivität: Eine höfliche Zurückhaltung ist der Situation zwar angemessen, allerdings solltest du dich nicht allzu passiv verhalten. Versuche dich stattdessen einzubringen, indem du Fragen stellst und neue Aufgaben selbstständig anfragst. Dabei solltest du dich nicht aufdringlich verhalten, sondern unbedingtes Interesse spiegeln.

  • Hierarchien nicht beachten: Zwar sprechen nunmehr viele Unternehmen in ihren Stellenausschreibungen von ihren flachen Hierarchien, behandelst du jedoch gleich am ersten Tag alle Mitarbeiter*innen als gleichgestellt, gehst du dennoch ein unnötiges Risiko ein. Hier gilt: höfliche Zurückhaltung. Du solltest jeder Person einen hohen Grundrespekt entgegenbringen.

  • Keine Authentizität: Einigen wenigen Menschen mag es gelingen, sich erfolgreich jeder Rolle anpassen zu können, doch bei den meisten endet der Versuch in einem Fiasko. Wenn du krampfhaft versuchst, gut anzukommen, dann kann das bei deinen Kolleg*innen zum Gegenteil führen. Dein Ziel sollte es sein, gute Arbeit zu leisten und nicht der Liebling des Büros zu werden. Bleibe bei Vorstellungsrunden authentisch und versuche niemanden durch gezwungene Komik zu beeindrucken.

Kleinere Fehler gehören immer dazu. Niemand erwartet, dass du keine machst. Wichtig ist, dass du sie offen zugibst, aus ihnen lernst und sie zukünftig vermeidest. Größere Fehler werden hingegen nicht so leicht verziehen, besonders dann nicht, wenn ihre Ursache in deinem Verhalten liegt.

Diese Fragen solltest du unbedingt stellen!

Viele Menschen scheuen sich zunächst davor Fragen zu stellen, aus Angst sie könnten Unwissenheit oder gar Unvermögen vermitteln. Dabei ist das Stellen eigener Fragen ein wichtiger Bestandteil eines guten Eindrucks. Fragen können nämlich neben der offensichtlichen Informationsgewinnung auch dein persönliches Interesse spiegeln. Diese Fragen unterscheiden sich zwischen unternehmens- und arbeitsbezogenen Fragen.

Unternehmensbezogene Fragestellungen sind solche, die du beispielsweise zu innerbetrieblichen Gepflogenheiten oder Ritualen stellst. Diese wendest du situationsbedingt an und richtest sie teils an deine*n Vorgesetzte*n, meist aber an die übrige Belegschaft. Oft kannst du solche Fragen in Smalltalk einfließen lassen oder gar als Aufhänger für ein Gespräch verwenden.


Unternehmensbezogene Fragen sind beispielsweise:

  • Was bedeutet dieses / jenes? Jede Firma hat ihre eigenen Bezeichnungen, manche davon können für Neulinge schwer verständlich sein. Oft sind diese Begrifflichkeiten jedoch so verinnerlicht, dass sie im Zuge deines Onboardings nicht erklärt werden, weil der Umgang mit ihnen als selbstverständlich angesehen wird.

  • Wo befindet sich noch gleich dieses / jenes? Eine essenzielle Frage und doch wird sie oft, wenn auch nötig, nicht gestellt. Zwar wirst du im Zuge deiner Einarbeitung durch eine Firmenführung deine neue Arbeitsumgebung kennenlernen, das bedeutet jedoch nicht, dass du dir ab Arbeitsstart alle Dinge merken kannst. Notizen können hier hilfreich sein.

  • Wie wird innerhalb des Unternehmens kommuniziert? Jede Firma hat in puncto interne Kommunikation ihr eigenes Medium. Meist erhältst du Informationen dazu im Zuge deines Onboardings, wenn dies jedoch nicht der Fall ist, solltest du unbedingt nachfragen. Interne Kommunikation vereinfacht nicht nur die Zusammenarbeit unter den Teammitgliedern, sie ermöglicht dir ebenso ein Gefühl für das Team zu bekommen.

