Wie dir eine Empfehlung helfen und schaden kann

So wie bei jeder Bewerbung gibt es auch bei einer Bewerbung auf Empfehlung einige wichtige Details zu bedenken, denn diese ist kein Freifahrtsschein. Alle Formalia, die für eine normale Bewerbung gelten, solltest du auch hier berücksichtigen.

Deine Bewerbung sollte grammatikalisch korrekt geschrieben und sprachlich ansprechend gestaltet sein. Darüber hinaus hilft ein übersichtliches Layout, deine Bewerbung attraktiver wirken zu lassen. Unterteile deine Bewerbung sowohl inhaltlich als auch optisch eindeutig in Einleitung, Hauptteil und Schlusssatz.

In deiner Bewerbungsmappe solltest du zudem darauf achten, die Reihenfolge der Unterlagen einzuhalten. Reiche dein Bewerbungsschreiben, das Deckblatt, den Lebenslauf und dein persönliches Motivationsschreiben in dieser vorgegebenen Reihenfolge ein.

Reihenfolge Bewerbungsmappe

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Darüber hinaus sollte im speziellen bei der Erwähnung und Nutzung einer Empfehlung einiges bedacht werden, damit diese deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch auch wirklich steigert und nicht mindert.

Vorteile einer Empfehlung

Grundsätzlich bietet jede Möglichkeit, sich im positiven Sinne von seinen Mitbewerbern abzuheben, einen großen Vorteil. Neben Zusatzqualifikationen und einer herausragenden erhöht eine gute Referenz die Wahrscheinlichkeit, dem Personaler im Gedächtnis zu bleiben, wenn sie richtig genutzt wird.

Darüber hinaus ist es ungemein hilfreich, über eine bestimmte freie Stelle oder einen allgemeinen Bedarf an weiteren Arbeitskräften informiert zu werden, bevor die Stelle ausgeschrieben wird.

Eine Initiativbewerbung mit Empfehlung kann in diesem Fall die Chancen stark erhöhen, da keine Konkurrenz besteht, solange die Stelle noch nicht ausgeschrieben ist.

Mögliche Risiken und wie du sie vermeidest

Unabhängig von den Vorteilen einer solchen Bewerbung kann sie auch ein Risiko darstellen, wenn du sie nicht richtig gestaltest.

So wichtig dir die Empfehlung in deiner Bewerbung auch erscheinen mag, es ist wichtig, diese nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn lediglich dein Wissen um die freie Stelle betont wird und dein Interesse an dem Unternehmen sowie die eigentlichen Gründe und Qualifikationen für deine Bewerbung untergehen, fällt das eher negativ auf.

Mirko Bettenhausen

Personaler bevorzugen in der Regel Bewerber, die deutlich machen, dass sie sich mit Begeisterung und aus großem Interesse am Unternehmen heraus bewerben. Es ist also entscheidend im Bewerbungsschreiben seine Begeisterung und die Gründe für die Bewerbung anzugeben.“

Mirko Bettenhausen Fachautor von Bewerbung.net

Bevor du einen Angestellten als Referenz angibst, solltest du ein paar Informationen über diesen einholen. Leistet dein Empfehlungsgeber gute Arbeit und ist im Unternehmen beliebt, wird sein guter Ruf wie ein Vertrauensvorschuss für dich wirken. Auf der anderen Seite kann die Empfehlung durch einen faulen und unbeliebten Angestellten dafür sorgen, dass deine Chancen sinken.

Darüber hinaus sollte auch dein Empfehlungsgeber einige nützliche und vor allem positive Informationen über dich haben. Wenn du ihn namentlich nennst, kannst du davon ausgehen, dass der Personaler ihn nach weiteren Informationen und Einschätzungen zu deiner Person fragen wird.

Was muss ich bei der Verwendung der Empfehlung beachten?

Nachdem dir jemand die Empfehlung für eine Stelle ausgesprochen hat und du dich vergewissert hast, dass es dir wirklich helfen würde, diese Person als Referenz zu nennen, solltest du dich zunächst informieren, ob besagte Person genannt werden will und darf. In manchen Fällen ist es Angestellten nicht gestattet, über unveröffentlichte freie Stellen zu berichten. Hier würde eine Erwähnung sowohl ein schlechtes Licht auf deinen Unterstützer als auch auf dich werfen.

