Kündigung Arbeitsvertrag – Vorlage und Tipps für dein Kündigungsschreiben

Die Kündigung ist einer der letzten Eindrücke, die du bei deinem Arbeitgeber hinterlässt. Dieser Eindruck sollte möglichst gut sein – du weißt nie, inwiefern potentielle neue Unternehmen mit deinem ehemaligen Unternehmen in Kontakt stehen. Damit es dir gelingt, dein Arbeitsverhältnis im Guten zu beenden, haben wir dir die wichtigsten Regeln und Tipps für deine Kündigung zusammengestellt. Außerdem findest du hier eine kostenlose Vorlage für dein Kündigungsschreiben.

Ein Beitrag von

  • Kündigung Arbeitsvertrag

Arten von Kündigungen

Das deutsche Arbeitsrecht unterscheidet zwischen zwei unterschiedlichen Kündigungsarten. Je nach Kündigungsart ändern sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und Regelungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Die zwei übergeordneten Formen der Kündigung sind die Eigenkündigung und die Fremdkündigung. Bei der Eigenkündigung kündigt der Arbeitnehmer, während die Kündigung bei der Fremdkündigung von Arbeitgeberseite erfolgt. Im Falle der Eigenkündigung gibt es keine weiteren Unterscheidungen, die Fremdkündigung kann jedoch in drei Unterkategorien zerlegt werden:

Betriebsbedingte Kündigung

Bei einer betriebsbedingten Kündigung ist der Auslöser nicht der Arbeitnehmer selbst, sondern problematische Umstände im Unternehmen. Betriebsbedingte Kündigungen treten dann in Kraft, wenn das Unternehmen die Anstellung des Mitarbeiters nicht weiter tragen kann. Beispiele dafür sind Insolvenzen, Standortverlagerungen oder –schließungen, oder auch das Outsourcing einer Abteilung.

Personenbedingte Kündigung

Die personenbedingte Kündigung erfolgt nicht auf Grund von Fehlverhalten des Mitarbeiters, sondern bezieht sich auf seine Fähigkeiten. Wenn die vertraglich vereinbarten Aufgaben durch qualifikationsbezogene, psychische oder physische Gegebenheiten nicht mehr erfüllt werden können, tritt diese Art der Kündigung in Kraft.




Verhaltensbedingte Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung wird dann ausgesprochen, wenn der Arbeitnehmer mehrfach durch Fehlverhalten aufgefallen ist. Typische Beispiele für ein solches Fehlverhalten sind Zuspätkommen oder Arbeitsverweigerung. Grundsätzlich muss der verhaltensbedingten Kündigung mindestens eine Abmahnung vorangegangen sein.

Außerordentliche bzw. fristlose Kündigung

Die drastischste Form der Kündigung ist die außerordentliche bzw. fristlose Kündigung. Sie trifft erst dann in Kraft, wenn eine weitere Zusammenarbeit für eine der Parteien untragbar ist. Sie wird nur in schwerwiegenden Fällen wie Betriebsspionage oder Diebstahl eingesetzt. Die fristlose Kündigung ist ebenso von Seiten des Arbeitnehmers möglich. Auch in diesem Fall müssen untragbare Umstände, wie zum Beispiel eine wiederholt verspätete Lohnzahlung oder sexuelle Belästigung, vorliegen.

TIPP Erhältst du als Arbeitnehmer die Kündigung, hast du die Möglichkeit auf Widerspruch. Dabei ist zu beachten, dass die Widerspruchsfrist zu dem Zeitpunkt beginnt, an dem die Kündigung ihren Machtbereich erreicht. Bei postalischem Weg ist das das Erreichen des Briefkastens – unabhängig davon, ob du zu diesem Zeitpunkt auch Zuhause bist oder nicht. Die Widerspruchsfrist bei einer Kündigungsschutzklage beträgt 3 Wochen.

Kündigung des Arbeitsvertrags – Das gilt es zu beachten

Damit eine Kündigung als solche rechtlich gültig ist und du zum gewünschten Termin aus dem Unternehmen ausscheiden kannst, gibt es einige Punkte zu beachten.

Die Kündigungsfrist

Bei der Kündigungsfrist wird zwischen Eigen- und Fremdkündigung unterschieden.

Eigenkündigung

Die gesetzliche Kündigungsfrist bei Kündigung durch den Arbeitnehmer ist in § 622 BGB Abs. 1 geregelt. Demnach kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 4 Wochen bis zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats beendet werden.

