Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch : Selbsttest & Tipps

Jeder Mensch hat sie und dennoch tun wir uns so schwer damit, sie zu formulieren. Die Rede ist von unseren Stärken und Schwächen. Im Alltag sind diese natürlich weniger relevant, aber spätestens im Vorstellungsgespräch sollten wir die Standardfrage nach unseren persönlichen Stärken und Schwächen beantworten können.

Doch wie genau beantwortet man diese Frage eigentlich? Darfst du all deine Schwächen benennen oder solltest du lieber Stärken als Schwächen verkleiden? Wie viel Ehrlichkeit ist förderlich und ab wann wirkst du unauthentisch? In diesem Artikel geben wir dir alle notwendigen Antworten und bereiten dich mit einem Selbsttest optimal auf dein bevorstehendes Bewerbungsgespräch vor.

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Was sind meine Stärken und Schwächen?

Die Frage nach unseren persönlichen Stärken und Schwächen ist spontan oftmals schwer zu beantworten. Wenn du dir jedoch einmal bewusst Zeit für eine gewisse Selbstreflexion nimmst, so fallen dir sicherlich einige Punkte ein. Dabei werden sich allerdings nicht alle Aspekte deiner Stärken-Schwächen-Liste für ein Vorstellungsgespräch eignen. Sie sollten daher noch einmal nach bestimmten Kriterien überprüft werden.

Grundlegend kannst du dich bei der Überprüfung an den folgenden Definitionen orientieren:

Definition Stärken

Deine persönlichen Stärken sind Eigenschaften oder Kompetenzen, die bestimmen, wie du erfolgreich mit anderen Menschen, Situationen oder Herausforderungen umgehst. Neben deinem beruflichen Fachwissen sagen sie viel darüber aus, wie erfolgreich du deinen Job ausüben kannst.

Definition Schwächen

Als Schwächen werden die Eigenschaften oder Kompetenzen bezeichnet, die weniger ausgeprägt sind und in Situationen und Herausforderungen eher dazu führen, dass du nicht den gewünschten Erfolg erzielst.

TIPP Weitere typische Fragen im Bewerbungsgespräch diskutieren wir in unserem Beitrag „Fragen im Vorstellungsgespräch“.

Wie finde ich meine Stärken und Schwächen?

Sowohl Stärken als auch Schwächen liegen zwar grundlegend immer im Auge des Betrachters, dennoch gibt es einige Charakterzüge, die gesellschaftlich gesehen vorhanden sein sollten, um beruflich erfolgreich zu sein.

Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Pünktlichkeit
  • Zielstrebigkeit
  • Pflichtbewusstsein
  • Selbstverantwortung
  • Zuverlässigkeit
  • Etc.

Im Rahmen deiner Analyse kannst du dir folgende Fragen stellen, um deine Stärken-Schwächen-Übersicht zu ermitteln:

  • Welche zwei Eigenschaften würde dein Chef an dir besonders schätzen?
  • Wofür hast du von deinen Kollegen häufiger Komplimente erhalten?
  • Wodurch hebst du dich von anderen ab?
  • Was mögen deine Freunde nicht so gerne an dir?
  • Welche Tätigkeiten machen dir besonders Spaß?
  • Wo kannst du deine bisher größten Erfolge verbuchen?
  • Wobei kommst du häufig an deine Grenzen?
  • Wann hast du dich das letzte Mal über dich selbst geärgert und warum?
  • Welche drei Worte beschreiben dich am besten?

Die Beantwortung dieser Fragen ist nicht nur gut für deine Selbstreflexion, sondern bereitet dich gleichzeitig auch auf mögliche Fragestellung innerhalb deines Bewerbungsgespräches vor. Denn durch diese Fragen können Personaler den klassischen Satz: „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ umgehen und bekommen trotzdem eine Antwort.

Eine weitere gute Möglichkeit, um dich selbst noch besser einschätzen zu können, besteht darin, deine Freunde und Familie nach ihrer Meinung zu fragen. Bitte sie, dir offen deine Stärken und Schwächen zu nennen und frage konkret nach, wenn die Antworten zu oberflächlich bleiben. Dies kann am Ego kratzen, bringt dich deinem Traumjob aber ein gutes Stück näher. Außerdem ist niemand fehlerfrei.