TIPP Wenn die Quelle deiner Empfehlung nicht genannt werden will, solltest du darauf verzichten, eine anonyme Referenzperson zu erwähnen. Ohne die Möglichkeit, eine Einschätzung zu deiner Person einzuholen, ist diese Erwähnung wertlos und wirft für den Personaler mehr Fragen auf, als sie beantwortet.

Ist eine namentliche Nennung möglich, solltest du die Identität möglichst eindeutig darstellen, vorausgesetzt, du hast dich von dem guten Ruf deiner Referenzquelle überzeugt. Ergänze den Namen also nach Möglichkeit um die Abteilung und Position des Angestellten.

Natürlich muss es sich bei deinem Empfehlungsgeber nicht zwangsläufig um einen Angestellten handeln. Auch ein gemeinsamer Bekannter, ein Freund oder ein Familienmitglied kann diese Funktion übernehmen. In diesem Fall solltest du besonders viel Wert darauflegen, die Verbindung sachlich zu erklären, um nicht zu sehr in die Privatsphäre deines potenziellen Arbeitgebers einzudringen.

Wie du eine Empfehlung in deine Bewerbung integrierst

Eine solide Empfehlung allein macht noch keine gute Bewerbung aus. Wie bei jeder Bewerbung solltest du auf eine kreative und ansprechende Formulierung und die allgemeinen Formalia einer guten Bewerbung achten.

Da du die positive Referenz nutzen willst, um dich von den anderen Bewerbern abzuheben, solltest du diese möglichst am Anfang deines Schreibens erwähnen. Eine Erwähnung in den ersten Sätzen deiner Bewerbung stellt sicher, dass sie gelesen wird, und macht den Leser neugierig auf den Rest deiner Bewerbung.

TIPPJe wichtiger und anerkannter die Position deines Empfehlungsgebers im Unterhemen ist, desto stärker solltest du deine Empfehlung hervorheben.

Damit sie nicht langweilig und abschreckend wirkt, solltest du auch bei der Erwähnung deiner Empfehlung auf abgestumpfte Floskeln verzichten und diese stattdessen individuell an dich und das Unternehmen anpassen.

Zitatbox

Abgestumpfte Formulierung – Negativbeispiel:

„Sehr geehrter Herr Meier,
durch eine langjährige Mitarbeiterin habe ich erfahren, dass in der Abteilung XY eine Stelle neu besetzt werden soll, und bewerbe mich daher bei Ihnen um diese.“

Darüber hinaus empfiehlt es sich, im Zusammenhang der Empfehlung einige Vorteile des Unternehmens und die Gründe für deine Bewerbung zu nennen.

Beispielformulierungen für die Bewerbung auf Empfehlung

Bewerbung auf Empfehlung einer Mitarbeiterin / eines Mitarbeiters:

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„Sehr geehrte Frau Meier,
ein gemeinsamer Bekannter, Herr Max Müller, hat mir bei unserem letzten Treffen im Sportverein wärmstens Ihr innovatives Unternehmen empfohlen. Ich durfte erfahren, dass sie für den Bereich X weiteres Fachpersonal suchen, da ich auf diesem Gebiet langjährige Erfahrung vorweisen kann und Ihr Unternehmen sehr ansprechend auf mich wirkt, bewerbe ich mich um die Stelle als XY.“

„Sehr geehrte Frau Meier,
als XY mit langjähriger Erfahrung im Bereich XY suche ich nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Von ihrem Angestellten Herrn Müller aus der Abteilung XY habe ich erfahren, dass sie für den Bereich XY noch kompetente Unterstützung suchen. Da ich nur positives über da Arbeitsklima in Ihrem Unternehmen gehört habe und mich gerne auf diesen Bereich fokussieren möchte, bewerbe ich mich bei Ihnen um eine Stelle als XY.“

Bewerbung auf Empfehlung einer Bekannten / eines Bekannten:

