Arbeitszeugnis Formulierungen

Das qualifiziertes Arbeitszeugnis kann dir einen entscheidenden Vorteil verschaffen – sofern es wohlwollend formuliert ist. Doch Vorsicht: Nicht alle Formulierungen, die positiv klingen, sind es tatsächlich auch.

Im deutschsprachigen Raum ist es gesetzlich nicht erlaubt, negative Anmerkungen über den Arbeitnehmer im Arbeitszeugnis einzubringen. Arbeitgeber haben deshalb eine Art Geheimcode entwickelt, um trotzdem ihre Unzufriedenheit und Probleme mit einem ehemaligen Mitarbeiter ausdrücken zu können.

Wir deuten für dich diese geheime Zeugnissprache und zeigen dir anhand von zahlreichen Beispielen, welche Noten und Bedeutungen sich hinter den verschiedenen Formulierungen im Arbeitszeugnis verbergen.

Die Zeugnissprache in Noten übersetzt

Die Formulierungen im Arbeitszeugnis entsprechen den Schulnoten von 1 bis 5, also „sehr gut“ bis „mangelhaft“. Die Abstufung zwischen den einzelnen Noten erfolgt über das Hinzufügen, Variieren oder Weglassen bestimmter Wörter wie „stets“ oder „zur vollsten“.

Die klassische Zeugnissprache lässt sich in die folgenden Noten aufschlüsseln:

  • Note 1 (sehr gut): „[…] stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“
  • Note 2 (gut): „[…] zu unserer vollsten Zufriedenheit.“
  • Note 3 (befriedigend): „[…] zu unserer vollen Zufriedenheit.“
  • Note 4 (ausreichend): „[…] zu unserer Zufriedenheit.“
  • Note 5 (mangelhaft): „[…] insgesamt / im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit.“

Diese Beispiele verdeutlichen, dass bereits ein unscheinbares Wort den Ausschlag geben kann, ob der betreffende Satz eine Lobeshymne oder ein vernichtendes Urteil ist.

DOKUMENT Betrachte nicht nur einzelne Sätze deines Zeugnisses, sondern das gesamte Dokument. Die Bedeutung der Formulierungen ist nämlich immer vom jeweiligen Kontext abhängig und muss nicht zwangsläufig negativ sein.

Arbeitszeugnis Formulierungen: Beispiele und Bedeutungen

Das qualifizierte Arbeitszeugnis gehört zu den wichtigsten Anlagen der Bewerbung. Wie das Bild veranschaulicht, lässt es sich inhaltlich in drei große Abschnitte einteilen:

  1. Einleitung inkl. Daten des Arbeitnehmers und Unternehmensbeschreibung
  2. Hauptteil inkl. Aufgabenbeschreibung sowie Bewertung der Leistung und des Sozialverhaltens
  3. Schlussformel inkl. Danksagung und Zukunftswünsche

Ein Briefkopf sowie eine Unterschrift mit Angabe von Ort und Datum runden das Zeugnis ab.

Arbeitszeugnis Formulierungen Aufbau Arbeitszeugnis

Die Einhaltung dieser Reihenfolge ist sehr wichtig, weil ansonsten der Eindruck aufkommen könnte, dass deine Leistung weniger nennenswert als dein soziales Verhalten ist.

Während die Einleitung und die Tätigkeitsbeschreibung in der Regel neutral sind, enthalten die Abschnitte zur Beurteilung deiner Leistung und deines Sozialverhaltens sowie die Schlussformel wertende Aussagen über deine Arbeitsweise und Persönlichkeit. Hier gilt es also die Formulierungen genauer zu überprüfen.

DOKUMENT Während das qualifizierte Arbeitszeugnis in der Vergangenheitsform geschrieben wird, sollte beim Zwischenzeugnis die Beurteilung im Präsens erfolgen. Schließlich bist du noch im Unternehmen tätig, wenn du es anforderst. Davon ausgenommen sind abgeschlossene Projekte oder besondere Erfolge, die tatsächlich in der Vergangenheit liegen.




Einleitungssatz und Unternehmensvorstellung

Die Einleitung des Arbeitszeugnisses führt generelle Informationen zum Arbeitnehmer auf. Dazu gehören Name, Geburtsdatum und -ort, der Beschäftigungszeitraum, die Positionsbezeichnung sowie alle relevanten Stationen im Unternehmen.

Beispiele für den Einleitungssatz eines Arbeitszeugnisses:

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„Herr Volker Racho, geboren am 12.04.1975 in Bremen, war in der Zeit vom 01.07.2015 bis zum 31.03.2020 in unserer Abteilung Customer Service als Kundendienstmitarbeiter tätig.“

„Frau Lisa Bonn, geboren am 22.07.1986 in Düsseldorf, wohnhaft in Beispielstraße 1, 44789 Dortmund, war vom 01.06.2011 bis zum 30.09.2018 in unserem Unternehmen als Online-Marketing Manager beschäftigt.“

„Herr Carsten Wasser, geboren am 05.06.1981 in Magdeburg, hat vom 01.01.2007 bis zum 31.07.2016 als Key Account Manager in unserem Unternehmen gearbeitet.“

Nach dem Einleitungssatz wird das Unternehmen vorgestellt. Dazu werden der Name, die Branche, das Tätigkeitsgebiet des Unternehmens und gegebenenfalls dessen Größe sowie die Anzahl der Mitarbeiter und Standorte genannt. Unter Umständen wird bereits angedeutet, welche Qualifikationen besonders relevant für den Beruf sind.

