Dankschreiben – Ja oder Nein?

Ein „Dankeschön“ erhält jeder gerne – auch, wenn es nur ein kleines ist. Es ist außerdem ein einfaches Zeichen deiner Höflichkeit. Beim Thema Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch spalten sich die Ansichten bezüglich des Nutzens jedoch.

Einerseits wird gesagt, dass ein Dankschreiben überflüssig ist, die Personaler es allein als Masche ansehen und eventuell sogar negativ werten. Bei einer ungünstigen Formulierung kann dies bestimmt auch der Fall sein. Es gibt andererseits jedoch viele Gründe, die für ein Dankesschreiben sprechen.

TIPP Grundsätzlich solltest du keine Angst davor haben, dich zu bedanken. Manchmal wirst du im Vorstellungsgespräch sogar gebeten, dich kurze Zeit später erneut zu melden. Schließlich ist es auch deine Entscheidung, ob du nach wie vor Interesse an der Stelle hast. Da bietet es sich auf jeden Fall an, eine Art Dankschreiben zu formulieren und dein bestehendes Interesse am Job zu bekunden.




Gründe für ein Dankschreiben

Personaler sehen in einem Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch ein Engagement, dass über den eigentlichen Bewerbungsprozess hinaus reicht und ehrliches Interesse an der Stelle vermittelt.

Zwar ist das Follow-up des Vorstellungsgesprächs selten entscheidend im Bewerbungsprozess, dennoch bleibst du dem Personaler dadurch gut in Erinnerung. Du kannst mit verhältnismäßig wenig Aufwand einen guten Eindruck hinterlassen. Zudem zeigst du dem Unternehmen, dass du dich im Nachgang zum Vorstellungsgespräch erneut mit dem Gesagten auseinandergesetzt hast.

Darüber hinaus kann das Schreiben eine Chance sein, um den zweiten Eindruck aufzubessern. Falls du im Bewerbungsgespräch etwas vermasselt hast oder dir erst im Nachhinein ein wichtiges Argument in den Sinn gekommen ist, nutze diese Möglichkeit zu deinen Gunsten. Stelle offengebliebene Fragen aus dem Vorstellungsgespräch klar oder verweise noch einmal subtil auf deine für die Stelle relevanten Stärken.

Da ein Dankschreiben tatsächlich (noch) nicht so häufig genutzt wird, kannst du dich auf diese Weise von weiteren Bewerbern abheben und dir einen Vorteil verschaffen, indem du dich erneut ins Gedächtnis rufst.

STIFT In englischsprachigen Ländern haben sich Dankesschreiben bereits etabliert. Vor allem in internationalen Betrieben macht es also Sinn, diese Option zu nutzen.

Bei einem nicht so glorreich verlaufenen Vorstellungsgespräch oder nach der Absage deines Wunscharbeitgebers kannst du trotzdem eine kurze Dankesmail verschicken. Du bleibst so im Gespräch und falls der finale Bewerber kurzfristig abspringt, stehst du weiterhin auf der Liste der potenziellen Kandidaten.

Tipps für dein Dankesschreiben

Festgelegte Richtlinien gibt es für ein Dankschreiben nicht, allerdings machen sich einige Dinge natürlich besser als andere.

Versand per E-Mail oder als Brief?

Da es für das Dankesschreiben nach einem Vorstellungsgespräch keine Vorschriften gibt, gibt es auch nicht den richtigen Weg, es zu versenden. Du kannst selbst entscheiden, ob du es lieber als Brief oder als E-Mail verschickst. Kostengünstiger ist natürlich die E-Mail.

Hinter einem Brief steckt zwar etwas mehr Aufwand und investierte Zeit, doch mit dem richtigen Papier und einer durchdachten Ausarbeitung kann er durchaus hochwertiger wirken, als eine E-Mail. Außerdem geht ein Brief nicht in der Masse an E-Mails unter, die täglich in Unternehmen eingehen.

