Ausführlicher Lebenslauf

Einen ausführlichen Lebenslauf solltest du nur dann verfassen, wenn die Stellenausschreibung konkret danach verlangt. Es wird immer seltener, dass Unternehmen einen ausführlichen Lebenslauf sehen möchten, da dieser wesentlich unübersichtlicher ist, als der tabellarische.

Im Gegensatz zum tabellarischen Lebenslauf wird der Werdegang bei einem ausführlichen Lebenslauf als Fließtext ausformuliert. Das heißt, der Bewerber soll seinen Schul- und Berufsweg nacherzählen. Hier kann es schnell passieren, dass der Personaler die Übersicht verliert. Zudem müssen Bewerber besonders auf die Formulierungen und Begründungen achten – Unternehmen verlangen einen ausführlichen Lebenslauf vor allem, um die Persönlichkeit und Sprachgewandtheit des Bewerbers besser kennenzulernen.

4 Tipps & Tricks für deinen ausführlichen Lebenslauf

Ausführlicher Lebenslauf - Text Schluss mit Geschwafel - Mann mit Fragezeichen um den Kopf

Ein ausführlicher Lebenslauf sollte den Werdegang des Bewerbers schlüssig zusammenfassen

Tipp 1: Den tabellarischen Lebenslauf als Hilfestellung nehmen

Lampe Wenn du noch keinen Lebenslauf in tabellarischer Form vorliegen hast, ist es sinnvoll, zunächst alle wichtigen Stationen sowie die dazugehörigen Daten aufzuschreiben. Der Lebenslauf sollte auch ausformuliert alle wichtigen Daten, wie Anfangs- und Enddatum einer Beschäftigung, beinhalten.

Du beginnst bei den persönlichen Daten:

Ich heiße Jacqueline Bauer und bin zurzeit in der Musterstraße 4 in 44444 Musterstadt wohnhaft. Telefonisch bin ich zuverlässig unter der 0170 0000000 zu erreichen oder per E-Mail unter jacqueline.bauer@mail.de. Ich bin am 22.07.1992 in Beispielstadt geboren und somit 24 Jahre alt. Momentan bin ich unverheiratet (ledig).

Wie an einem roten Faden kannst du dich dabei an deinem tabellarischen Lebenslauf entlang arbeiten. Hierbei solltest du jedoch beachteten, dass ein ausführlicher Lebenslauf in der Regel chronologisch (von alt nach neu) erzählt wird, das heißt: beginnend mit der schulischen Ausbildung und endend mit der aktuellsten beruflichen Station.

Weiterer Inhalt:

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  • Dein schulischer Werdegang
  • Deine Ausbildung / Dein Studium
  • Deine Praktika
  • Deine beruflichen Erfahrungen
  • Deine Weiterbildungen
  • Deine sonstigen Fähigkeiten und Kenntnisse
  • Deine Hobbys und Interessen
  • Deine Zukunftsperspektive

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Tipp 2: Nicht nur Fakten, sondern auch Persönlichkeit

Nicht zu sehr in das faktische Erzählen verfallen:

Ich habe von 2009 bis 2012 eine Ausbildung im Bettenhandel Schnarchnase gemacht. Dort wurde ich vor allem in den Bereichen Kundenberatung, Verkauf und Kasse eingesetzt.

Der Personalverantwortliche möchte zwischen den Zeilen die Persönlichkeit des Bewerbers entdecken und achtet vor allem auf dessen Ziele und Motive. Daher ist es wichtig zu schreiben, warum eine Ausbildung in einem bestimmten Bereich begonnen wurde, welche Tätigkeiten den Bewerber besonders begeistern und in welchem Bereich er sich weiterentwickeln möchte.

Beispiel:

Seit der Muster-Grundschule war ich eine begeisterte Bastlerin, die ihre Zeit am liebsten mit Stift, Papier und Schere verbrachte. Diesen Enthusiasmus entwickelte ich während meiner Schulzeit (seit 2003) auf dem Kreativgymnsasium im Leistungskurs Kunst weiter. Dabei verlor ich die anderen Fächer nicht aus den Augen und schloss meine Schulzeit 2011 mit einer Abiturnote von 1,7 ab. Aufgrund meiner praktischen Begabung begann ich direkt im Anschluss eine Ausbildung als Grafikdesignerin.