Beispielformulierungen für verschiedene Branchen:

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„Die Beispielbank ist europaweit tätig und unterstützt sowohl Privatkunden als auch Unternehmen bei der Verwaltung ihrer Finanzen. Dabei legen wir viel Wert auf einen engen Kontakt zu unseren Kunden, der durch unsere qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren über 10.000 Filialen ermöglicht wird.“

„Die Musterklinik gehört zu den bekanntesten Fachpraxen für Physiotherapie mit einem Behandlungsschwerpunkt auf Leistungssportlern. Zahlreiche Profisportler aus allen Bereichen gehören deshalb zu unserer Kundschaft. Unsere hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Fachbereichen behandeln unsere Patienten dabei nach den innovativsten Heilmethoden.“

„Unsere Beispielkanzlei ist eine aufstrebende juristische Kanzlei im Herzen Dortmunds, die sich auf strafrechtliche Angelegenheiten fokussiert hat. Die kompetente Beratung und Betreuung unserer Kunden wird durch unsere hervorragend ausgebildeten Anwälte und juristischen Fachangestellten gewährleistet.“

„Das Beispielmagazin ist ein Fachmagazin für Bildung, das für seinen hohen Qualitätsanspruch bekannt ist. Dank unserer umfassenden und aktuellen Artikel zum Thema Bildung konnten wir uns als Marktführer in Deutschland etablieren.“

„Bei der Muster GmbH handelt es sich um ein internationales Softwareunternehmen, das zu den führenden Anbietern von Antivirenprogrammen gehört. In unserem Hauptsitz in Leipzig sind über 150 Mitarbeiter tätig.“

Tätigkeitsbeschreibung

Nach der Unternehmensbeschreibung folgt die Beschreibung der Aufgaben, die der Arbeitnehmer während seiner Beschäftigung ausgeübt hat. Dafür kannst du entweder einen Fließtext oder eine stichpunktartige Auflistung verwenden. Letzteres sorgt insbesondere bei umfassenden Aufgabenbeschreibungen für einen besseren Überblick.

TIPP Die wichtigsten Aufgaben und Verantwortungsbereiche sollten vor sporadischen Nebentätigkeiten genannt und mit konkreten Zahlen oder Namen belegt werden. Eine Änderung dieser Reihenfolge kann auf eine unterschwellige Unzufriedenheit des Arbeitgebers hindeuten.

Beispiele für eine Beschreibung der Tätigkeiten im Fließtext:

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„Frau Hofmann übernahm während ihrer Zeit im Hause die Beratung unserer Kunden und wickelte Zahlungsaufträge ab. Zudem zählte die Anfertigung von individuellen Finanzkonzepten für Privat- und Gewerbekunden zu ihren Tätigkeiten.“

„Während ihrer Beschäftigung in unserer Kanzlei war Frau Wagner für die Entgegennahme und Verwaltung aller Aufträge zuständig. Sie erledigte sowohl die Beglaubigung von gerichtlichen Dokumenten als auch die Protokollführung während der Gerichtsprozesse.“

„Herr Schulz unterstützte während seiner Zeit in unserem Haus die Belegschaft bei der Behandlung und Pflege unserer Patienten. Zu seinen täglichen Aufgaben gehörte das Legen von Kathetern, die Blutabnahme und die Zufuhr von Arzneimitteln.“

Beispiel für eine Auflistung der Aufgaben:

Arbeitszeugnis Formulierungen Aufgabenbeschreibung

Leistungsbeurteilung

Die Leistungsbeurteilung des Arbeitnehmers stellt den zentralen Bestandteil des Arbeitszeugnisses dar. Zur Beurteilung deiner Leistung werden im Arbeitszeugnis in der Regel Aussagen zu folgenden Aspekten getroffen:

  • Arbeitsbereitschaft
  • Arbeitsbefähigung
  • Fertigkeiten und Fachkenntnisse
  • Arbeitsweise und Arbeitsstil
  • Arbeitserfolg und Ergebnisse
  • Führungsverhalten (nur im Falle von Mitarbeiterverantwortung)
  • Leistungszusammenfassung

Insbesondere bei der Leistungsbeurteilung wird häufig mithilfe bestimmter Formulierungen eine unterschwellige Bewertung des Zeugnisempfängers vorgenommen. Wir zeigen dir anhand von konkreten Beispielen, welche Formulierungen welcher Schulnote entsprechen und somit eine eher positive oder negative Bedeutung haben.

Arbeitsbereitschaft

  • Sehr gut:

„Frau Fuchs zeigte stets ein sehr hohes Maß an Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft. Auch über die geregelte Arbeitszeit hinaus war sie für uns verfügbar.“

„Herr Müller zeichnete sich stets durch eine vorbildliche Arbeitsauffassung aus und zeigte sehr großen persönlichen Einsatz und eine exzellente Leistungsmotivation.“

„Frau Ritter nutzte jede Chance, ihr bereits hervorragendes Fachwissen zu unseren Gunsten weiterzuentwickeln und auf dem neuesten Stand zu halten.“

  • Gut:

„Frau Fuchs zeigte stets ein hohes Maß an Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft. Auch über die geregelte Arbeitszeit hinaus war sie für uns verfügbar.“

„Herr Müller zeichnete sich stets durch eine vorbildliche Arbeitsauffassung aus und zeigte großen persönlichen Einsatz und eine hohe Leistungsmotivation.“

„Frau Ritter nutzte stets die betrieblichen Fortbildungsmöglichkeiten, um ihr Fachwissen zu unseren Gunsten auf dem Laufenden zu halten.“

  • Befriedigend:

„Frau Fuchs zeigte ein hohes Maß an Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft.“

„Herr Müller zeigte Einsatzbereitschaft und Leistungsmotivation.“

„Frau Ritter nutzte die betrieblichen Fortbildungsmöglichkeiten, um ihr Fachwissen zu unseren Gunsten auf dem Laufenden zu halten.“

  • Ausreichend:

„Frau Fuchs zeigte grundsätzlich Eigeninitiative, Fleiß und Eifer.“

„Die Einsatzbereitschaft und Leistungsmotivation von Herrn Müller entsprach unseren Erwartungen.“

