Warum ist Selbstpräsentation wichtig?

Untersuchungen haben gezeigt, dass immerhin 30 Prozent aller Stellen aufgrund einer überzeugenden Selbstpräsentation vergeben werden. Das beweist, dass nicht nur die Qualifikationen zählen, sondern auch, wie man diese und damit sich selbst vermarktet.

TIPP Auch innerhalb des Unternehmens ist es entscheidend, wie du dich vermarktest, um deine Chancen auf eine Beförderung oder Gehaltserhöhung zu steigern.

Durch die Selbstpräsentation haben Personaler die Möglichkeit, dich live zu erleben und dich als Person genauer kennenzulernen. Dabei ist es wichtig, dass du bei der Wahrheit bleibst. Es bringt dir nichts, deine Qualifikationen „aufzubauschen“ und Unwahrheiten zu erzählen. Denn die Personaler werden prüfen, ob es Widersprüche zwischen deinen Aussagen und deinen Bewerbungsunterlagen gibt.

Außerdem können die Personaler mithilfe der Selbstvermarktung erkennen, ob deine Kompetenzen und Qualifikationen zu dem Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle bzw. Position passen.

Wie präsentiere ich mich selbst?

Eine gute Vorbereitung ist das A und O für eine gelungene Selbstvorstellung, bei der du kurz und knapp das Wesentliche auf den Punkt bringen solltest. Fokussiere dich dazu auf die Informationen, die einen Mehrwert für die zu besetzende Position darstellen und ein Highlight in deinem Werdegang sind.

TIPP In der Stellenanzeige und auf der Unternehmensseite kannst du oft relevante Informationen zur ausgeschriebenen Stelle recherchieren.

Die angegeben Anforderungen solltest du mit deinen Kompetenzen und Qualifikationen aus deinen Bewerbungsunterlagen verbinden.

Bei der Selbstvermarktung gibt es verschiedene Inhalte, die du präsentieren solltest:

Vorstellung

  • … der persönlichen Angaben (Name, Alter, Wohnort)
  • … der erreichten Ausbildungen
  • … des beruflichen Werdegangs mit praktischen Erfahrungen und Schwerpunkten
  • … der Stärken, Qualifikationen und besonderen Referenzen
  • … der persönlichen Motivation
  • … weiterer relevanter Informationen (z.B. Auslandserfahrungen, Projekte etc.)

Um die wichtigsten Antworten auf diese Punkte zu finden, solltest du dir vorab drei Fragen stellen:

  1. Wer bin ich?
  2. Welche Kompetenzen und Qualifikationen bringe ich für diese Stelle mit?
  3. Was will ich zukünftig erreichen?

Aus diesen Antworten kannst du dann stichpunktartig deine Vorstellung vorbereiten. Dabei musst du natürlich immer bei der Wahrheit bleiben und dich auf deine Bewerbung beziehen. Lügen und Widersprüche sind ein absolutes No-Go.

Zudem solltest du deine Stärken und Erfahrungen immer mit Beispielen belegen, um sie greifbarer zu machen und gleichzeitig zu unterstreichen.

Beispiel:

„Bei dem Projekt XY war ich für die Einhaltung des Zeitplans zuständig. Mit meinem Organisationstalent konnte ich effizient die Termine koordinieren und die einzelnen Arbeitsschritte strukturieren. Das Endergebnis wurde erfolgreich zum vereinbarten Termin eingereicht.“

„Ich habe bereits erste praktische Erfahrungen für die Planung einer Messepräsenz gesammelt. Unter anderem war ich mit dem Musterunternehmen als Aussteller auf der Mustermesse sowie der Messe XY aktiv.“

Neben den inhaltlichen Aspekten sind dein Auftreten, deine Körpersprache und dein Sprachstil wichtig, um dich überzeugend selbst zu vermarkten. Dazu solltest du folgende Punkte beachten:

Auftreten

  • Präsentiere dich selbstbewusst
  • Sei von den eigenen Kompetenzen überzeugt

Körpersprache

  • Achte auf eine aufrechte, aber entspannte Körperhaltung
  • Stelle Augenkontakt zu allen Gesprächspartnern her

Sprachstil

  • Spreche ruhig und deutlich
  • Sprich seriös und natürliche (verstelle dich nicht)




Deine Stärken und Schwächen herausstellen

Damit du dich von deiner besten Seite präsentieren kannst, solltest du zunächst deine Stärken und Schwächen reflektieren. Sie zeigen dem Arbeitgeber, ob die Stelle zu dir passt und ob du die Aufgaben dieser Position meistern wirst. Darüber hinaus können die Arbeitgeber deine Fähigkeit zur Selbstreflexion und -kritik prüfen.