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Tipp 3: Stelle dir vor, du sitzt bereits im Vorstellungsgespräch

Wenn du Probleme dabei hast, die einzelnen Stationen auszuformulieren, dann stelle dir folgende Situation vor:
Du wirst im Vorstellungsgespräch gefragt, dich kurz vorzustellen und deinen Werdegang wiederzugeben.
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TIPP Meistens können Bewerber besser formulieren, wenn sie die Sätze laut aussprechen und so tun, als säßen sie gerade tatsächlich vor dem Personalentscheider. (Auch für dein Bewerbungsschreiben ein guter Rat)
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Frau denkt für ihren ausführlichen Lebenslauf an das Vorstellungsgespräch

Für die Formulierung des ausführlichen Lebenslaufs kann es helfen, sich gedanklich ins Vorstellungsgespräch zu versetzen


Beginne deinen ausführlichen Lebenslauf mit der Schulzeit. Was hat diese geprägt?

  • Hast du bereits hier eine Tendenz für deinen späteren Berufsweg entdeckt?
  • Welche Fächer fielen dir besonders leicht? Welche begeisterten dich?
  • Hast du irgendein besonderes Engagement gezeigt? [Schüleraustausch, Wahlkurse, Projekte, Ehrenamt, Projektkurse (Theater, Sport, Musik …)]

Ausnahme: Deine Schulzeit liegt schon ewig zurück und hat daher keine Relevanz mehr für deine Kenntnisse, dann kannst du besser mit deiner Ausbildung bzw. deinem Studium beginnen und die Schule in einem kurzen Satz erwähnen.

Gehe danach auf deine Ausbildung bzw. dein Studium oder Praktika ein.

  • Warum hast du dich für eine Ausbildung bzw. ein Studium in diesem Bereich entschieden?
  • Welche Inhalte der Ausbildung waren besonders ausschlaggebend?
  • Konntest du dich in eine Richtung weiterentwickeln, hast du deine Richtung geändert?


Gehe schließlich auf deine berufliche Erfahrung ein.

  • Wo hast du gearbeitet? Welche Aufgaben hast du übernommen?
  • Welche Fähigkeiten hast du dabei eingesetzt und vertieft? (Organisationstalent, Teamwork, Zielorientierung …)
  • Hast du Kenntnisse erworben? (Software, Sprachen, Methoden …)
  • Welche Aufgaben und Tätigkeitsbereiche siehst du als deine „Spezialität“ an?
  • In welchen Bereichen möchtest du dich weiterentwickeln?


Es folgen die eigenen Hobbys und Interessen sowie die eigene Perspektive für die Zukunft.

  • Welche Ziele verfolgst du für dein weiteres Berufsleben?
  • Welche Ziele würdest du in diesem Unternehmen verfolgen?
  • Wohin möchtest du dich (mit diesem Unternehmen) entwickeln?

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TIPP Achte darauf, deinen ausführlichen Lebenslauf nicht zu sehr zu einem Motivationsschreiben werden zu lassen. Du solltest es schaffen können, dich innerhalb von 5 Minuten vorzustellen und nicht ins Schwafeln zu verfallen. Die Fakten sind nach wie vor wichtig und sollten deutlich genannt werden. Zudem ist es ratsam, Dopplungen zum Anschreiben dringend zu vermeiden.
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Tipp 4: Die Übersicht bewahren

Ein Block mit Text kann schnell unübersichtlich werden. Daher sollten Bewerber ihren ausführlichen Lebenslauf in sinnvolle Abschnitte gliedern zu bilden und diese durch Absätze (und eventuell Überschriften) hervorzuheben. Ebenso kann es vorteilhaft sein, einige Daten farblich oder durch Fettdruck hervorzuheben. Die einzelnen Unternehmensnamen können zum Beispiel alle in dunkelblau und fett formatiert werden. So kann der Arbeitgeber schneller erkennen, wo du bereits gearbeitet hast. Dabei solltest du mit den Hervorhebungen allerdings nicht übertreiben: Wenn alles hervorgehoben ist, erkennt der Arbeitgeber ebenfalls nichts mehr.

Check Um deinen ausführlichen Lebenslauf übersichtlich zu halten, sollte dieser auf 2 Seiten begrenzt werden. Fasse dich daher bei deinen Formulierungen so prägnant wie möglich und gehe vor allem näher auf die Lebensstationen ein, die deine Fähigkeiten in Bezug auf die Stellenausschreibung belegen.

Solltest du große Probleme mit der Erstellung deines ausführlichen Lebenslaufs haben, kann es durchaus sinnvoll sein sich an professionelle Dienstleister wie die-bewerbungsschreiber.de oder bewerbungsservice.berlin zu wenden!