„Frau Ritter nutzte einige betriebliche Fortbildungsmöglichkeiten, um ihr Fachwissen auf dem Laufenden zu halten.“

  • Mangelhaft:

„Frau Fuchs zeigte bei Anleitung Eifer und Fleiß.“

„Herr Müller war im Allgemeinen motiviert.“

„Frau Ritter hatte die Gelegenheit, an betrieblichen Fortbildungen teilzunehmen, um ihr Fachwissen auf dem Laufenden zu halten.“

Arbeitsbefähigung

  • Sehr gut:

„Durch ihre hervorragenden Fachkenntnisse konnte Frau Fuchs alle anfallenden Herausforderungen jederzeit zu vollster Zufriedenheit bewältigen.“
„Selbst unter starker Belastung bewältigte Herr Müller alle Aufgaben in allerbester Weise und war jederzeit bereit, auch zusätzliche Verantwortung zu übernehmen.“

„Frau Ritter bewältigte nicht nur neue Arbeitssituationen stets sehr gut und sicher, sondern beherrschte auch ihren Arbeitsbereich in jeder Weise umfassend, sicher und vollkommen.“

  • Gut:

„Durch ihre guten Fachkenntnisse konnte Frau Fuchs alle anfallenden Herausforderungen stets zur vollen Zufriedenheit bewältigen.“

„Auch bei hohen Belastungen bewältigte Herr Müller seine Aufgaben immer termingerecht und einwandfrei.“

„Frau Ritter bewältigte nicht nur neue Arbeitssituationen stets gut, sondern beherrschte auch ihren Arbeitsbereich überdurchschnittlich.“

  • Befriedigend:

„Durch ihre Fachkenntnisse konnte Frau Fuchs den anfallenden Herausforderungen gerecht werden.“

„Hervorzuheben sind Herrn Müllers Belastbarkeit und Ausdauer bei starkem Arbeitsanfall.“

„Frau Ritter bewältigte nicht nur neue Arbeitssituationen erfolgreich, sondern beherrschte auch ihren Arbeitsbereich umfassend.“

  • Ausreichend:

„Frau Fuchs konnte anfallende Herausforderungen problemlos bewältigen.“

„Herr Müller war oft belastbar und somit eine Hilfe für seinen Arbeitsbereich.“

„Frau Ritter passte sich neuen Arbeitssituationen an und beherrschte ihren Arbeitsbereich entsprechend den Anforderungen.“

  • Mangelhaft:

„Frau Fuchs konnte anfallende Herausforderungen im Großen und Ganzen bewältigen.“

„Auch bei hoher Arbeitsbelastung bemüht er sich, gute Arbeitsergebnisse zu erzielen.“

„Frau Ritter passte sich neuen Arbeitssituationen meist ohne Schwierigkeiten an und beherrschte den Arbeitsbereich im Allgemeinen den Anforderungen entsprechend.“

Fertigkeiten und Fachkenntnisse

  • Sehr gut:

„Frau Fuchs verfügt über ein hervorragendes, jederzeit verfügbares Fachwissen, welches ihr die Umsetzung äußerst zufriedenstellender Kundenlösungen ermöglichte.“

„Dank seines umfangreichen und besonders fundierten Fachwissens verzeichnete Herr Müller immer weit überdurchschnittliche Erfolge.“

„Frau Ritter besitzt ein hervorragendes und sehr tiefgehendes Fachwissen, welches sie in zahlreichen erfolgreichen Projekten unter Beweis stellte.“

  • Gut:

„Frau Fuchs verfügt über ein umfassendes Fachwissen, welches ihr die Umsetzung zufriedenstellender Kundenlösungen ermöglichte.“

„Herr Müller verzeichnete dank seiner guten Fachkenntnisse laufend Erfolge in seinem Arbeitsgebiet.“

„Frau Ritter besitzt ein gutes, weitreichendes Fachwissen, welches sie in der Praxis stets erfolgreich einsetzte.“

  • Befriedigend:

„Frau Fuchs verfügt über das erforderliche Fachwissen und setzte es erfolgreich in der Praxis ein.“

„Herr Müller weist ein solides Fachwissen in seinem Fachgebiet vor.“

„Frau Ritter besitzt alle wesentlichen und erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse.“

  • Ausreichend:

„Frau Fuchs beherrschte ihr Arbeitsgebiet entsprechend den Anforderungen. Ihre Kenntnisse setzte sie dabei in die Praxis um.“

„Herr Müller weist das erforderliche Fachwissen vor.“

„Frau Ritter setzte ihre sukzessiv erworbenen Fachkenntnisse meist sicher und zielgerichtet in der Praxis ein.“

  • Mangelhaft:

„Herr Müller demonstrierte bei der Beschäftigung mit den ihm übertragenen Tätigkeiten das notwendige Fachwissen, das er wiederholt erfolgversprechend einsetzte.“

„Nach umfassender Einarbeitung wies Frau Ritter ausreichende Grundkenntnisse auf, um die relevanten Arbeitsabläufe zu meistern.“

Auch für Eigenschaften wie Kreativität oder Zuverlässigkeit gibt es im Arbeitszeugnis bestimmte Formulierungen, die der Notenskala zugeordnet werden können:

Arbeitszeugnis Formulierungen Eigenschaften

Arbeitsweise und Arbeitsstil

  • Sehr gut:

„Frau Fuchs führte die Aufgaben immer äußerst effizient, sorgfältig und selbstständig aus.“

„Die Arbeitsweise von Herrn Müller war stets von sehr großer Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit und Effizienz geprägt.“

  • Gut:

„Frau Fuchs führte die Aufgaben immer effizient, sorgfältig und selbstständig aus.“

„Die Arbeitsweise von Herrn Müller war stets von großer Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit und Effizienz geprägt.“

