Wie punktet man beim Vorstellungsgespräch?

Das Vorstellungsgespräch, auch Bewerbungsgespräch oder Jobinterview genannt, ist der erste richtige Kontakt zwischen Bewerber und Personalentscheider. Nachdem du mit deinen Bewerbungsunterlagen überzeugen konntest, möchte das Unternehmen dich nun persönlich kennenlernen. Dabei geht es nicht nur um deine fachlichen und sozialen Kompetenzen: Personaler wollen auch testen, wie gut du dich mit dem Unternehmen, den Anforderungen an die Position und deinen potenziellen Aufgaben beschäftigt hast. Wir zeigen dir, wie du dich optimal vorbereitest, häufige Fehler vermeidest und auch während des Vorstellungsgesprächs mit deinem Verhalten überzeugst.

Ein Beitrag von Autor Stefan Gerth

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch bereitet vielen Bewerbern Sorgen. Kein Wunder, denn sie müssen sowohl fachlich als auch persönlich überzeugen, clevere Fragen stellen und nebenbei Motivation ausstrahlen.

Doch eine gute Vorbereitung zahlt sich aus. Wer sich im Vorfeld umfangreich mit dem Unternehmen und dem eigenen Profil beschäftigt, den Ablauf des Gesprächs sowie Antworten auf typische Fragen verinnerlicht und das Ganze zu Hause übt, kann selbstbewusst ins Jobinterview gehen. Im Folgenden findest du zahlreiche Tipps zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch. Die meisten davon sind sowohl auf das typische Vor-Ort-Gespräch als auch auf das Online-Interview anwendbar.

Organisatorische Vorbereitung

Neben der inhaltlichen Vorbereitung sollten, natürlich auch die wichtigsten organisatorischen Fragen geklärt werden.

  • Beantworte die Einladung: Nach Erhalt einer Einladung solltest du zunächst das vorgeschlagene Datum bestätigen oder alternativ um einen neuen Termin bitten. Im Idealfall lässt du dir für deine Antwort nicht länger als einen Tag Zeit. Passt dir der vorgeschlagene Termin nicht, ist das in der Regel kein Problem. Erkläre die Situation, bitte höflich um einen Ersatztermin und liefere direkt 2-3 realistische Vorschläge mit. Erhältst du deine Einladung per E-Mail, solltest du die Terminbestätigung als Antwort auf die gleiche Mail verschicken. Möchtest du ein Vorstellungsgespräch absagen, sollte dies aus Höflichkeit so früh wie möglich geschehen. Weitere Informationen findest du in unserem Artikel: „Auf die Einladung zum Vorstellungsgespräch antworten“.

  • Plane deine Anreise: Unpünktlichkeit ist ein absolutes No-Go. Doch auch eine stressige Anreise solltest du im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs vermeiden. Sei deshalb ggf. etwas früher vor Ort. In der Regel ist es empfehlenswert, einen zeitlichen Puffer von etwa einer Stunde einzuplanen.

  • Wähle die richtige Kleidung: Informiere dich vorab, ob ein Dresscode existiert. Oftmals geben die Unternehmensstruktur und die Branche Aufschluss über die richtige Kleidung für ein Vorstellungsgespräch. In konservativen Branchen punktest du als Mann mit einem Anzug und als Frau mit einem Business-Kostüm. In innovativen Branchen ist dagegen eine Jeans mit Hemd bzw. Bluse ausreichend. Ein wichtiges Augenmerk solltest du zudem auf deine Schuhe legen: Sie sollten angemessen, zu deinem gewählten Outfit passend und sauber sein. Zudem solltest du darauf achten, dass du zwar passend gekleidet bist, dich aber dennoch wohlfühlst und du selbst bleibst. Was du noch beachten solltest und weitere Informationen findest du in unserem Beitrag: „Die richtige Kleidung im Vorstellungsgespräch“.

  • Teste dein Setup: Handelt es sich dagegen um ein Online-Vorstellungsgespräch, ist ein reibungsloser technischer Ablauf wichtig. Teste dein Setup (Kamera, Mikrofon) sowie die verwendete Software daher so früh wie möglich.

Unternehmensrecherche durchführen

Vermutlich hast du dich bereits vor dem Schreiben deiner Bewerbung mit dem Unternehmen auseinandergesetzt. Spätestens zum Vorstellungsgespräch solltest du vor allem mit dessen Internetauftritt (Website, Social Media, Presse) gut vertraut sein.


Eine ausführliche Unternehmensrecherche führt nicht nur dazu, dass du entsprechende Fragen beantworten und im Gespräch mit deinem Wissen überzeugen kannst, sondern hilft dir auch beim Begründen deiner Motivation sowie bei der Identifikation eigener Fragen.


Informiere dich vor allem über die Position und deine zukünftigen Aufgaben.

Folgende Fragen solltest du im Anschluss an deine Recherche beantworten können:

  • Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen? Welche Standorte existieren?

  • In welchen Bereichen ist das Unternehmen tätig? Wo liegt der Fokus?

  • Wer sind die Wettbewerber des Unternehmens? Wie sind diese aufgestellt?

  • Welche Produkte und Leistungen bietet das Unternehmen an?

  • Wie präsentiert sich das Unternehmen in der Öffentlichkeit? Welche Werte werden vermittelt?

  • Was sind aktuelle Trends in der Branche?

  • Mit welchen Herausforderungen sieht sich das Unternehmen konfrontiert?

  • Wie präsentiert sich das Unternehmen als Arbeitgeber?

  • In welchen Bereichen werden aktuell Mitarbeiter gesucht? Welche Qualifikationen müssen diese mitbringen?

  • Was könnten deine zukünftigen Aufgaben sein?

