Typische Fragen beim Vorstellungsgespräch (Teil II)

Personaler stellen beim Bewerbungsgespräch gezielt Fragen, die Bewerber unter Stress setzen. Wer dann nicht ausreichend vorbereitet ist, setzt das Interview schnell in den Sand – trotz erfolgreicher Bewerbung und Qualifikationen. Dieser Artikel verrät dir typische Fragen beim Vorstellungsgespräch und Tipps, wie du am besten antwortest.

Typische Fragen beim Vorstellungsgespräch (Teil II)

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Die richtige Vorbereitung auf die Fragen im Vorstellungsgespräch ist entscheidend. Du musst sowohl deine eigene Bewerbung samt Anschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnissen, genau kennen und mit tückischen Fragen, wie z.B. zu Lücken im Lebenslauf, rechnen.

Lies dir die folgenden Fragen – sowie diejenigen aus dem ersten Teil von „Fragen beim Vorstellungsgespräch“ – genau für dein Vorstellungsgespräch durch und überlege dir anhand unserer Tipps potenzielle Antworten.

Aber Achtung! Im Voraus auswendig gelernte Antworten wirken negativ auf Personaler und sind zu vermeiden. Mach dir Notizen zu bestimmten Themen und sei auf diese Fragen im Vorstellungsgespräch eingestellt. So kannst du im Bewerbungsgespräch auf die Fragen natürlich und überzeugend antworten.

5 Typische Fragen beim Vorstellungsgespräch:

1. „Warum wollen Sie für unser Unternehmen arbeiten?“

Mit dieser Frage will der Arbeitgeber herausfinden, wie viel Bewerber über das Unternehmen wissen und was ihnen an dem Betrieb gut gefällt. Es ist zu empfehlen bereits in der Bewerbung Bezüge zu der Firma herzustellen und sich bei solchen Fragen im Gespräch darauf zu berufen. Versuch dennoch neue Aspekte einzubringen und erkläre, was du für das Unternehmen leisten kannst. Betone dabei immer wieder deine Stärken und Qualifikationen.

TIPP Gab es aktuelle Veränderungen in dem Unternehmen? Dann beziehe dich im Vorstellungsgespräch darauf und zeige somit, dass du dich sehr für das Unternehmen interessierst. Wenn es gerade Probleme in der Firma gibt, dann kannst du sogar versuchen eigene Lösungsansätze bei diesen Fragen mit einzubringen. Aber Vorsicht! Wirke nicht herablassend oder belehrend, sondern lediglich engagiert.

2. „Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?“

Diese Frage ist mit Sicherheit eine der Schwierigsten im Bewerbungsgespräch. Der Arbeitgeber wird sie dir aber auf jeden Fall stellen – spätestens im zweiten Vorstellungsgespräch.

Wenn Bewerber vollkommen utopische Gehaltssummen angegeben, dann ist für viele Unternehmen bereits nach der ersten Runde Schluss. Mach dir also vorher gründlich Gedanken über ein angemessenes Gehalt für die Stelle. Bedenke, welche Aufstiegschancen du hast und wie sich dein Gehalt im Laufe deiner Karriere noch verändern kann.

TIPP Informiere dich im Vorfeld über die branchenüblichen Gehälter und orientiere dich daran. Es ist nicht zu empfehlen, eine große Gehaltsspanne im Bewerbungsgespräch anzugeben, da sich der Personaler später an der unteren Grenze orientieren wird. So hättest du schlechtere Chancen ein hohes Gehalt für den Job zu verhandeln.
Es ist wichtig, dass du deine Gehaltsvorstellung mit deinen Qualifikationen und Erfahrungen aus anderen Jobs gut begründest. Ein zu niedriges Gehalt wird von Unternehmen nicht als „Schnäppchen“ gesehen, sondern der Arbeitgeber wird deine Branchenkenntnis und Qualifikationen schlechter einschätzen.

3. „Warum haben Sie Ihren alten Job verlassen?“

Bei dieser Frage geht es nicht etwa darum, dass du deine Schwächen aufzählst oder anfängst den alten Arbeitgeber bzw. ehemalige Jobs schlecht zu machen. Handelt es sich bei dir lediglich um einen Jobwechsel, um deine Karriere voranzutreiben, dann sage das auch so. Berufliche Weiterentwicklung und Ehrgeiz sind gute Eigenschaften für den Job.

Schwierig wird die Frage, wenn dir dein alter Job gekündigt wurde. Besonders dann ist es aber wahrscheinlich, dass der Interviewer die Frage stellen wird. Liegt der Grund für die Kündigung bei dem ehemaligen Unternehmen, z.B. wenn Jobs oder Abteilungen aufgrund von Insolvenz gestrichen wurden, dann lasse dies den Interviewer wissen. Dafür wird er Verständnis haben.

Lag der Fehler hingegen bei dir, dann sei ehrlich, aber blick in die Richtung deiner weiteren Karriere. Betone, was du daraus gelernt hast und was du nun verändern willst. Fokussiere dich allerdings nicht auf die Frage, sondern antworte prägnant und komme dann auf deine Stärken zurück.

4. „Wie kommen Sie mit Veränderungen zurecht?“

Bei dieser Frage möchte der Personaler ein Gefühl dafür bekommen, ob der zukünftige Mitarbeiter mit Veränderungen, wie z.B. Kosteneinsparungen, gut zurechtkommt. Es empfiehlt sich in diesem Fall dem Arbeitgeber deine Flexibilität bzw. Offenheit zu verdeutlichen.

TIPP Solche Stärken beweist du am besten anhand von Beispielen, z.B. wenn du bereits mit einer großen Veränderung in deinem vorherigen Job gut umgegangen bist. Belege sind für Arbeitgeber wesentlich glaubhafter und wichtiger, als nichtssagende Floskeln.

5. „Wie stehen Sie zu Überstunden?“

Die richtige Antwort lautet nicht immer, dass der Bewerber bereit ist Überstunden zu machen und dies aus seinen vorherigen Jobs kennt. Überstunden im alten Job können ein Zeichen von Ineffizienz sein, da Aufgaben nicht rechtzeitig geschafft wurden. Oder es wird vermutet, dass der Bewerber kaum Privatleben hat, wodurch der gesunde und notwendige Ausgleich zur Arbeit fehlt. Es ist besser, du vermittelst dem Personaler, dass du bei den Arbeitszeiten flexibel bist und mögliche Überstunden kein größeres Problem darstellen.

TIPP Im Anschluss an die Fragen analysiert dich der Interviewer genau. Nicht nur die Antworten sind dann entscheidend, sondern ebenfalls, wie du dich verhältst bzw. was deine Körpersprache über dich verrät. Achte nach Fragen also auf deine Körpersprache, damit du deine Schwächen und Unsicherheiten nicht unbemerkt zeigst.

Bei der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch kommt es nicht nur auf die potenziellen Fragen und Antworten an. Lies dir deswegen unsere weiteren Artikel zum Thema durch und hole dir wertvolle Tipps, damit du mit deiner Karriere voll durchstarten kannst!

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