  • Befriedigend:

„Frau Fuchs führte die Aufgaben selbstständig, effizient und sorgfältig aus.“

„Die Arbeitsweise von Herrn Müller stellte uns stets zufrieden.“

  • Ausreichend:

„Frau Fuchs führte die Aufgaben mit Sorgfalt und Genauigkeit aus.“

„Herr Müller bearbeitete die wichtigen Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft.“

  • Mangelhaft:

„Frau Fuchs führte die Aufgaben im Allgemeinen mit Sorgfalt und Genauigkeit aus.“

„Die Arbeitsweise von Herrn Müller ist zweckmäßig und ohne größere Beanstandungen.“

Arbeitserfolg und Ergebnisse

  • Sehr gut:

„Frau Fuchs lieferte stets sehr gute Arbeitsergebnisse und hat die selbst gesetzten sowie die vereinbarten Ziele, auch unter schwierigsten Umständen, stets erreicht und meist sogar übertroffen.“

„Herr Müller hat die Wünsche unserer Kunden zielsicher erkannt und höchst erfolgreich in die Realität umgesetzt.“

  • Gut:

„Frau Fuchs lieferte stets gute Arbeitsergebnisse und hat die selbst gesetzten sowie die vereinbarten Ziele, auch unter schwierigen Umständen, stets erreicht und oft sogar übertroffen.“

„Herr Müller hat die Wünsche unserer Kunden zielsicher erkannt und mit großem Erfolg in die Realität umgesetzt.“

  • Befriedigend:

„Frau Fuchs lieferte gute Arbeitsergebnisse und hat die vereinbarten Ziele erreicht.“

„Herr Müller hat die Wünsche unserer Kunden erkannt und erfolgreich in die Realität umgesetzt.“

  • Ausreichend:

„Frau Fuchs hat vorgegebene Ziele in zufriedenstellendem Maße erreicht.“

„Herr Müller hat die Wünsche unserer Kunden grundsätzlich erkannt und dazu beigetragen, sie in die Realität umzusetzen.“

  • Mangelhaft:

„Frau Fuchs hat stets mit Nachdruck daran gearbeitet, die vorgegebenen Ziele zu erreichen.“

„Herr Müller hat sich bemüht, die Wünsche unserer Kunden zu erkennen und sie in die Realität umzusetzen.“

TIPP Wie du vielleicht schon gemerkt hast, werden in der Regel der Superlativ und entsprechende Adjektive wie „vollsten“ oder „stets“ eingesetzt, um eine sehr gute Leistung zu kennzeichnen.

Im Gegensatz dazu drücken Sätze mit Formulierungen wie „im Großen und Ganzen“ oder „war bemüht“ nicht ausreichende oder mangelhafte Leistungen aus.

Führungsverhalten

  • Sehr gut:

„Frau Fuchs besitzt sehr gute Führungseigenschaften und motivierte ihre Mitarbeiter stets zu sehr hohen Leistungen. Ihre Delegation der Aufgaben und Verantwortung war sehr zielgerichtet.“

„Herr Müller war aufgrund seiner hervorragenden Führungsleistungen als Vorgesetzter allseits voll anerkannt und leitete seine Mitarbeiter stets zu sehr guten Ergebnissen an.“

  • Gut:

„Frau Fuchs überzeugte ihre Mitarbeiter und förderte die Zusammenarbeit. Ihre zielgerichtete Delegation von Aufgaben und gute Mitarbeiterführung sorgten für ein hohes Abteilungsergebnis.“

„Herr Müller war aufgrund seiner guten Führungsleistungen als Vorgesetzter allseits voll anerkannt und leitete seine Mitarbeiter stets zu überzeugenden Ergebnissen an.“

  • Befriedigend:

„Dank der zielbewussten und konsequenten Mitarbeiterführung von Frau Fuchs konnte die Abteilung voll befriedigende Leistungen erreichen.“

„Herr Müller war aufgrund seiner soliden Führungsleistungen als Vorgesetzter allseits anerkannt und leitete seine Mitarbeiter zu überzeugenden Ergebnissen an.“

  • Ausreichend:

„Frau Fuchs setzte Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend ordnungsgemäß ein und motivierte sie sachgemäß.“

„Herr Müller war aufgrund seiner Führungsleistungen als Vorgesetzter anerkannt und leitete seine Mitarbeiter zu soliden Ergebnissen an.“

  • Mangelhaft:

„Frau Fuchs wusste stets um die besondere Verantwortung, die aus einem Führungsauftrag resultiert. Sie stellte den Anspruch, dass die Mitarbeiter sich jederzeit voll einsetzen.“

Leistungszusammenfassung

  • Sehr gut:

„Alle ihm übertragenden Aufgaben erledigte er stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“

„Herr Muster erfüllte das in ihn gesetzte Vertrauen stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“

„Die Leistungen von Frau Fuchs fanden jederzeit und in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung.“

„Frau Ritter übertrifft jederzeit die Anforderungen ihrer Stelle und unsere Erwartung und erledigte ihre Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“

  • Gut:

„Alle ihm übertragenden Aufgaben erledigte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit.“

„Herr Müller hat seine Position stets zu unserer vollen Zufriedenheit ausgeübt und unserer Erwartung in jeder Hinsicht gut entsprochen.“

„Die Arbeitsleistung von Frau Ritter fand immer unsere volle Anerkennung.“

„Die Leistungen von Herrn Keller haben unseren hohen Erwartungen stets und in bester Weise entsprochen.“

  • Befriedigend:

„Herr Müller hat die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt.“

„Die Leistungen von Frau Fuchs entsprachen in jeder Hinsicht unseren Erwartungen.“

„Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er zur vollen Zufriedenheit unseres Kunden.“

„Er war ein pflichtbewusster und gewissenhafter Mitarbeiter, dessen Leistungen unsere Zufriedenheit und Anerkennung fanden.“

