Assessment Center: So bestehst du das AC erfolgreich

Assessment Center (kurz: AC) werden in Deutschland bereits seit den 80er Jahren als Auswahlverfahren für Mitarbeiter angewendet. Immer mehr Unternehmen setzen zusätzlich oder statt dem Bewerbungsgespräch auf das Assessment Center, um die fachliche und persönliche Eignung der Bewerber zu analysieren und zu bewerten. Doch nach der Freude über die Einladung zum Assessment Center folgt schnell Panik. Bei uns erfährst du, was dich im Assessment Center erwartet und wie du dich auf die gängigsten Aufgaben vorbereitest.

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  • Assessment Center

Definition Assessment Center – was ist das eigentlich?

Der Begriff Assessment Center kommt vom englischen Verb to assess = beurteilen / einschätzen. Man versteht darunter eine besondere Art des Personalauswahlverfahrens, bei dem die Bewerber anhand einer Reihe von unterschiedlichen Aufgaben hinsichtlich ihrer Hard Skills und Soft Skills getestet werden. Da Assessment Center sehr kosten- und zeitintensiv sind, werden sie vor allem zur Besetzung von Management Positionen bei großen Unternehmen und Konzernen eingesetzt.

Ziel des Assessment Center, kurz auch AC genannt, ist die Auswahl des perfekten Kandidaten. Anlass kann entweder eine neu zu besetzende Stelle oder unternehmensinterne Schulungen, Weiterbildungen und andere berufliche Unterstützungen sein.

Je nach Unternehmen und Umfang des Assessment Center besteht das Team der Assessoren (die „Jury“) aus unternehmenseigenen Personalern und Abteilungsleitern sowie externen geschulten Beratern.

TIPP Auch bei der Vergabe von Studienplätzen greifen Hochschulen immer häufiger auf Assessment Center zurück. Diese dauern in der Regel nicht länger als einen Tag. Das Assessoren-Team wird aus Vertretern der Hochschulen und meist Vertretern von unterstützenden Unternehmen gebildet.




Arten des Assessment Center

Gruppen Assessment Center

Das Gruppen Assessment Center ist die gängigste AC Form. Es wird eine bestimmte Anzahl an Bewerbern ausgewählt und für den gleichen Termin eingeladen. Alle müssen dann die gleichen Aufgaben erledigen. Neben dem geringeren Zeit- und Kostenaufwand im Vergleich zu Einzel Assessment Centern oder Einzel Interviews, können die Bewerber zusätzlich besser verglichen werden.

Diese Situation sorgt für großen Druck – Umstände, mit der Top-Manager umgehen können müssen. Zudem können in Gruppenarbeiten und im Miteinander Soft Skills deutlich besser evaluiert werden, da die Bewerber in einer Gruppe agieren müssen. Gruppenaufgaben und -diskussionen sind häufig verwendete Übungen, um Teamfähigkeit und Durchsetzungsvermögen zu testen.

Einzel Assessment Center

Das Einzel Assessment Center wird ausschließlich zur Besetzung von Führungspositionen eingesetzt. Sie sind äußerst zeit- und kostenaufwändig, da jeder Bewerber einzeln getestet wird.

In der Regel werden Einzel Assessment Center nur dann durchgeführt, wenn der Bewerber eine Geheimhaltung der Bewerbung wünscht, da er sich zum Beispiel noch in einer ungekündigten Anstellung befindet.

Management Audit

Bei der Auswahl eines geeigneten Kandidaten für ein Management Audit geht es um ein spezielles firmeninternes Assessment Center. Die Eignung der Mitarbeiter hinsichtlich einer anderen (Führungs-) Position im Unternehmen oder einer Weiterbildung wird hier getestet.

Bei dieser Art von Assessment Center werden in der Regel nur externe Berater als Assessoren gewählt, da die Auswahl so neutral wie möglich getroffen werden soll.

