Bewerben nach DIN 5008 2017-11-02T17:06:24+00:00

Bewerben nach DIN 5008

Eine DIN bezeichnet eine Norm, die vom Deutschen Institut für Normung erarbeitet wurde. Dabei handelt es sich um freiwillige Standards, welche vor allem in der Wirtschaft und im Geschäftsleben helfen sollen, bestimmte Dinge zu vereinheitlichen.

Eine fast jedem bekannte Norm ist beispielsweise die DIN A4, welche die Größe eines bestimmten Papierformats wiedergibt.

Was ist DIN 5008?

Die DIN 5008 hingegen legt Standards für das Erstellen von Geschäftsbriefen fest. Wichtig sind dabei vor allem die Regeln für die Formatierung der Seitenränder, Leerzeichen, Absätze, Hervorhebungen und weiterer Elemente des Briefes.

Diese Norm wird mitunter gerne bei Bewerbungsschreiben verwendet, da es sich hier ebenfalls um eine Art geschäftlichen Brief handelt.

Muss ich mein Bewerbungsschreiben nach DIN 5008 anfertigen?

Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich bei den DIN Vorgaben um freiwillige Regeln. Diese haben allerdings den Sinn, dass jeder, der z.B. einen Geschäftsbrief in Händen hält, sofort weiß, wo er welche Informationen finden kann.

Das Einhalten der DIN 5008 kann in der Bewerbung dabei helfen, ein übersichtliches Bewerbungsschreiben zu erstellen. Ein alternatives Hilfsmittel für die individuelle Erstellung deines Anschreibens ist die Nutzung der Word-Vorlagen aus unserem Bewerbungsshop.

Fakt ist: Nicht jeder Personaler legt darauf Wert, dass die Norm streng eingehalten wird. Das heißt, dass nur im seltensten Fall beispielsweise ein Leerzeilen-Fehler dafür sorgen würde, dass ein Bewerber nicht in die engere Auswahl aufgenommen wird.

Gerade jedoch bei Stellen, bei denen davon auszugehen ist, dass der Arbeitnehmer mit Geschäftsbriefen arbeiten wird, ist es sinnvoll, die Regeln der DIN 5008 einzuhalten. Dazu zählen unter anderem kaufmännische, administrative und juristische Berufe.

Den Lebenslauf musst du nicht nach dieser Norm erstellen. Allerdings solltest du dich bei den Formatierungen – insbesondere hinsichtlich Schriftgröße, Schriftart und Seitenränder – an deinem Anschreiben orientieren.

Das Anschreiben im DIN 5008 Format erstellen

Im Folgenden werden alle wichtigen Regelungen der DIN 5008 für Bewerber besprochen sowie die praktische Anwendung mit MS Word erklärt.

Beispiel Muster Anschreiben nach DIN 5008

Für Bewerber sind vor allem die Regelungen für Seitenränder, Abstände, Leerzeichen und Leerzeilen interessant. Im folgenden Muster werden die einzuhaltenden Maße angezeigt:

Bewerbungsschreiben nach DIN 5008

In MS Word werden vor allem folgende Funktionen benötigt:

DIN 5008 Bewerbung mit MS Word

1. Absatzmarken

Damit werden dir unter anderem Markierungen für Leerzeichen [Leer-Taste] und Leerzeilen [Enter-Taste] angezeigt. Eine Leerzeile wird dabei z.B. mit „¶“ verdeutlicht.

So können Fehler bei Leerzeilen oder versehentlich doppelte Leerzeichen vermieden werden. Wenn die Seite ausgedruckt oder als PDF gespeichert wird, sind die Markierungen natürlich nicht mehr sichtbar.

2. Formatvorlage: Kein Leerraum

Ohne diese Einstellung würde zwischen den Leerzeilen ein Leerraum erzwungen. Dieser verändert jedoch die Abstände zwischen den Elementen.

Zum Beispiel: Vor und nach der Betreffzeile sollen zwei Leerzeilen frei gelassen werden. Enthalten diese jedoch noch zusätzlich einen Leerraum zwischen den Zeilen, ist der Abstand nicht mehr richtig.

3. Zeilen- und Absatzabstand

Diese Funktion wird benötigt, um den Zeilenabstand einzustellen. Abhängig von der Länge des Textes kann dieser 1 bis 1,5 betragen. Unsere Empfehlung ist 1,15.

4. Ausrichtung des Textes

Mit dieser Funktion kann der Text ausgerichtet werden. Für die Bewerbung wird in der Regel linksbündiger Text verwendet. Blocksatz bietet sich für den Text des Bewerbungsschreibens ebenfalls an. Allerdings ist es angenehmer, Texte zu lesen, bei denen die Wörter einen einheitlichen Abstand zueinander haben.