Fremdkündigung

Die gesetzliche Kündigungsfrist bei Kündigung durch den Arbeitgeber ist in § 622 BGB Abs. 2 geregelt. Sie variiert mit der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses:

Kündigungsfrist

Besonderheiten

Die Kündigungsfrist in der Probezeit variiert je nach festgelegter Dauer. In der Regel geht eine Probezeit nicht länger als 6 Monate, die Kündigungsfrist liegt dann bei circa 2 Wochen. Ist deine Kündigungsfrist in deinem Arbeitsvertrag oder tariflich festgelegt, ist diese Vereinbarung verbindlich. Bei der fristlosen bzw. außerordentlichen Kündigung existiert keine Kündigungsfrist.

TIPP Bei befristeten Arbeitsverträgen ist eine ordentliche Kündigung nicht möglich. Der Arbeitnehmer ist durch die Befristung laut § 15 Absatz 3 TzBfG bereits so eingeschränkt, dass nur eine außerordentliche Kündigung erteilt werden kann. Ausnahmen bestehen hier ebenso bei abweichenden vertraglichen oder tariflichen Vereinbarungen.

Gültigkeit eines Kündigungsschreibens

Ein Kündigungsschreiben gilt erst dann als gültig, wenn es in schriftlicher Form und mit handschriftlicher Unterschrift eingegangen ist. Weder elektronisch unterzeichnete Kündigungen noch mündliche Kündigungen oder die Zusendung per Fax machen die Kündigung rechtlich wirksam.

TIPP Bitte bei deiner Kündigung um eine Empfangsbestätigung in schriftlicher Form. Dein Arbeitgeber ist zur Ausstellung dieser Bestätigung jedoch nicht verpflichtet. Wenn du ohne Empfangsbestätigung sichergehen willst, dass deine Kündigung rechtskräftig ist, händige sie dem Ansprechpartner unter Zeugen aus oder versende sie als Einschreiben per Post.

Inhalt des Kündigungsschreibens

Auch bezüglich des Inhaltes deines Kündigungsschreibens gibt es einige Dinge, die du beachten musst, damit dein Kündigungsschreiben als rechtskräftig gilt.

Klare Intention des Schreibens

Aus deinem Kündigungsschreiben muss klar hervorgehen, dass es sich um eine Kündigung handelt. Dafür bietet es sich an, den Betreff zu nutzen und präzise auf das Anliegen des Anschreibens einzugehen. „Fristgerechte Kündigung des Arbeitsverhältnisses zum TT.MM.JJJJ“ und – falls vorhanden – die Personalnummer sind dabei vollkommen ausreichend.

Nach der Grußformel sollte zudem erneut auf die Kündigung hingewiesen werden. Eine beispielhafte Formulierung findest du etwas weiter unten in unserer kostenlosen Vorlage für dein Kündigungsschreiben oder im Kündigungsschreiben-Generator am Ende dieser Seite.

Das Datum deiner Kündigung und des Ausscheidens

In einem Kündigungsschreiben müssen zwei Daten vorkommen: oben rechts unterhalb deiner eigenen Anschrift das Ausstellungsdatum des Schreibens und im Text selbst dann dein offizieller letzter Arbeitstag.

Wichtig ist, dass Ausstellungsdatum und letzter Arbeitstag so weit auseinander liegen, dass deine Kündigungsfrist eingehalten wird. Wenn du dir nicht sicher bist, welcher Tag genau dein letzter Arbeitstag ist, kannst du das folgendermaßen formulieren: „Hiermit kündige ich fristgerecht zum nächstmöglichen Termin, der meiner Berechnung nach der TT.MM.JJJJ ist.“




Der Briefkopf des Kündigungsschreibens

Da es sich um ein offizielles Anschreiben handelt, muss dein Kündigungsschreiben sowohl deine eigene vollständige Anschrift, als auch die vollständige Anschrift des Unternehmens enthalten.

Darüber hinaus solltest du das Kündigungsschreiben direkt an die verantwortliche Person oder Abteilung adressieren. An diese Person sollte dann auch dein Anschreiben gerichtet sein. Ein falscher Ansprechpartner kann unter Umständen dazu führen, dass dein Kündigungsschreiben nicht anerkannt wird.

TIPP Wer der richtige Empfänger für dein Kündigungsschreiben ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Wenn du dir unsicher bist, ob die Kündigung an deinen Chef oder an die Personalabteilung geht, solltest du das in Erfahrung bringen. Beachte jedoch, dass eine solche Nachfrage für Unruhe sorgt. Lasse nicht zu viel Zeit bis zum Einreichen der Kündigung vergehen oder mache im Vorfeld ein Gespräch mit deinem Chef aus, in dem du die bevorstehende Kündigung ankündigst.

