Fragen im Vorstellungsgespräch

Neben deiner Selbstpräsentation besteht ein großer Teil des Vorstellungsgespräches aus den Fragen, die dein zukünftiger Arbeitgeber an dich hat. Zwar probieren die wenigsten Personaler, dich dabei zu verunsichern, dennoch solltest du dich vorher gut informieren, was auf dich zukommen kann.

In unserem Artikel findest du potenzielle Fragestellungen und beispielhafte Antworten sowie eine Auflistung von unzulässigen Fragen und wie du mit ihnen umgehst, falls sie gestellt werden.

Wozu dienen Fragen im Vorstellungsgespräch?

Bestimmt hast du den Satz: „Wer fragt, der führt.“, schon einmal gehört. Durch Fragen lassen sich Gespräche strukturieren und steuern. Zudem geht es dem Personalverantwortlichen natürlich auch darum, dich, deine Motivation und deine Persönlichkeit besser kennenzulernen und zu überprüfen, ob du ins Team passt.

Darüber hinaus werden diverse Fragestellungen genutzt, um das Gespräch in eine bestimmte Richtung zu lenken und gezielte Themengebiete zur Sprache zu bringen. Dabei interessieren den Personaler nicht nur Fakten und Informationen aus deinem Lebenslauf, sondern auch deine Reaktionen.

TIPPDeine Reaktionen spiegeln Teile deiner Charaktereigenschaften wider und verraten oft mehr, als dir vielleicht lieb ist. Generell gilt es also ruhig zu bleiben und sich ausreichend Zeit für die Antworten zu nehmen.

Um dich auf das Gespräch einzustimmen, starten Arbeitgeber das Vorstellungsgespräch mit einer „lockeren Runde“ Small Talk und leiten es daraufhin über in deine Selbstpräsentation. Diesen Raum darfst du nutzen, um dich und deine Kompetenzen kurz vorzustellen.

Im Anschluss daran wird dann üblicherweise die Fragerunde eröffnet. Bevor du dich nun verabschiedest, hast du die Möglichkeit, eigene Fragen im Vorstellungsgespräch zu stellen.

Fragerunde im Vorstellungsgespraech

Auf Fragen im Vorstellungsgespräch vorbereiten

Um für Rückfragen in deinem Bewerbungsgespräch optimal gewappnet zu sein, ist eine ausführliche Vorbereitung das A und O. Dabei solltest du sowohl das Unternehmen als auch deine eigene Bewerbung – samt Anschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnissen – genau kennen und dich auf tückische Fragen, wie z. B. zu Lücken im Lebenslauf vorbereiten.

TIPPJe besser du dich auf die potenziellen Fragen einstellst, umso ruhiger und souveräner kannst du diese beantworten, wenn es darauf ankommt.

Kommt es trotz einer guten Vorbereitung zu der Situation, dass du auf Anhieb keine Antwort weißt oder dich kurz sammeln musst, dann kannst du dir mit Zwischensätzen Zeit zum Nachdenken verschaffen. Je nach Situation passt zum Beispiel:

Zitatbox

„Das ist aber eine gute Frage, da muss ich mal kurz in mich gehen.“

„Gute Frage, dazu könnte ich jetzt einiges erzählen. Lassen Sie mich kurz überlegen, was für Sie am interessantesten ist.“

Für eine optimale Performance in deinem Bewerbungsgespräch empfiehlt es sich, das gesamte Gespräch vorab mit Freunden oder Familienmitgliedern in einem Rollenspiel durchzuspielen, denn so steigert es deine Chancen auf einen guten und gelassenen Eindruck.

Gute Schauspieler kennen ihren Text auswendig, für dich ist das in diesem Fall jedoch die schlechteste Option. Damit wirkst du unglaubwürdig und hinterlässt einen falschen Eindruck. Es ist daher völlig ausreichend, wenn du dich mit den verschiedenen Fragen beschäftigst und dir bewusst machst, was du ungefähr antworten möchtest.

Tipps: So findest du die richtigen Antworten

Wir verraten dir, wo du suchen kannst, um bei deiner Vorbereitung die besten Antworten auf die gängigsten Fragen zu finden.

Stellenanzeige

Zunächst bietet es sich an, die Stellenanzeige deines potenziellen Jobs noch einmal ausführlich durchzulesen und dir Notizen zu machen. Hier findest du gewünschte Kompetenzen und Fähigkeiten, die dein zukünftiger Arbeitgeber erwartet und wahrscheinlich erfragen wird.

Selbsttest

Einige der Fragen zielen darauf ab, mehr über dich, deine Werte und deine Charaktereigenschaften zu erfahren. Solltest du dir bisher noch nicht wirklich Gedanken gemacht haben, welche Werte dir eigentlich am wichtigsten sind und was deine Persönlichkeit ausmacht, können dir verschiedene Selbsttests im Internet helfen. Die meisten Tests nutzen wissenschaftliche Erkenntnisse und liefern so passende Ergebnisse.

Freunde und Familie

Vor allem bei der allseits beliebten Frage nach deinen Stärken und Schwächen ist es äußerst effektiv, vorab die engsten Freunde und Familienmitglieder gezielt danach zu fragen. Dabei solltest du darauf achten, konkret nachzufragen und dir bei Bedarf Beispiele nennen zu lassen.

Arbeitszeugnisse

Solltest du bereits einige berufliche Stationen hinter dir haben, kannst du dir deine alten Arbeitszeugnisse noch einmal anschauen. Dort werden oft deine fachlichen Kompetenzen und Soft Skills treffend formuliert.