  • Ausreichend:

„Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte Herr Müller zu unserer Zufriedenheit.“

„Mit seinen Leistungen waren wir immer zufrieden.“

„Sie hat unseren Erwartungen entsprochen.“

„Er war ein pflichtbewusster Mitarbeiter, dessen Leistungen wir anerkennen.“

  • Mangelhaft:

„Die Leistungen von Frau Fuchs entsprachen im Wesentlichen unseren Erwartungen.“

„Insgesamt hat er seine Position ausreichend ausgeübt.“

„Im Großen und Ganzen erledigte Herr Müller seine Aufgaben zur Zufriedenheit.“

„Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllte er mit Interesse.“

Arbeits- oder Zwischenzeugnis erstellen lassen

Bewertung des Sozialverhaltens

Neben der Leistung wird auch das Sozialverhalten des Arbeitnehmers bewertet. Dadurch kann der Personaler nicht nur fachliche Qualifikationen einschätzen, sondern auch, wie das Verhalten des potenziellen Kandidaten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen, Kunden sowie Geschäftspartnern ist.

Die folgenden Formulierungen werden oft für die Bewertung des Sozialverhaltens verwendet:

  • Sehr gut:

„Seinen Vorgesetzten sowie Kollegen gegenüber legte er ein jederzeit vorbildliches, professionelles und freundliches Verhalten an den Tag.“

„Das Verhältnis zu Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets einwandfrei und überaus professionell.“

„Herr Müller war wegen seiner freundlichen und zuvorkommenden Art und kollegialen Haltung bei Vorgesetzten und Mitarbeitern sehr geschätzt.“

  • Gut:

„Seinen Vorgesetzten sowie Kollegen gegenüber legte er ein sehr professionelles und freundliches Verhalten an den Tag.“

„Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war immer einwandfrei.“

„Aufgrund seiner kooperativen Haltung war Herr Müller stets bei Vorgesetzten, Kollegen und Kunden anerkannt und beliebt.“

  • Befriedigend:

„Seinen Vorgesetzten sowie Kollegen gegenüber legte er ein professionelles und freundliches Verhalten an den Tag.“

„Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war einwandfrei.“

„Herr Müller erfreute sich bei Vorgesetzten und im Kollegenkreis allgemeiner Beliebtheit.“

  • Ausreichend:

„Seinen Vorgesetzten sowie Kollegen gegenüber legte er ein angemessenes Verhalten an den Tag.“

„Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war insgesamt einwandfrei.“

„Herr Müllers Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten war stets befriedigend.“

  • Mangelhaft:

„Sie war um ein professionelles und freundliches Auftreten gegenüber Vorgesetzten sowie Kollegen bemüht.“

„Ihr persönliches Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war zumeist einwandfrei.“

„Herr Müller war stets um eine gute Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen bemüht.“

Schlussformel

Ein gutes Arbeitszeugnis endet mit einer Schlussformel, die das bisher skizzierte Bild vom Mitarbeiter bekräftigt. Die Schlussformel ist wie folgt aufgebaut:

  1. Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses
  2. Dankesworte für die Zusammenarbeit
  3. Bedauern über die Trennung
  4. Zukunftswünsche
TIPP Dankesworte und Zukunftswünsche sind in einem Arbeitszeugnis zwar nicht notwendig, aber ihr Fehlen fällt Personalern häufig negativ auf. Du hast leider auch keine Möglichkeit, dir eine Schlussformel einzuklagen, da auf sie kein rechtlicher Anspruch besteht.

Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Der Kündigungsgrund darf nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers angegeben werden und ist daher nicht zwangsläufig im Arbeitszeugnis enthalten. In den meisten Fällen werden aber gewisse Standardformulierungen eingebaut, die Aufschluss über die Art der Kündigung geben:

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Kündigung vonseiten des Arbeitnehmers:
„Frau Schwabe verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch.“

Kündigung vonseiten des Arbeitnehmers, mit Begründung:
„Frau Schwabe verlässt uns auf eigenen Wunsch, um sich beruflich zu verbessern.“

Wahrscheinliche Kündigung durch Arbeitgeber:
„Im gegenseitigen Einvernehmen verlässt Herr Meyer das Unternehmen.“

Auslaufen eines befristeten Arbeitsvertrags:
„Das befristete Arbeitsverhältnis endete wie mit Herrn Müller vereinbart am 01.03.2020.“

Wahrscheinlich fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber:
„Wir mussten uns am 01.05.2019 von Frau Klein trennen.“

Betriebsbedingte Kündigung:
„Bedauerlicherweise müssen wir das Arbeitsverhältnis mit Frau Richter betriebsbedingt wegen Schließung / Umstrukturierung unseres Unternehmens beenden.“

Arbeitgeber kann keine Weiterbeschäftigung ermöglichen:
„Zu unserem großen Bedauern können wir Herrn Schulte zurzeit aus betriebsbedingten Gründen keine Dauerbeschäftigung anbieten.“

Bei der freiwilligen Kündigung durch den Arbeitnehmer können zudem bestimmte Formulierungen deutlich machen, inwiefern der Arbeitgeber dessen Austritt aus der Firma bedauert.

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Das Unternehmen verliert den Arbeitnehmer sehr ungern:
„Frau Schäfer verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.“

Das Unternehmen verliert den Arbeitnehmer ungern:
„Frau Schäfer verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr Ausscheiden und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.“

Der Mitarbeiter hinterlässt keine Lücke:
„Frau Schäfer verlässt uns auf eigenen Wunsch.“

Ein krummes Datum als letzter Tag der Beschäftigung, das heißt, alle Termine außer dem 15. und dem letzten Tag eines Monats, kann auf eine fristlose oder anderweitig problematische Kündigung hindeuten. Eine Ausnahme hiervon bildet die Kündigung während der Probezeit.