Halte die Ergebnisse deiner Recherche schriftlich fest. Du solltest während des Gesprächs zwar nicht ständig in deinen Unterlagen blättern, kannst jedoch vereinzelt Informationen nachschlagen. Auch so wirkst du vorbereitet. Geeignete Quellen zur Unternehmensrecherche sind unter anderem: Die Website(s) des Unternehmens, Google-Suche, Kanäle in sozialen Medien, Presseberichte, Jobbörsen, Kununu, Fachzeitschriften o.Ä.

Suche im Internet auch nach Informationen über deine(n) Gesprächspartner. Profile in Netzwerken wie XING oder LinkedIn liefern oft interessante Fakten über Mitarbeiter des Unternehmens. Gerade Informationen zu Hobbys o.Ä. können im Vorstellungsgespräch zur Auflockerung der Atmosphäre dienen. 

Selbstpräsentation vorbereiten

Erzählen Sie doch einmal etwas über sich“ oder „Stellen Sie sich einmal kurz vor“:
Die Selbstpräsentation taucht in so gut wie jedem Vorstellungsgespräch auf. Deine Vorstellung sollte üblicherweise nicht länger als fünf Minuten in Anspruch nehmen, ein guter Richtwert sind drei Minuten. Du kannst und solltest die Selbstpräsentation zu Hause vorbereiten. 

Deinen Vortrag komplett auswendig zu lernen und im Vorstellungsgespräch Wort für Wort wiederzugeben, ist jedoch keine gute Idee und fällt Personalern auf. Unser Tipp: Halte Inhalt und Struktur deiner Vorstellung schriftlich fest (z.B. in Form von Stichpunkten als PowerPoint) und übe das freie Vortragen vor dem Spiegel und vor anderen Personen.


Deine Selbstpräsentation sollte Folgendes abdecken:

  • Persönliche Informationen (Name, Alter, Wohnort)

  • Deinen höchsten Schulabschluss und ggf. deine Ausbildung / universitäre Bildung

  • Deinen beruflichen Werdegang

  • Deine größten beruflichen Erfolge

  • Deine Motivation für die Bewerbung auf diese Stelle

  • Deine wichtigsten Qualifikationen (stellenbezogen)

Am Ende deiner Vorstellung sollte klar sein, was du als Bewerber mitbringst und wie du das Unternehmen in Zukunft gewinnbringend unterstützen kannst. Bei deiner Selbstpräsentation spielen insbesondere deine Qualifikationen und deine Eignung für die Stelle eine Rolle. Wenn du Probleme dabei hast, diese eigenständig zu identifizieren, kann dies auch im Rahmen eines Bewerbungscoachings stattfinden.
Falls dein Werdegang Lücken aufweist oder du beispielsweise ein Studium oder eine Ausbildung abgebrochen hast, werden Personaler sich mit großer Wahrscheinlichkeit danach erkundigen. Indem du bereits in deiner Selbstpräsentation auf kritische Stellen in deinem Lebenslauf eingehst und nachvollziehbare Erklärungen lieferst, beugst du solchen Fragen vor.

Fragen & Antworten vorbereiten (Wichtig!)

Bestimmte Fragen gehören im Vorstellungsgespräch zum Standardrepertoire. Dazu zählen z.B. die Frage nach deinen Stärken und Schwächen, deiner Bewerbungsmotivation oder deinen beruflichen Zielen. Auch hier zahlt sich eine gute Vorbereitung aus: Identifizierst du schon im Vorfeld des Gesprächs passende Antworten auf die häufigsten Personalerfragen, wirkst du vorbereitet und überzeugend.

Arbeitgeber stellen vor allem Fragen zu…

  • deinen Bewerbungsunterlagen

  • deinem (beruflichen) Werdegang

  • deinen fachlichen Qualifikationen

  • deiner Motivation

  • deinen Karrierezielen ( z.B. „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“)

  • deiner Persönlichkeit

  • deinem Wissen über das Unternehmen

  • deinem Verhalten in konkreten Situationen (z.B. anhand der STAR-Methode)

Mache dir daher neben einer ausführlichen Unternehmensrecherche auch Gedanken zu deinen beruflichen Vorstellungen und persönlichen Stärken. Beziehe dich bei deiner fachlichen Vorbereitung vor allem auf die Anforderungen aus der Stellenbeschreibung. Zahlreiche Beispielfragen mit passenden Antworten sowie besondere Fragen für Auszubildende, Praktikanten und Führungskräfte findest du in unserem Beitrag: „99 Fragen für das Vorstellungsgespräch“.

Wichtig: Kenne deine eigenen Bewerbungsunterlagen! Ein Personaler hat diese vorliegen und bezieht sich im Gespräch sehr wahrscheinlich darauf. Triff daher keine Aussagen, die den Angaben in deinem Anschreiben oder Lebenslauf widersprechen. Darüber hinaus solltest auch du eine Kopie deiner vollständigen Bewerbungsunterlagen dabeihaben, um im Zweifelsfall schnell darauf zugreifen zu können. 

Grundsätzlich solltest du Folgendes zum Vorstellungsgespräch mitbringen:

  • Deine Einladung 

  • Deine vorbereiteten Notizen & Schreibmaterial

  • Aufgeladenes Smartphone, um vor dem Gespräch erreichbar zu sein

  • Kopie deiner vollständigen Bewerbungsunterlagen

Unzulässige Fragen kennen

Bestimmte Fragen stellen einen Eingriff in deine Privatsphäre dar und dürfen im Vorstellungsgespräch nicht gestellt werden. Leider kann es dennoch vorkommen, dass ein Personaler dich mit einer unzulässigen Frage konfrontiert.