Online Assessment Center

Eine sehr moderne Form des AC ist das Online Assessment Center. Häufig wird aus finanziellen und organisatorischen Gründen auf diese internetbasierte Durchführung zurückgegriffen. Auch in internationalen Verfahren erfreuen Online Assessment Center sich der Einfachheit halber von großer Berühmtheit.

Von Bewerberseite bringt das Online Assessment Center ebenfalls einige Vorteile mit sich. Neben einer höheren Flexibilität bist du dem direkten Konkurrenzdruck nicht so stark ausgesetzt. Außerdem bringen Assessment Center, ebenso wie Vorstellungsgespräche, häufig lange Anreisen mit sich. Dieser Punkt fällt bei internetbasierten Verfahren ebenfalls weg.

Ein Kritikpunkt an Online Assessment Centern ist jedoch, dass die persönliche Komponente verloren geht, welche häufig ein entscheidender Faktor in der Wahl zwischen Bewerbern sein kann. Zwar sollte es bei der Auswahl eines Bewerbers immer in erster Linie um seine Kompetenzen und Qualifikationen gehen, der Ausgewählte muss jedoch auch zum Unternehmen und in sein zukünftiges Team passen.

Ablauf und Dauer eines Assessment Center

Ein AC hat meist eine Länge von einem bis zu drei Tagen, wobei Einzel Assessment Center in der Regel auf einen Tag begrenzt sind. Abhängig ist die Dauer des Assessment Centers von Faktoren wie zu vergebende Stelle, Größe des Unternehmens und Teilnehmerzahl.

Häufig werden bei mehrtägigen Assessment Centern jeden Tag Bewerber verabschiedet, sodass am letzten Tag nur noch ein kleinerer Bewerberkreis im Rennen um die freie Stelle ist. Ausrichtungsort eines Assessment Centers ist häufig die Unternehmenszentrale, in einigen Fällen findet es jedoch auch in Niederlassungen oder sogar an externen Plätzen wie Hotels statt.

Jedes Unternehmen kann sein Assessment Center individuell gestalten und durchführen. Das Rahmenprogramm und die grobe Struktur eines Assessment Center sind jedoch überall ähnlich. Den Beginn des AC macht das Unternehmen selbst, in dem es in einer Begrüßung das Unternehmen und zumeist auch die einzelnen Assessoren vorstellt. Außerdem wird den Bewerber in den meisten Fällen eine Übersicht über den Ablauf des Tages bzw. der Tage gegeben. Dann steigen die Bewerber mit ihren Aufgaben ein:

  1. Selbstpräsentation
    Nach der Vorstellung des Unternehmens folgen sinnvollerweise die Bewerber mit einer kurzen Selbstpräsentation. Im Großen und Ganzen geht es darum, kurz den beruflichen Werdegang zu erläutern und darzustellen, warum man für die zu besetzende Stelle geeignet ist.
  2. (Einzel-)Übungen
    Nach der Selbstpräsentation ist in der Regel Zeit für Einzelübungen wie die Postkorbübung, den Intelligenztest oder Konzentrationstests. Häufig wird auch zu diesem Zeitpunkt schon auf Einzelinterviews zurückgegriffen. Diese können jedoch auch erst zum Tagesende anstehen.
  3. (Gruppen-)Übungen
    Häufige Aufgaben, die in der Gruppe zu lösen sind, sind Rollenspiele, Gruppendiskussionen oder Fallstudien/Case Studies. Während es bei Einzelübungen häufig vorrangig um die Prüfung der Hard Skills (Qualifikationen, Kompetenzen) geht, stehen bei Gruppenübungen die Soft Skills der Bewerber im Vordergrund. Es geht weniger darum, in der vorgegebenen Zeit ein perfektes Ergebnis zu erzielen, sondern viel eher darum, die Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und das Durchsetzungsvermögen der Bewerber zu testen.
  4. Feedback-Gespräche
    Nach Abschluss und Auswertung aller Aufgaben erfolgt eine Feedbackrunde. Feedback geben dabei natürlich vor allem die Assessoren. Eine Selbsteinschätzung und Feedback des Bewerbers werden jedoch auch sehr oft verlangt.

