Motivationsschreiben 2017-10-18T16:11:41+00:00

Das Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben ist nicht mit dem Anschreiben in der Bewerbung zu verwechseln. Es ist auch keine Pflicht, jedoch ein gutes Mittel um deine Schlüsselqualifikationen näher zu betonen. Schlüssig dargestellt liefert das Motivationsschreiben dem Personaler weitere Argumente, deine Bewerbung in die engere Auswahl aufzunehmen.

Bewerbungsunterlagen mit Motivationsschreiben als dritte Seite

Was ist ein Motivationsschreiben?

Ein Motivationsschreiben wird oft als die dritte Seite der Bewerbung bezeichnet, da das es in der Bewerbungsmappe hinter dem Lebenslauf eingeordnet wird (1=Anschreiben, 2=Lebenslauf, 3=Motivationsschreiben).

Indem du mehr über deine Stärken und deine eigene Person erzählst, kannst du dich von anderen Bewerbern abheben. Ein gutes Motivationsschreiben bringt dich bis nach vorne in das Vorstellungsgespräch, ein schlechtes kann dir Steine in den Weg deiner Karriere legen.

Tipps für dein Motivationsschreiben

Hier findest du Tipps, wie du ein gutes Motivationsschreiben verfassen kannst, und warum es sich lohnt, das Risiko mit der „Dritten Seite“ einzugehen. Wer trotz alledem Probleme mit dem Motivationsschreiben hat, sollte darüber nachdenken, sich Hilfe von einem professionellen Bewerbungsservice zu holen. Damit erhöhen sich die Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch enorm und die dabei entstehenden Kosten sind als vergleichsweise gering einzustufen.

Brauche ich ein Motivationsschreiben?

Nicht für jede Bewerbung ist ein Motivationsschreiben sinnvoll. Führungskräfte beispielsweise können mit einer dritten Seite deutlicher auf ihre Qualifikationen und bisherigen Erfahrungen eingehen. Für einen Job als Aushilfskraft macht es hingegen nicht viel Sinn, sich die Arbeit zu machen, ein Motivationsschreiben zu verfassen.

Wann ist ein Motivationsschreiben sinnvoll?

  • Wenn die Konkurrenz für die Stelle sehr hoch ist (gilt auch für das Praktikum oder Jobs als Trainee)
  • Wenn die Anforderungen der Stelle nicht genau oder gar nicht zum eigenen Lebenslauf passen
  • Wenn es sich um ein internationales oder ein Unternehmen im Ausland handelt
  • Bei einer Stelle mit besonders hohen Ansprüchen an den Bewerber (z.B. hoch qualifizierte technische Berufe)
  • Berufe, für die eine gewisse Leidenschaft oder Begabung gefordert ist (z.B. soziale oder kreative Berufe)
  • Nach dem Studium (wenn z.B. relevante Berufserfahrung fehlt)
  • Wenn in der Ausschreibung ein Motivationsschreiben verlangt wird

Wann solltest DU dich für ein Motivationsschreiben entscheiden?

Wenn du darüber nachdenkst, deiner Bewerbung ein Motivationsschreiben beizufügen, solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Merkst du, dass dein Anschreiben viel zu lang wird?
  • Gibt es noch wichtige Informationen, die in deinem Anschreiben und Lebenslauf nicht auftauchen?
  • Gibt es etwas Außergewöhnliches über dich, das du mitteilen möchtest?
  • Hast du eine besondere Motivation für die Stelle?

TIPP Wenn du eine oder mehrere dieser Fragen mit „ja“ beantworten kannst, bietet dir ein Motivationsschreiben für deine Bewerbung einen gewaltigen Mehrwert. Nimm dir ruhig Zeit zu überlegen, ob du etwas näher erläutern oder detaillierter darstellen möchtest.

Warum mit der „Dritten Seite“ bewerben ?

Oft wird dem Anschreiben zunächst wenig Beachtung geschenkt, sondern der Lebenslauf mit den geforderten Qualifikationen verglichen. Damit danach die Bewerbung nicht einfach in der Masse verschwindet, kann ein Motivationsschreiben als dritte Seite der Bewerbung den Personaler direkt neugierig machen.

TIPP Eine spannende Überschrift soll den Personaler zum Weiterlesen animieren. So erfährt er mehr über deine Qualifikationen und persönlichen Fähigkeiten, die aus deinem Lebenslauf nicht direkt hervorgehen.

Motivationsschreiben Vorteile dritte Seite

Der Personaler hat die Möglichkeit, ein besseres Bild von dir zu bekommen und du kannst ihn durch deine Fähigkeiten und deine Motivation beeindrucken. Im Anschreiben hast du dafür oftmals nicht genug Platz zu Verfügung.