In einem solchen Fall darfst du die Antwort verweigern. Eine Frage unbeantwortet zu lassen, könnte sich natürlich negativ auf deine Erfolgschancen auswirken. Du hast deshalb das Recht zur sogenannten „Notlüge“: Beantwortest du eine unzulässige Frage nicht wahrheitsgemäß, kannst du dafür später nicht abgemahnt oder gekündigt werden.

Natürlich könnte auch eine Lüge das spätere Arbeitsverhältnis belasten. Eine ideale Lösung existiert nicht, du solltest daher sinnvoll abwägen, wie du mit der Situation umgehen möchtest.

Folgendes darf ein Arbeitgeber nicht erfragen:
Sexuelle Orientierung, Politische Ausrichtung / Parteimitgliedschaft, Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, Betriebsratstätigkeit, Familienstand / Familienplanung, Schwangerschaft, Religion, Gesundheitszustand, Behinderungen, Vorstrafen, Privates / Freizeitbeschäftigungen


Allerdings gibt es auch bei unzulässigen Fragen zahlreiche Ausnahmen. Jobrelevante Informationen dürfen in der Regel erfragt werden. Auch dann, wenn ein Sicherheitsrisiko oder eine Gefährdung von Personen durch eine Behinderung o.Ä. besteht, muss der Bewerber wahrheitsgemäß antworten. In vielen Bereichen des öffentlichen Diensts oder im Sicherheitsgewerbe darf außerdem ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt werden, während kirchliche Institutionen ein berechtigtes Interesse an der Konfession des Bewerbers haben.

Eigene Fragen vorbereiten

Jeder Bewerber erhält im Verlauf eines Bewerbungsgesprächs die Gelegenheit, eigene Fragen an das Unternehmen zu richten. Wer hier mit Nein antwortet, wirkt sofort desinteressiert und unvorbereitet.

Eigene Fragen können sich zwar auch noch im Verlauf des Gesprächs ergeben – darauf vertrauen solltest du jedoch nicht. Bereite daher bereits zu Hause eine ausreichend große Zahl an Rückfragen vor und bedenke, dass einige davon womöglich schon im Gesprächsverlauf beantwortet werden. Wir empfehlen, mindestens drei bis fünf Fragen zu notieren und diese im Gespräch stets griffbereit zu halten.

Sinnvolle Fragen im Vorstellungsgespräch sind unter anderem:

  • Fragen zur Unternehmenskultur und internen Strukturen

  • Fragen zum Arbeitsplatz, Arbeitsalltag und zu deinen Arbeitszeiten

  • Fragen zu deiner Einarbeitung

  • Fragen zu Weiterbildungen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten

  • Fragen zum eigenen Team / zur eigenen Abteilung

  • Fragen zum Bewerbungsprozess

Diese Fragen solltest du im ersten Gespräch nicht stellen:

  • Fragen, deren Antwort du leicht selbst recherchieren kannst (z.B. Mitarbeiterzahl)

  • Fragen zu zukünftigen Gehaltserhöhungen / zum frühestmöglichen Urlaub

  • Fragen zu den eigenen Erfolgschancen

  • Fragen nach dem Grund der Einladung („Warum haben Sie mich zum Vorstellungsgespräch eingeladen?“)

  • Frage nach Home-Office

Körpersprache und Rhetorik üben

Auch deine Mimik, Gestik und Sprache werden im Vorstellungsgespräch bewertet. Die richtige Körpersprache kann im Vorstellungsgespräch Selbstbewusstsein, Interesse und Entschlossenheit signalisieren. Wer dagegen nicht auf seine Körperhaltung und co. achtet, wirkt möglicherweise nervös oder desinteressiert.

Die gute Nachricht: Auch die richtige Körpersprache kannst du im Vorfeld üben. Am effektivsten ist die Nachstellung eines fiktiven Bewerbungsgesprächs mit einer anderen Person, die dir anschließend Feedback geben kann. Die genannten Hinweise sind natürlich nicht alle auch für ein Online-Vorstellungsgespräch relevant.


Allgemeine Tipps:

  • Setze dich erst, nachdem man dir einen Platz anbietet

  • Halte deine Oberkörper aufrecht und lehne deinen Rücken leicht an die Stuhllehne an oder beuge deinen Oberkörper leicht nach vorne

  • Vermeide eine schlaffe Körperhaltung und das Sitzen auf der Stuhlkante

  • Stelle regelmäßig Blickkontakt zu allen Anwesenden her

  • Spiele nicht mit deinen Händen herum und halte sie im sichtbaren Bereich

  • Schaue nicht auf die Uhr

Während du selbst redest:

  • Unterstütze deine eigenen Aussagen ggf. durch dezente Gestik, aber verzichte auf hektische Bewegungen

  • Nimm eventuelle Versprecher mit Humor

  • Versuche, „ähms“ zu reduzieren / vermeiden

Während dein Gesprächspartner redet: 

  • Wende dich der jeweiligen Person zu

  • Signalisiere durch Augenkontakt und gelegentliches Nicken, dass du gut zuhörst

  • Halte deine Hände ruhig

  • Verschränke deine Arme nicht

  • Achte darauf, nicht ausdruckslos zu wirken und gelegentlich zu lächeln

  • Lasse deinen Gesprächspartner ausreden

Typischer Ablauf eines Vorstellungsgesprächs (6 Phasen)

Der Ablauf eines Vorstellungsgesprächs folgt fast immer einem bestimmten Muster:


Nach einer Begrüßung und einer kurzen Smalltalk-Phase stellen sich zunächst alle Anwesenden vor. Anschließend beantwortest du als Bewerber verschiedene Fragen der Personaler und erhältst spätestens im Anschluss daran die Gelegenheit, deine eigenen Fragen zu stellen.


