Was macht ein gutes Arbeitszeugnis aus?

Arbeitszeugnisse sind – neben Bewerbungsschreiben und Lebenslauf – entscheidend für die Bewerbung. Anhand der Bewertungen im Zeugnis kann sich der Arbeitgeber ein Bild über die Leistungen und das Verhalten des Bewerbers machen. Doch welche Kriterien kennzeichnen ein gutes Arbeitszeugnis? Diese und weitere wichtige Informationen zum Arbeitszeugnis gibt es in diesem Artikel.

Was macht ein gutes Arbeitszeugnis aus?

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Wie gut das Zeugnis von dem Unternehmen aufgenommen wird, ist – neben der verschlüsselten Note durch den früheren Arbeitgeber – stark davon abhängig, ob es den Normen entspricht. Im Folgenden werden die wichtigsten Kriterien vorgestellt, die dein Zeugnis für eine erfolgreiche Bewerbung erfüllen muss. Sind die restlichen Bewerbungsunterlagen ebenfalls gut, steht der Einladung zum Vorstellungsgespräch und deiner Karriere nichts mehr im Wege.

Du solltest dir im Vorfeld überlegen, ob du ein schlechtes Zeugnis in deine Bewerbungsmappe legen willst, da dieses bei vielen Unternehmen zum Ausschluss führen kann. Das Aussparen des Zeugnisses wirft beim Arbeitgeber allerdings negative Fragen auf und ist nur dann eine Alternative, wenn dem Bewerber mehrere gute Arbeitszeugnisse zur Auswahl stehen.

Einen Eindruck über die Qualität deines Zeugnisses kannst du dir verschaffen, indem du es hier hochlädst:

Kriterien:

Keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler

Vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen kann es vorkommen, dass Arbeitszeugnisse Rechtschreib- und Grammatikfehler enthalten. Da hilft es leider nicht, die Schuld dem ehemaligen Arbeitgeber zu geben, da der Arbeitnehmer keine sofortige Korrektur beantragt hat. Aus diesem Grund solltest du jedes Arbeitszeugnis vorher genau auf Fehler prüfen und es gegenlesen lassen. Achte zudem auf fehlende Satzzeichen und die neuen Rechtschreibregeln (dabei kann dir der Duden helfen).

Klarer Schreibstil

Es ist ebenfalls wichtig, dass im Arbeitszeugnis klare Formulierungen stehen. Schachtelsätze und leere Floskeln wirken negativ auf potenzielle Arbeitgeber, da sich offensichtlich wenig Zeit für die Bewertung des Arbeitnehmers genommen wurde – was bereits eine Stellungnahme an sich ist. Zudem können verkomplizierte Formulierungen Fragen bei der Bewerbung aufwerfen, wodurch die bisherigen Leistungen im Job missverstanden werden.

Unterschrift des Vorgesetzten

Das Arbeitszeugnis gehört grundsätzlich von einem Mitarbeiter, der in der Firmenhierarchie über dir steht, unterschrieben. Eine Unterschrift durch einen dir untergeordneten Mitarbeiter lässt Arbeitgeber auf eine geringe Wertschätzung im vorherigen Unternehmen, bzw. im alten Job, schließen. Das Todesurteil deiner Bewerbung! Versuche also eine Unterschrift von einem hochrangigen Mitarbeiter zu bekommen.

Tipp:
Gelingt es dir, einen persönlichen Kommentar bzw. eine Empfehlung in dem Zeugnis durch deinen Vorgesetzten zu bekommen, dann ist dir eine Einladung zum Vorstellungsgespräch so gut wie sicher.

Richtige Struktur im Arbeitszeugnis

Bei der Erstellung des Arbeitszeugnisses gibt es eine vorgegebene Strukturierung, an die sich der Arbeitgeber zu halten hat. Ist diese nicht erfüllt, wirkt selbst ein gut bewertetes Zeugnis schlecht.

Das Arbeitszeugnis besteht aus diesen Abschnitten:

  1. Einleitung
  2. Werdegang
  3. Stellenbeschreibung
  4. Leistungsteil
  5. Verhaltensteil
  6. Beendigungsformel
Wichtig:
Der Werdegang und die Stellenbeschreibung sollten unbedingt sachlich und vor allem bewertungsfrei sein. Hier geht es nur um die Beschreibung der Aufgaben und nicht um den Erfolg des Arbeitnehmers im Job oder seinen Umgang mit anderen Mitarbeitern bzw. Kollegen.

Erst im Leistungs- und Verhaltensteil werden die Arbeitsbereitschaft und -weise, der Erfolg sowie das Fachwissen des Arbeitnehmers bewertet. Zudem gibt es Hinweise auf das Verhalten des Arbeitnehmers gegenüber seinen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Dies erfolgt mit Hilfe verschlüsselter Formulierungen.

Codes im Arbeitszeugnis

TIPP Du willst vor allem mehr über die Bedeutung der Formulierungen in Arbeitszeugnissen erfahren? Dann lese dir jetzt unseren Artikel „Codes in Arbeitszeugnissen – Bedeutung der Formulierungen“ durch. Dort erfährst du die Formulierungen aller Noten und die genaue Bedeutung wichtiger Codes.
Ein gutes Arbeitszeugnis endet mit dem Satz „Er erledigte alle Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit“. Damit wird die Leistung des Arbeitnehmers kurz zusammengefasst und es entspricht einer Note.

Solche verschlüsselten Bewertungen nehmen Arbeitgeber im gesamten Arbeitszeugnis mittels bestimmter Formulierungen vor. Die Unterschiede zwischen den Noten sind dabei so klein, dass sie nur wenigen Bewerbern auffallen. So bedeutet die Formulierung „Er erfüllte die Aufgaben insgesamt zu unserer Zufriedenheit“, dass die Note des Arbeitnehmers mangelhaft ist. Weitere Codes beschreiben überdies das Verhalten gegenüber Kollegen, z.B. gibt es Codes fürs Flirten mit einem Mitarbeiter, für Probleme mit einem Mitarbeiter usw.

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