TIPP In Assessment Centern ist nicht nur die Lösung der Aufgaben entscheidend. Du kannst dir sicher sein, dass die Assessoren dich während der gesamten Zeit, auch in Pausen, beobachten und beurteilen. Während des Assessment Centers bist du zu keinem Zeitpunkt vollständig unbeobachtet. Auch gemeinsame Abendessen werden genutzt, um deine Tischmanieren zu überprüfen.




Die Aufgaben im Assessment Center

Selbstpräsentation / Vorstellung

Nach der Begrüßung und Vorstellung des Unternehmens wird von den Bewerbern in der Regel eine Selbstpräsentation erwartet.

Inhaltlich sollte deine Selbstpräsentation folgende Fragen beantworten:

  • Wer bist du, wie alt bist du und wo kommst du her?
  • Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus? (Hier geht es um einen groben Überblick, nicht um die Wiedergabe deines Lebenslaufes!)
  • Welche Erfolge konntest du bisher verzeichnen?
  • Was sind deine Stärken, was qualifiziert dich für die Stelle?
  • Warum passt du zum Unternehmen?

TIPP Die Wahrscheinlichkeit, dass dir im Anschluss an deine Präsentation Fragen gestellt werden, ist sehr hoch. Wenn du bereits in der Präsentation auf kritische Punkte eingehst, wird dir dieser Frageteil deutlich leichter fallen.

Häufig gestellte Fragen sind:

  • Bist du auch schon mal gescheitert? Woran lag das?
  • Wo liegen deine Schwächen?
  • Was kannst du über dich erzählen, was dein Lebenslauf nicht hergibt?

Die Vorbereitung auf die Selbstpräsentation ist relativ unkompliziert. Mach dir einfach im Vorfeld Gedanken, was du über dich sagen willst. Vor allem Antworten auf kritische Fragen parat zu haben wird dir Sicherheit geben. Außerdem empfiehlt es sich, deine Präsentation schon mal vor der Familie oder Freunden zu halten. So wird es dir leichter fallen, das Überlegte frei vor mehreren Leuten vorzutragen. Um möglichst frei zu sprechen und vertraut mit den Inhalten zu sein, empfehlen wir zudem den Vortrag laut, aber für dich allein zu halten.

Folgende Punkte sorgen für einen überzeugenden Auftritt:

  • Selbstbewusstes, ruhiges Auftreten
  • Blickkontakt zu Assessoren und anderen Teilnehmern
  • Selbstsicheres Auftreten bei kritischen Fragen
  • Kein nervöses Zappeln oder übermäßiges Stottern
  • Thematisch sollte deine Präsentation zum Job passen
Assesment Center Selbstpräsentation

Präsentation eines Themas

Neben der Selbstpräsentation wird häufig die Präsentation eines Themas erwartet. In der Regel bekommst du genaue Vorgaben zu den Erwartungen, hast dann eine gewisse Vorbereitungszeit und musst im Anschluss das Thema präsentieren.

Hier geht es nicht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Informationen zu sammeln und einen umfangreichen Einblick in die Thematik geben zu können. Du überzeugst, wenn du die wichtigsten Punkte verständlich darstellst. Es geht darum, zu sehen, dass du auch unter Stress konzentriert arbeiten kannst du zwischen wichtig und zweitrangig unterscheiden kannst.

Zur Vorbereitung auf diese Aufgabe solltest du dich über unternehmens- und branchenspezifische Themen informieren und diese zumindest in Grundzügen kennen und verstehen.

Intelligenz-, Konzentrations- und Persönlichkeitstests

Es gibt eine Reihe an Tests, die im Zuge eines Assessment Center durchgeführt werden könne. Einige davon beziehen sich auf die kognitiven Fähigkeiten, zur Vorbereitung dieser Tests gibt es einige Aufgaben mit Lösungen im Internet oder in Büchern. Andere Tests setzen auf der Persönlichkeitsebene an. Sich auf diese Tests vorzubereiten ist generell schwer, da es um deine wirkliche Persönlichkeit geht und nicht darum, das Ergebnis nach Vorstellung der Assessoren zu manipulieren.