In diesem Abschnitt nehmen wir die einzelnen Phasen eines Vorstellungsgesprächs unter die Lupe und erklären, worauf Bewerber besonders achten müssen.


Die Dauer eines Vorstellungsgesprächs ist vor allem von der Komplexität der Stelle abhängig. Ein Bewerbungsgespräch für einen Nebenjob sollte eine Dauer von 15-30 Minuten im Regelfall nicht überschreiten. Werden besondere Qualifikationen gefordert, ist mit bis zu 60 Minuten pro Gespräch zu rechnen. Vor allem Führungskräfte, aber auch andere Bewerber auf Stellen, deren Besetzung mit wirtschaftlichen Risiken verbunden ist, müssen sich meist in mehreren Gesprächen oder einem Assessment Center beweisen.

Ein Vorstellungsgespräch kann auch als strukturiertes Interview ablaufen, welches in ähnlichen Phasen verläuft. Hier wählen die Personalverantwortlichen bereits vor dem Gespräch konkrete Fragen aus, die sie jedem Bewerbenden stellen. Durch ein standardisiertes Protokoll können die Personalverantwortlichen entscheiden, wie die Stelle besetzt werden sollte und die Auswahl kann objektiver und fairer erfolgen. 

1. Begrüßung und Smalltalk

Zu Beginn eines Vorstellungsgesprächs stellen sich zunächst die Anwesenden namentlich vor. Dabei solltest du deinem Gegenüber den Vortritt lassen. Handelt es sich um ein Vor-Ort-Gespräch mit mehreren Unternehmensvertretern, begrüßt du jeden deiner Gesprächspartner mit einem Handschlag. Achte dabei auf einen festen Händedruck und versuche, dir alle Namen einzuprägen. Kannst du dir die Namen nicht alle merken, frage bei der nächsten Gelegenheit freundlich nach. Das ist besser, als einen falschen Namen zu verwenden.


Im Anschluss an die Begrüßung folgt fast immer eine kurze Smalltalk-Phase. Themen sind z.B. die Anreise oder die Tagesplanung des Personalers. Das Gespräch ist die erste soziale Interaktion und trägt im Idealfall zur Auflockerung der Atmosphäre bei.


Auch wenn die Inhalte fast immer belanglos sind, achten Personaler bereits an dieser Stelle auf dein Verhalten. Der erste Eindruck ist entscheidend – oft werden hier bereits unbewusst Urteile über den Bewerber gefällt. 

2. Vorstellung des Unternehmens

Meist beginnt dein Gegenüber mit der Vorstellung des Unternehmens allgemein und der für dich relevanten Bereiche, darunter u.a. bestimmte Personen, Aufgaben oder Projekte. Diese Vorstellung enthält oft viel Neues, da es sich um eine Insiderperspektive handelt.


Höre daher gut zu und achte darauf, mit deiner Mimik und Körperhaltung sowie durch gelegentliches Nicken Interesse zu signalisieren. Indem du dir Notizen machst, wirkst du nicht nur motiviert, sondern kannst später auch leicht auf wichtige Aussagen Bezug nehmen. Die Informationen aus der Unternehmensvorstellung bieten oft Gelegenheit für interessante Nachfragen deinerseits.

3. Selbstpräsentation

Die Phase der Selbstpräsentation wird oft durch Fragen wie „Erzählen Sie etwas über sich“ oder „Stellen Sie sich kurz vor“ eingeleitet. Hier geht es darum, dich selbst und deinen Werdegang kurz vorzustellen. Die Selbstpräsentation dauert in der Regel nicht länger als drei Minuten. Tipps zur Vorbereitung findest du weiter oben im Artikel.

4. Fragen des Unternehmens

Auf die Vorstellung folgt der meist wichtigste Teil eines Vorstellungsgesprächs. Dein Gesprächspartner wird dich in der Regel mit verschiedenen Arten von Fragen konfrontieren.

Wichtig ist an dieser Stelle: Du darfst dir bei der Beantwortung der Fragen etwas Zeit lassen. Überzeugende Antworten auf die häufigsten Fragen kannst und solltest du dir bereits vor dem Gespräch zurechtlegen. Dennoch musst du auch in der Lage sein, spontan zu antworten. Je stärker du dich im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs mit deiner Motivation, deinen Kenntnissen und den Anforderungen der Stelle auseinandersetzt, desto leichter sollte dir dies fallen.


Ebenfalls häufig sind Stressfragen. Hier kann versucht werden, dich mit offener Kritik (z.B. Hinweise auf Misserfolge oder Lücken im Lebenslauf) aus der Ruhe zu bringen. Reagierst du höflich und gelassen und lieferst überzeugende Begründungen für deine (früheren) Entscheidungen, hast du vor solchen Fragen jedoch nichts zu befürchten – schließlich hat das Unternehmen dich bereits zu einem Gespräch eingeladen.


Eine Auswahl typischer Fragen im Vorstellungsgespräch mit passenden Beispielantworten findest du im Abschnitt „Häufige Fragen im Vorstellungsgespräch – Passende Antworten“.

Seltener sind Fangfragen oder sogenannte Brainteaser. Hier wirst du mit kniffligen Aufgaben konfrontiert, die vor allem deine Kreativität und Fähigkeit zum logischen Denken testen. Personaler wollen sehen, wie du an Problemstellungen herangehst. Dabei muss es nicht zwangsläufig eine richtige Antwort geben. Erläutere deinen Lösungsweg verständlich und strukturiert, um hier Punkte zu sammeln.

Einige Fragen greifen in das Persönlichkeitsrecht ein und sind im Vorstellungsgespräch daher unzulässig. Dazu gehören u.a. Fragen zu Behinderungen, Religion, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung oder politischen Ansichten. Diese Fragen musst du nicht beantworten.