Vorstellungsgespräch Coaching

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch

Wenn du bereits mehrere Vorstellungsgespräche hinter dich gebracht hast, dann weißt du, dass sich die Personalerfragen immer um dieselben Themen drehen und oft ähnlich formuliert werden. Dies dient deinem potenziellen Arbeitgeber in erster Linie dazu, die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Bewerbern sicherzustellen.

Dein Gesprächspartner will anhand der Fragen herausfinden, ob du für die Stelle geeignet bist und ob dein Lebenslauf hält, was er verspricht.

Dabei beziehen sich die Fragestellungen meist auf die folgenden Themengebiete:

  • Motivation
  • Fachliche Kompetenzen
  • Persönlichkeit
  • Arbeitsweise
  • Berufliche Ziele
  • Situationsverhalten
  • Unternehmenskenntnis
  • Stresskompetenz

Die typischsten Fragen und Beispielantworten

Natürlich ist kein Bewerbungsgespräch wie das andere und der Fokus unterscheidet sich je nach Branche und potenzieller Position. Dennoch gibt es Fragetypen und Fragestellungen, die in den Gesprächen immer wieder genutzt werden. Wir haben dir hier die typischsten Fragen und Tipps für deren Beantwortung zusammengestellt.

Motivation – Was ist deine Bewerbungsmotivation?

Für den potenziellen neuen Arbeitgeber ist deine Motivation entscheidend. Die meisten Unternehmen wollen Mitarbeiter, die sich mit vollem Einsatz und über einen längeren Zeitraum im Unternehmen einbringen.

Deine Antworten sollten deshalb …

  1. … verdeutlichen, dass du dich eingehend mit dem Unternehmen beschäftigt hast.
  2. … aufzeigen, was du für das Unternehmen leisten kannst und was dich besonders angesprochen hat.

Zitatbox

Frage: Warum wollen Sie für unser Unternehmen arbeiten?

Beispielantwort: Bereits während meines Praktikums in der Abteilung XY haben mich die offene Unternehmenskultur sowie die internationale Ausrichtung Ihres Unternehmens sehr angesprochen. Da ich in den Bereichen internationales Marketing und Vertrieb bereits über langjährige Auslandserfahrungen verfüge, denke ich, dass ich ideal zu Ihrem Unternehmen passe.

Frage: Warum haben Sie Ihren bisherigen Job aufgegeben?

Beispielantwort: Ich hatte in meiner ehemaligen Position das Gefühl, nicht mein volles Potenzial nutzen zu können. Ich möchte in der Zukunft gerne Aufgaben mit mehr Verantwortung übernehmen, das war mir zuvor leider nicht möglich.

TIPPBei dieser Frage solltest du stets sachlich bleiben und nicht schlecht über deinen früheren Arbeitgeber reden. Wenn du dich über deinen ehemaligen Chef oder zu viel Stress auf der Arbeit auslässt, scheint es, als ob du nicht mit Frustrationen umgehen kannst. Bleibe stattdessen positiv und richte deinen Blick in die Zukunft.

Zitatbox

Frage: Warum haben Sie sich für diese Stelle beworben?

Beispielantwort: Während meiner Werkstudententätigkeit in der Firma XY konnte ich bereits die Aufgabenfelder eines SEO / SEA Marketing Managers kennenlernen und feststellen, wie viel Spaß mir die Analyse der Kennzahlen und die Ableitung von Optimierungspotenzialen bereitet. Außerdem gefällt mir, wie schnelllebig dieser Bereich ist. Man muss sich immer wieder mit neuen Tools auseinandersetzen und sich weiterbilden, sodass einem nie langweilig wird.

Frage: Wären Sie bereit, für eine Anstellung bei uns umzuziehen?

Bejahende Beispielantwort: Grundsätzlich bin ich flexibel und bereit, näher an das Unternehmen zu ziehen. Mit meinem näheren Umfeld habe ich das Thema auch schon besprochen und kann mit voller Unterstützung rechnen.

Verneinende Beispielantwort: Da ich erst vor fünf Jahren mit meiner Familie in ein neu gekauftes Haus eingezogen bin, kommt ein Umzug für mich derzeit nicht in Betracht. Wenn die Kinder in ein paar Jahren aus dem Haus sind, könnte ich mir das aber durchaus vorstellen.“

Fachliche Kompetenzen – Was bringst du mit?

Jeder Personaler wird sich im Vorstellungsgespräch nach deinen fachlichen Fähigkeiten und Kenntnissen erkundigen. Bei der Beantwortung dieser Fragen geht es vor allem darum, Qualifikationen zu nennen, die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind.

Überlege dir bereits im Vorfeld ein paar Stärken und Schwächen sowie Argumente, wieso du der geeignetste Kandidat für den Job bist. Bei einer guten Vorbereitung sollten Fragen zu deinen fachlichen Kompetenzen kein Problem für dich darstellen.

Zitatbox

Frage: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Beispielantwort: Ich habe eine ausgeprägte Kommunikationsstärke und arbeite sehr gerne im Team. Allerdings fällt es mir dabei oft schwer, „Nein“ zu sagen, woran ich aktuell jedoch arbeite.