STIFT Unabhängig vom Bewerbungskontext ist es generell sehr vorteilhaft für dein Selbstbewusstsein, wenn du dir deiner Stärken und Schwächen bewusst bist. Außerdem ermöglicht dieses Bewusstsein dir die Arbeit an deinen eigenen Schwächen.

Selbsttest Stärken und Schwächen

Es ist paradox: Wenn Menschen über sich selbst nachdenken, fallen ihnen oft eher ihre Schwächen als ihre Stärken ein. Dennoch fällt es ihnen schwer, konkrete Schwächen zu benennen, wenn man sie danach fragt. Generell ist es daher empfehlenswert, dich einmal ausführlich damit zu beschäftigen, was du wirklich gut kannst und wo du noch Entwicklungspotenzial hast. Unser Selbsttest wird dir dabei helfen, treffende Stärken und Schwächen zu finden.

Stufe die folgenden Aussagen auf einer Skala von 1 bis 10 ein. Alle Aussagen, die du dabei mit 7 oder höher bewertest, eignen sich als passende Stärke bzw. Schwäche für dein Bewerbungsgespräch. Wichtig bei der Beantwortung ist: Sei so ehrlich wie möglich zu dir selbst, denn nur so kannst du dich optimal vorbereiten.

Selbsttest: Schwächen herausfinden

Deine Schwächen Bewertung: 1 = „trifft überhaupt nicht zu“ und 10 = „stimmt zu 100%“.

  • Fremdsprachenkompetenz
    Du sprichst zwar Englisch, kannst aber keine Konversation sicher führen.
  • Technisches Verständnis
    Die Bedienung deines Handys/Laptops fällt dir leicht, alles was jedoch darüber hinaus geht kostet dich viel Zeit und Motivation.
  • Räumliches Denken
    Wenn du einen leeren Raum mit Mobiliar füllen sollst, fällt es dir schwer, die Größenverhältnisse einzuschätzen.
  • Networking
    Auf Netzwerkveranstaltung fühlst du dich deplatziert und hältst dich lieber im Hintergrund.
  • Präsentationsfähigkeit
    Der bloße Gedanke an eine Präsentation vor mehreren Menschen treibt dir bereits Schweißperlen auf die Stirn.
  • Zeitmanagement
    Dir fällt es schwer, die konkrete Dauer von Aufgaben und Tätigkeiten richtig einzuschätzen.
  • Wenig Berufserfahrung
    Du hattest bisher noch nicht die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in deinem gewünschten Berufsfeld zu sammeln.
  • Geräuschempfindlichkeit
    Wenn du mit mehreren Leuten in einem Raum arbeitest, fällt es dir schwer, dich zu konzentrieren.
  • Mangelndes Durchsetzungsvermögen in Gruppen
    In einer Gruppe von Menschen bewegst du dich eher im Hintergrund und überlässt anderen die Führung.
TIPP Nicht immer fragen die Personaler direkt nach deinen Stärken und Schwächen. Oft nutzen sie ebenfalls Skalierungsfragen / Skalenfragen, um deine Kompetenzen zu bewerten.

Zum Beispiel:

„Auf einer Skala von 1 bis 10, wie teamfähig schätzen Sie sich selbst ein?“

Selbsttest: Stärken ermitteln

Deine Stärken Bewertung: 1 = „trifft überhaupt nicht zu“ und 10 = „stimmt zu 100%“.

  • Kritikfähigkeit
    Das Feedback deiner Mitmenschen ist dir immer willkommen und wird von dir hinterfragt.
  • Organisationsfähigkeit
    Du organisierst mit Leichtigkeit Veranstaltungen und hast dabei alles im Blick.
  • Stressresistenz/Belastbarkeit
    Selbst in angespannten Phasen behältst du einen kühlen Kopf und leistest gute Arbeit.
  • Schnelle Auffassungsgabe
    Neue Aufgaben und Themengebiete erschließt du dir mit Leichtigkeit.
  • Selbstständigkeit
    Du siehst Aufgaben von selbst und packst unaufgefordert mit an.
  • Ausgeprägte Präsentationsfähigkeiten
    Du könntest stundenlang Präsentationen halten und hast dabei gerne so viele Zuschauer wie möglich.
  • Strukturierte Arbeitsweise
    An deinem Schreibtisch hat alles seinen Platz und du liebst To-do-Listen.
  • Entscheidungsfreudig
    Du fackelst nicht lange und triffst Entscheidungen schnell und zielgerichtet.
  • Ausgeprägtes Textverständnis
    Du jonglierst gerne mit Wörtern und zauberst daraus mitreißende Texte.
  • Lösungsorientierung
    Sowohl bei beruflichen Herausforderungen als auch in Alltagssituationen suchst du eher nach passenden Lösungen als nach Problemen.