Die Formatierung im Blocksatz kann einzelne Passagen stark auseinander ziehen und Lücken verursachen. Daher ist der Bewerber mit linksbündigem Text immer auf der sicheren Seite.

Seitenränder

Gewöhnlich sind folgende Ränder:

  • Links: 2,5 cm
  • Rechts: 2,0 cm
  • Oben: 2,0 cm
  • Unten: 2,0 cm

Diese Angaben sind relativ flexibel. Wichtig ist, dass das Bewerbungsschreiben auf eine DIN A4- Seite passt. Funktioniert das nicht, können Bewerber im Notfall die Ränder etwas verkleinern.

Dabei sollte der linke Seitenrand jedoch nicht geringer als 2,41 cm sein, der rechte Rand mindestens 1,0 cm und der obere Rand mindestens 0,5 cm betragen.

Zum unteren Rand gibt es von der DIN keine Vorgaben, er sollte jedoch ebenfalls mindestens 0,5 cm betragen, um ein ordentliches Gesamtbild zu erzeugen.

Die Seitenränder sollten für alle erstellten Bewerbungsunterlagen gleich sein. Dies kannst du bei Word unter dem Reiter „Seitenlayout“ einstellen.

Zeilen

  1. Das Feld für die Anschrift des Unternehmens umfasst 9 Zeilen. Davon 3 für Vermerke (z.B. „Einschreiben“ oder „Bei Unzustellbarkeit zurück“). Die Vermerke sind für Bewerber meistens nicht interessant und dienen bei einem Umschlag mit Sichtfenster vor allem der Post als Informationsquelle. Daher bleiben diese 3 Zeilen oftmals leer.
  2. Die Adresse beginnt mit der 4. Zeile und umfasst 6 Zeilen, egal ob diese genutzt werden oder nicht. Wer mehr als 6 Zeilen für die Adresse benötigt, darf von den 3 Zeilen aus der Vermerkzone Gebrauch machen. Darüber hinausgehende Adressen müssen in der Schriftgröße verkleinert werden, jedoch niemals kleiner als 8 pt.
  3. Nach der Anschrift, beziehungsweise vor dem Datum, folgen 2 Leerzeilen.
  4. Rechtsbündig folgt das Datum.
  5. Nach dem Datum folgen 2 Leerzeilen und der Betreff. Der Betreff erhält immer 2 Leerzeilen Abstand nach oben und unten hin.
  6. Nach dem Betreff folgen 2 Leerzeilen und daraufhin die Anrede („Sehr geehrter Herr …“).
  7. Nach der Anrede folgt eine Leerzeile, dann der Text deines Anschreibens.
  8. Der Text sollte durch Absätze strukturiert werden (Einleitung, fachliche Qualifikationen, persönliche Stärken, Schluss).
  9. Nach dem Haupttext folgen eine Leerzeile und die Grußformel (Mit freundlichen Grüßen / Mit freundlichem Gruß).
  10. Wieder eine Leerzeile und dann dein Name.
  11. Zwischen deinem Namen und dem Vermerk „Anhang“ wird die Unterschrift geschrieben. Als Minimum muss dafür eine Zeile Platz gelassen werden; oftmals werden 6 Leerzeichen zwischen dem Namen und „Anhang“ frei gelassen.

Zusammenfassung:

Alle Zeilenabstände der DIN 5008 auf einen Blick

Die eigenen Kontaktdaten

Die eigenen Kontaktdaten werden an den Anfang des Briefes gesetzt. Die einzelnen Zeilen werden nicht durch eine Leerzeile getrennt sondern direkt untereinander geschrieben.

Normalerweise sind die Kontaktdaten dabei rechtsbündig formatiert. Es ist ebenfalls möglich, die eigenen Angaben in der Kopfzeile nebeneinander, durch Punkte getrennt, aufzulisten.

Beispiel:

Marko Mustermann
Musterstraße 3 • 44105 Dortmund • Tel.: +49 170 000000 • marko.mustermann@email.de

Anschrift / Kontaktdaten des Empfängers

Die Anschrift des Unternehmens besteht, wie oben erwähnt, aus 9 Zeilen. Die weiterführende Bezeichnung des Unternehmens ist optional.

Auf den Namen und die Rechtsform des Unternehmens folgt die Ansprechperson.

Achtung: Bei der Anrede für Männer wird „Herrn“ geschrieben, da der Zusatz zur Anschrift gedanklich lautet: „An Herrn Dr. Klöbner“.