TIPP Jeder Mensch hat Schwächen und die Antwort „Ich habe keine Schwächen“ wirkt auf den Personaler arrogant. Versuche, Schwächen zu nennen, die wirklich welche sind, die jedoch für deinen Arbeitgeber und deine Tätigkeit keine zu große Relevanz haben. Verdeutliche außerdem, dass du gezielt an deiner Schwäche arbeitest.

Zitatbox

Frage: Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

Beispielantwort: Ich bin seit über zehn Jahren im Marketing und Vertrieb tätig. Über diesen Zeitraum hinweg konnte ich mir fundierte Kenntnisse aneignen, insbesondere im Bereich des Online-Marketings. Aufgrund meiner vielfältigen Fähigkeiten und meiner internationalen Berufserfahrung, bin ich mir sicher, die ideale Besetzung für diese Stelle zu sein.

Frage: Welche Tätigkeit der ausgeschriebenen Stelle mögen Sie nicht besonders?

Beispielantwort: Es gibt keine konkrete Tätigkeit, die mir nicht gefällt. Natürlich gibt es Routineaufgaben, die weniger spannend und anspruchsvoll sind, aber eben trotzdem notwendig. Gerade die Kombination aus diesen Aufgaben und herausfordernden Projekten sorgt meiner Meinung nach für ein abwechslungsreiches Aufgabenfeld.

Frage: Wie halten Sie sich fachlich auf dem Laufenden?

Beispielantwort: Ich habe diverse Expertenblogs und Newsletter abonniert, die mich über die wichtigsten Trends und Neuigkeiten in der Branche informieren. Wenn es die Zeit zulässt, lese ich zudem gerne Fachliteratur und nehme an Webinaren und Konferenzen teil, um mein Wissen weiter auszubauen.

Persönlichkeit – Was macht dich aus?

Da deine Persönlichkeit in deiner schriftlichen Bewerbung nur bedingt zum Ausdruck kommt, solltest du dich im Vorstellungsgespräch auf Fragen zu deinem Charakter gefasst machen.

Zum einem geht es dem Personaler darum, dich besser kennenzulernen. Schließlich muss er abschätzen, ob du dich gut in das bestehende Team integrieren würdest. Zum anderen möchte er erfahren, wie flexibel du bist und wie du auf bestimmte Ereignisse reagierst.

Zitatbox

Frage: Wie kommen Sie mit Veränderungen zurecht?

Beispielantwort: Veränderungen sind für mich etwas Positives. Ich sehe darin immer die Chance, mich selbst weiterzuentwickeln. Jedoch ist nicht jede Veränderung notwendig und sollte daher gut durchdacht sein.

Frage: Welche Hobbys haben Sie?

Beispielantwort: Ich bin seit meiner Jugend aktives Mitglied des regionalen Fußballvereins und trainiere selbst seit zwei Jahren die U12 Mannschaft. Außerdem koche ich gerne zusammen mit Freunden, wobei ich meine Kreativität ausleben kann.

Frage: Wie gehen Sie mit Misserfolgen um?

Beispielantwort: Eine Produkteinführung während meiner vorletzten Tätigkeit verlief nicht so erfolgreich, wie es sich unsere Abteilung erhofft hatte. Ich habe dann die Ursachen für den Misserfolg analysiert und festgestellt, dass die Marketingaktivitäten nicht genügend auf die neuen Märkte zugeschnitten waren. Bei der nächsten Produkteinführung haben wir die Recherchephase deshalb intensiviert und eine lokalisierte Marketingstrategie gewählt, mit der wir dann einen großen Erfolg verzeichneten.

Frage: Wie sieht Ihre optimale Arbeitsumgebung aus?

Beispielantwort: Ich schätze eine offene Kommunikation und einen intensiven Wissensaustausch mit meinen Kollegen und Vorgesetzten. Deshalb gefällt es mir sehr, dass Sie viel Wert auf kurze Entscheidungswege legen und die Entwicklung von neuen Ideen im Team durch Ihre Unternehmenskultur stark fördern.

DOKUMENT Allgemein gilt: Deine Antwort sollte angemessen sein und der Wahrheit entsprechen. Passende Belege wirken wesentlich glaubhafter als nichtssagende Floskeln.

Arbeitsweise – Was zeichnet deinen Arbeitsstil aus?

Das übergeordnete Ziel eines Vorstellungsgespräches ist es, zu überprüfen, ob du gut in das bestehende Team passt – sowohl hinsichtlich deines Charakters als auch deiner Arbeitsweise.

Dafür werden dir unter anderem Fragen zu deiner Teamfähigkeit, deinem Zeitmanagement und deiner Selbstorganisation gestellt. Unabhängig davon, ob deine zukünftige Arbeitsposition viel Teamarbeit beinhaltet oder nicht, solltest du immer deine Teamfähigkeit hervorheben.

Zitatbox

Frage: Wie arbeiten Sie am liebsten?

Beispielantwort: Am besten gefällt mir die Arbeit im Team, besonders wenn es darum geht, neue Konzepte zu entwickeln. Ich kann auch gut für mich selbst arbeiten – es kommt immer auf die Aufgabe an.

Frage: Wie stehen Sie zu Überstunden?

Beispielantwort: Grundsätzlich versuche ich, so effizient wie möglich zu arbeiten und meine Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu erledigen. Sollte mir dies jedoch einmal nicht gelingen oder ist besonders viel zu tun, sind auch Überstunden für mich vorstellbar.

Frage: Wie organisieren Sie sich selbst?

