Das Arbeitszeugnis2019-07-19T09:17:53+02:00

Das Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnisse sind die wohl bekannteste Anlage der Bewerbung und können der ausschlaggebende Faktor bei der Entscheidung für oder gegen eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sein, da sie dem Personaler einen Eindruck vom Bewerber verschaffen, der über seine Selbsteinschätzung im Bewerbungsschreiben hinaus geht.

Da Arbeitszeugnisse mit einem gewissen (Geheim-)Code versehen sind und vermeintlich positive Formulierungen nicht immer tatsächlich positive Signale senden, sollte man sich genau damit beschäftigen, ob das eigene Arbeitszeugnis wirklich gut ist.

Das Arbeitszeugnis

Sonst läuft man Gefahr, sich selbst zu schaden, indem man seiner Bewerbung ein schlechtes Zeugnis beilegt.

Die wichtigsten Informationen zum Arbeitszeugnis sowie Formulierungen in Zeugnissprache und gratis Vorlagen als Word Download findest du auf dieser Seite.

Was ist ein Arbeitszeugnis?

Bei einem Arbeitszeugnis handelt es sich um eine schriftliche Beurteilung deiner Leistungen während einer Anstellung. Arbeitszeugnisse werden in der Regel von deinem Vorgesetzten oder der Personalabteilung ausgestellt und beurteilen einerseits deine Arbeitsleistung auf fachlicher Ebene und andererseits deine zwischenmenschlichen Kompetenzen. Darüber hinaus ist ein solches Zeugnis der Nachweis für ein Beschäftigungsverhältnis.

Ein gutes Arbeitszeugnis kann das i-Tüpfelchen deiner Bewerbung sein, ein schlechtes kann jedoch dazu führen, dass deine Bewerbung direkt im Müll landet. Genaueres zum Thema schlechtes Arbeitszeugnis, wie du damit umgehst und ob es sich lohnt, das Arbeitszeugnis anzufechten, erfährst du in unserem Beitrag „Schlechte Arbeitszeugnisse in deiner Bewerbung“.

Problematisch bei Arbeitszeugnissen ist, dass die Aussteller dazu verpflichtet sind, die Bewertung zwar wahrheitsgemäß, aber wohlwollend zu gestalten. Hat jemand keine Erfahrung mit Arbeitszeugnissen, können gewisse Formulierungen also positiv klingen, in Wahrheit jedoch etwas ganz anderes aussagen. Dieser Spagat gelingt Personalern mit einer Art Geheimcode. Mithilfe der Zeugnissprache kann durch bestimmte Formulierungen ganz einfach eine Note (Bewertung) vermittelt werden.

Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist wohl der Satz „Herr XY war stets bemüht.“. An sich hört sich dieser Satz erstmal nicht schlecht an, in Wahrheit sagt er jedoch, dass Herr XY zwar bemüht war, aber auch nicht mehr. Als Arbeitskraft ist er also vielleicht engagiert, aber nicht sonderlich effektiv. Eine tatsächlich sehr gute Bewertung der Arbeitsbefähigung wäre stattdessen: „Herr XY meisterte seine Aufgaben stets sehr souverän.“. Mehr zu Formulierungen im Arbeitszeugnis findest du weiter unten auf dieser Seite.

STIFT In vielen, vor allem englischsprachigen Ländern, gibt es das Arbeitszeugnis, wie wir es in Deutschland kennen, nicht. In diesen Ländern sind Referenz- bzw. Empfehlungsschreiben von großer Bedeutung. Sie werden ebenfalls vom Vorgesetzten verfasst, es besteht jedoch keine Pflicht für den Arbeitgeber, sie auszustellen.

Der Unterschied zwischen Referenz- bzw. Empfehlungsschreiben und Arbeitszeugnissen liegt darin, dass sie auf einen bestimmten Zweck abgestimmt sind und somit bestimmte Punkte in den Fokus stellen können, während das qualifizierte Arbeitszeugnis eher eine umfangreiche allgemeine Beurteilung ist und das einfache Arbeitszeugnis letztlich lediglich eine Tätigkeitsbestätigung darstellt

Einfaches vs. Qualifiziertes Arbeitszeugnis

Beim Arbeitszeugnis gilt es zwischen zwei grundsätzlichen Formen zu unterscheiden: dem einfachen Arbeitszeugnis und dem qualifizierten Arbeitszeugnis.