DOKUMENT Falls du keinen ganzen Brief verfassen möchtest, kannst du auch auf eine handgeschriebene Karte zurückgreifen. Hier ist es ausschlaggebend, dass man deine Handschrift lesen kann. Andernfalls solltest du lieber die elektronische Variante wählen. Außerdem bietet sich diese Option nicht bei jedem Job an.

Grundsätzlich solltest du die Entscheidung davon abhängig machen, welcher Verfahrensweise sich dein potenzieller Arbeitgeber bedient. Wurdest du bereits gebeten, deine Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Deckblatt, Lebenslauf) per Post einzureichen, dann ist es sinnvoll, das auch beim Dankschreiben anzuwenden. Ist ein Unternehmen digital sehr gut aufgestellt, dann entscheide dich für die E-Mail.

E-Mail Betreff:

Falls du eine E-Mail schreiben möchtest, musst du als Erstes überlegen, wie du den Betreff formulierst.

Du kannst zum Beispiel die Einladungsmail zum Bewerbungsgespräch raussuchen und darauf antworten. Dann wird direkt der Bezug zum Gespräch hergestellt und der Empfänger kann sie einordnen. Im Betreff wird dann etwas in diese Richtung stehen:

„RE: Einladung zum Vorstellungsgespräch“

Alternativ kannst du eine neue E-Mail verfassen und im Betreff das Datum des Gesprächs und / oder die Stellenbezeichnung angeben.

„Dankesbekundung für das Vorstellungsgespräch vom 16.10.2019“
„Vielen Dank! Vorstellungsgespräch für die Stelle des XX“
„Danke für das Vorstellungsgespräch vom 16.10.2019 für die Position YY“

Wichtig ist nur, dass du dich auf eine neutrale Formulierung beschränkst.

Wann und an wen wird ein Dankschreiben versendet?

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Dankesbekundung loszuschicken und an wen sendest du sie überhaupt?




Wer ist der Empfänger?

Im Schreiben selbst solltest du neutral bleiben, aber trotzdem eine individuelle Note unterbringen. Speziell die Anrede sollte unbedingt persönlich formuliert werden. Im Gegensatz zum Anschreiben wird ein Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch niemals mit den Worten „Sehr geehrte Damen und Herren, “ eingeleitet.

Der Empfänger sollte immer dein Gegenüber des Bewerbungsgesprächs sein. Falls mehrere Personen teilgenommen haben, kannst du dein Schreiben an denjenigen adressieren, der zum Gespräch eingeladen hat und darum bitten, die Grüße weiterzugeben.

TIPP Falls Namenmerken nicht eine deiner Stärken ist, kannst du im Vorstellungsgespräch um eine Visitenkarte bitten.

So bleibt dir peinliches Nachfragen erspart und du bist auf der sicheren Seite, was die korrekte Darstellung der Daten angeht.

Wann wird das Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch versendet?

Wie bei der grundsätzlichen Diskussion für oder gegen ein Dankesschreiben spalten sich die Meinungen bezüglich des geeigneten Zeitpunkts für den Versand eines Dankschreibens nach dem Vorstellungsgespräch.

Was du auf keinen Fall tun sollst, ist, das Schreiben direkt nach dem Gespräch rauszusenden. Das wirkt schlichtweg aufdringlich. Außerdem geht so der Eindruck verloren, dass du das Gespräch intensiv reflektiert und dir Gedanken über die Stelle gemacht hast.

Das gilt in erster Linie für eine E-Mail, denn die braucht nur wenige Sekunden, um im Postfach des Empfängers zu landen. Bei Briefen weitet sich die Versanddauer natürlich etwas aus.