Beispielantwort: Ich greife gerne auf die Tools X und Y zurück, um Struktur in meinen Arbeitsalltag zu bringen und einen Überblick über alle meine Aufgaben zu erhalten. Meine Aufgaben sortiere ich nach Dringlichkeit in eine Tages- und Wochenliste ein, damit ich keine wichtigen Deadlines verpasse.

Frage: Was würden Sie im ersten Monat in diesem Job machen?

Beispielantwort: Ich würde meine bereits vorhandenen Erfahrungen und Kenntnisse im Social Media- und Content-Marketing einbringen und für die Social Media-Kanäle zusammen mit den anderen Kollegen einen strukturierten Plan für die nächsten Wochen entwerfen. Zudem erhoffe ich mir, in das Shop-System eingearbeitet zu werden, um auch in diesem Bereich neue Ideen entwickeln zu können.

STIFTJe nach Position und Aufgabengebieten sind weitere nennenswerte Kompetenzen deine Eigenständigkeit, Flexibilität und deine kommunikative Art.

Wie immer gilt: Sei ehrlich! Bist du eher zurückhaltend, aber wirbst mit deiner Offenheit, wird der Personalverantwortliche dies merken und negativ bewerten.

Berufliche Ziele – Wo soll es für dich hingehen?

Mithilfe von Fragen nach deinen beruflichen Zielen möchte der Personaler herausfinden, ob du dir eine langfristige Zusammenarbeit vorstellen kannst. Darüber hinaus möchte er wissen, ob du Ambitionen hast, die Karriereleiter heraufzuklettern und irgendwann einmal eine Führungsposition zu übernehmen.

Sollte diese Option für dich aktuell völlig ausgeschlossen sein, darfst du dich bei der Beantwortung dieser Frage auf dein Fachgebiet und hierzu passende Weiterentwicklungsmöglichkeiten beschränken.

Zitatbox

Frage: Wo sehen Sie sich in fünf bis zehn Jahren?

Beispielantwort: Ich möchte in einem Unternehmen arbeiten, in dem ich mich beruflich sowie persönlich weiterentwickeln kann. Ich habe darüber nachgedacht, eine Fortbildung zum Betriebswirt zu machen, da ich in der Zukunft mehr Verantwortung übernehmen möchte.

Frage: Können Sie sich vorstellen, ein Team zu leiten?

Beispielantwort: Ja, da mir der Umgang mit Menschen und die Koordination von Aufgaben Spaß bereitet und ich gerne Verantwortung trage. Bevor ich allerdings eine leitende Position antrete, möchte ich zuerst weitere Erfahrungen in meiner derzeitigen Tätigkeit sammeln und meine fachlichen Kenntnisse vertiefen.

Frage: Streben Sie bestimmte Weiterbildungen an?

Beispielantwort: Ich kann mir sehr gut vorstellen, in ein paar Jahren die Fortbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter zu machen, da mich der Bereich Buchhaltung bereits während der Ausbildung besonders interessiert hat. Tatsächlich ist dieses Interesse sogar ein weiterer Grund, wieso mich eine Anstellung in Ihrem Unternehmen besonders reizt. Ich habe nämlich auf Ihrer Webseite gelesen, dass Sie Weiterbildungsmaßnahmen Ihrer Mitarbeiter aktiv unterstützen und mit diversen Partnern kooperieren, die spezielle Vorbereitungskurse für die Fortbildung zum Bilanzbuchhalter anbieten.

Frage: Können Sie sich vorstellen, eine Fortbildung im Bereich YX zu absolvieren?

Beispielantwort: Definitiv, da Bereich XY in Zukunft noch viel wichtiger werden wird, als er es aktuell ohnehin schon ist. Ich habe mir bereits aus Fachartikeln und -büchern erste Informationen zu dem Thema angeeignet, aber ich würde es sehr begrüßen, dieses Wissen durch eine Fortbildung vertiefen und erweitern zu können.

TIPPAn Frauen gerichtet dient die Frage nach den Zukunftsplänen außerdem dazu, mögliche Kinderwünsche bzw. die Familienplanung in Erfahrung zu bringen. Natürlich müssen weibliche Bewerber diesen Aspekt nicht aufgreifen.

Dennoch macht es an dieser Stelle vor allem in einem bestimmten Alter Sinn klarzustellen, dass die Familienplanung derzeit nicht aktuell ist, jedoch irgendwann Thema werden könnte oder schon abgeschlossen ist.

Situationsverhalten – Wie gehst du mit bestimmten Situationen um?

Immer beliebter werden sogenannte Verhaltensfragen. Diese Fragen sollen aufzeigen, wie du als Bewerber an bestimmte Problemsituationen herangehst und auf welche Art und Weise du sie löst. Das erlaubt dem Personaler, Rückschlüsse auf deine Persönlichkeit und Soft Skills zu ziehen. Der Interviewpartner gibt entweder eine fiktive Situation vor oder bittet dich eine vergangene Situation aus deinem eigenen Berufsleben zu schildern.

Wichtig ist, dass du ehrlich bleibst und verdeutlichst, was du aus der Situation gelernt hast: Was lief gut, was könntest du in Zukunft besser machen? Zeige, dass du eine Strategie für die jeweilige Situation entwickelt hast.

Zitatbox

Frage: Beschreiben Sie eine Situation, in der es beim Teamwork zu Problemen kam. Wie haben Sie die Situation gemeistert?