Postkorbübung

Die Postkorbübung ist eine der bekanntesten AC Übungen. In begrenzter Zeit gilt es, so viele Aufgaben wie möglich konzentriert und richtig zu erledigen. Dabei können meistens nicht alle Aufgaben fertiggestellt werden. Das ist bewusst so. Du musst zeigen, dass du richtig priorisieren kannst. Störer wie hereinkommende Kollegen oder Anrufe können ebenfalls hinzukommen.

Bei der Postkorbübung musst du vor allem ruhig bleiben. Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn du siehst, dass einige Aufgaben unbearbeitet liegen bleiben werden. Vorbereitende Simulationen der Postkorbübung findest du im Internet.

Assessment Center Fallstudie

Fallstudie

Die Fallstudie (oder auch Case Study) kann sowohl eine Einzel- als auch eine Gruppenaufgabe sein. Du bekommst entweder allein oder als Gruppe einen Anwendungsfall aus dem Unternehmenskontext und musst diesen lösen. Die Lösung wird im Anschluss an die Bearbeitungszeit präsentiert.

Es geht hier vor allem um dein Fachwissen. Die Assessoren wollen sehen, wie gut du dich mit dem Unternehmen und der Branche auskennst. Bei der Auslegung als Gruppenaufgabe wird zudem deine Teamfähigkeit auf die Probe gestellt.

TIPP Nach der Vorstellung der Lösungen wird deine Herangehensweise oft kritisch hinterfragt. Das ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. Sei selbstbewusst und erkläre deine Lösung und Entscheidungen verständlich und klar.

Gruppendiskussion

Für die Gruppendiskussion bekommst du ebenfalls ein Thema vorgegeben. In sehr begrenzter Zeit kannst du dich dann auf die Diskussion vorbereiten. Es gibt 2 Varianten der Gruppendiskussion: In der ersten Variante musst du deine eigene Meinung vertreten, in der zweiten bekommst du eine Meinung vorgeschrieben und musst dich für diese stark machen.

Die Assessoren wollen sehen, wie du dich in einer Diskussion verhältst. Vorrangig geht es um dein Verhalten in einer Gruppe, du solltest jedoch auch zeigen, dass du vernünftig argumentieren und diskutieren kannst.

Rollenspiel

Das Rollenspiel ist eine häufig genutzte Gruppenübung. Dabei wird dir und deinen Mitbewerbern eine Rolle zugetragen, die ihr dann gemeinsam spielt. Nicht selten wird das Rollenspiel im Kontext eines Konfliktgespräches eingesetzt.

Ein Beispiel für ein solches Rollenspiel sieht folgendermaßen aus: Du bist der Abteilungsleiter der Abrechnungsabteilung und dir wurde zugetragen, dass einer deiner Mitarbeiter regelmäßig während der Arbeitszeit Alkohol konsumiert. Deshalb hast du diesen Mitarbeiter für ein Gespräch in dein Büro bestellt. Die Nachstellung einer Gehaltsverhandlung ist ebenfalls ein beliebter Rollenspiel-Kontext.

Die Vorbereitungsmöglichkeiten für ein Rollenspiel sind eher begrenzt. Natürlich kannst du dir angucken, welche möglichen Situationen es gibt und wie du in diesen agieren würdest. Generell gilt aber vor allem, dass die Assessoren sehen wollen, wie du mit konfliktären Situationen umgehst und welche Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten du besitzt.