Ein Spielraum von ein bis zwei Tagen wird meistens als ideal wahrgenommen. Sendest du z. B. eine E-Mail am Abend des Tages nach dem Gespräch, dann erscheint sie am nächsten Morgen ganz oben im Postfach deines Gesprächspartners und wird nicht so leicht übersehen. Ein Brief sollte innerhalb der ersten Woche (maximal!) die gewünschte Ansprechperson erreichen.

Falls du mit dem Versenden länger warten möchtest, dann macht es nur Sinn, das Dankschreiben kurz vor der Entscheidung der Personaler zu versenden. So rufst du dich quasi zum wichtigsten Zeitpunkt des Prozesses nochmal ins Gedächtnis.

TIPP Frage am besten gegen Ende des Vorstellungsgesprächs, wann die Entscheidung vermutlich getroffen wird. So kannst du dich darauf einstellen und für das perfekte Timing sorgen.

Aufbau & Inhalt des Dankschreibens

Der generelle Aufbau des Dankschreibens nach dem Vorstellungsgespräch könnte wie folgt aussehen:

  1. Persönliche Anrede
  2. Dankesbekundung
  3. Herstellen eines Gesprächsbezugs
  4. Schlusssatz, Grußformel & Unterschrift

Falls du einen Brief als Methode gewählt hast, dann müssen sich deine persönlichen und die Unternehmensdaten sowie Ort und Datum im Briefkopf wiederfinden.

Die Anrede muss unbedingt persönlich sein, damit dein Schreiben nicht aufgrund der ersten Worte direkt als Massenwerk eingestuft wird. Unmittelbar nach der Anrede sollte der Zweck des Dankschreibens in den ersten zwei Sätzen erkennbar werden. Hier könntest du zum Beispiel folgende Formulierungen wählen:

„Sehr geehrter Herr Personaler,

1. hiermit möchte ich mich herzlich für das angenehme Gespräch vom TT.MM.JJJJ und die Chance, mich Ihnen vorzustellen, bedanken. Ihr Unternehmen hat einen rundum positiven Eindruck bei mir hinterlassen.“

2. ich bedanke mich für das außerordentlich nette Vorstellungsgespräch und dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mich als Bewerber näher kennenzulernen.“

3. auf diesem Wege möchte ich meinen Dank bekunden. Die Möglichkeit, mich Ihnen im Vorstellungsgespräch vorzustellen und einen Eindruck von Ihrem Unternehmen zu erlangen, habe ich sehr gerne wahrgenommen.“

Vor oder während des Verfassens des Dankschreibens reflektierst du das Vorstellungsgespräch und das ist in jedem Fall empfehlenswert. Mache dir Gedanken darüber, was besonders gut lief, wo sich Schwachstellen aufgetan haben und halte das in Notizen fest.

Aus diesen Notizen kannst du Gesprächsinhalte aufgreifen, auf die du in deinem Dankschreiben verweist.

TIPP Warte nicht zu lange mit der Reflektion nach dem Vorstellungsgespräch und nutze deine noch frischen Eindrücke und Erfahrungen.

Neben deinem Dank kannst du außerdem Folgendes erwähnen:

  • Dein andauerndes Interesse an der Stelle
  • Deine Qualifikationen für den Job
  • Was deinen Wunsch verstärkt hat, bei diesem Unternehmen zu arbeiten
  • Was dir am Unternehmen oder am Vorstellungsgespräch besonders gut gefallen hat

Beispiele dafür, was dir am Unternehmen positiv auffallen könnte:

  1. Unternehmensatmosphäre
  2. Die Unternehmensführung und Gastfreundschaft
  3. Modernes Auftreten des Unternehmens

Im Schlusssatz darfst du äußern, dass du dich über eine Zusammenarbeit oder die Einladung zum zweiten Vorstellungsgespräch sehr freuen würdest. Füge am Ende unbedingt noch deine Unterschrift hinzu.

Bleibe immer freundlich, originell, unaufdringlich und vor allem deinem Stil treu! Vermeide Übertreibungen, denn diese lassen dein Dankesschreiben unehrlich erscheinen und du verfehlst damit den Zweck.