Bedauern, Danksagung und Zukunftswünsche

In diesem Teil kann der Arbeitgeber dich zum Abschluss entweder noch mal ausdrücklich weiterempfehlen oder abwerten. Die üblichen Standardfloskeln lassen sich wieder in Schulnoten übersetzen:

  • Sehr gut:

„Den Abschied von Frau Fuchs bedauern wir sehr und bedanken uns für ihre stets sehr guten Leistungen. Wir wünschen ihr auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“

„Wir bedauern das Ausscheiden von Herrn Jung aus unserer Firma sehr, da wir mit ihm einen erfolgreichen Mitarbeiter verlieren, dem wir für die herausragende Zusammenarbeit danken.“

„Wir danken Herrn Keller für die stets sehr gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine weitere berufliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“

  • Gut:

„Den Abschied von Frau Fuchs bedauern wir und bedanken uns für die durchweg guten Leistungen. Wir wünschen ihr auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin Erfolg.“

„Wir bedauern das Ausscheiden von Herrn Jung aus unserer Firma, da wir einen stets erfolgreichen Mitarbeiter verlieren, dem wir für die jederzeit gute Zusammenarbeit danken.“

„Wir danken Herrn Keller für die stets gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und wünschen diesem allseits anerkannten Mitarbeiter auf seinem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin Erfolg.“

  • Befriedigend:

„Den Abschied von Frau Fuchs bedauern wir und bedanken uns für die guten Leistungen. Wir wünschen ihr auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und Erfolg.“

„Wir bedauern das Ausscheiden von Herrn Jung aus unserer Firma, da wir einen erfolgreichen Mitarbeiter verlieren, dem wir für die gute Zusammenarbeit danken.“

„Wir danken Herrn Keller für die erfolgreiche Zusammenarbeit, bedauern, dass er uns verlässt und wünschen für die Zukunft alles Gute.“

  • Ausreichend:

„Den Abschied von Frau Fuchs bedauern wir und bedanken uns für ihre Leistungen. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.“

„Wir bedauern das Ausscheiden von Herrn Jung aus unserer Firma, da wir einen erfolgreichen Mitarbeiter verlieren, dem wir für die Zusammenarbeit danken.“

„Wir danken Herrn Keller und wünschen ihm alles Gute.“

  • Mangelhaft:

„Der Abschied von Frau Fuchs ist durchaus bedauerlich. Wir wünschen ihr alles nur erdenklich Gute, insbesondere auch Erfolg bei den weiteren Bemühungen.“

„Wir verabschieden uns mit Herrn Jung von einem meist erfolgreichen Mitarbeiter.“

„Für die Zukunft wünschen wir Herrn Keller alles Gute.“

Welch große Rolle ein zusätzliches Wort oder dessen Anordnung im Satz spielen kann, verdeutlichen insbesondere die Floskeln für die Zukunftswünsche. Zwischen den Formulierungen „wir wünschen weiterhin viel Erfolg“ und „weiterhin wünschen wir viel Erfolg“ besteht ein großer Unterschied.

Bei der ersten Phrase impliziert das Wort „weiterhin“, dass der Arbeitnehmer während seiner Beschäftigung bereits diverse Erfolge vorweisen konnte. Fehlt dieses Wort oder steht es am Satzanfang wie bei der zweiten Formulierung, ist das ein Anzeichen, dass bisher keine erfolgreichen Leistungen erbracht wurden.

Ist der Arbeitgeber mit dir besonders zufrieden, fügt er eventuell eine Anmerkung zu einer potenziellen Wiederbewerbung bzw. Wiedereinstellung im Arbeitszeugnis ein:

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„Frau Neumann ist aufgefordert, sich im Falle der Vakanz einer adäquaten Position bei uns zu bewerben.“

„Herr Behle ist ausdrücklich eingeladen, sich auch in Zukunft für ausgeschriebene Stellen unseres Unternehmens zu bewerben.“

„Im Falle erneuten Personalbedarfs stellen wir Herrn Lange sehr gerne wieder ein.“

„Wir würden uns sehr freuen, wenn Frau Krause sich nach Abschluss ihres Studiums bei uns für den Berufseinstieg bewerben würde.“

Quiz: Wie gut beherrscht du den Geheimcode der Zeugnissprache?

Teste, ob du bereits ein Experte für die geheime Sprache im Arbeitszeugnis bist und finde die richtige Bedeutung der jeweiligen Formulierung.

Teste, ob du bereits ein Experte für die geheime Sprache im Arbeitszeugnis bist und finde die richtige Bedeutung der jeweiligen Formulierung.

Musterformulierungen – Kostenloser Download

Ein gutes Arbeitszeugnis kann deiner Bewerbung den letzten Schliff geben. Wir haben dir die wichtigsten Arbeitszeugnis Formulierungen samt ihrer wahren Bedeutung zum Download bereitgestellt. So kannst du auf den ersten Blick erkennen, ob du in deinem Zeugnis positiv oder negativ bewertet wurdest.

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Formulierungstechniken für negative Inhalte erkennen

Neben den üblichen Phrasen für mangelhafte Leistung und inakzeptablem Verhalten gibt es auch bestimmte Formulierungstechniken, die zu einer negativen Wahrnehmung des im Zeugnis beschriebenen Arbeitnehmers führen können.

Dahinter muss nicht zwangsläufig eine böswillige Absicht stehen – manche Arbeitgeber setzen diese Techniken aus Unwissenheit oder Versehen ein. Umso wichtiger ist es deshalb, dass du sie kennst, um entsprechende Korrekturen vornehmen zu können.

Abänderung der üblichen Reihenfolge

Um relevante Inhalte oder Tätigkeiten abzuwerten, werden diese erst nach weniger wichtigen Abschnitten oder Aufgaben aufgeführt.