Das einfache Arbeitszeugnis ist die kürzere, aber daher auch weniger aussagekräftige Variante. Es enthält ausschließlich Informationen über Art und Dauer der Beschäftigung sowie über die Aufgaben des Arbeitnehmers.

Das qualifizierte Arbeitszeugnis hingegen kann einem Personaler tiefere Einblicke in deine Arbeitsweise und dein Sozialverhalten geben. Dabei wird neben Angaben zum Tätigkeitsfeld eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft sowie des Verhaltens des Bewerbers gegenüber Kollegen und Vorsitzenden vorgenommen. Qualifizierte Arbeitszeugnisse sind um einiges aussagekräftiger und daher generell vorzuziehen.

TIPP Eine weitere Form des Arbeitszeugnisses ist das sogenannte Zwischenzeugnis. Beim Zwischenzeugnis handelt es sich um ein vorläufiges Zeugnis, das auf Bitte des Arbeitnehmers ausgestellt wird. Bedenke, dass dein Vorgesetzter bei der Bitte um ein Zwischenzeugnis direkt weiß, dass du dich auf eine andere Stelle bewerben willst. Du solltest also vorher ein offenes Gespräch mit ihm führen und ihn über deine Absichten informieren.




Ansprüche und Rechte

Welche Ansprüche habe ich?

Nach §630 des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) hat grundsätzlich jeder Arbeitnehmer „nach Beendigung eines dauernden Dienstverhältnisses“ das Recht auf ein Zeugnis in schriftlicher Form. Darüber hinaus ist der Arbeitnehmer rechtlich in der „Bringschuld“, wenn er ein qualifiziertes Arbeitszeugnis wünscht.

In §109 der Gewerbeordnung ist festgelegt, dass das Arbeitszeugnis keinerlei Formulierungen enthalten darf, die nicht der „aus dem Wortlaut ersichtlichen Lage“ entsprechen. Einfach gesagt: Die Formulierungen und ihre Intentionen müssen klar verständlich und eindeutig interpretierbar sein.

Ein Arbeitszeugnis muss, wie aus verschiedenen Gerichtsurteilen hervorgeht, wohlwollend formuliert sein. Der Aussteller darf also keine Informationen unterbringen, auch nicht mithilfe des Codes, die den Arbeitnehmer bei seiner zukünftigen Jobsuche benachteiligen können. Entsprechen die Leistungen des Arbeitnehmers den allgemeinen Anforderungen, so muss das Arbeitszeugnis mindestens die Gesamtnote „befriedigend“ darstellen.

Fällt das Zeugnis schlechter aus, so muss der Arbeitgeber dies begründen können, wenn er eine Klage vom Arbeitnehmer erhält. Damit einhergehend muss auch der Arbeitnehmer Gründe für seine Klage auf ein sehr gutes Arbeitszeugnis vorlegen können. (Siehe beispielsweise BAG – 9 AZR 584/13)

Hinweis: Die hier gemachten Angaben beruhen alle auf der grundlegenden rechtlichen Lage. Individuelle Unterschiede sind je nach Situation immer möglich. Wende dich für detaillierte Auskünfte am besten an eine Rechtsberatung.

Wer erstellt das Arbeitszeugnis?

Wer der Aussteller des Arbeitszeugnisses ist oder sein sollte, ist grundsätzlich nicht festgelegt. Entscheidend ist, dass es von einer befugten Person unterzeichnet und damit als wahrheitsgemäß bestätigt wird.

Das Zeugnis selbst kann sowohl aus der Personalabteilung als auch vom Vorgesetzten direkt oder sogar von dir selbst erstellt werden. Darfst du dein eigenes Zeugnis erstellen, solltest du das als Vertrauensbeweis ansehen, da du so die von dir als nützlich empfundenen Aspekte hervorheben kannst.