Länge des Dankesschreibens

„In der Kürze liegt die Würze.“ Versuche einen Rahmen von ungefähr einer halben Seite einzuhalten, alles weitere lenkt von der eigentlichen Aussage ab. Eine Nacherzählung deines Lebenslaufs ist an dieser Stelle unangebracht.

Erhalte ich Rückmeldung auf mein Dankschreiben?

Eine Reaktion bzw. Antwort kannst du nicht zwingend erwarten. Solltest du den Job bekommen, kann es sein, dass in der Zusage Stellung zu deinem Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch genommen wird. Das Gleiche gilt für eine Absage.

Ist dein Schreiben sehr gelungen und findet Anklang beim Empfänger, dann kannst du natürlich auch eine spezielle Antwort darauf erhalten.

Fehler beim Dankschreiben

Bei einigen Dingen solltest du aufmerksam sein, da sie deinem Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch sonst ganz schnell einen falschen Eindruck anhängen.

Auf jeden Fall sollten sich im Dankesschreiben keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler befinden. Achte vor allem bei den Kontaktdaten deines Gesprächspartners darauf, dass alles korrekt ist und du ihn auch persönlich in der Anrede nennst!

Wirf ansonsten ein Auge auf folgende Dinge:

  • Einen einzigen Empfänger statt mehrere wählen
  • Den Inhalt des Dankschreibens personalisieren und originell gestalten
  • Auf Floskeln und Ausschweifungen verzichten
  • Nicht an Kleinigkeiten festhalten
  • Den Interviewpartner nicht zu Entscheidungen drängen
  • Nicht zu schnell antworten oder zu lange warten



  • Muster: Dankesschreiben nach dem Vorstellungsgespräch

    Hier findest du zwei kostenlose Vorlagen für ein Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch. Allerdings solltest du diese auf deine Bewerbungssituation zuschneiden und kannst Aspekte ergänzen.

    „Sehr geehrter Herr Personaler,

    ich bedanke mich herzlich für das angenehme Vorstellungsgespräch und dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mich als Bewerber näher kennenzulernen.

    An Ihrem Unternehmen sind mir vor allem die Atmosphäre, die moderne Ausstattung und die erwähnten Weiterbildungsmaßnahmen positiv in Erinnerung geblieben. Die Unterhaltung hat mich in dem Wunsch einer Zusammenarbeit erneut bestärkt.
    In unserem Gespräch hatten wir das Thema XX angesprochen. Ich hoffe, Sie in Zukunft in diesem Bereich mit meiner Zielstrebigkeit und Innovationsstärke unterstützen zu können.

    Über eine Fortsetzung unseres Gesprächs oder eine Anstellung in Ihrem Unternehmen würde ich mich außerordentlich freuen.

    Mit besten Grüßen,
    Maria Muster“

    „Sehr geehrte Frau Personaler,

    herzlichen Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch und die Chance, mich bei Ihnen persönlich vorzustellen. Unser Gespräch hat bei mir einen durchweg positiven Eindruck hinterlassen, genau wie das freundliche Betriebsklima und Ihre Gastfreundschaft.

    Da in unserem Gespräch das Thema Fremdsprachenkompetenzen inbegriffen war, möchte ich die Gelegenheit nutzen, Sie darauf hinzuweisen, dass ich neben dem Auslandsjahr in Frankeich auch ein Zertifikat eines Spanischkurses besitze.
    Gerne bringe ich meine weiteren Qualifikationen wie mein ausgeprägtes XX und mein YY in die Stelle des ZZ ein. Falls Sie noch Fragen bezüglich meines Lebenslaufes haben sollten, zögern Sie nicht, zu fragen.

    Eine weitere Gesprächseinladung oder eine Zusammenarbeit würde ich gerne begrüßen.

    Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,
    Max Mustermann“