Danksagung und Schluss

Ein Kündigungsschreiben sollte eine kurze Danksagung enthalten. Wenn die Trennung zwischen dir und dem Unternehmen nicht sehr positiv verläuft, reicht ein kurzes „Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit.“. Je nach Umstand der Beendigung des Arbeitsverhältnisses kannst du jedoch durchaus auch zwei Sätze mehr verlieren.

Ebenso wie bei der offiziellen Anrede („Sehr geehrte/r) Frau/Herr XY“), sollte Ihre Schlussformel formal gewählt sein. Ein „Mit freundlichen Grüßen“ ist dabei immer eine gute Variante.

TIPP Du solltest in deinem Kündigungsschreiben direkt nach einem qualifizierten Arbeitszeugnis fragen. Dieses wirst du wahrscheinlich brauchen, um es deinem neuen Arbeitgeber vorzulegen. Dein aktueller Arbeitgeber ist laut § 630 BGB dazu verpflichtet, dir ein Arbeitszeugnis zu erstellen.

Kündigungsschreiben Vorlage

Vorlage Kündigungsschreiben

Kündigungsschreiben Vorlage – Das steckt drin:

  • Kostenloser Download
  • Vorlage für deine Kündigung
  • Bearbeitbare Microsoft Word-Datei (.docx)
  • Jederzeit wiederverwendbar
Download

Kündigungsschreiben online verfassen

Mit unserem Kündigungs-Editor kannst du deine Kündigung direkt in deinem Web-Browser verfassen. Die eingerahmte Kündigungsvorlage kannst du beliebig anpassen! Nachdem du alle gewünschten Änderungen vorgenommen hast, kannst du deinen Text ganz einfach kopieren und in ein Textverarbeitungsprogramm (z.B. Microsoft Word) einfügen.

Max Mustermann
Musterstraße 10
12345 Musterstadt

TT.MM.JJJJ

Beispielfirma GmbH
Frau Beispiel
Beispielstraße 20
54321 Beispielstadt

Fristgerechte Kündigung des Arbeitsverhältnisses zum TT.MM.JJJJ

Sehr geehrte/r Frau/Herr ____________,

hiermit kündige ich das mit Ihnen bzw. der ___________ bestehende Arbeitsverhältnis vom __________, unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum _________.

Bestätigen Sie mir bitte den Erhalt der Kündigung und das Aufhebungsdatum des Arbeitsvertrags in schriftlicher Form.

Außerdem bitte ich um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, welches Sie mir an die obige Adresse zukommen lassen können.

Ich bedanke mich für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit Ihnen. Aus der Beschäftigung in Ihrem Unternehmen konnte ich auf fachlicher wie auch auf persönlicher Ebene viel für meine berufliche Zukunft mitnehmen. Dafür bedanke ich mich und wünsche Ihnen und dem Unternehmen für den weiteren Werdegang alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Die Zeit nach der Kündigung

Auch wenn das Arbeitsverhältnis gekündigt ist, solltest du deiner Arbeit unbedingt weiterhin gewissenhaft nachgehen. Abgesehen davon, dass es zum guten Benehmen gehört, kannst du im Vorfeld nicht wissen, wie gut sich Arbeitgeber untereinander kennen oder wie gut Personalabteilungen miteinander vernetzt sind. Damit dein Abschied nicht mit einem negativen Ruf endet, ist es folglich ratsamer, wenn du an deiner Arbeitsweise nichts änderst und vorbildlich weiterarbeitest.

Außerdem solltest du dich frühzeitig um eine neue Stelle kümmern, damit du einen möglichst einfachen und schnellen Übergang in den neuen Job hast. Große Lücken im Lebenslauf solltest du unbedingt vermeiden!

TIPP Du möchtest nicht kündigen, sondern dir wurde aus nicht leistungsbezogenen Gründen gekündigt? Häufig bieten Unternehmen eine sogenannte Outplacement Beratung an, welche verhindern soll, dass verdiente ausscheidende Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit gehen müssen. Frage nach einer Kündigung schnellstmöglich nach dieser Möglichkeit, um dir unnötige Verzweiflung zu sparen.

Sieben weitere hilfreiche Tipps für die Zeit nach der Kündigung findest du in unserem Artikel Kündigung, was nun?.

Von |2019-05-08T17:40:39+02:004. Mai 2016|Berufsleben, Jobsuche|