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„Sehr geehrte Frau Meier,
ein gemeinsamer Bekannter, Herr Max Müller, hat mir bei unserem letzten Treffen im Sportverein wärmstens Ihr innovatives Unternehmen empfohlen. Ich durfte erfahren, dass sie für den Bereich X weiteres Fachpersonal suchen, da ich auf diesem Gebiet langjährige Erfahrung vorweisen kann und Ihr Unternehmen sehr ansprechend auf mich wirkt, bewerbe ich mich um die Stelle als XY.“

„Sehr geehrte Frau Meier,
sie suchen engagierte, fähige Mitarbeiter für den Bereich XY, die bereits über Erfahrung verfügen. Das biete ich Ihnen und suche im Gegenzug nach einem innovativen und kreativen Arbeitsumfeld. Herr XY aus der Abteilung XY, Ihr langjähriger Mitarbeiter und Bekannter meinerseits hat mir von der Arbeit in ihrem Unternehmen und der freien Stelle als XY berichtet. Um diese möchte ich mich hiermit bewerben und freue mich, mehr über Ihr Unternehmen zu erfahren.“

Bewerbung auf Empfehlung einer Freundin / eines Freundes:

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„Sehr geehrte Frau Meier,
ein guter Freund, Herr Max Müller, der schon seit Langem ein zufriedener Mitarbeiter bei Ihnen ist, hat mir gegenüber wärmstens von der Arbeit in Ihrem Unternehmen erzählt und mich darüber aufgeklärt, dass sie für den Bereich X weiteres Fachpersonal suchen, da ich auf diesem Gebiet langjährige Erfahrung vorweisen kann und Ihr Unternehmen sehr ansprechend auf mich wirkt, bewerbe ich mich um die Stelle als XY“

„Sehr geehrte Frau Meier,
als XY mit langjähriger Erfahrung im Bereich XY suche ich nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Durch Herrn Max Müller, ein gemeinsamer Freund, den ich aus dem Sportverein kenne, habe ich erfahren, dass sie für den Bereich XY noch kompetente Unterstützung suchen. Da ich nur positives über da Arbeitsklima in Ihrem Unternehmen gehört habe und mich gerne auf diesen Bereich fokussieren möchte, bewerbe ich mich bei Ihnen um eine Stelle als XY.“

Bewerbung auf Empfehlung eines Familienmitglieds:

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„Sehr geehrte Frau Meier,
mein Onkel hat mir auf Basis seiner langjährigen Arbeitserfahrung in Ihrer XY-Abteilung von der inspirierenden Arbeit in Ihrem Unternehmen berichtet. In Anbetracht Ihres Bedarfs an Fachpersonal für die Abteilung XY, bewerbe ich mich als zweites Mitglied meiner Familie um eine Stelle in Ihrem Unternehmen. Als berufserfahrene und erfolgreiche Fachkraft in dem Bereich XY möchte ich mich um eine Stelle als XY in Ihrem Unternehmen bewerben, um dort meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.“

„Sehr geehrte Frau Meier,
Ihr langjähriger Mitarbeiter, Herr Max Müller ist mein Onkel. Wärmstens wurde mir von ihm Ihr innovatives Unternehmen empfohlen. Ich durfte erfahren, dass sie für den Bereich X weiteres Fachpersonal suchen, da ich auf diesem Gebiet langjährige Erfahrung vorweisen kann und Ihr Unternehmen sehr ansprechend auf mich wirkt, bewerbe ich mich um die Stelle als XY.“

Checkliste für die Bewerbung mit Empfehlung – Habe ich alles beachtet?

  • Erfüllt meine Bewerbung alle wichtigen Formalia?
  • Hat meine Bewerbung ein ansprechendes Layout?
  • Ist mein Bewerbungsschreiben sprachlich gut formuliert?
  • Sprechen auch meine angegebenen Qualifikationen für mich?
  • Ist die Quelle meiner Empfehlung geeignet und genießt ein gutes Ansehen?
  • Kann mein Empfehlungsgeber bei Nachfrage Positives über mich berichten?
  • Darf und will meine Quelle genannt werden?
  • Habe ich die Empfehlung originell und individuell eingegliedert?