Beispiele:

  • Bewertung des Sozialverhaltens kommt vor Leistungsbeurteilung
  • Selten ausgeführte Nebenaufgaben werden vor besonders relevanten Tätigkeiten genannt

Betonung von Selbstverständlichem oder Unwichtigem

Werden vor allem selbstverständliche Tätigkeiten oder Fähigkeiten hervorgehoben, deutet das daraufhin, dass diese entweder nicht zufriedenstellend waren oder der Arbeitnehmer keine anderen nennenswerten Qualitäten vorzuweisen hat.

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„An Frau Meiers schätzten wir besonders ihre Pünktlichkeit. Wir konnten uns immer darauf verlassen, dass sie zu allen Terminen stets rechtzeitig erschien.“

„Herr Werner zeichnete sich durch stets höfliche Umgangsformen aus.“

Verwendung von Verneinungen

Vorsicht ist bei doppelten Verneinungen angesagt. Durch Wörter wie „nicht“, „kein“ oder „nie“ erhalten Sätze mit einem positiven Inhalt einen negativen Beigeschmack.

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„Ihr Verhalten gab keinen Anlass zu Beanstandungen.“

„Herr Maier war nie unpünktlich und stets zuverlässig.“

Derartige Formulierung können auch darauf hinweisen, dass genau das Gegenteil der Fall war. Im letzten Beispiel würde dies bedeuten, dass Herr Maier nie rechtzeitig zu Terminen erschien.

Auslassung bestimmter Bestandteile oder Formulierungen

Auch fehlende Inhalte sprechen Bände. Aus bewusst weggelassenen Elementen oder Floskeln des Arbeitszeugnisses, die normalerweise Standard sind, kann der Personaler ebenfalls wichtige Erkenntnisse ziehen. Diese Technik ist auch als „beredtes Schweigen“ bekannt und verboten.

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„Sein Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten war stets vorbildlich.“

In diesem Beispiel fehlt der Begriff des „Kunden“. Falls in dem Beruf normalerweise Kundenkontakt sehr wichtig ist, kann das ein schlechtes Verhalten gegenüber den Kunden implizieren.

Widersprüchliche Aussagen

Indem zwei widersprüchliche Aussagen kombiniert werden, ruft der Satz insgesamt einen eher negativen Eindruck hervor.

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„Frau Kaiser hat die Ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt und hat sich im Rahmen Ihrer Fähigkeiten eingesetzt.“

Während der erste Teil des Satzes mit der Note „Sehr gut“ gleichgesetzt werden kann, handelt es sich beim zweiten Teil um eine typische Standardfloskel für mangelhafte Leistung.

Häufige Passivformulierungen

Trägheit oder ein Mangel an Eigeninitiative kann durch die Verwendung von zahlreichen Passivkonstruktionen kenntlich gemacht werden.

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„Frau Schmidt wurde die Aufgabe übertragen, einen Kundenstamm im neuen Vertriebsgebiet aufzubauen.“

„Herr Nobert wurde als Außendienstmitarbeiter eingesetzt.“

Im ersten Beispiel entsteht durch Benutzung der Passivkonstruktion „wurde übertragen“ der Eindruck, dass die Mitarbeiterin keine Eigeninitiative zeigte. Idealerweise sollte die Formulierung deutlich machen, dass sie aktiv an die Aufgabe heranging: „Frau Schmidt baute äußerst erfolgreich einen Kundenstamm im neuen Vertriebsgebiet auf.“

Einschränkungen und Andeutungen

Die Nutzung von Einschränkungen und Andeutungen ermöglicht stille Kritik an den Qualifikationen oder Verhaltensweisen des Mitarbeiters.

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„Bei Ihren Außendiensteinsätzen zeigte sie eine große Einsatzbereitschaft und hat sich im Rahmen ihrer Fähigkeit eingesetzt.“

Die Aussage weist zum einen darauf hin, dass die Einsatzbereitschaft nur im Außendienst hoch, aber in anderen Bereichen niedrig war. Zum anderen machen die einschränkenden Worte „im Rahmen“ deutlich, dass die Fähigkeiten der Mitarbeiterin stark limitiert sind.

Zu knappe oder zu ausführliche Beschreibungen

Stutzen solltest du bei zu kurzen oder unnötig detailliert beschriebenen Aussagen. Beides kann darauf hindeuten, dass der Arbeitnehmer bestimmten Tätigkeiten entweder zu wenig oder zu übertrieben nachgekommen ist.

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„Frau Maas arbeitete stets zuverlässig. Sie erledigte ihre Aufgaben gewissenhaft. Ihr Verhalten war vorbildlich.“

„Herr Hahn druckte den wöchentlichen Bericht jeden Montag aus und ging ihn in seinem Büro immer sehr ausführlich und gewissenhaft durch.“

Im letzten Beispiel wird eine simple Tätigkeit – das Lesen eines wöchentlichen Berichts – unnötig detailliert beschrieben, um zu veranschaulichen, dass der Mitarbeiter sich zu viel Zeit für diese Aufgabe nahm.

TIPP  Je individueller die Beschreibung deiner Leistungen und Persönlichkeit, desto besser. Zu viele Standardfloskeln weisen darauf hin, dass der Arbeitgeber dich und deine bisherige Arbeitsleistung wenig wertschätzt und sich dementsprechend keine Mühe mit dem Zeugnis geben möchte.




Häufig gestellte Fragen zum Arbeitszeugnis

Was sollte nicht im Arbeitszeugnis stehen?