Ausnahme: Ist eine Frage für die Ausübung der Stelle relevant oder besteht ein Gefährdungspotenzial für dich selbst oder Dritte, musst du wahrheitsgemäß antworten.

5. Eigene Fragen stellen

In jedem Vorstellungsgespräch hast du die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen. Nutzt du diese nicht, wird das meist als Zeichen von Desinteresse und mangelnder Vorbereitung wahrgenommen. Überlege dir daher schon vor dem Gespräch eine ausreichend große Zahl an Rückfragen. Weitere Fragen können sich im Gesprächsverlauf ergeben.


Dennoch gibt es einige Fragen, die du auf keinen Fall stellen solltest. Dazu gehören vor allem solche, die bereits mit einer kurzen Recherche beantwortet werden können. Denn auch anhand deiner Rückfragen können Personaler erkennen, wie intensiv du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast.

6. Verabschiedung

Haben sowohl du als auch dein Gesprächspartner keine weiteren Fragen mehr, folgt die Verabschiedung. Bleibe bis zum Ende professionell, bedanke dich für das Gespräch und erkundige dich ggf. nach dem weiteren Verlauf des Bewerbungsprozesses.

Häufige FRAGEN im Vorstellungsgespräch - Passende ANTWORTEN

Natürlich kennst du im Vorfeld nicht alle Fragen, die dir in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden. Dennoch existieren einige „Klassiker“, mit denen fast immer zur rechnen ist. Andere zu erwartende Fragen ergeben sich aus deinen Bewerbungsunterlagen und den Anforderungen der Position.

Fragen zum Unternehmen

Hier kannst du mit den Ergebnissen deiner Unternehmensrecherche punkten. Wie ausführlich du dich vorbereiten musst und worauf du dich bei deiner Recherche fokussierst, ist auch von der Position abhängig, auf die du dich bewirbst. So könnten z.B. Marktdaten, technische Details oder Informationen zu bestimmten Produkten und Leistungen für deine späteren Tätigkeiten von Relevanz sein.

Wer glauben Sie, sind unsere größten Mitbewerber?

  • „Die größten direkten Mitbewerber nach Marktanteil sind Unternehmen A und Unternehmen B. Doch auch Unternehmen C sollte spätestens nach der Vorstellung des Produkts XY als ernsthafte Konkurrenz betrachtet werden.“

Welche unserer Produktreihen erzielt die größten Umsätze?

  • „Aus dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht ist erkennbar, dass die Produktreihe XY nicht nur als Aushängeschild des Unternehmens dient, sondern auch weiterhin die größten Umsätze erzielt.“

Fragen zu deinem Werdegang

Die meisten Fragen zum Werdegang ergeben sich aus den Angaben in deinem Lebenslauf. Um hier kritischen Nachfragen vorzubeugen, solltest du Lücken o.Ä. bereits in deiner Selbstpräsentation erklären. Äußere dich nicht offen negativ über frühere Arbeitgeber! Erkläre stattdessen, weshalb eine frühere Position nicht mit deinen beruflichen Zielen vereinbar war, und leite im nächsten Satz direkt zu deiner Motivation über.

Warum haben Sie Ihren bisherigen Job aufgegeben?

  • „Ich hatte in meiner vorherigen Position das Gefühl, nicht mein volles Potenzial nutzen zu können. In Zukunft möchte ich mehr Verantwortung übernehmen und anspruchsvollere Aufgaben bearbeiten.“

Sie haben in der Vergangenheit häufig den Arbeitgeber gewechselt. Warum denken Sie, dass Sie diesen Job langfristig ausüben wollen? 

  • „Ich habe nach einer längeren Orientierungsphase festgestellt, dass das Online-Marketing mir am meisten liegt und sehe meine berufliche Zukunft deshalb in diesem Bereich. Ihr Unternehmen bietet nicht nur spannende und vielfältige Aufgaben, sondern auch Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung, die ich bei früheren Arbeitgebern vermisst habe."

Was waren die Gründe für den Abbruch Ihres Studiums?

  • „Ich habe schon im zweiten Semester gemerkt, dass der XY-Bereich zu theorielastig für mich ist. Da ich meine Kenntnisse lieber in der Praxis einsetzen möchte, habe ich mich stattdessen für verschiedene Praktika beworben und plane nun den Wechsel in eine feste Anstellung.“

Fragen zu deiner Motivation

Fragen wie „Warum haben Sie sich bei uns beworben?“ sind Bestandteil von fast jedem Vorstellungsgespräch. Aus deinen Antworten sollte deutlich werden, dass du dich bereits ausführlich mit dem Unternehmen beschäftigt hast. Idealerweise lässt du hier also die Ergebnisse deiner Unternehmensrecherche einfließen. Stelle außerdem überzeugend dar, wie du deine Fähigkeiten im Unternehmen gewinnbringend einsetzen kannst.

Warum möchten Sie für unser Unternehmen arbeiten?

  • „Ihr Unternehmen überzeugt mich vor allem mit seiner internationalen Ausrichtung und den zahlreichen Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung. Ich denke, dass ich gerade aufgrund meiner Auslandserfahrung sehr gut in das Team passe.“

Warum haben Sie sich auf diese Position beworben?

  • „Mich faszinieren vor allem die Aufgabenvielfalt und die Herausforderungen, die sich aus der Arbeit an verschiedenen Projekten ergeben. Außerdem ist es mir wichtig, im Team Verantwortung zu übernehmen.“

Fragen zu deinen Stärken und Schwächen

Auch auf die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen sollte jeder Bewerber eine Antwort parat haben. Um geeignete Stärken zu finden, kannst du dich z.B. auf die Anforderungen aus der Stellenbeschreibung beziehen. Bei den Stärken kann es sich sowohl um fachliche Qualifikationen als auch um Soft Skills handeln. Wichtig ist, dass du deine Antworten belegen kannst.