Bei den meisten Fragen (vor allem nach deinen Stärken) solltest du dich bei der Beantwortung zwischen 7 und 9 einpendeln. Alle Werte unterhalb von 7 können dir bereits als Schwäche ausgelegt werden. Überall eine 10 zu vergeben, kann dagegen schnell unrealistisch und überheblich wirken.

TIPP Deine größten Stärken solltest du bereits in der Bewerbung unterbringen. Der richtige Platz dafür findet sich im Anschreiben oder ggf. Motivationsschreiben. Wichtig ist jedoch immer, dass du die Aussagen zu deinen Stärken und Fähigkeiten belegen kannst.
Standard-Formulierung wie „Darüber hinaus bin ich teamfähig und zielstrebig.“ sollten dringendst vermieden werden.

Auch dein Lebenslauf und deine Arbeitszeugnisse lassen den Personaler Rückschlüsse auf deine Stärken und teilweise sogar Schwächen ziehen.

Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch

Vermutlich gibt es die obligatorische Stärken-Schwächen-Frage bereits seit es Vorstellungsgespräche gibt. Auch wenn dir diese typische Frage schon im Vorhinein die Schweißperlen auf die Stirn treibt, solltest du dir vor Augen führen, dass die meisten Personaler damit nicht beabsichtigen, dich in Verlegenheit zu bringen.

Sie dient vielmehr dazu, deine Selbstreflexionsfähigkeit zu überprüfen und festzustellen, wie gut du dich mit den Kernaufgaben und Anforderung des Stellenprofils auseinandergesetzt hast. Mit einer guten Vorbereitung ist sie daher deine Chance, dich selbstreflektiert, glaubwürdig und selbstbewusst zu präsentieren. Wenn du die folgenden Punkte beachtest, dann steht deiner Glanz-Performance nichts mehr im Weg.

Die richtige Reaktion im Vorstellungsgespräch

Bei der Präsentation deiner Stärken und Schwächen gilt insgesamt: „Nicht zu viel und nicht zu wenig.“ Du solltest dich nicht überheblich zeigen, aber auch nicht zu bescheiden sein.

Dos innerhalb der Stärken Schwächen Präsentation

  • Stelle deine Vorzüge und Schwachstellen sachlich dar und bleibe realistisch.
  • Belege deine Argumente mit Beispielen und konkreten Situationen.
  • Beziehe dich überwiegend auf deine Soft-Skills.
  • Bleibe ruhig und gelassen, auch bei unangenehmen Fragen.
  • Benutze individuelle Formulierungen.
  • Sei so ehrlich und authentisch wie möglich.
  • Es reicht aus, zwei bis maximal drei deiner Schwächen zu nennen.
  • Relativiere deine Schwächen, zum Beispiel mir Ergänzungen wie: „gelegentlich, stellenweise, hin und wieder, vereinzelt“.

Don’ts innerhalb der Stärken Schwächen Präsentation

  • Vermeide Schwächen, die für deine zukünftige Stelle entscheidend sind.
  • Verzichte darauf, Stärken zu Schwächen umzudeuten.
  • Benutze keine vorgefertigten Standardfloskeln.
  • Erstelle keine ausführliche Beschreibung deiner gesamten Schwächen und vermeintlichen Unzulänglichkeiten.
  • Humor ist zwar oft hilfreich, sollte hier jedoch vermieden werden.

Schwächen im Vorstellungsgespräch: Das denken Arbeitgeber

Vielleicht hast du dich auch schon einmal gefragt: „Was will dein zukünftiger Arbeitgeber überhaupt mit der Frage nach deinen vermeintlichen Schwächen bezwecken?“. Nun ja, deine grundlegende Jobqualifikation ist es nicht, denn die hat er bereits aus deinen Bewerbungsunterlagen herausgefiltert und dich daher zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.

Sein wirkliches Interesse gilt bei dieser Frage deiner Fähigkeit zur Selbstreflexion und -kritik. Darüber hinaus möchte dein zukünftiger Arbeitgeber natürlich prüfen, ob du von deiner Persönlichkeitsstruktur her gut in das bestehende Team passt. Daher ist es auch nicht immer von Vorteil, wenn du dich als selbstbewusste Führungspersönlichkeit präsentierst, obwohl im Team eher eine vermittelnde Fachkraft benötigt wird.