Die folgenden Angaben dürfen im Arbeitszeugnis nicht gemacht werden und können ein Grund für die Anfechtung des Arbeitszeugnisses darstellen:

  • Hinweise auf deine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder Ethnie
  • Kündigungsgrund (nur mit deiner Zustimmung)
  • Gesundheitliche Probleme / Schwerbehinderung
  • Fehlzeiten, es sei denn, sie haben deine Arbeitsleistung stark beeinträchtigt
  • Genaue Gehaltsangaben
  • Schwangerschaft, Mutterschutz und Erziehungsurlaub
  • Nebentätigkeiten (außer sie haben gegen den Arbeitsvertrag verstoßen)
  • Sexuelle Orientierung und außerdienstliches Verhalten
  • Laufende oder abgeschlossene Verfahren gegen dich, es sein denn, die Straftat steht in Verbindung zu deiner Arbeit
  • Mitgliedschaft im Betriebsrat, einer Gewerkschaft oder Partei (außer ausdrücklich von dir gewünscht)

Hinweise auf ein unangebrachtes oder unerwünschtes Verhalten des Arbeitnehmers werden zum Teil in sehr geschickten Formulierungen untergebracht:

Zitatbox

Unangenehmer Mitarbeiter, der nicht teamfähig ist:
„Herr Baum war stets tüchtig und wusste sich zu verkaufen.“

Mitarbeiter, der ausgiebig flirtete:
„Für die Belange der Belegschaft bewies Herr Stein stets Einfühlungsvermögen.“

Mitarbeiterin mit Alkoholproblem:
„Durch ihre gesellige Art trug sie stets zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre bei.“

Mitarbeiter lässt lieber andere für sich arbeiten:
„Er gab stets klare Anweisungen und wusste, die Arbeit seiner Kollegen zu koordinieren.“

Mitarbeiterin, die keine Kritik annehmen kann und überheblich ist:
„Sie war in der Lage, ihre Meinung stets zu vertreten und verfügte über ein gesundes Selbstvertrauen.“

Hinweis auf einen redseligen Mitarbeiter:
„Herr Sonntag war ein gesuchter Gesprächspartner.“

Hinweis auf eine Gewerkschaftsmitgliedschaft:
„Sie engagierte sich sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens für die Interessen der Belegschaft.“

Hinweis auf eine Mitgliedschaft im Betriebsrat:
„Er trat stets für die Interessen seiner Kollegen ein.“

Was kann ich gegen ein schlechtes Arbeitszeugnis tun?

Grundsätzlich hast du als Arbeitnehmer Anspruch auf ein vollständiges und richtiges Arbeitszeugnis. Enthält dein Zeugnis formale Fehler oder missverständliche bzw. widersprüchliche Formulierungen, kannst du auf eine Nachbesserung oder einen Austausch des bisherigen Zeugnisses bestehen.

Wie du auf ein schlechtes Arbeitszeugnis reagieren kannst und welche Möglichkeiten dir zur Anfechtung zur Verfügung stehen, erfährst du in unserem Beitrag „Schlechtes Arbeitszeugnis“.

TIPP Dein Arbeitszeugnis muss zwar mindestens als Gesamtnote ein „Befriedigend“ erhalten, aber laut eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts im Jahr 2014 hast du keinen rechtlichen Anspruch auf ein „sehr gutes“ oder „gutes“ Zeugnis.

Muss der Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis ausstellen?

Nach § 630 des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) hast du als Arbeitnehmer „nach Beendigung eines dauernden Dienstverhältnisses“ das Recht auf ein schriftliches Arbeitszeugnis. Du musst dich auch nicht mit einem einfachen Arbeitszeugnis begnügen, sondern darfst ein qualifiziertes Arbeitszeugnis einfordern, das explizit auf deine Leistungen und dein Verhalten eingeht.

Zudem muss das Zeugnis nach § 109 Absatz 2 der Gewerbeordnung folgende Bedingungen erfüllen:

  • Das Zeugnis muss wahr sein und darf somit nur Fakten, aber keine Behauptungen oder Vermutungen über die Leistung und das Verhalten des Mitarbeiters aufführen.
  • Das Zeugnis muss wohlwollend sein und darf keine Informationen enthalten, die den Arbeitnehmer bei der Jobsuche benachteiligen.

Weitere rechtliche Rahmenbedingungen, kostenlose Muster und unseren Arbeitszeugnis Generator findest du in unserem Artikel „Das Arbeitszeugnis“.

Bis wann kann ich spätestens ein Arbeitszeugnis beantragen?

Du hast in der Regel drei Jahre nach Beendigung der Beschäftigung Zeit, um ein Arbeitszeugnis bei deinem ehemaligen Arbeitgeber zu beantragen. In bestimmten Berufssparten gelten jedoch andere Verjährungsfristen. Im öffentlichen Dienst besteht zum Beispiel nur sechs Monate lang ein Anspruch auf das Arbeitszeugnis.

Es ist gesetzlich nicht geregelt, wie lange sich der Arbeitgeber für die Erstellung Zeit nehmen kann. Grundsätzlich sollte die Anfertigung des Zeugnisses aber nicht länger als 2-3 Wochen in Anspruch nehmen.

Kann ich an der Erstellung des Arbeitszeugnisses mitwirken?

Das Arbeitszeugnis muss nicht vom Vorgesetzten oder der Personalabteilung angefertigt werden. Du kannst es auch komplett selbst schreiben oder zumindest den Inhalt und gewisse Formulierungen vorher mit dem Verfasser des Arbeitszeugnisses absprechen. Wichtig ist, dass das Arbeitszeugnis von einer befugten Person unterzeichnet und dadurch als wahrheitsgemäß anerkannt wird.

Es ist aber ratsam, das Zeugnis von jemanden prüfen zu lassen, der mit dem Geheimcode von Arbeitszeugnissen vertraut ist. Auf diese Weise stellst du sicher, dass die Qualität des Dokuments deinen Anforderungen gerecht wird. Die Bewerbungsexperten unseres Partners „Die Bewerbungsschreiber“ bieten neben der Erstellung auch eine professionelle Prüfung von Arbeitszeugnissen an.