Beispielantwort: Bei einem Projekt waren die Zuständigkeitsbereiche der Teammitglieder nicht ausreichend geklärt gewesen, sodass nicht alle Aufgaben wie geplant erledigt wurden. Wir haben das Problem offen in einer Teamrunde angesprochen und uns überlegt, wie wir eine solche Situation in Zukunft verhindern können. Beim nächsten Projekt haben wir von Beginn an mithilfe des Tools XY klar festgelegt, wer für welche Aufgaben zuständig ist.

Frage: Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie verschiedene Aufgaben priorisieren mussten, um Ihre Ziele zu erreichen. Wie sind Sie vorgegangen?

Beispielantwort: Ich hatte erst letztens eine solche Situation, als für ein Kundenprojekt die Deadline eines wichtigen Konzepts kurz bevorstand, aber auch noch zahlreiche andere Aufgaben. Ich habe dann das Eisenhower-Prinzip angewandt und die Aufgaben in eine Matrix mit den vier Kategorien „wichtig“ und „nicht wichtig“ sowie „dringend und „nicht dringend“ eingeteilt. Das Konzept, welches sowohl „wichtig“ als auch „dringend“ war, habe ich dann zuerst fertiggestellt, während ich die anderen Aufgaben, die „unwichtig“ und „wichtig“, aber „nicht dringend“ waren, später erledigt oder falls möglich delegiert habe.

Frage: Nehmen wir an, mit einem Kollegen ist ein Konflikt entstanden. Wie würden Sie vorgehen, um den Konflikt zu lösen?

Beispielantwort: Grundsätzlich würde ich erst mal versuchen, den Konflikt mit dem Kollegen unter vier Augen zu klären. Dazu würde ich das offene Gespräch suchen, das Problem möglichst sachlich schildern und mir die Perspektive des Kollegen anhören. Kann ich den Konflikt auf diese Weise nicht beenden, würde ich eine dritte, unbeteiligte Person um Hilfe bitten, zum Beispiel den Vorgesetzten oder einen anderen Kollegen, der die Situation objektiv beurteilen kann.

Frage: Berichten Sie von einem komplexen Projekt, das Sie unter Zeitdruck fertigstellen mussten. Wie sind Sie mit diesem Druck umgegangen?

Beispielantwort: Vor einem halben Jahr war ich an einer Kampagne beteiligt, die in mehreren Ländern auf verschiedenen Kanälen ausgespielt werden sollte und dementsprechend komplex war. Um mit dem Zeitdruck umgehen zu können, habe ich das Projekt in mehrere Einzelaufgaben aufgeteilt und mir mit Hilfe des Tools XY einen genauen Zeitplan gemacht, bis wann ich was erledigt haben musste und sicherheitshalber Zeitpuffer eingeplant. Wenn es doch einmal eng wurde, habe ich in Absprache mit den anderen am Projekt beteiligten Kollegen und meinem Vorgesetzten Prioritäten gesetzt. Auf diese Weise gelang es mir gut, mit dem Zeitdruck umzugehen und die Kampagne pünktlich zu starten.

Unternehmenskenntnis – Was weißt du über das Unternehmen?

Fragen zum Unternehmen und dessen Branche sollen ergründen, wie intensiv du dich mit dem Unternehmen und dessen Umfeld auseinandergesetzt hast. Zur Vorbereitung auf derartige Fragen solltest du auf der Unternehmenswebsite und in relevanten Fachzeitschriften und -portalen recherchieren.

Zitatbox

Frage: Wer sind Ihrer Meinung nach unsere wichtigsten Mitbewerber?

Beispielantwort: Im Bereich XY sind das vor allem die Firma A, B und C. Bei der Recherche ist mir aufgefallen, dass insbesondere Firma A in den letzten Jahren stark aufgeholt hat. Allerdings hat sich die Wettbewerbssituation in der Branche aufgrund des Ereignisses XY generell sehr verschärft.

Frage: Was sind unsere Firmenwerte?

Beispielantwort: Ihnen sind insbesondere gegenseitige Unterstützung, kulturelle Vielfalt und Integrität wichtig. Wie meine ehrenamtliche Tätigkeit im Bereich XY zeigt, sind das Werte, mit denen ich mich ebenfalls stark identifiziere.

Frage: Was konnten Sie durch unsere Homepage über die Firma herausfinden?

Beispielantwort: Zuallererst, dass Sie in über vierzig Ländern agieren, was mir sehr entgegenkommt, da ich gerne in einem internationalen Umfeld arbeiten möchte. Außerdem ist mir der umfangreiche Content für die Kunden aufgefallen. Besonders spannend finde ich die aktuelle Kampagne zum Thema XY, da ich bereits an einer ähnlichen Kampagne beteiligt war.

Frage: Was begeistert Sie an unserem Unternehmen?

Beispielantwort: Mich reizt insbesondere das internationale Umfeld, in dem Sie agieren. Da ich ein international ausgerichtetes Studium absolviert habe, verfüge ich sowohl über umfassendes Fachwissen im Bereich Internationales Marketing und Vertrieb als auch über Fremdsprachenkenntnisse, die ich hier optimal einbringen kann.

Typische Fragen für Azubis und Praktikanten

Wer sich für eine Ausbildung oder ein Praktikum bewirbt, wird oft mit Fragen konfrontiert, die sich speziell auf diese Situation beziehen. In der Regel decken aber auch diese Fragen die typischen Themengebiete wie Motivation oder fachliche Kompetenzen ab.

Typische Fragen für Auszubildende:

Zitatbox

Frage: Warum möchten Sie eine Ausbildung machen, anstatt die Schule fortzusetzen / zu studieren?