Grundsätzlich ist es auch möglich, dass ein Kollege dein Arbeitszeugnis ausstellt. Dabei kann es jedoch zu Problemen kommen, wenn die Beteiligten sich nicht mit dem Code von Arbeitszeugnissen auskennen. In diesen Fällen solltest du dein Arbeitszeugnis aufmerksam prüfen oder sogar professionell prüfen lassen!

TIPP Besondere Vorsicht ist bei verneinenden Aussagen im Arbeitszeugnis geboten. „Er war nie unpünktlich.“ hört sich zwar nicht direkt schlecht an, soll aber darauf hinweisen, dass bezüglich der Pünktlichkeit durchaus etwas zu beanstanden ist. Gleiches gilt für Formulierungen, die übertrieben wirken oder übertrieben ausgeführt werden.

Wie bitte ich um ein Arbeitszeugnis?

Generell musst du um ein einfaches Arbeitszeugnis meistens nicht bitten. Unternehmen stellen diese automatisch aus. Viele Unternehmen schreiben sogar direkt ein qualifiziertes Arbeitszeugnis.

Um sicherzugehen, dass du wirklich pünktlich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis in den Händen hältst, lohnt es sich, rechtzeitig um eines zu bitten. Wer der richtige Ansprechpartner dafür ist, klärst du am besten mit deinem Vorgesetzten.

Mögliche Formulierung für die Bitte um ein Arbeitszeugnis:

Sehr geehrte Frau Mustermann,
hiermit bitte ich Sie um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses für meine am xx.xx.20xx endende Beschäftigung.

Vielen Dank!

Mit besten Grüßen
Max Beispielmann

Wie lange muss ich auf ein Arbeitszeugnis warten?

Es existiert keine gesetzliche Frist, innerhalb welcher dir das Arbeitszeugnis vorliegen muss. Hast du nach deinem letzten Arbeitstag noch kein Zeugnis erhalten, lohnt es sich aber in jedem Fall nachzufragen. Generell sollte die Erstellung nicht länger als 2-3 Wochen dauern. Es kann immer mal passieren, dass so etwas vergessen wird. Für dich und deine Bewerbungen ist das Arbeitszeugnis jedoch von großer Bedeutung, daher solltest du diesbezüglich beharrlich bleiben.

TIPP Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verfällt, wenn vertraglich nicht anders geregelt, drei Jahre nach Beendigung der Beschäftigung. Innerhalb dieses Zeitraumes kannst du deinen ehemaligen Arbeitgeber jederzeit um ein Arbeitszeugnis bitten.

Aufbau und Inhalt des Arbeitszeugnisses

Es gibt bestimmte inhaltliche Aspekte und Regeln zum Aufbau, die bei einem Arbeitszeugnis unbedingt eingehalten werden sollten. Der korrekte inhaltliche Aufbau eines qualifizierten Arbeitszeugnisses sieht so aus:

