Warum die Schriftart entscheidend sein kann

Warum ist die Schriftart in der Bewerbung so wichtig? Diese Frage lässt sich ganz einfach beantworten: Der noch so gute, überzeugende Inhalt deiner Bewerbungsunterlagen kann keinen Personaler beeindrucken, wenn er ihn gar nicht entziffern kann.

Gerade die ersten Sekunden, in denen ein Personalverantwortlicher deine Bewerbung in den Händen hält, sind entscheidend. Denn unterbewusst wird dann schon entschieden, ob der Gesamteindruck deines Bewerbungsschreibens und Lebenslaufs überzeugend oder eher chaotisch ist. Manche Personaler geben deiner Bewerbung nicht einmal eine Chance, wenn der erste Eindruck nicht passt.




Tipps zur Auswahl der richtigen Schrift

Damit du dich nicht an deinen Computer setzen und alle Schriftarten durchklicken musst, folgen nun einige Richtlinien, die dir die Entscheidung erleichtern. Teste also nicht direkt drauf los, sondern mache dir im Vorfeld Gedanken über die Wahl der richtigen Schriftart für deine Bewerbung.

Generelle Gestaltungsregeln für deine Bewerbung

Am besten ist es, wenn du dich zuerst voll und ganz auf das Schreiben deiner Bewerbung konzentrierst und dir erst im Nachhinein Gedanken um die Optik machst. Wenn du alles fertig geschrieben hast und dann Anpassungen bezüglich der Gestaltung vornimmst, kannst du die Wirkung des Gesamteindrucks leichter ermitteln.

TIPP Der Inhalt deiner Bewerbung hat immer oberste Priorität! Die Schriftart soll deine Kompetenz nur unterstreichen und das Gesamtbild aufwerten.

Achte darauf, dass du neben der Mikrotypografie (beschreibt die Schrift und ihre Anwendung selbst) die Makrotypografie (beschäftigt sich mit dem optischen Gesamtgefüge, in den ein Text verpackt wird) nicht dem Zufall überlässt.

Orientiere dich an diesen Vorgaben:

  • Zeilenabstände (1,2 bis 1,5)
  • Verwendung von Fett- und Kursivdruck (Bedacht einsetzen!)
  • Zeilenlänge (Je länger die Zeilen, desto größer sollte der Abstand zwischen den Zeilen sein)
  • Ggf. Satzspiegel (Blocksatz schafft manchmal Übersichtlichkeit)
DOKUMENT Wenn du deine Bewerbung fertig formatiert hast, ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen und sie in eine PDF-Datei umzuwandeln. So umgehst du das Risiko von Verschiebungen und Formatierungsfehlern bei der Öffnung der Dokumente auf einem anderen Gerät.

Einheitlich und seriös bleiben

Sei dir bewusst, dass du dich für eine oder maximal zwei Schriftarten entscheiden musst. Eine einheitliche Gestaltung deiner Unterlagen vermittelt einen professionellen Eindruck.

Achte immer darauf, dass die Schrift gut leserlich ist und seriös wirkt. Du möchtest schließlich als ernstzunehmender Bewerber wahrgenommen werden.

Stelle einen Branchen- bzw. Firmenbezug her

Der Eindruck, den dein gewählter Schrifttyp erzeugt, sollte in jedem Fall zur Zielbranche passen. Bewirbst du dich also für einen Job in der Verwaltung, sollte alles eher konservativ und geordnet wirken.

Eventuell kannst du dich auch an den unternehmensinternen Mustern orientieren.

STIFT Wählst du eine Schrift, die der Hausschrift des Unternehmens ähnelt, wirkt deine Bewerbung familiär auf den Personaler. Die Hausschrift des Unternehmens siehst du in Broschüren oder auf der Webseite der Firma.