Was sind Ihre Stärken?

  • „Zu meinen Stärken gehören Teamfähigkeit, Flexibilität und ein gutes Zeitmanagement. Diese Eigenschaften konnte ich bei meinem vorherigen Arbeitgeber u.a. als Projektleiter erfolgreich unter Beweis stellen.“

Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbern?

  • „Da ich vorher im Bereich XY tätig war, bin ich vor allem in der Kundenkommunikation geübt.“

Die Frage nach den Schwächen ist dagegen etwas kniffliger. Zunächst darfst du hier keine Schwächen nennen, welche dich direkt disqualifizieren. Bewirbst du dich z.B. im Einzelhandel, solltest du nicht nur freundlich und kommunikativ auftreten, sondern auch mit Stress umgehen können. In diesen Bereichen Schwächen zuzugeben, ist daher keine gute Idee. 


Gleichzeitig solltest du jedoch auch keine vollkommen irrelevanten Schwächen nennen oder gar versuchen, deine Schwächen als Stärken zu verkaufen. Antworten wie „Ich arbeite zu hart“ oder „Ich bin Perfektionist“ sind daher ein No-Go.


In vielen Berufen ist z.B. Nervosität beim Sprechen vor einem größeren Publikum kein Ausschlusskriterium und eignet sich daher als Schwäche. Ähnlich verhält es sich mit Schwächen beim Networking oder Sprachkenntnissen, die aufgefrischt werden müssen. Mit Wörtern wie „manchmal“ oder „gelegentlich“ kannst du deine Aussagen abschwächen. Wichtig: Erläutere direkt im Anschluss, wie du an deinen Schwächen arbeitest.


Vor allem die Frage nach den Schwächen wird oft indirekt gestellt. Formulierungen wie „Was kritisieren Kollegen an Ihnen?“ oder „Welche Eigenschaft würden Sie gerne an sich ändern“? verfolgen jedoch das gleiche Ziel.

Wo sehen Sie bei sich selbst Schwächen?

  • „Wenn es darum geht, Präsentationen vor einem großen Publikum zu halten, werde ich oft nervös und verspreche mich gelegentlich. Ich habe mich bereits für ein entsprechendes Seminar angemeldet, um das freie Sprechen vor Publikum zu trainieren.“

Was kritisieren Kollegen an Ihnen?

  • „In Meetings fällt es mir manchmal schwer, mich kurzzufassen. Ich arbeite daran, indem ich zu Hause kurze Ergebnispräsentationen erstelle und mit einem Timer übe.“

Weitere Fragen

Personaler erkundigen sich außerdem nach deinen fachlichen Qualifikationen, deiner Persönlichkeit, deiner Arbeitsweise und deinen beruflichen Zielen. Präsentiere dich als qualifizierter Kandidat und betone die für den Beruf relevantesten Soft Skills.

  • „Ich bin mittlerweile seit fünf Jahren als XY tätig. In dieser Zeit konnte ich mir vielfältige Kenntnisse aneignen, vor allem in den Bereichen A und B. Außerdem bin ich ein kommunikationsstarker und verlässlicher Teamplayer.“

Wie würden Sie handeln, wenn es zum Konflikt mit einem Kollegen kommt?

  • „Ich würde zunächst das offene Gespräch mit dem Kollegen suchen, meine eigene Perspektive sachlich schildern und mir die Argumente meines Gegenübers anhören. Falls sich der Konflikt so nicht lösen lässt, würde ich mich an einen Vorgesetzten wenden.“

Wie organisieren Sie Ihre Aufgaben unter Zeitdruck?

  • „Ich nutze das Tool XY zur Strukturierung und zeitlichen Planung meiner Aufgaben. Zudem greife ich in Stresssituationen auf das Eisenhower-Prinzip zurück und priorisiere Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit.“

  • „Ich könnte mir durchaus vorstellen, in Zukunft mehr Verantwortung zu übernehmen, an größeren Projekten mitzuarbeiten und ein eigenes Team zu leiten. Zudem plane ich, mich in den Bereichen A und B weiterbilden, da diese in der Branche immer mehr an Relevanz gewinnen.“

Eine spezielle Form der Fragetechnik, welche von manchen Personalverantwortlichen mehrheitlich amerikanischer Unternehmen bspw. Amazon oder Intel verwendet wird, ist die STAR-Methode. Um perfekt auf ein anstehendes Vorstellungsgespräch vorbereitet zu sein, kannst du dich in unserem Fachartikel über die STAR-Methode informieren und erhältst hilfreiche Tipps.

Weitere Artikel zu Fragen im Vorstellungsgespräch

In unseren Fachartikeln findest du zahlreiche Beispiele für häufige Fragen im Vorstellungsgespräch, gute eigene Fragen sowie Strategien zur Beantwortung der Stärken-Schwächen-Frage.

Tipps zum Verhalten im Vorstellungsgespräch

Bereits die Fragen der Personaler bereiten vielen Bewerbern Sorgen. Zusätzlich noch auf Mimik, Gestik und Sprache zu achten ist nicht leicht. Doch auch das Verhalten im Vorstellungsgespräch lässt sich üben – sowohl vor dem Spiegel als auch in einer simulierten Gesprächssituation mit anschließendem Feedback.