  • Wann und wo finden sich die Kolleg*innen für eine gemeinsame Mittagspause zusammen? Eine gute, vielleicht sogar die beste Gelegenheit, Kontakt zu deinen Arbeitskolleg*innen aufzunehmen, bietet die gemeinsame Mittagspause. Du solltest die Frage danach jedoch nicht gleich bei Arbeitsbeginn stellen.

Die arbeitsbezogenen Fragen hingegen sind solche, die sich auf deine tatsächliche Tätigkeit beziehen. Sie dienen dazu, aufkommende Unsicherheiten gezielt zu beseitigen. Diese Fragen richten sich meist an die Person, die dich einarbeitet.


Wichtige arbeitsbezogene Fragen sind beispielsweise:

  • Wie sieht der Einarbeitungsplan für den Rest der Woche aus? Durch Informationen über den weiteren Einarbeitungsplan schaffst du dir die Möglichkeit, dich bereits im Vorfeld mit den kommenden Themen zu beschäftigen. Eine passende Gelegenheit, diese Frage zu stellen, bietet das letzte Meeting vor Feierabend, welches du mit deiner Ansprechperson hast. Du solltest ebenfalls beachten, dass diese Frage gerade dann Sinn ergibt, wenn du bereits positives Feedback bekommen hast und gut mit deinen Aufgaben vorankommst.

  • Könnte ich dazu Feedback bekommen? Ehrliches Feedback beider Seiten ist für eine gelungene Einarbeitung essenziell. Reflektiere aktiv deine Erfahrungen mit den dir zugeordneten Tätigkeiten seit Arbeitsstart. Suche dann das Gespräch mit deiner Ansprechperson, um selbst nach Feedback zu diesen Punkten zu fragen. So lassen sich Unsicherheiten abbauen und die Zusammenarbeit verbessern.

  • Wie mache ich das? Speziell Auszubildende oder Neueinsteiger*innen können auf diese Frage zurückgreifen. Niemand kann erwarten, dass du als Berufsunerfahrene*r gleich alle Fertigkeiten mitbringst. Oft übersehen die Verantwortliche bei deiner Einarbeitung Dinge bzw. Tätigkeiten genauer zu beschreiben, da diese für sie selbst alltäglich sind.

  • Gibt es eine Zeitvorgabe für diese Aufgabe? Zeit ist für eine Firma ein kostbares Gut und so gilt es, diese möglichst effizient zu nutzen. Um einschätzen zu können, wie viel Zeit du für eine Tätigkeit aufwenden solltest, kannst du immer nachfragen. So erfährst du ebenfalls, was für die nächsten Stunden deiner Arbeitszeit geplant ist.

  • An wen wende ich mich, wenn XY? Bestimmte Tätigkeiten erfordern die Hilfe deiner Kolleg*innen. Damit du weißt, zu wem du Kontakt aufnehmen musst, ist hier ebenfalls eine Frage hilfreich. Nebenbei lernst du so dein Arbeitsumfeld weiter kennen.

Damit dein erster Arbeitstag ein voller Erfolg wird, habe ich dir eine Checkliste zum kostenlosen Download erstellt. Diese fasst die wichtigsten Informationen zur Vorbereitung noch einmal in Kurzform zusammen.

Weitere häufig gestellte Fragen zum ersten Arbeitstag

Wann sollte ich meinen Einstand geben?

Deinen Einstand gibst du in der Regel nicht am ersten Tag in der neuen Stelle. Die Handhabung ist jedoch von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, weshalb eine generelle Aussage nur schwer getroffen werden kann. Viele orientieren sich am Ablauf deiner Probezeit, bei anderen hingegen ist es üblich, das Ende der ersten Woche im neuen Arbeitsverhältnis zu wählen.


Um absolut sicherzugehen, solltest du bei deinen Kolleg*innen nachfragen. Das Thema kannst du bereits an deinem ersten Arbeitstag ansprechen, es eignet sich aber auch sehr gut, um unangenehme Gesprächspausen zu füllen, falls dir Smalltalk schwerfällt.