Beispielantwort: Ich bin eher praktisch veranlagt und setze mein erworbenes Wissen lieber direkt in der Praxis um. Außerdem habe ich mich erkundigt, dass es bei Ihnen im Unternehmen möglich ist, eine Weiterbildung oder ein Studium an die Ausbildung anzuschließen.

Der Arbeitgeber möchte sichergehen, dass du einen konkreten Grund für die Ausbildung hast und sie nicht bei nächstbester Gelegenheit abbrichst, um plötzlich doch zu studieren.

Zitatbox

Frage: Warum interessieren Sie sich gerade für diesen Beruf?

Beispielantwort: Ich habe bereits ein Praktikum im Reisebüro absolviert und dabei erste spannende Einblicke erhalten, die mich davon überzeugt haben, dass Tourismuskauffrau der passende Beruf für mich ist. Mir gefällt besonders der enge Kundenkontakt, weil ich sehr kommunikationsfreudig und offen bin. Hinzu kommt, dass ich schon von klein auf viel mit meinen Eltern gereist bin und mein Interesse an anderen Ländern und Kulturen in diesem Beruf ideal einbringen kann.

Diese Frage zielt auf deine Motivation ab. Ist deine Berufswahl sorgfältig überlegt und baut auf echtem Interesse auf? Oder hast du einfach nur den naheliegendsten Beruf ausgewählt, ohne dir genaue Gedanken zu machen, ob der Beruf tatsächlich zu dir passt?

Zitatbox

Frage: Welche Voraussetzungen bringen Sie Ihrer Meinung nach für die Ausbildung mit?

Beispielantwort: Zum einen verfüge ich über ein großes Interesse an naturwissenschaftlichen Themen, wie meine guten Noten in Mathe, Chemie und Physik zeigen. Zum anderen kann ich schnell neues Wissen erwerben und anwenden. Oft war ich in der Schule schon früher als meine Mitschüler mit den Aufgaben fertig und habe ihnen dann geholfen.

Mittels dieser Frage möchte das Unternehmen überprüfen, ob du für den Beruf geeignet bist und die Ausbildungsinhalte für dich kein Problem darstellen werden.

Zitatbox

Frage: Was sind Ihre Lieblingsfächer in der Schule und warum?

Beispielantwort: Mein Lieblingsfach in der Schule ist Deutsch, weil ich gerne Texte lese und schreibe. Auch die mündlichen Diskussionsrunden, in denen ich meinen Standpunkt vertreten muss, bereiten mir großen Spaß.

Mit Hilfe dieser Frage kann der Personaler besser einschätzen, wo deine Stärken liegen und ob deine fachlichen Interessen sich mit der Ausbildungsrichtung decken. Dementsprechend solltest du möglichst Fächer nennen, deren Inhalte für die Ausbildung wichtig sind.

Typische Fragen für Praktikanten:

Zitatbox

Frage: Was erhoffen Sie sich von diesem Praktikum?

Beispielantwort: Ich erhoffe mir die Möglichkeit, mein bisheriges Fachwissen im Bereich XY anwenden sowie neues Wissen und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet XY sammeln zu können.

Mit dieser Frage hofft die Firma, mehr über deine Erwartungen an das Praktikum zu erfahren. Gibt es hier zu große Unterschiede zwischen beiden Seiten, sollte das Praktikum besser nicht absolviert werden.

Zitatbox

Frage: Wie stellen Sie sich Ihren Praktikumsalltag vor?

Beispielantwort: Meinen idealen Praktikumsalltag stelle ich mir so vor, dass ich sowohl eigenständig Aufgaben bearbeiten kann, aber auch an Teamprozessen und größeren Projekten beteiligt werden. In der Zusammenarbeit mit meinem Praktikumsbetreuer wünsche ich mir regelmäßig Feedback zu bekommen, damit ich mich kontinuierlich weiterentwickeln kann.

Auch hier geht es dem Praktikumsbetrieb darum, mehr über deine Ansprüche an das Praktikum zu erfahren.

Zitatbox

Frage: Wie sehen Ihre Pläne nach der Absolvierung Ihres Abschlusses aus?

Beispielantwort: Ich möchte in einer Firma tätig sein, in der ich die Chance habe, meine fachlichen Fähigkeiten nicht nur einzubringen, sondern auch weiter auszubauen. Neben dem offenen Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten ist mir auch die Möglichkeit wichtig, eigene Projekte zu betreuen.  

Mit dieser Frage will das Unternehmen ergründen, ob du bereits ein klares berufliches Ziel vor Augen hast. Sofern die Firma auf der Suche nach neuen Mitarbeitern ist, kann sie mittels dieser Frage auch abschätzen, ob du nach dem Praktikum als möglicher Kandidat für eine offene Stelle infrage kommst.

Zitatbox

Frage: Haben Sie bereits Praktika absolviert und falls ja, was haben Sie gemacht?

Beispielantwort: Ich habe bereits ein Praktikum in der Personalabteilung gemacht. Dort war ich am Recruiting-Prozess für Auszubildende beteiligt und lernte die einzelnen Schritte von der Sichtung der Bewerbungsunterlagen bis hin zum finalen Auswahlgespräch kennen. In der Stellenanzeige stand, dass man vor allem im Bereich Employer Branding eingesetzt wird. Das kommt mir sehr entgegen, weil ich im vorherigen Praktikum an kleineren Employer Branding-Maßnahmen mitgewirkt habe und mich gerne intensiver mit diesem Gebiet beschäftigen möchte.     