Datum

Für das Datum sind drei Formate möglich:

  • 2011-07-06 (Jahr-Monat-Tag)
  • 06.07.2011 (Tag.Monat.Jahr)
  • 6. Juli 2011 (Monat ausgeschrieben, Leerzeichen zwischen Zahlen und Wort)

Außer in der alphanumerischen Schreibweise werden Zahlen unter 10 mit einer vorgestellten 0 (Null) geschrieben. Das Datum wird rechtsbündig zwischen Anschrift des Empfängers und Betreff platziert.

Betreff

Vor und nach dem Betreff stehen jeweils 2 Leerzeilen. Der Betreff wird nicht mit „Betreff:“ angeführt!

Um den Betreff hervorzuheben, kann man diesen „fett“ formatieren, eine größere Schriftgröße verwenden oder den Betreff farblich vom restlichen Text absetzen.

Hervorhebungen

Um Textstellen herauszustellen, kann man diese anders formatieren:

  • Fett, kursiv, unterstrichen
  • Andere Schriftart, andere Schriftgröße, andere Schriftfarbe
  • Einrücken, zentrieren
TIPP Wir empfehlen Bewerbern, keine einzelnen Wörter im Haupttext des Bewerbungsschreibens hervorzuheben. Für den Lebenslauf bietet sich die Hervorhebung aufgrund der gesteigerten Übersichtlichkeit schon eher an.

Im Lebenslauf sollten einzelne Wörter oder Textpassagen idealerweise nur durch Fett- oder Kursivschrift hervorgehoben werden. Unterstreichungen schneiden den unteren Abschluss von Buchstaben wie „g“ und „p“ ab. Eine farbliche Hervorhebung kann ebenfalls Vorteile mit sich bringen, solange damit nicht übertrieben wird.

Eingerückte Stellen müssen oben und unten durch jeweils eine Leerzeile abgehoben werden. Dies nimmt viel Platz in Anspruch und ist für das Anschreiben einer Bewerbung somit eher ungeeignet. Ebenso verhält es sich mit zentrierten Bereichen.

Variierende Schriftarten oder -größen stören das Schriftbild deines Anschreibens und sind daher für den Haupttext nicht zu empfehlen.

So sollte das Anschreiben eurer Bewerbung nicht aussehen:

Ändern

Nummerierung

Einige Seiten deiner Bewerbung sollten nummeriert werden. Dies ist vor allem für den Lebenslauf sinnvoll; Anschreiben und Deckblatt sind davon ausgenommen, da sich beide Dokumente auf je eine Seite beschränken. Sollte dein Lebenslauf ebenfalls auf eine DIN A4-Seite passen, musst du keine Seitenzahlen angeben.

Weitere Dokumente deiner Bewerbungsunterlagen, die mit Seitenzahlen versehen werden, sind beispielsweise ein mehrseitiges Motivationsschreiben oder eine mehrseitige Projektliste.

Wir empfehlen Bewerbern eine Nummerierung in der Fußzeile am unteren rechten Seitenrand im Format Seite X von Y.

Schriftgröße

Die Schriftgröße sollte mindestens 11 pt betragen; wir empfehlen eine Größe von 12 pt, damit der Personaler die Bewerbungsunterlagen besser lesen kann. Die optimale Größe ist dabei jedoch abhängig von der gewählten Schriftart.

TIPP Drucke deine Bewerbung aus und überprüfe, ob sich der Text angenehm lesen lässt. Für Bewerbungen, die als PDF im E-Mail Anhang versendet werden, raten wir ebenfalls, sich die PDF in einem PDF-Reader in Originalgröße anzusehen.

Schriftart

Für eine bessere Lesbarkeit empfehlen wir Bewerbern, auf serifenlose Schriftarten (Arial, Calibri) zurückzugreifen. Serifen sind die Häkchen und Striche an den Buchstaben. Eine bekannte Serifenschrift ist beispielsweise „Times New Roman“.

Serifenlose Schriften lassen sich häufig besser lesen; trotzdem ist es kein Fauxpas, Schriften mit kleinen Serifen zu nutzen.

Auf jeden Fall sollten Bewerber Schreibschriften (Skript Schriftarten) wie „French Script“ vermeiden, da sich diese teilweise nur schwer entziffern lassen, jedoch immer einen unseriösen Eindruck vermitteln.

TIPP Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, hole dir professionelle Unterstützung bei deiner Bewerbung. Die Bewerbungsschreiber helfen dir gern bei der Erstellung deiner Bewerbungsunterlagen.