Einzelinterview

Das Einzelinterview kann relativ früh, erst im Laufe des Tages oder sogar gleichzeitig mit dem Abschlussgespräch eingesetzt werden. Dabei handelt es sich im Großen und Ganzen um ein Vorstellungsgespräch, deshalb solltest du dich auch ähnlich darauf vorbereiten:

  • Was sind deine Stärken und Schwächen?
  • Warum passt du zum Unternehmen? Wie stellst du dir deine Arbeit und Aufgaben vor?
  • Was qualifiziert dich für die Stelle?
  • Warum möchtest du überhaupt den Job wechseln?
  • Möchtest du eigene Fragen im Vorstellungsgespräch stellen?

Abschlussgespräch

Das Abschluss- beziehungsweise Feedbackgespräch dient dazu, dass beide Parteien eine Rückmeldung zum Assessment Center geben können. Du selbst wirst sowohl positive als auch negative Kritik seitens der Assessoren erhalten, kannst im Gegenzug jedoch auch Feedback geben, wie du das Assessment Center wahrgenommen hast.

Sollte die Kritik seitens des Unternehmens zuerst erfolgen, denk dran nicht aus verletztem Stolz heraus bei deinem eigenen Feedback über die Stränge zu schlagen. Feedbackgespräche werden häufig auch genutzt, um dich gezielt zu provozieren.

Konstruktionsübung, Aufsatz und Unternehmensplanspiel

Je nach Art der Stelle können weitere spezifische Aufgaben folgen. In Managementpositionen wird häufig ein Unternehmensplanspiel simuliert, während in Ingenieur-Berufen die Konstruktionsübung häufig eingesetzt wird. Bei schreiblastigen Stellen sind Aufsätze oder andere Texte eine gern genutzte Aufgabe.




Die Vorbereitung auf ein Assessment Center

Neben der Vorbereitung der Aufgaben solltest du einige wichtige organisatorische Punkte im Vorfeld beachten, damit du möglichst stressfrei in dein Assessment Center starten kannst:

  1. Unterkunft und Anreise
    Je nachdem, wo das Assessment Center stattfindet, musst du dich um eine Unterkunft kümmern. Zwar werden in der Regel die Kosten und häufig auch die Organisation dieser beiden Punkte vom Unternehmen übernommen, dafür gibt es jedoch weder eine Garantie noch eine Pflicht. Bei der Einladung zum Assessment Center wird das Unternehmen dir die nötigen Informationen zukommen lassen. Vergiss jedoch nicht, gegebenenfalls selbst rechtzeitig aktiv zu werden und eine Unterkunft sowie die Art der Anreise zu wählen.
  2. Ablaufplan
    Bei der Einladung zum Assessment Center erhältst du außerdem zusätzliche Informationen zur Dauer und zum Ablauf des Assessment Centers. Schau dir genau an, was dich wann erwartet. Häufig ist es bei der Vorbereitung der Aufgaben sinnvoll zu wissen, ob man Bezug auf bereits in einer anderen Aufgabe Erwähntes nehmen kann.
  3. Informiere dich umfangreich über das Unternehmen und bleibe auf dem Laufenden
    Neben der Webseite und Broschüren sind soziale Medien eine gute Anlaufstelle, um sich über das Unternehmen und gegebenenfalls sogar schon die Assessoren zu informieren. Auf Unternehmenswerte und die Selbstdarstellung des Unternehmens solltest du dabei genauso achten, wie auf aktuelle Projekte und Pläne.
  4. Setze dich mit dem Stellenprofil auseinander
    Welche Anforderungen sind an die zu vergebende Stelle gestellt? Wo liegen deine Hauptaufgaben und -projekte? Wie kannst du etwaige Mängel ausgleichen und wo passt du besonders gut zur Stelle? Falls diese Informationen zugänglich sind, ist auch der Ausscheidungsgrund des Vorgängers durchaus interessant für dich.
  5. Kläre offene Fragen
    Wenn du irgendwelche Fragen hast, die du dir nicht anhand der erhaltenen Informationen oder der Webseite des Unternehmens beantworten kannst, frag ruhig nach. Du wirst normalerweise einen Ansprechpartner haben. Sinnvolle Fragen zeigen, dass du dich intensiv auf das Assessment Center vorbereitest und es ernst nimmst.
  6. Small Talk Skills und Knigge auffrischen
    Wenn du das Gefühl hast, in diesen Bereichen eingerostet oder nicht auf dem aktuellen Stand zu sein, informiere dich im Vorfeld unbedingt darüber! Nicht selten sind diese scheinbar unwichtigeren Faktoren ausschlaggebend.