Arbeitszeugnis Inhalt Aufbau
  1. Briefkopf des Unternehmens oder Firmenbogen (optional)
    Wird das Arbeitszeugnis nicht auf einen Firmenbogen gedruckt, kann am Anfang der Briefkopf des Unternehmens eingefügt werden.
  2. „Arbeitszeugnis“ als Überschrift
    Wie bei fast jedem Dokument, sollte von Anfang an klar sein, worum es sich genau handelt. Bei der Sichtung einer Bewerbung ist es dann für Personaler deutlich leichter, die Dokumente sofort richtig einzuordnen.
  3. Einleitungssatz (mit Angaben zur Person und der ausgeführten Tätigkeit)
    Im Einleitungssatz sollten neben vollständigem Namen sowie Geburtsort und -datum der Beschäftigungszeitraum und der Aufgabenbereich bzw. die Position des Arbeitnehmers untergebracht werden. Beispiele für den Einleitungssatz findest du in unseren Arbeitszeugnis Vorlagen und den Beispiel-Formulierungen.
  4. Kurze Beschreibung des Unternehmens
    Nachdem der Arbeitnehmer kurz vorgestellt wurde, erfolgt eine Beschreibung des Unternehmens. Diese sollte die Branche des Unternehmens sowie den Firmennamen enthalten. Weitere häufig erwähnte Informationen sind Hauptsitz, Größe, Rechtsform, Anzahl der Standorte und Art der Produkte oder Dienstleistungen.
  5. Stellenbeschreibung (Tätigkeitsfeld und konkrete Aufgaben)
    Auf die Einleitung mit der Vorstellung beider Parteien des Arbeitsverhältnisses erfolgt eine genauere Beschreibung des Tätigkeitsfeldes und der konkreten Aufgaben. Dabei geht es nicht darum, seitenweise alle möglichen Aufgaben aufzuzählen, sondern eher darum, die wichtigsten und am häufigsten ausgeführten Aufgaben zu nennen.Wenn du 10 Jahre bei einem Unternehmen warst und mal für eine Woche den Empfang vertretungsweise übernommen hast, ehrt dich das zwar, potenzielle Arbeitgeber interessieren sich dafür aber nur wenig.Unser Tipp: Ordne die Aufgaben der Wichtigkeit nach und mache Angaben zu Personal- und Budgetverantwortungen. So bekommen Personaler ein genaueres Bild von deiner bisherigen Erfahrung. Häufig sorgt es für eine bessere Übersichtlichkeit, diese Details in Stichpunkten aufzuführen.
  6. Bewertung der erbrachten Leistungen
    Bei der Bewertung der erbrachten Leistungen muss sich an folgendes Schema gehalten werden: Arbeitsbereitschaft, Arbeitsfähigkeit, Fachwissen, Arbeitsweise, Arbeitserfolg und Führungsleistung (falls es sich um eine Führungsposition handelt). Wichtig ist, dass die Angaben immer vollständig sind. Wird einer der Punkte nicht behandelt, sendet das das Signal, dass der Ersteller des Arbeitszeugnisses lieber nichts zu dem Punkt sagt, da er nichts Negatives schreiben darf.
  7. Beurteilung des Sozialverhaltens
    Bei der Beurteilung deines Sozialverhaltens geht es vor allem um das Verhalten anderen Personen gegenüber. Dabei wird zwischen Vorgesetzten, internen Kollegen und Kolleginnen sowie externen Kunden und Geschäftspartnern unterschieden.
  8. Schlusssatz (in der Regel inklusive Danksagung)
    Der Schlusssatz, beziehungsweise Schlussabsatz, besteht aus 3 Teilen: Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Dankesformel, gegebenenfalls Bedauernsformel und Zukunftswünsche. Beispiele für Formulierungen findest du im nächsten Abschnitt („Formulierungen und Zeugniscode im Arbeitszeugnis“).
  9. Ort, Datum und Unterschrift des Vorgesetzten
    Ort, Datum und vor allem die Unterschrift des Vorgesetzten machen das Bewerbungszeugnis erst zu einem gültigen Dokument. Reichst du mit deiner Bewerbung ein nicht unterzeichnetes Arbeitszeugnis ein, wird ein potenzieller neuer Arbeitgeber sehr schnell skeptisch. Überprüfe also immer, ob das Zeugnis unterschrieben und mit Ort sowie Datum versehen ist.

Das einfache Arbeitszeugnis ist vergleichsweise deutlich kürzer. Der Bewertungsteil (Punkt 6 und 7) fällt komplett raus.




Formulierungen und Zeugniscode im Arbeitszeugnis

Grundsätzlich versteckt sich hinter den Formulierungen im Arbeitszeugnis nichts anderes als die klassischen Schulnoten von 1 bis 5, also „sehr gut“ bis „mangelhaft“. Kleinste Anpassungen von Wörtern oder das Hinzufügen von unwichtig erscheinenden Wörtern kann aus einem „ausreichend“ schnell ein „gut“ machen.