Frühere Praxiserfahrungen sind oft von Vorteil. Der potenzielle Praktikumsbetrieb ist vor allem daran interessiert, inwiefern die Tätigkeiten in deinen bisherigen Praktika vorteilhaft und relevant für die neue Praktikumsstelle sind.

Stressfragen

Heutzutage benötigen Arbeitnehmer in vielen Berufen eine hohe Stresskompetenz und eine lösungsorientierte Grundhaltung. Daher greifen manche Personaler innerhalb der Jobinterviews auf sogenannte Stressfragen oder „Brainteaser“ zurück.

Häufig geht es dabei nicht um richtige oder falsche Antworten, sondern um deine Kreativität, Gelassenheit und die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen. Daher gilt: Lass dich nicht stressen und nimm dir ausreichend Zeit, um die Frage zu beantworten.

Typische Stressfragen

  • Denken Sie, dass Ihre Bewerbungsunterlagen gut waren?
  • Wer hat Ihnen zu dieser Kleidung / Frisur geraten?
  • Haben Sie Ihre Krawatte / Schmuck selbst ausgesucht?
  • Warum sind Sie nervös?
  • Was glauben Sie, wie Ihre Leistung im Bewerbungsgespräch bisher war?
  • Warum findet man auf Ihrer Facebook Seite so viele Party-Fotos von Ihnen?
  • Was denken Sie, wie ich mich bisher als Interviewer mache?
  • Wenn alles, was Sie jemals getan haben aus der Erinnerung der Erde gelöscht werden würde und Sie dürften nur mit einem Satz in Erinnerung bleiben – welcher wäre das?

Typische Brainteaser

  • Wie viele M&M´s passen in einen Porsche 911er?
  • Wie würden Sie ohne Zollstock ein Auto vermessen?
  • Wie viel wiegt die Freiheitsstatue?
  • Nennen Sie mir 5 Dinge, wozu man einen Stuhl noch benutzen kann.
  • Welche 4 Sachen würden Sie auf eine Wanderung durch den Himalaya mitnehmen?

Vor allem bei Fragen, die auf deine Lösungskompetenz abzielen, bietet es sich an, laut zu denken und deinen Gesprächspartner an deinen Gedankengängen teilhaben zu lassen:

Zitatbox

Frage: Welcher Tag ist morgen, wenn vorgestern der Tag nach Sonntag war?

Beispielantwort: Der Tag nach Sonntag ist Montag. Also war gestern Dienstag und heute ist Mittwoch. Demnach ist die Lösung, dass morgen Donnerstag ist.

Oft kommt es auch vor, dass es keine richtige oder falsche Antwort gibt. Vielmehr soll getestet werden, wie du dich in kniffligen Situationen verhältst.

Rückfragen stellen

  • Haben Sie noch Fragen an uns?

Dies ist zwar keine Stressfrage, aber bringt den ein oder anderen sicherlich zum Schwitzen. Damit es dir nicht genauso geht, solltest du dich auf diese Frage im Vorfeld genau vorbereiten. Am besten notierst du dir vorab bereits Fragen an den Arbeitgeber, damit du diese während des Vorstellungsgesprächs nicht aufgrund deiner Nervosität vergisst.

Bei deinen Rückfragen solltest du Interesse am Unternehmen zeigen. Falls du keinerlei Rückfragen stellst, vermittelst du den Eindruck, dich nicht gut vorbereitet zu haben oder gar desinteressiert zu sein.

TIPPFragen zu den zukünftigen Aufgabengebieten, den Vorgesetzten, den Kollegen und dem Einarbeitungsprozess sind zu empfehlen. Direkt nach Gehalt, Urlaub oder Arbeitszeiten zu fragen, wäre taktisch eher unklug.

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch

Damit du als Bewerber nicht komplett unvorbereitet im Bewerbungsgespräch landest, haben wir für dich beispielhaft einige Fragen aufgeführt, die ein Arbeitgeber definitiv nicht stellen darf. Bei der Beantwortung steht es dir also zu, auszuweichen oder eine „Notlüge“ zu nutzen.

  • Welche Partei bevorzugen Sie?
  • Welche Partei wählen Sie?
  • Gehören Sie einer Partei an?
  • Sind Sie Mitglied einer Gewerkschaft?
  • Waren oder sind Sie im Betriebsrat?
  • Wollen Sie Kinder?
  • Sind Sie schwanger?
  • Nehmen Sie die Pille?
  • Möchten Sie heiraten?
  • Gehen Sie in die Kirche?
  • Gehören Sie einem Verband oder Verein an?
  • Sind Sie homo- oder heterosexuell?
  • Wie steht es um Ihre gesundheitliche Situation? Sind Sie oft krank?
  • An welchen Gott glauben Sie?
  • Sind Sie bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten?
  • Wie steht es um Ihre finanziellen Verhältnisse? Können Sie gut mit Geld umgehen?
  • Ist Ihre Familie vermögend?
  • Leben Sie in einer Partnerschaft?
TIPPAuch wenn du die Fragen rechtlich nicht beantworten musst, solltest du versuchen, eine vermittelnde Antwort zu finden. Die meisten Personaler wissen, dass sie diese Fragen nicht stellen dürfen, tun es dennoch immer mal wieder.

Auf eine „Notlüge“ solltest du, wie der Name schon sagt, nur im Notfall zurückgreifen. Überlege bereits im Voraus, wie du auf diese Fragen reagieren möchtest.