Bevor du deinen Einstand feierst, solltest du mit deinem Vorgesetzten darüber reden. Nicht nur, weil du den Konsum von Alkohol bspw. von Sekt unbedingt absprechen solltest, sondern auch, weil du deine*n Vorgesetze*n ebenfalls einladen solltest. Diese*n zuerst einzuladen, gehört in vielen Unternehmen zum guten Ton, eine Konvention, die du unbedingt beachten solltest.

Wo sollte ich meinen Einstand geben?
Bist du in einem Unternehmen, in dem der Einstand als wichtig erachtet wird, solltest du womöglich in Betracht ziehen, diesen nicht im Büro zu feiern. Du solltest deine neuen Mitarbeiter*innen zur Orientierungshilfe danach fragen, wo sie ihren Einstand gegeben haben. Hast du bereits guten Kontakt zu einigen der Mitarbeiter*innen kannst du sie ebenfalls um ihre Meinungen zu deinen Vorschlägen bitten.
Sollte ich eine Begrüßungsmail für meine Kolleg*innen verfassen?
Begrüßungsmails neuer Mitarbeiter*innen sind heutzutage eher unüblich und finden nur noch vereinzelt Anwendung, dann nämlich, wenn es sich um besonders große Abteilungen oder dezentrale Organisationen handelt. Sie können in diesen Fällen sicherstellen, dass jede*r Mitarbeiter*in die Neueinstellung vernommen hat.


Arbeitgeber hingegen erleichtern durch eine Vorstellungsmail die Eingliederung neuer Mitarbeiter*innen möglicherweise.


Wurdest du als Teamleiter*in angestellt, kann es sinnvoll sein, deinem Team eine kleine Rundmail zu schreiben, um diese bereits vorab über dich zu informieren. Halte dich jedoch kurz und zeige dich nahbar.

Wie lange dauert es, bis ich mich in meinem neuen Job eingewöhnt habe?

Pauschal lässt sich das nicht sagen, da es sowohl von dir, vom Unternehmen, als auch von eurem Zusammenspiel abhängt. Es kann vorkommen, dass du objektiv alles fehlerlos machst, es aber dennoch nicht richtig zu funktionieren scheint.


Um unliebsame Arbeitsverhältnisse schnell und unkompliziert beenden zu können, bietet sich die Probezeit an. Diese ist keineswegs einseitig zu betrachten und kann somit ebenfalls von Arbeitnehmer*innen genutzt werden.


Wer die Kündigungen bei seiner nächsten Bewerbung gut begründen kann, muss sich trotz des kurzen Arbeitsverhältnisses nicht davor fürchten, als sog. Job Hopper bezeichnet zu werden.

Was sollte ich für meinen ersten Arbeitstag beachten, wenn ich vollständig im Homeoffice arbeite?
Durch die fortschreitende Digitalisierung werden immer mehr Arbeitsstellen vollständig als Homeoffice-Stellen ausgeschrieben. Dein Arbeitsplatz befindet sich dann nicht in einem Büro innerhalb der Firma und ermöglicht dir maximale Flexibilität in der Wahl deines Arbeitsplatzes. Dessen Auslagerung ins Homeoffice hat für deine Erfahrungen als Teil des Teams weitreichende Folgen.


Das zum Arbeitsbeginn erfolgende Onboarding, Meetings und der sonstige Kontakt mit den übrigen Teammitgliedern finden für dich nicht persönlich, sondern ausschließlich digital statt. Du musst also deine Erwartungen, Teil des Teams zu werden, deutlich senken, denn auch gemeinsame Mittagessen oder vereintes Ausklingen des Feierabends werden durch deinen Arbeitsplatz im Homeoffice stark erschwert.


Eine Vorstellungsrunde ist meist ebenfalls lediglich optional. Mein Tipp für dich: Passe deine Erwartungen an die Situation an und wäge vor Arbeitsantritt ab, ob du dich in dem beschriebenen Arbeitsumfeld wohlfühlst.