TIPP Es gibt eine Reihe von Hilfestellungen für die Vorbereitung auf ein Assessment Center. Neben Büchern (10 – 50 €) bieten einige Organisationen Assessment Center Trainings an. Preislich liegen diese Vorbereitungskurse im oberen dreistelligen Bereich. Online-Vorbereitungskurse sind in der Regel günstiger.

Häufige Fehler rund um das Assessment Center

Unzureichende Vorbereitung

Zu denken, dass ein Assessment Center keiner Vorbereitung bedarf, ist ein fataler Fehler. Du kannst sicher sein, dass den Assessoren auffallen wird, wenn deine Mitbewerber sich im Vorfeld mit den Aufgaben auseinandergesetzt haben und du nicht. Hinzu kommt, dass die Vorbereitung einer Selbstpräsentation dir viel Stress vor Ort erspart.

Zu wenig Spontanität und kein Blick für das große Ganze

Zwar ist die Vorbereitung eines Assessment Centers enorm wichtig, du solltest dich jedoch nicht zu sehr auf deine Strategie versteifen. Wenn du an dem Tag merkst, dass deine Vorbereitung an vielen Stellen nicht 1:1 anwendbar ist, solltest du flexibel genug sein, dementsprechend zu agieren. Außerdem solltest du dich nicht zu sehr auf die korrekte Lösung der Aufgaben versteifen. In vielen Situationen geht es den Assessoren eher um deinen Umgang mit Stress- und Drucksituationen.

Egozentrisches Verhalten und zu starkes Konkurrenzdenken

Ja, es geht darum sich gegenüber den anderen Bewerbern durchzusetzen und am Ende den Job zu bekommen. Wenn du andere Bewerber bewusst schlecht dastehen lässt oder Gruppenübungen im Alleingang erledigst, spricht das jedoch weder charakterlich noch arbeitstechnisch für dich. Selbstbewusstsein und Überheblichkeit sind nicht das Gleiche!

Zu große Fixierung auf eine Lösung oder Meinung

Besonders in Gruppenarbeiten will man häufig, dass die eigene Meinung die Diskussion gewinnt oder die eigene Lösung vorgestellt wird. Es ist wichtig, seinen Standpunkt vertreten zu können. Genauso wichtig ist es jedoch, valide Argumente Anderer anzuerkennen. Am Ende werden nicht die Lösungen aller Gruppenmitglieder berücksichtigt werden können.

Assessment Center: Vor- und Nachteile

Das Assessment Center verursacht bei vielen Bewerbern Panik, bringt aber auch einige Vorteile mit sich.

Vorteile

  • Mehr Zeit und und Chancen sich zu beweisen
  • Es wird nicht eine einzelne Aufgabe bewertet, sondern das Gesamtbild mehrerer Aufgaben
  • Umfangreiches Feedback, aus dem du lernen kannst, auch wenn du den Job nicht bekommst
  • Besseres Eigenverständnis
  • Möglichkeit zum Networking
  • Mehr Objektivität bei mehreren (auch externen) Assessoren

Nachteile

  • Mehr Zeit und und Chancen sich zu beweisen
  • Es wird nicht eine einzelne Aufgabe bewertet, sondern das Gesamtbild mehrerer Aufgaben
  • Umfangreiches Feedback, aus dem du lernen kannst, auch wenn du den Job nicht bekommst
  • Besseres Eigenverständnis
  • Möglichkeit zum Networking
  • Mehr Objektivität bei mehreren (auch externen) Assessoren
Von |2019-01-10T18:30:41+00:0010. Januar 2019|Jobsuche, Magazin|