Folgendes Beispiel verdeutlicht diese Abstufung sehr gut:

  • Note 1 (sehr gut): „… stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“
  • Note 2 (gut): „… zu unserer vollsten Zufriedenheit.“
  • Note 3 (befriedigend): „…zu unserer vollen Zufriedenheit.“
  • Note 4 (ausreichend): „…zu unserer Zufriedenheit.“
  • Note 5 (mangelhaft): „…insgesamt/im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit.“

Man sieht an diesem Beispiel, wie sich kleine Veränderungen auf die Bedeutung und implizierte Note des Satzes auswirken.

Hilfreiche Muster-Formulierungen für das Arbeitszeugnis

Wir haben im Folgenden einige hilfreiche Formulierungen inklusive deren Abstufung nach Noten zusammengestellt. So erhältst du einen besseren Eindruck von der Zeugnissprache und eine Orientierung für dein eigenes Arbeitszeugnis.

Formulierungen für eine sehr gute Leistung

  • Er/Sie erledigte ihre/seine Aufgaben stets selbstständig, mit größter Genauigkeit und zu unserer vollsten Zufriedenheit.
  • Herr/Frau XY war außerordentlich engagiert und zeigte große Eigeninitiative.
  • Neuen Arbeitssituationen begegnete er/sie stets aufgeschlossen und sehr souverän.
  • Seine/Ihre Arbeit war stets von hervorragender Qualität.
  • Frau/Herr XY war eine große Bereicherung für das Team und trug maßgeblich zum Erfolg aller Projekte bei.
  • Herr/Frau war ein/e sehr wertvolle(r) Mitarbeiter/in, der/die stets erfolgreich und mit außerordentlicher Einsatzbereitschaft agiert hat.
  • Er/Sie konnte mit ausgezeichneter Motivation und überdurchschnittlicher Zielerreichung stets vollends überzeugen.
  • Besonders seine/ihre Fähigkeit, ___________, ist an dieser Stelle hervorzuheben.
  • Im Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war Herr/Frau XY stets vorbildlich, zuvorkommend und freundlich.

Formulierungen für eine gute Bewertung

  • Er/Sie hat die ihm übertragenen Aufgaben stets sorgfältig und zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt.
  • Er/Sie war stets sehr engagiert und zeigte große Initiative.
  • Frau/Herr XY meisterte neue Arbeitssituationen stets sehr gut.
  • Seine/Ihre Arbeit war durchweg von guter Qualität.
  • Wir verlieren mit Herrn/Frau XY einen Mitarbeiter, der stets zuverlässig war und erfolgreichste Arbeitsergebnisse lieferte.
  • Herr/Frau XYs Arbeit war eine große Bereicherung für unser Unternehmen.
  • Im Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war er/sie stets vorbildlich.

Formulierungen für die Gesamtnote befriedigend

  • Die ihm/ihr übertragenen Aufgaben erledigte er/sie zu unserer vollen Zufriedenheit.
  • Herr/Frau XY zeigte stets Engagement und Initiative.
  • In neue Arbeitssituationen fand er/sie sich erfolgreich ein.
  • Die Arbeitsqualität von Herr/Frau XY war überdurchschnittlich.
  • Durch seine/ihre effiziente Arbeitsweise wurden selbst umfangreiche Aufgaben schnell und zufriedenstellend erledigt.
  • Der Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war vorbildlich.

Formulierungen einer schlechten Bewertung (ausreichend und mangelhaft)

  • Seine/Ihre Aufgaben erledigte er/sie zufriedenstellend.
  • Engagement zeigte er/sie in ausreichendem Maße.
  • XY passte sich neuen Arbeitssituationen an.
  • Die Qualität der geleisteten Arbeit entsprach unseren Erwartungen.
  • Herr/Frau XY war insgesamt eine Bereicherung für unser Unternehmen.
  • Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin arbeitete gewissenhaft.
  • Er/Sie versuchte stets die ihm/ihr übertragenen Aufgaben schnell zu erledigen.
  • Sein/Ihr Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten war insgesamt angemessen.