Zu den Schwächen stehen

Auch hier gilt: „Ehrlichkeit währt am längsten.“ Du solltest dich daher immer so präsentieren, wie du bist. Mittlerweile gibt es sogar unterschiedliche Studien, die bestätigen, dass es in einem Vorstellungsgespräch wesentlich vielversprechender ist, zu seinen Schwächen zu stehen und diese ehrlich zu benennen.

TIPP Wissenschaftler einer englischen Universität fanden heraus, dass sich deine Jobchancen durch Ehrlichkeit bezüglich persönlicher Schwächen sogar um das Fünffache steigern können.

Schwächen gehören zum Menschsein dazu und du kannst an ihnen arbeiten, wenn du sie dir eingestehst. Dies solltest du daher aber auch deutlich signalisieren, denn natürlich geht es nach wie vor darum, dich so positiv wie möglich zu präsentieren.

An den Schwächen arbeiten

Wenn du deinem zukünftigen Arbeitgeber zeigst, dass du deine Schwächen gewissermaßen als Entwicklungspotenzial siehst und sie eine willkommene Herausforderung für dich darstellen, signalisierst du Einsatzwillen und eine gefestigte Persönlichkeit.

TIPP Am besten kannst du das rüberbringen, indem du deine Schwächen mit einem guten Vorsatz oder einer konkreten Handlung verknüpfst (konkrete Beispiele dazu findest du weiter unten im Artikel).

Schwächen in positiven Worten verkleiden

„Ich bin zu ungeduldig.“ oder „Ich bin perfektionistisch.“ sind klassische Beispiele für Schwächen, die du heutzutage in keinem Bewerbungsgespräch der Welt mehr benutzen solltest. Sie vermitteln weder eine vermeintliche Schwäche noch beinhalten sie einen guten Vorsatz. Grundlegend solltest du davon absehen, Stärken in vermeintliche Schwächen zu verpacken. Dieses Vorgehen ist nicht mehr zeitgemäß und sorgt für dicke Minuspunkte. Es zeugt von mangelnder Selbstreflexion und Unehrlichkeit. Dies sind, ähnlich wie Ungeduld und Perfektionismus, keine guten Eigenschaften.

TIPP Ein weiteres No-Go bei der Antwort auf die Frage nach deinen Schwächen sind witzig gemeinte Aussagen wie „Schokolade und Pizza.“ Darüber hinaus solltest du niemals behaupten, keine Schwächen zu haben.

Schwächen vertuschen

Auch der Versuch, deine Schwächen zu vertuschen, sorgt für Minuspunkte und kommt spätestens in der Probezeit heraus. Natürlich sollst du keinen Seelenstrip hinlegen und deine gesamten Defizite offenbaren. Eine geeignete Selbstreflexion solltest du jedoch beweisen und passende Schwächen parat haben, die du am besten mit passenden Beispielen verdeutlichen kannst.

Schwächen

Niemand ist perfekt. Du nicht, aber auch der Personaler dir gegenüber nicht. Unsere Schwächen machen uns menschlich und gehören zum Leben dazu. Dennoch ist es für ein Vorstellungsgespräch wichtig, dir vorab zu überlegen, welche Formulierungen geeignet sind und welche du lieber weglassen solltest.

Über Schwächen reden

Grundlegend gilt bei dem Thema Schwächen:

  • Sei ehrlich
  • Lege dir vorab mehrere passende Schwächen zurecht
  • Zeige gleichzeitig was du unternimmst, um an deinen Schwächen zu arbeiten.

Dabei darfst du ruhig einschränkende Worte wie „im Moment“, „manchmal“, „in Ausnahmesituationen“, „ab und an“ oder „hin und wieder“ verwenden. Damit signalisierst du, dass deine „schwache“ Eigenschaft oder aktuelle Kompetenz nicht unveränderbar ist.

Beispiele für Schwächen im Vorstellungsgespräch

Du solltest bei deinen Aussagen also Ehrlichkeit mit einem guten Vorsatz verbinden, dabei jedoch auch immer deine zukünftige Stelle und die gewünschten Grundkompetenzen im Auge haben. Im Kundenservice ist es z.B. nicht angebracht zu introvertiert zu sein. Aus den folgenden Aussagen solltest du daher nur für dich passende Schwächen-Beispiele heraussuchen.