Diese Schriftarten eigenen sich nicht

Bestimmte Schriftarten eignen sich einfach nicht für förmliche Dokumente. Oft wirken Schriften wie Comic Sans, Courier, etc. verführerisch, doch am Ende sieht deine Bewerbung aus wie eine zu lang geratene Einladung zum Kindergeburtstag.

Schaue selbst und mache dir bewusst, wie diese Schriften auf dich wirken und wie du dich als Personalverantwortlicher, der deine Bewerbung liest, fühlen würdest. Alle Schriften, die du auf dem folgenden Bild findest, sind nicht geeignet.

Ungeeignete Schriftarten

 

Natürlich gibt es noch viele weitere ungeeignete Schriftarten für eine Bewerbung, aber bei den meisten (wie auf unserem Bild) wirst du schnell erkennen, dass sie keine gute Wahl sind. Um bei den kniffligeren Entscheidungen nicht zu verzweifeln, kommen jetzt einige Erläuterungen für nicht so offensichtliche No-Go-Schriften:

Times New Roman & Arial

Grundsätzlich spricht nichts gegen diese beiden Klassiker, aber sie werden einfach zu oft genutzt und deine Bewerbung würde bei zahlreichen anderen einfach untergehen.

Courier

Courier soll die Schrift einer Schreibmaschine imitieren. Da du deine Bewerbung vermutlich nicht an einer Schreibmaschine geschrieben hast, macht es auch wenig Sinn, es so zu verkaufen. Zusätzlich lässt Unproportionalität diese Schrift unnatürlich wirken.

TIPP Bewirbst du dich für einen kreativen Beruf, zum Beispiel Grafikdesigner, ist dein Spielraum bei der Schriftart und der allgemeinen Kreativität deiner Bewerbungsunterlagen deutlich größer.

Impact

Schwer und erdrückend – das sind wohl eher keine wünschenswerten Eigenschaften für eine Bewerbung. Diese Schrift eignet sich eher für Zeitungen als für eine anschauliche Bewerbung.

Comic Sans

Die Schriftart in Bewerbungen soll seriös wirken und deine Unterlagen nicht als einen billigen Comic vermarkten. Wenn du nicht gerade in deiner Freizeit Comic gestaltest, solltest du diese Schrift überhaupt gar nicht nutzen.

Achtung! Sofortige Ausschlusskriterien für Schriften in Bewerbungen sind:

  • Verschnörkelungen
  • Unkenntliche Buchstaben
  • Symbolschriften
  • Schriften, die ausschließlich Großdruck erlauben
Schriftarten in der Bewerbung

Eine passende Schriftart wählen

Bei der Wahl der Schriftart für Bewerbungen solltest du neben dem Schrifttyp zusätzlich Aspekte wie Schriftgröße und -farbe beachten.

Schrifttyp – was musst du beachten?

Wenn du dich entschieden hast, zwei verschiedene Schriftarten in deiner Bewerbung zu verwenden, dann nutze eine für den Fließtext und die andere ausschließlich für Überschriften und Kontaktdaten. Verfolgst du dieses Muster nicht einheitlich über die gesamten Unterlagen (Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf, etc.), kann das schnell nach zusammengewürfelten Bewerbungsunterlagen aussehen.

Darüber hinaus ist bei Schriften zwischen serifenlosen Schriften und Schriften mit Serifen zu unterscheiden.

TIPP Wenn du ein bisschen Inspiration benötigst, was hinsichtlich der Schriften alles möglich ist, kannst du in unserem Bewerbungsshop einen Blick auf die Designs werfen!

Serifenschriften

Schriftarten mit Serifen sind gekennzeichnet durch kleine Striche an den Enden der Buchstaben. Dies soll die Leserlichkeit eines längeren Textabschnittes vereinfachen. Das bekannteste Beispiel für eine Serifenschrift ist Times New Roman, gefolgt von anderen Schriftarten wie Georgia, Courier, Batang, usw.