Schlusssatz im Arbeitszeugnis

Im Schlusssatz des Arbeitszeugnisses wird der Beendigungsgrund angegeben. Dabei ist zu unterscheiden in

  • Kündigung des Arbeitnehmers („auf eigenen Wunsch“)
  • Kündigung des Arbeitgebers („betriebsbedingt“)
  • Einigung beider Parteien („in beiderseitigem Einvernehmen“)
  • Auslaufen eines befristeten Vertrages („nach Ablauf der vereinbarten Frist“)

Folgende Beispiele verdeutlichen die Noten, die durch den Schlussabsatz ausgedrückt werden können:

  • Sehr gut: Wir bedauern seine/ihre Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen, außerordentlich. Für ihre/seine berufliche und persönliche Zukunft wünschen wir ihr/ihm weiterhin viel Erfolg und alles Gute.
  • Gut: Er/Sie verlässt auf eigenen Wunsch das Unternehmen, was wir sehr bedauern. Wir wünschen ihr/ihm beruflich weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.
  • Befriedigend: Herr/Frau XY verlässt uns auf eigenen Wunsch. Unserem Mitarbeiter wünschen wir weiterhin viel Erfolg und privat alles Gute.
  • Ausreichend: Herr/Frau XY verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Für seinen/ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschen wir Erfolg und alles Gute.
  • Mangelhaft/ungenügend: Mit Herr/Frau XY verlieren wir einen gewillten Mitarbeiter. Wir wünschen ihm/ihr Erfolg und alles Gute.
TIPP Das Herauslassen von bestimmten inhaltlichen Bestandteilen eines Arbeitszeugnisses führt bei Personalern zu der Annahme, dass diese Punkte schlecht bewertet werden müssten und daher ganz raus gelassen werden. Gleiches gilt für Qualifikationen, die für deinen Job das A und O sind. Werden diese im Arbeitszeugnis nicht erwähnt, betrachtet der Personaler sie wohl auch nicht als bemerkenswert gut.

Die Vollständigkeit eines Arbeitszeugnisses ist also von größter Bedeutung! Außerdem solltest du stutzig werden, wenn bestimmte Verhaltensweisen, die Arbeitgeber als selbstverständlich ansehen, extra erwähnt werden. „An seiner Pünktlichkeit war nichts zu beanstanden.“ ist ein Beispiel für einen Satz, der eigentlich genau das Gegenteil implizieren soll.

Beispiele für Sonderfälle im Abschlusssatz des Arbeitszeugnisses:

Befristete Vertretung einer anderen Arbeitskraft
Einige Arbeitsverträge sind ausschließlich auf eine bestimmte Zeit begrenzt. Ein Beispiel dafür sind Arbeitnehmer, die eingesetzt werden, während die eigentlichen Angestellten im Mutter- oder Vaterschaftsurlaub sind. Eine gängige Formulierung für diesen Sachverhalt lautet:

Da sich der Überbrückungsanlass erledigt hat, endet das befristete Arbeitsverhältnis am xx.xx.20xx

Fristlose Kündigung
Grundsätzlich steht in einem Schlusssatz nicht konkret, dass es sich um eine fristlose Kündigung handelt. Gibt der Arbeitgeber jedoch keinen Kündigungsgrund an, liegt eine Kündigung seitens des Arbeitnehmers nahe. Befindet sich dazu auch noch eine Lücke im Lebenslauf des Bewerbers, gehen Personaler schnell davon aus, dass es sich um eine fristlose Kündigung handelte.

Beispiele für Formulierungen in diesem Fall lauten:

Wir trennten uns am … von Frau/Herr

Frau/Herr schied am … aus unserem Unternehmen aus

Kündigung in der Probezeit
Auch bei der Kündigung während der Probezeit darf der Arbeitgeber dies nicht genau so in das Arbeitszeugnis schreiben. Es gibt jedoch Formulierungen und Anzeichen im Lebenslauf, die dazu führen, dass der Personaler die Umstände der Beendigung des Arbeitsverhältnisses versteht. Eine beispielhafte Formulierung dafür lautet

Das Arbeitsverhältnis endete fristgerecht am xx.xx.20xx

Nach Ende einer befristeten Anstellung

Das Arbeitsverhältnis endet nach Ablauf der vereinbarten Zeit am xx.xx.20xx

STIFT Die Dankes- und Bedauernsformel sind zwar Gang und Gäbe, der Arbeitgeber ist jedoch nicht dazu verpflichtet, sie zu verwenden. Während eine Dankesformel eigentlich in jedem Arbeitszeugnis zu finden ist, wird Bedauern nur dann ausgedrückt, wenn es auch wirklich empfunden wird.