Häufige Fehler in Motivationsschreiben

Damit dein Motivationsschreiben ein Erfolg wird, haben wir hier häufige Fehler zusammengestellt, die du vermeiden solltest:

Wiederholungen

Der Inhalt sollte nicht nur Anschreiben und Lebenslauf wiederholen, sondern neue Informationen über den Bewerber liefern. Wichtig ist, einen Mehrwert für den Arbeitgeber zu bieten.

Uninteressante Fähigkeiten

In ein Motivationsschreiben sollten nur für die Stelle relevante Informationen aufgenommen werden. Alle Fähigkeiten und Kenntnisse, mit denen sich kein Bezug zur Stelle herstellen lässt, können gestrichen werden.

Reine Aufzählungen

Es ist essenziell, die eigenen Fähigkeiten nicht einfach nur herunterzuschreiben („ich bin leistungsbereit, teamfähig, motiviert …“) sondern diese immer mit Beispielen zu belegen!

Zu unnatürlich

Mit einer dritten Seite gibst du dem Personaler einen persönlichen Eindruck von dir. Du solltest dabei nicht aufgesetzt, sondern natürlich und menschlich wirken, dabei jedoch professionell bleiben. Genau dieser Spagat macht ein gelungenes Schreiben aus.

Betteln oder Rechtfertigungen

In einem gut geschriebenen Motivationsschreiben sollte der Bewerber niemals einen unterwürfigen Eindruck hinterlassen. Das heißt, er sollte es vermeiden, um die Stelle zu betteln und den Inhalt des Motivationsschreibens nicht nach dem Schema: „Man sollte mir diesen Job geben, weil (…)“ oder „Ich brauche diesen Job, denn (…)“ verfassen. Besser ist es herauszustellen, wodurch du dem Unternehmen einen Mehrwert bietest, und nicht nur das Unternehmen dir.

Wie schreibe ich ein Motivationsschreiben?

Hier findest du Tipps und Anregungen, wie du dein Motivationsschreiben verfassen kannst. Verlasse dich beim Schreiben nicht zu sehr auf Muster aus dem Internet. Diese werden teilweise schnell von Arbeitgebern erkannt und haben keinen Bezug zum Unternehmen. Ein Motivationsschreiben sollte immer individuell auf dich und das Unternehmen angepasst sein.

Die gelungene Einleitung

Der Anfang deines Motivationsschreibens sollte mit der Überschrift beginnen. Es ist auch möglich, den Text durch Unterüberschriften zu gliedern. Die erste Überschrift ist in jedem Fall enorm wichtig, da sie die Aufmerksamkeit des Personalverantwortlichen auf sich ziehen und zum Weiterlesen animieren soll.

Mögliche Überschriften:

  • Was sie noch über mich wissen sollten
  • Was sie noch nicht über mich wussten
  • Warum ich mich bei Ihnen bewerbe?
  • Meine Motivation
  • Ich über mich
  • Warum [Name des Unternehmens]?
  • Warum gerade ich?

Der spannende Mittelteil

Der Inhalt deines Motivationsschreibens kann an dieser Stelle je nach Themenschwerpunkt variieren. Zu Beginn kannst du beispielsweise den Bezug zum – und deine Begeisterung für – das Unternehmen zum Ausdruck bringen.

Mögliche Themen für dein Motivationsschreiben:

  • Deine Fähigkeiten und Kompetenzen (ergänzend(!) zum Anschreiben)
  • Deine Motivation
  • Persönliche Schwerpunkte (was ist mir wichtig?)
  • Erklären von schwierigen Stellen im Lebenslauf
  • Deine Alleinstellungsmerkmale (also was hast DU, das dich von den anderen abhebt)
  • Deine Leidenschaft für den Beruf
  • Dein besonderes Interesse am Unternehmen
  • Dein Engagement
  • Deine beruflichen Ziele

TIPP Wichtig ist, deine Merkmale und Fähigkeiten immer zu begründen! Also wo und wie hast du die Fähigkeiten erworben, vertieft, eingesetzt? Nenne nur die Merkmale, die einen Bezug zur Stelle haben.

Der krönende Schluss

Auch am Ende des Motivationsschreibens kannst du einen Hinweis darauf geben, dass du dich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freust, um das Unternehmen besser kennenzulernen. Besonders gelungen ist dabei ein Abschluss, der wirkliches Interesse am Unternehmen bekundet und nicht schleimt oder anbiedert.

Praxis-Tipps für das Motivationsschreiben

  • Wähle gute Formulierungen und achte auf Richtigkeit (Grammatik, Rechtschreibung, Stil)
  • Passe das Layout dem Design deiner restlichen Bewerbungsunterlagen an
  • Wirf keine neuen Fragen auf (sondern beantworte alle wichtigen, noch offenen Fragen)
  • Gestalte ein ansprechendes Design und sei kreativ
  • Wecke mit der Überschrift die Neugier des Personalers
  • Sei menschlich und natürlich, bleibe jedoch immer professionell
  • Beschränke dich auf wichtige Informationen, die dem Arbeitgeber einen Mehrwert liefern
  • Belege deine Fähigkeiten mit Beispielen