Personaler achten auch im Online-Interview auf deine Körpersprache.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Verhaltenstipps zum Bewerbungsgespräch zusammengefasst:

  • Die richtige Sitzhaltung: Halte deinen Oberkörper aufrecht (signalisiert Aufmerksamkeit und Selbstbewusstsein) und lehne deinen Rücken an den Stuhl an (wirkt entspannt). Alternativ wirkst du mit einem leicht nach vorne gebeugten Oberkörper interessiert. Das Sitzen auf der Stuhlkante (Nervosität) oder eine „hängende“ Haltung (Desinteresse) sollten dagegen vermieden werden.

  • Augenkontakt und Mimik: Auch der direkte Blickkontakt vermittelt Selbstvertrauen und Aufmerksamkeit. Bei einem Vorstellungsgespräch mit mehreren Gesprächspartnern solltest du versuchen, Augenkontakt zu allen Teilnehmern herzustellen. Wenn dir eine Frage gestellt wird, schaue stets die sprechende Person an. Blickkontakt zu halten, fällt vielen Menschen nicht leicht, auch dies kann jedoch trainiert werden. Achte zudem bewusst darauf, regelmäßig zu lächeln, um nicht ausdruckslos und unzugänglich zu wirken.

  • Gestik: Idealerweise setzt du Gestik beim Sprechen gezielt zur Unterstützung und Hervorhebung deiner Aussagen ein. Wird dir eine Frage gestellt, kannst du deine Hände locker im Schoß oder auf dem Tisch liegen lassen. Halte deine Hände die meiste Zeit ruhig und verzichte auf hektische Bewerbungen. Verschränkte Arme oder das wiederholte Berühren der Haare können als Zeichen von Desinteresse gedeutet werden.

  • Redeanteil: Passe deinen eigenen Gesprächsanteil an die Situation an. Dein Gegenüber hat viel zu erzählen? Gib ihm die Chance dazu und sammle durch gutes Zuhören Bonuspunkte. Gespräche mit hohem eigenen Redeanteil werden oft positiver wahrgenommen – ein psychologischer Trick, den du ausnutzen kannst.

Nervosität und Aufregung dürfen im Bewerbungsgespräch gerne zugegeben werden. Wer hier ehrlich ist, erweckt oft Sympathie. Zudem ist es meist besser, eventuelle Versprecher mit Humor zu nehmen, anstatt zu versuchen, den Fehler zu überspielen. Das wirkt menschlicher. 

Mirko Bettenhausen
Mirko Bettenhausen
Bewerbungs- und Karriereexperte

„Bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist es sinnvoll, das Gespräch mit Freunden oder der Familie zu üben. Spreche sie darauf an, ob ihnen unbewusste Verhaltensweisen bei dir aufgefallen sind und versuche, in einem weiteren Testdurchlauf mehr darauf zu achten. Bist du dir deiner Ticks erst einmal bewusst, kannst du sie einfacher vermeiden. Wenn du dich im Rahmen der Vorbereitung noch intensiver mit deinen Verhaltensweisen auseinandersetzen möchtest, könnte dir ein Bewerbungscoaching dabei helfen.“

Die Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch

Die Gehaltsverhandlung ist oft Teil eines Vorstellungsgesprächs und sollte dementsprechend gut vorbereitet werden.

Meist ergreifen Personaler die Initiative und leiten das Thema mit der Frage nach deinem vorherigen Gehalt oder deiner Gehaltsvorstellung ein. 


Gehe mit konkreten Vorstellungen in das Gespräch (Wunschgehalt, untere Grenze) und lege dir passende Argumente (z.B. Berufserfahrung, Weiterbildungen oder besondere Kenntnisse) zurecht. Über die in deiner Branche üblichen Gehälter kannst du dich z. B. mithilfe des Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit informieren.


Falls du bereits im Bewerbungsschreiben eine Gehaltsvorstellung angegeben hast, dient diese als Basis für die Verhandlung. Allein die Tatsache, dass du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurdest, lässt bereits darauf schließen, dass dein Gehaltswunsch für das Unternehmen nicht völlig unakzeptabel ist.


Überlege dir im Voraus, ob du bereit bist, von deinen Vorstellungen abzuweichen und wenn ja, wie stark. Bleibe während der Gehaltsverhandlung stets höflich und professionell, aber bestimmt. In der Regel ist es empfehlenswert, mit einem leicht höheren Gehalt als Basis zu beginnen, um dann während der Verhandlung etwas Spielraum nach unten zu haben.


Weitere Informationen findest du in unseren Fachartikeln zur Gehaltsvorstellung und Gehaltsverhandlung.

Was sollte ich zu einem Vorstellungsgespräch mitbringen?

Bringe eine Kopie deiner Einladung, Stift und Zettel, deine eigenen Notizen, sowie eine vollständige Bewerbungsmappe samt aller relevanten Anlagen zum Vorstellungsgespräch mit. Außerdem solltest du am Tag des Gesprächs erreichbar sein, falls sich etwas an der Zeitplanung ändert. Bringe deshalb auch ein aufgeladenes Smartphone mit, schalte es jedoch vor dem Gespräch aus oder in den Flugmodus.

Wie bereite ich mich auf eine Gehaltsverhandlung vor?
Die Gehaltsverhandlung ist oft Teil eines Vorstellungsgesprächs. Gehe mit konkreten Vorstellungen in das Gespräch und bereite Argumente vor, die deine Forderungen unterstützen (z.B. Berufserfahrung, Weiterbildungen/Zertifikate, besondere Kenntnisse, …).
Welche Besonderheiten muss ich bei der Vorbereitung auf ein Online-Bewerbungsgespräch beachten?
Eine gute inhaltliche Vorbereitung ist auch bei einem Online-Interview essenziell. Im Hinblick auf die Gesprächsphasen und Personalerfragen gibt es in der Regel keine Unterschiede zum Vor-Ort-Gespräch. Während die Anreise hier natürlich wegfällt, können dir bei einem Online-Vorstellungsgespräch vor allem technische Probleme zum Verhängnis werden. Teste daher Kamera, Mikrofon und die verwendete Meeting-Software rechtzeitig.