Wirkung:

  • Erleichtert Lesefluss in längeren Textabschnitten
  • Glaubwürdig / Seriös
  • Konservativ
  • Achtung! Serifen werden an manchen Bildschirmen nicht optimal dargestellt




Serifenlose Schriften

Der einzige Unterschied ist, dass serifenlose Schriftarten im Gegensatz zu Serifenschriften keine kleinen Striche besitzen. Hier ist Arial die bekannteste Variante. Weitere Beispiele sind Calibri, Verdana, Tahoma, usw.

Wirkung:

  • Gute Lesbarkeit bei kleingeschriebenen Texten
  • Modern & geradlinig
  • Starr und kalt
  • An Bildschirmen besser zu erkennen

 

Schrift mit Serifen und serifenlos

 

Geeignete Schriftarten in Bewerbungen sind z. B.:

  • Helvetica (einfach, modern, professionell)
  • Georgia (Alternative zu Times New Roman, geeignet für digitale Bewerbungen)
  • Cambria (robust, gut lesbar, geeignet für digitale und Printbewerbung)
  • Calibri (Word-Standardschrift, serifenlos, Alternative zu Arial)
  • Gill Sans (serifenlos, gut lesbar, populär in Großbritannien)
  • Garamond (Alternative zu Times New Roman)

Schriftgröße – was wirkt am besten?

Die wichtigste Regel ist: Nutze für deine Bewerbung niemals eine Schriftgröße unter 10pt. Ab da wird es schon recht schwierig für den Personaler, deine Unterlagen entspannt zu lesen.

Es ist üblich, gewisse Details deiner Bewerbung durch eine vergrößerte Schrift hervorzuheben. Bestimmte Staffelungen der Schriftgrößen sind dafür bestens geeignet. Entweder orientierst du dich an einer 11 – 13 – 15 oder an einer 12 – 14 – 16 Staffelung.

  • 11/12: Fließtext & Aufzählungen im Lebenslauf
  • 13/14: Datum, Adressat, Absender, Zwischenüberschriften
  • 15/16: Name im Kopfbereich und Überschriften

Welche der Varianten sich besser eignet, hängt von der Schriftart selbst ab. Einige sind kleiner als andere. Times New Roman bedarf eher der Größe 12 und Arial der Größe 11.

STIFT Wenn du dich von der Mehrheit abheben möchtest, nutze die 11 – 13 -15 Staffelung. Sie wird bisher seltener genutzt und deine Bewerbung wird sich so subtil von denen anderer Bewerber unterscheiden. Achte jedoch darauf, dass deine Schriftart sich für diese Größe eignet.

Schriftfarbe – darfst du kreativ sein?

Was die Farbe der Schrift betrifft, hast du nicht die komplett freie Wahl. Allerdings gibt es einen kleinen Spielraum, in dem du dich bewegen kannst.

Den Textkörper solltest du im Bereich schwarz oder anthrazit, wahlweise auch dunkelblau, halten. Hauptsache, er wirkt seriös und bleibt gut lesbar.

Bei den Überschriften kannst du etwas kreativer sein, solange die ausgewählte Farbe nicht zu grell oder zu blass ist. Oft eignen sich sogar die Farben des Unternehmens. Achte jedoch darauf, keine auffällige Farbe für die Überschriften zu verwenden und gleichzeitig den Fließtext farblich (z. B. blau) zu gestalten.

Schriftfarbe in der Bewerbung
STIFT Bei der Wahl deiner Schrift musst du dich nicht zwangsläufig an die Schriften halten, die in deinem Schreibprogramm vorinstalliert sind. Du kannst dich im Internet nach verschiedenen sogenannten Fonts umsehen und viele einfach kostenfrei installieren.

Tipps und Tricks auf einen Blick

Für welche Schriftart, -farbe und –größe du dich auch entscheidest, wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner Bewerbung!

In unserem PDF-Dokument findest du eine Übersicht aller Tipps und wichtigen Aspekte.