Meine Schwäche ist …

  • das Networking. Mir fällt es auf Netzwerkveranstaltungen schwer, die richtigen Kontakte zu knüpfen und entspannt zu interagieren. Aber ich arbeite bereits daran und habe mir ein Ticket für ein Vertriebsseminar gebucht.
  • das Sprechen vor größerem Publikum. Ich fühle mich unwohl und werde nervös. Aber ich habe mir fest vorgenommen, dies in den Griff zu bekommen und habe mich für einen Rhetorik-Workshop angemeldet.
  • das Priorisieren von Aufgaben und dabei den Überblick zu behalten. Daher verwende ich seit einiger Zeit gezielt To-do-Listen und arbeite mit einem Buch zum Thema Zeitmanagement.
  • dass es mir manchmal schwer fällt mich kurz zu fassen. Ich übe meine Präsentationen zu Hause daher mit einem Timer und plane bei Meetings grundsätzlich 15 Minuten mehr ein.
  • dass ich hin und wieder zu direkt bin. Ich bespreche dies jedoch von Beginn an mit meinen Kollegen und hole mir regelmäßig Feedback dazu ein.
  • meine Sprachbegabung. Ich spreche zwar gutes Englisch, aber benötige immer wieder eine Auffrischung. Ich mache daher einmal im Jahr gezielt Urlaub in einem englischsprachigen Land und suche vor Ort das Gespräch mit Einheimischen.
TIPP Wenn du deinen Vorsatz mit konkreten Dingen untermauern möchtest, solltest du dies bereits vorher in die Wege geleitet haben, denn ein guter Personaler wird zum Beispiel nach dem konkreten Namen der Veranstaltung fragen.

Stärken

Im Vorstellungsgespräch geht es deinem zukünftigen Arbeitgeber darum, dich persönlich kennenzulernen. Dazu gehören natürlich auch deine Stärken und positiven Eigenschaften. Hier kannst du Pluspunkte sammeln, indem du dir originelle Aspekte einfallen lässt und die folgenden Punkte beachtest.

Über Stärken reden

Bei der Vorstellung deiner Stärken solltest du dich natürlich von deiner besten Seite präsentieren, aber unbedingt darauf achten, nicht zu übertreiben. Im Optimalfall stimmst du deine Stärken vorab bereits mit dem Anforderungsprofil der Stelle ab und stellst einen Bezug zu deinem zukünftigen Arbeitsalltag her.

Beispiele für Stärken im Bewerbungsgespräch

Um den Drahtseilakt zwischen „selbstbewusst, aber nicht arrogant“ hinzubekommen, gilt hier: Sei ehrlich und verbinde deine Aussagen mit konkreten Beispielen.

Meine Stärke ist …

  • dass ich gut und offen mit Kritik umgehen kann und dabei immer versuche, mich in den Standpunkt meines Gegenübers hineinzuversetzen. So kann ich mich am besten weiterentwickeln.
  • meine ausgeprägte Selbstständigkeit. Ich kann mir meine Arbeitsaufgaben selbst suchen und übernehme dabei gerne die Verantwortung.
  • dass ich trotz Zeitdruck gute Arbeit leiste und eine hohe Stressresistenz habe. Wenn ich kurz vor einer Deadline stehe, dann mobilisiere ich noch einmal all meine Ressourcen.
  • meine Organisationsfähigkeit. Ich arbeite sehr strukturiert und kann daher effizient Termine koordinieren und Veranstaltungen organisieren. Daher wollten die Kollegen in meinem vorherigen Job auch immer, dass ich die Betriebsausflüge plane.
  • meine schnelle Auffassungsgabe. Ich arbeite mich schnell in neue Themenfelder ein und kann mir gut Daten und Zahlen merken. In meinen Arbeitszeugnissen können sie sehen, dass ich regelmäßig neue Projekte und Themengebiete übernommen habe.
  • es, Präsentation und Vorträge zu halten. Mir bereitet es Freude vor Menschen zu sprechen und mein Wissen zu teilen.
TIPPDeine Stärken werden noch glaubwürdiger, wenn du sie mit konkreten Beispielen aus deinem Alltag oder deinem Berufsleben belegen kannst. Du kannst zum Beispiel ein ganz bestimmtes Event oder Ereignis wähle, um deine Stärke näher zu erläutern. Neben der „Beweisfunktion“ machen solche Geschichten das Gespräch persönlicher und können die Atmosphäre verbessern.