Besondere Varianten des Vorstellungsgesprächs

Vorstellungsgespräch ist nicht gleich Vorstellungsgespräch: Es gibt verschiedene Varianten und Testverfahren, mit denen Personaler überprüfen wollen, ob du für eine Stelle geeignet bist. Wir stellen diese vor und geben spezialisierte Tipps.

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Online-Vorstellungsgespräch

Immer mehr Unternehmen setzen beim Bewerbungsprozess auf Online-Vorstellungsgespräche. Besonders die Corona-Krise hat dieses Format in Schwung gebracht. Es ist nicht ohne Grund so beliebt geworden: Die digitale Alternative bietet viele Vorteile.

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Telefoninterview

Als Alternative oder Vorstufe zum persönlichen Vorstellungsgespräch laden Arbeitgeber gerne zum Telefoninterview ein. An Wichtigkeit mangelt es dieser Art von Gespräch also nicht und du solltest dich ausreichend darauf vorbereiten, um im ersten Gespräch zu überzeugen.
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Gruppeninterview

Das Gruppeninterview: So beliebt wie es bei Unternehmen ist, so verhasst ist es bei den Bewerbern. Wie die Vorbereitung und der Ablauf von Gruppeninterviews aussehen und welche Tipps du beachten solltest, zeigen wir dir im folgenden Artikel.
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Assessment Center

Das Assessment Center ist eine besondere Art des Personalauswahlverfahrens, bei dem die Bewerber anhand einer Reihe von unterschiedlichen Aufgaben hinsichtlich ihrer Hard Skills und Soft Skills getestet werden.
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Einstellungstest

Die Einladung zu einem Einstellungstest löst in vielen Bewerbern Panik aus. Eigentlich sollte sie jedoch positiv gewertet werden: Du hast die erste Hürde im Bewerbungsprozess geschafft und kannst nun zeigen, dass du für deinen Traumjob oder -studium geeignet bist.
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Persönlichkeitstest

Um den Bewerber und seine Persönlichkeit besser kennenzulernen, werden in der Personalauswahl oft Persönlichkeitstests verwendet. Mithilfe dieser Tests soll festgestellt werden, ob der Kandidat zu dem Stellenprofil und dem Unternehmen passt.

Checkliste für das Vorstellungsgespräch

Ein Bewerbungsgespräch ist und bleibt ein aufregendes Ereignis. Vor allem Berufsanfänger sind vor ihren ersten Vorstellungsgesprächen oft sehr angespannt und unsicher. Damit du die Situation dennoch souverän meistern und Fehler im Bewerbungsgespräch vermeiden kannst, haben wir dir hier noch einmal die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Vor dem Bewerbungsgespräch:

  • Recherche: Informiere dich im Vorfeld über das Unternehmen. Zahlreiche Informationen zum neuen Arbeitgeber findest du im Internet.

  • Üben: Frage deine Familie oder Freunde, ob du mit ihnen ein Vorstellungsgespräch üben kannst.

  • Kleidung: Suche dir ein angemessenes Outfit heraus, welches zur Branche passt und in dem du dich wohlfühlst.

  • Zeitplanung: Plane dir einen ausreichenden Zeitpuffer ein. Um nicht unter Zeitdruck zu geraten, solltest du mindestens eine Stunde zusätzlich kalkulieren.

Während des Vorstellungsgesprächs:

  • Begrüßung: Gehe mit einem Lächeln ins Gespräch, begrüße die Personaler mit einem festen Händedruck und zeige eine aufrechte Körperhaltung.

  • Authentizität: Spiele deinem Gegenüber nichts vor. Bleibe professionell, freundlich und sympathisch.

  • Körperhaltung / -sprache: Signalisiere Interesse, Aufmerksamkeit und Selbstvertrauen.

  • Selbstbewusstsein: Wenn du ins Straucheln geraten solltest, ist das nicht schlimm. Wichtig ist jedoch, dass du am Ball bleibst und weitermachst.

Nach dem Gespräch:

  • Verabschiedung: Verabschiede dich freundlich mit einem optimistischen Händedruck und bedanke dich für die Zeit sowie das offene Gespräch

  • Reflexion: Nimm dir nach dem Gespräch etwas Zeit, um dein Vorstellungsgespräch zu reflektieren und offene Fragen / Unstimmigkeiten zu notieren

  • Nachbereitung: Ein Dankesschreiben ein, zwei Tage nach deinem Gespräch wirkt interessiert und hebt dich positiv von anderen Kandidaten ab

Kostenloser Download: Checkliste

Damit du bei all den Tipps und notwendigen Schritten den Überblick behältst und dich bestens auf dein Vorstellungsgespräch vorbereiten kannst, haben wir hier eine umfangreiche Checkliste für dich vorbereitet.

Ein Foto von Stefan Gerth

Autor: Stefan Gerth

Stefan Gerth ist einer der führenden Bewerbungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seine Expertise basiert auf einem Studium der Wirtschaftswissenschaften und über einem Jahrzehnt Erfahrung in der Betreuung und Beratung von Jobsuchenden. Als Geschäftsführer (bewerbung.net und Die Bewerbungsschreiber) und Autor teilt er sein Fachwissen regelmäßig und ist darüber hinaus ein gefragter Interviewpartner für renommierte Medien und die Fachpresse (u. a. Spiegel & Business Insider). Als Speaker gibt er sein Wissen zudem live weiter, etwa auf dem Absolventenkongress oder diversen Karrieretagen.


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