Klassische Fehlformulierungen im Arbeitszeugnis

Hier haben wir dir eine Auswahl beliebter „Codes“ in der Zeugnissprache zusammengestellt. Diese beziehen sich sowohl auf die Leistung des Arbeitnehmers als auch auf sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten. Die Beispiele orientieren sich an der Liste der Sprachwissenschaftler Presch und Gloy von 1977, die schon damals die Zeugnissprache in Arbeitszeugnissen näher untersucht haben und deren Ergebnisse bis heute aktuell sind.

  • Mit den Vorgesetzten ist er gut zurechtgekommen.
    Bedeutung: Er ist ein Mitläufer und zeigt keine Eigeninitiative.
  • Für die Belange der Mitarbeiter bewies er immer Einfühlungsvermögen.
    Bedeutung: Er hat mit den anderen Mitarbeitern geflirtet bzw. hatte sexuelle Kontakte mit anderen Mitarbeitern.
  • Er verfügt über Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen.
    Bedeutung: Er überspielt mit Arroganz sein mangelndes Fachwissen.
  • Er machte sich mit großem Eifer an die ihm übertragenen Aufgaben.
    Bedeutung: Er war fleißig, aber hatte bei seinen Aufgaben keinen Erfolg.
  • Er erledigte alle Aufgaben pflichtbewusst und ordnungsgemäß.
    Bedeutung: Er war zu bürokratisch und zeigte keine Eigeninitiative.
  • Er verstand es, die ihm übertragenen Aufgaben mit Erfolg zu delegieren.
    Bedeutung: Er hat sich vor seiner Arbeit gedrückt und die Aufgaben an seine Kollegen übergeben.
  • Im Umgang mit Mitarbeitern und Vorgesetzten zeigte er eine erfrischende Offenheit.
    Bedeutung: Er war zu frech zu seinen Vorgesetzten (und Kollegen).
  • Er war mit Interesse bei der Sache/zeigte großes Interesse an seinen Aufgaben.
    Bedeutung: Er war interessiert, hatte aber keinen Erfolg.
  • Er war sehr gesellig und trug so zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.
    Bedeutung: Er hatte ein Alkoholproblem.
TIPP Falls in deinem Arbeitszeugnis explizit die Worte „ehrlich“ und „pünktlich“ erwähnt werden, solltest du skeptisch werden. Diese Eigenschaften setzen Arbeitnehmer automatisch voraus und sie stehen nur im Arbeitszeugnis, wenn der Arbeitgeber keine anderen positiven Eigenschaften nennen konnte bzw. wollte. Sie wirken bei der Bewerbung also eher negativ.

Eine Ausnahme gibt es aber: In den Arbeitszeugnissen der Gastronomie und im Einzelhandel ist die Eigenschaft „ehrlich“ besonders wichtig und sollte sogar hervorgehoben werden.




Arbeitszeugnis Check: Kostenloses Tool

Um einen Eindruck über die Qualität deines Zeugnisses zu bekommen, kannst du dieses kostenlose Tool unseres Kooperationspartners arbeitszeugnis.io nutzen und dein Arbeitszeugnis überprüfen lassen:

Arbeitszeugnis Muster – Kostenloser Download

Wir haben dir zwei gratis Word Vorlagen für Arbeitszeugnisse erstellt. Die erste Vorlage ist für ein einfaches Arbeitszeugnis geeignet, die zweite hingegen ist ein Muster für ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und gibt dem Arbeitnehmer die Gesamtnote „sehr gut“.