Hast du dir erst einmal deine Stärken und Schwächen bewusst gemacht, wird es dir leichter fallen, deine Stärken auszubauen und an deinen Schwächen zu arbeiten. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort „Selbsterkenntnis ist der Weg zur Besserung“. Dabei solltest du dich auf deine Stärken fokussieren, schließlich suchst du dir einen Beruf aufgrund deiner Kompetenzen aus.

DOKUMENT In unserem Artikel „Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch“ findest du neben zahlreichen Beispielen und Tipps einen Selbsttest, um deine Stärken und Schwächen herauszuarbeiten.

Selbstvermarktung im Berufsleben

Der berufliche Alltag ist geprägt von zahlreichen Momenten, in denen du deine persönlichen Stärken in den Vordergrund stellen kannst. Vor allem beim Small Talk mit Kollegen, der Zusammenarbeit mit Kunden oder in Gesprächen mit deinem Chef fördert eine selbstbewusste und aussagekräftige Selbstvermarktung einen sympathischen Eindruck.

Positive Selbstpräsentation unterstützt dich nicht nur, deine berufliche Karriere voranzutreiben, sondern auch dein Netzwerk zu stärken. Dazu solltest du dir deiner Fähigkeiten bewusst sein und wissen, wie du diese am besten in Szene setzen kannst.

Folgende Fragen helfen dir, ein Resümee über deine Kompetenzen und Qualifikationen zu ziehen:

  • Was habe ich bis jetzt geleistet?
  • Worauf bin ich besonders stolz?
  • Welches Projekt stellt meine Arbeitsleitung am besten dar?
  • Was möchte ich noch erreichen?

Darüber hinaus solltest du dir bewusst machen, dass Verhaltensweisen wie Gestik und Mimik deine Aussagen unterstützen und deinen Charakter forcieren. Dabei solltest du von deinen Leistungen überzeugt sein, um dies überzeugend zu kommunizieren und einen ehrlichen Eindruck zu hinterlassen.

TIPP Bei der Kommunikation gibt es einen großen Unterschied zwischen der Selbst- und der Fremdwahrnehmung. Das Üben mit Freunden, der Familie und Kollegen hilft dir nicht nur sicherer zu werden, sondern auch, das Fremdbild herauszustellen.

So hebst du deine Arbeitsleistung hervor

  • Kommuniziere deine guten Leistungen innerhalb des Unternehmens
  • Belege anhand von Beispielprojekten deine Arbeitsleistung
  • Habe keine Scheu davor, dich selbst zu loben
  • Untermauere deine persönliche Motivation mit deinen Karriereplänen
  • Achte auf eine selbstbewusste, offene Körpersprache

Selbstmarketing im Bewerbungsschreiben

Auch in der Bewerbung spielt die Selbstvermarktung eine bedeutende Rolle. Bewerber haben jedoch häufig Schwierigkeiten, sich selbst zielorientiert beim Arbeitgeber für einen Job in Szene zu setzen.

Arbeitgeber suchen in dir als Bewerber die optimale Besetzung für eine freie Stelle. Dabei brauchen sie niemanden, der sich hinter seinen guten Leistungen versteckt. Versuche, jede Kompetenz und Erfahrung durch ein geschicktes Marketing positiv zu verkaufen.

TIPP Die richtige Selbstpräsentation in der Bewerbung ist nicht immer einfach. Professionelle Bewerbungsservices übernehmen das Marketing und fertigen Bewerbungsunterlagen an, die individuell für den Job und das Unternehmen angepasst werden. Dabei stellen sie deine Kompetenzen gekonnt in Szene.

Im Bewerbungsschreiben punktest du mit deinen fachlichen Fähigkeiten. Du präsentierst deine Erfahrungen, Kompetenzen und Qualifikationen in Bezug auf die ausgeschriebene Position.

Außerdem stellst du deine sogenannten Soft Skills vor. Das sind sozialen Kompetenzen (z.B. Zuverlässigkeit, Beratungskompetenz, Teamfähigkeit, Organisationstalent, etc.), die dem Arbeitgeber zeigen, ob du gut ins Team passt und für die zukünftigen Aufgaben geeignet bist.

Die wichtigsten Inhalte für den Lebenslauf sind die persönlichen Angaben, Praxiserfahrung und Kenntnisse. Auch diese Informationen müssen den Personalern einen Mehrwert bieten und ihnen ein erstes Bild von dir mitteilen. Im Lebenslauf unterstreichst du die Fähigkeiten, die du im Anschreiben erwähnst, mit praktischen Erfahrungen.




Bewerbungstipps zur Selbstpräsentation

Bei der Erstellung deiner Bewerbung kannst du dich an folgendem Leitfaden entlang hangeln, um alle wichtigen Inhalte herauszufinden und eine starke Selbstpräsentation in der Bewerbung vorzulegen.