Wie alles im Leben ist es auch mit den unzulässigen Fragen nicht schwarz-weiß zu sehen. Es gibt einige Graustufen, bei denen es deinem potenziellen Arbeitgeber gestattet ist, gewisse Fragen zu stellen. Dabei muss immer ein deutlicher Bezug zu deinem Job hergestellt werden können.

Abhängig von dem Beruf, für den du dich bewirbst, musst du die folgenden Fragen beispielsweise wahrheitsgemäß beantworten:

  • Wie steht es um Ihre Vermögensverhältnisse? Haben Sie Schulden?

Diese Frage ist für Berufe, die den Umgang mit Geld voraussetzen (zum Beispiel: Bank, Kassierer, etc.) durchaus relevant und darf in diesem Fall gestellt werden.

  • Sind Sie schwanger?

Diese Frage gilt als Musterbeispiel für unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch. Allerdings gibt es Berufe, die entweder zu anstrengend oder zu risikoreich für schwangere Frauen sind. Dies gilt für Jobs im Labor, als Flugbegleitung oder Berufe, die eine zu hohe körperliche Belastung mit sich bringen.

In diesem Fall soll die Frage nicht in die Privatsphäre eingreifen, sondern lediglich deine Gesundheit und die deines Kindes bewahren.

  • Haben Sie Vorstrafen?

Für viele Berufe (Polizeibeamter, Jurist etc.) ist die dadurch gewonnene Information überaus wichtig. Daher musst du an dieser Stelle in den sauren Apfel beißen und wahrheitsgemäß antworten.

Die richtige Reaktion auf unzulässige Fragen

Bis eben hast du dich als Bewerber noch wohl in deiner Haut gefühlt: Deine Bewerbung hat dich ins Bewerbungsgespräch katapultiert und bis jetzt lief es dank deiner Vorbereitung richtig gut. Dann aber passiert es – der Personaler spricht bewusst oder unbewusst eines der Tabuthemen an und stellt eine unzulässige Frage.

Auf der einen Seite möchtest du die Arbeit in diesem Unternehmen antreten, auf der anderen Seite findest du diese Frage unverschämt. Keine Sorge! Damit du diese Situation professionell meistern kannst, haben wir dir hier unsere besten Tipps und Tricks aufgeführt.

Ruhe bewahren

Lass die Frage zunächst einmal kurz im Raum stehen und überlege dir genau, was du dem Personalverantwortlichen entgegnen willst. Bedenke dabei auch, wer dir gegenübersitzt. Hast du einen frisch gebackenen Absolventen oder einen „alten Hasen“ vor dir? Ist das vielleicht ein Test und soll als Stressfrage fungieren oder handelt es sich bei der Frage tatsächlich um ein Versehen?

Antworte sachlich

Denke daran, du möchtest noch immer einen guten Eindruck hinterlassen. Schließlich weißt du nicht, wann und in welcher Situation du dein Gegenüber wiedersiehst. Es gilt also: Bedenke deine Wortwahl! Werde auf keinen Fall schnippisch oder überheblich, sondern bleibe stets höflich.

Reaktionen auf unzulässige Fragen

Bei der Beantwortung bzw. deiner Reaktion hast du verschiedene Möglichkeiten:

  • Eine zulässige „Notlüge“ nutzen

Zitatbox

Unzulässige Frage: „Haben Sie in absehbarer Zeit Familienpläne?“

Mit einer Notlüge antworten: „Nein, mein Partner und ich haben auf absehbare Zeit keine Familienpläne.“

  • Die Wahrheit sagen

Zitatbox

Unzulässige Frage: „Leben Sie in einer Partnerschaft?“

Wahrheitsgemäße Antwort: „Ja, ich lebe in einer glücklichen Partnerschaft.“

  • Die Antwort verweigern

Zitatbox

Unzulässige Frage: „Welcher Partei gehören Sie an?“

Antwort verweigern: „Zu dieser Frage möchte ich keine Stellung nehmen, aber ich beantworte Ihnen gerne andere Fragen, die relevant für die ausgeschriebene Stelle sind.“

  • Das Vorstellungsgespräch an dieser Stelle beenden

Zitatbox

Unzulässige Frage: „Sind Sie homo- oder heterosexuell?“

Gespräch beenden: „Ich empfinde die Frage als unangemessen und irrelevant für die ausgeschriebene Position, deshalb möchte ich das Bewerbungsgespräch an dieser Stelle beenden.“

Wofür du dich letztlich entscheidest, bleibt dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du dich auf die Konsequenzen einstellst und dir bewusst bist, dass du den Job ggf. nicht bekommst.

Vorstellungsgespräch Coaching

Kostenloser Download: Fragenkatalog

Häufig werden in Vorstellungsgesprächen die gleichen Fragen gestellt, um den Kandidaten optimal einschätzen zu können und den Vergleich mit anderen Mitbewerbern zu ermöglichen. Unser Fragenkatalog gibt dir daher eine Orientierung, auf welche typischen Fragen du dich vorbereiten solltest.

Du findest verschiedenen Fragen zu folgenden Situationen:

  • Fragen im Bewerbungsgespräch für eine Ausbildung
  • Fragen im Gespräch für ein Praktikum
  • Fragen zur Person
  • Fragen zum Werdegang / Arbeitsstil
  • Fragen zur Stelle / Position
Jetzt alle Informationen auf einen Blick herunterladen