Bewerbung.net Arbeitszeugnis Einfach Vorlage

Vorlage einfaches Arbeitszeugnis

Kostenlos herunterladen

Vorlage qualifiziertes Arbeitszeugnis

Kostenlos herunterladen

Achtung! Denke immer daran, dass Arbeitszeugnisse individuell verfasst und angepasst werden müssen. Die Vorlagen dienen als Orientierung und Inspiration, sollten aber niemals 1:1 übernommen werden. Außerdem solltest du dein Arbeitszeugnis von einem Experten prüfen lassen, wenn du dir nicht sicher bist, ob die Formulierungen wirklich die gewünschte Bedeutung haben.

4 Gründe, sich sein Arbeitszeugnis schreiben zu lassen

In einen professionellen Service zu investieren und sich das Arbeitszeugnis schreiben zu lassen, lohnt sich nicht? Wir geben dir vier Gründe, die das Gegenteil beweisen.

  1. Das Arbeitszeugnis: Wichtiger Teil der Bewerbung
    Dein Arbeitszeugnis ist eines der aussagekräftigsten Dokumente deiner Bewerbung. Auch wenn es bestimmten Regeln unterliegt, ist es die persönlichste und ehrlichste Auskunft, die ein Arbeitgeber über dich bekommen kann.
  2. Arbeitgeber ohne Zeit und Know-how
    Aufgrund der vielen Fallen, die sich bei der Erstellung eines Arbeitszeugnisses verstecken, sollte es wirklich nur von Profis mit dem nötigen Know-how erstellt werden. Kleine Unternehmen, die keine ausgebildete Personalabteilung haben, können ohne es zu wollen Steine in den Weg eines Mitarbeiters legen, weil das Arbeitszeugnis nicht das rüberbringt, was es soll.Häufig liegt das daran, dass die Vorgesetzten nicht wirklich die Zeit haben, sich intensiv damit zu beschäftigen oder auf Arbeitszeugnis Vorlagen aus dem Internet zurückgreifen.
  3. Kleine Fehler im Zeugnis – große Folgen für deine Bewerbung
    Rechtschreib- und Grammatikfehler sind tiefe Schlaglöcher. Sie vermitteln dem potenziellen neuen Arbeitgeber nämlich, dass sich keine Mühe bei dem Erstellen deines Arbeitszeugnisses gegeben wurde. Hast du das Zeugnis erstellt, spricht das also nicht sonderlich für deine Arbeitsweise und Motivation. Hat dein Arbeitgeber es erstellt, spricht das nicht für eine besonders große Wertschätzung.
  4. Die Experten in Sachen Arbeitszeugnis überzeugen
    Ein gutes Arbeitszeugnis beinhaltet nicht nur eine bloße Anreihung von Lobpreisungen und Komplimenten. Dadurch wird nämlich der Eindruck erweckt, dass das Zeugnis nicht von einem Vorgesetzten, sondern vom Arbeitnehmer selbst geschrieben wurde. Durch die Hilfe eines professionellen Services, erlangst du ein glaubwürdiges Zeugnis, welches deine Leistungen würdigt, aber nicht vor Komplimenten übersprudelt.
TIPP Es gibt eine Vielzahl an Online-Dienstleistern, die die Erstellung und/oder Prüfung von Arbeitszeugnissen anbieten. Wir empfehlen dir dafür unseren Partner Die Bewerbungsschreiber.




Checkliste Arbeitszeugnis: Darauf achten Personaler

  • Rechtschreib- und Grammatikfehler
  • Klarer Schreibstil ohne leere Floskeln
  • Individualität
  • Überprüfung der Formulierungen: was bedeuten sie wirklich?
  • Unterschrift des Vorgesetzten
  • Vollständigkeit der Angaben
  • Vermittelter Gesamteindruck
TIPP Einen besonders guten Eindruck hinterlassen persönliche Kommentare von Vorgesetzten im Arbeitszeugnis. Diese sind als Empfehlung für dich als Arbeitskraft aufzufassen. Außerdem werden Empfehlungs- und Referenzschreiben auch in Deutschland immer beliebter.