  1. Recherchiere, welche Qualifikationen für die Stelle relevant sind
  2. Kristallisiere deine Erfahrungen und Kenntnisse heraus
  3. Überlege dir, was dein persönlicher Anreiz ist
  4. Erstelle eine Rohfassung für dein Bewerbungsschreiben
  5. Verbessere im Feinschliff die Fehler
  6. Hol dir Feedback von Freunden und Bekannten

Beachte dabei folgende Punkte:

  • Vermeide den Konjunktiv
  • Nutze starke Verben und formuliere selbstbewusste Sätze
  • Umgehe Ich-Formulierungen (z.B. Ich kann …, Ich bin … etc.)
  • Belege deine Soft Skills mit Beispielen aus dem Berufsleben / der Schulzeit

Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch

Ein wichtiger Teil des Vorstellungsgesprächs, oder auch im Assessment Center, ist die Selbstvermarktung. Diese Phase wird in der Regel mit einem Satz wie „Stellen Sie sich bitte einmal kurz vor.“ eingeleitet.  Daraufhin präsentierst du dich zwischen drei und fünf Minuten. Diese Phase dient den Personalern dazu, ein noch genaueres Bild von dir zu bekommen.

Da die Zeit sehr begrenzt ist, solltest du auch hier darauf achten, nur die markantesten Punkte in den Fokus zu stellen. Dabei solltest du Selbstverständlichkeiten vermeiden und für dich werben, ohne zu übertreiben.

In dieser Phase kannst du selbst entscheiden, wie du dich vorstellst. Dennoch kann es passieren, dass du dich auf einen bestimmten Punkt fokussieren sollst, wie z.B. auf deine persönliche Motivation oder deinen größten beruflichen Erfolg.

Beispiele: So kannst du dich selbst vermarkten

Es gibt verschiedene Arten der Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch. Bevor wir die gängigsten Arten vorstellen, solltest du bei der Auswahl immer drei Dinge beachten:

  1. Gibt es bestimmte Vorgaben bzw. Voraussetzungen? Die beste PowerPoint der Welt bringt nichts, wenn du keine Möglichkeit hast, sie zu präsentieren.
  2. Wenn es keine Vorgaben gibt und du die Rahmenbedingungen kennst, darfst du kreativ werden und geeignete Hilfsmittel verwenden.
  3. Egal, für welche Art du dich entscheidest, du solltest dich mit der Präsentationsart sicher und wohl fühlen.

Die gängigsten Arten der Selbstpräsentation

  • PowerPoint
    Deine Selbstpräsentation via PowerPoint signalisiert, dass du dich gut vorbereitet hast, technikaffin bist und eine gewisse Kreativität mitbringst.
    Voraussetzung: Du hast einen souveränen Umgang mit der gesamten Technik und es gibt einen Beamer im Raum.
PRO Du bist unsicher, worauf du bei der Erstellung deines PowerPoint-Vortrags achten sollst?

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  • Flipchart
    Wenn du dich für die Flipchart- oder Tafel-Variante entscheidest, kannst du deine Selbstpräsentation mit Anschauungsmaterial abwechslungsreich und aktiv gestalten.
    Voraussetzung: Du traust dir zu, deutlich und fehlerfrei zu schreiben, ggf. ein bisschen zu zeichnen und es gibt einen Flipchart im Raum.
  • Ohne Hilfsmittel
    Die klassische und immer noch am häufigsten genutzte Variante ist die Selbstpräsentation ohne Hilfsmittel. Dabei solltest du darauf achten, dass deine Betonung nicht monoton und deine Gestik angebracht ist. Achte darauf, kurze und verständliche Sätze zu nutzen und deine Aussagen ggf. mit passenden Lebensanekdoten aufzufrischen.

Alle Tipps auf einen Blick

Damit du für die Selbstpräsentation gewappnet bist, haben wir dir die zehn wichtigsten Tipps zusammengestellt.

  1. Bereite dich gut auf die Selbstpräsentation vor
  2. Wähle aktive, starke Formulierungen
  3. Fokussiere dich nur auf relevante und zu der Stelle passende Informationen
  4. Stelle deine Vorzüge mit dem Unternehmen in Bezug
  5. Belege deine Stärken und Erfahrungen mit Beispielen
  6. Bleibe immer bei der Wahrheit und orientiere dich an deiner Bewerbung
  7. Trete selbstsicher auf und zeige eine aufrechte Körperhaltung
  8. Halte Augenkontakt mit allen Gesprächspartnern
  9. Kommuniziere natürlich, seriös und positiv
  10. Spreche deutlich und ruhig