Zusammenfassung: Stärken und Schwächen

In deinem Bewerbungsgespräch kann dir das Thema Stärken und Schwächen viele Türen öffnen, aber auch genauso viele Tore schließen. Wenn du die folgenden Punkte beachtest, hast du jedoch bereits einen Fuß in der Tür und deine Chancen auf deinen Traumjob steigen, ganz egal ob du Bürokauffrau, Erzieher, Kinderpflegerin, Polizist oder Führungskraft in einem Unternehmen werden möchtest.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

  1. Lege dir eine übersichtliche Stärken-Schwächen-Liste an: Schreibe dabei nicht nur deine positiven und negativen Aspekte und Merkmale auf, sondern finde direkt Beispiele und Verbesserungsmöglichkeiten dafür.
  2. Frage deine Freunde und Familie nach deinen Stärken und Schwächen: Lass dir von ihnen konkrete Beispiele und Eigenschaften nennen und sei offen für Kritik.
  3. Suche dir zwei bis drei passende Eigenschaften pro Seite heraus: Achte darauf, dass du all deine Punkte mit Beispielen belegen kannst, die für deine zukünftige Stelle relevant sind und dich vielleicht von deinen Mitbewerbern abgrenzen.

Formulierung von Stärken und Schwächen

Stehe zu deinen Schwächen:

  • Formuliere deine Schwächen ehrlich
  • Bringe sie in Verbindung mit einem Vorschlag, wie du daran arbeiten kannst
  • Verzichte auf 08/15 Formulierungen
  • Zeige, dass du dir ausführlich Gedanken gemacht hast.

Stell deine Stärken authentisch dar:

  • Spreche ehrlich darüber, was du kannst
  • Profiliere dich dabei nicht zu sehr
  • Belege deine Stärken anhand von Beispielen / Situationen aus der Praxis
TIPP Deinem zukünftigen Arbeitgeber geht es darum, dich besser kennenzulernen und deine Selbstreflexionsfähigkeit einzuschätzen. Das Unternehmen möchte wissen, ob du in das zukünftige Team passt und welche Eigenschaften du mitbringst. Niemand will dich bloßstellen oder dir ein ungutes Gefühl vermitteln.

Vielmehr geht es darum, deine Stresskompetenz und deine Reaktionen zu testen. Du darfst daher entspannt und so ruhig wie möglich bleiben, denn das steigert definitiv deine Jobchancen.

Liste für Stärken und Schwächen

Um dir eine optimale Vorbereitung zu ermöglichen, findest du hier eine Auswahl von geeigneten Stärken und Schwächen für das Vorstellungsgespräch.

Stärken:

  • Kritikfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Organisationsfähigkeit
  • Stressresistenz/Belastbarkeit
  • Schnelle Auffassungsgabe
  • Selbstständigkeit
  • Ausgeprägte Präsentationsfähigkeiten
  • Strukturierte Arbeitsweise
  • Entscheidungsfreudig
  • Gutes Zeitmanagement
  • Networking
  • Teamfähigkeit
  • Gutes Textverständnis
  • Einfühlungsvermögen
  • Kreativität
  • Präzise Ausdrucksfähigkeit
  • Analysefähigkeit
  • Sozialkompetenz
  • Lösungsorientierung
TIPP Wichtig ist, dass du diese Beispiele nicht einfach nur übernimmst, weil sie gut klingen. Sie müssen auf dich und deine zukünftige Stelle anpasst werden.

Schwächen

  • Direkter Kommunikationsstil
  • Fremdsprachenkompetenz
  • Introvertiertheit
  • Handwerkliches Geschick
  • Technisches Verständnis
  • Räumliches Denken
  • Networking
  • Präsentationsfähigkeit
  • Zeitmanagement
  • Wenig Berufserfahrung
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Mangelndes Durchsetzungsvermögen in Gruppen

Weitere Stärken und Schwächen haben wir dir in diesem kostenlosen Download-Dokument zusammengefasst. Außerdem findest du eine einige Antworten, die du in keinem Fall als Schwäche verkaufen solltest.

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Von |2019-08-15T17:16:17+02:0015. August 2019|Magazin|