Assessment Center – Typische Aufgaben

Viele große Unternehmen setzen zusätzlich zum Bewerbungsgespräch auf das Assessment Center, um die Bewerber in verschiedenen Aufgaben bezüglich deren Persönlichkeit, Fähigkeiten und Qualifikationen ausgiebig zu analysieren und zu bewerten. Deine Bewerbung war erfolgreich, du wurdest zum Assessment Center eingeladen und bist furchtbar nervös, weil du nicht weißt, was dich erwartet?

Kein Grund zur Panik! Hier erhältst du eine Beschreibung der gängigsten Aufgaben im Assessment Center und nützliche Tipps, wie du diese problemlos meistern kannst!

Was ist überhaupt ein Assessment Center?

Lampe Assessment Center ist ein Personalauswahlverfahren, in dem die Bewerber bei einer Reihe von Aufgaben mit verschiedenen Problemen konfrontiert werden und im Umgang mit diesen bewertet werden. Du musst dich alleine oder in Gruppen mit anderen Bewerbern den unterschiedlichen Aufgaben stellen. Ein Assessment Center kann sowohl von der Personalabteilung des personalsuchenden Unternehmens als auch von externen Experten, durchgeführt werden.

Zu den bekanntesten Einzelaufgaben gehören beim Assessment Center die Vorstellung, Postkorbübung sowie das Rollenspiel. Die Gruppendiskussion gehört zu den Standard-Gruppenaufgaben. Die Aufgabe Fallstudie wird beim Assessment Center gerne als Gruppenaufgabe, aber auch als Einzelaufgabe durchgeführt.

Aufgabentypen im Assessment Center

    1. Vorstellung

      Die Vorstellung dient meistens als Warm-up. Die Assessoren und die einzelnen Bewerber stellen sich vor. Jedoch sollte die Vorstellungsrunde nicht unterschätzt werden – denn schon hier werden die Bewerber genauestens beobachtet und geprüft.

      Eine gekonnte Vorstellung bietet dir die Möglichkeit, einen positiven ersten Eindruck bei den Assessoren zu hinterlassen. Bei deiner Vorstellung solltest du die wichtigsten, für die Stelle relevanten, Daten aus deinem Lebenslauf präsentieren. Versuche auch deinen persönlichen Hintergrund in Bezug auf die Stelle und das Unternehmen darzustellen. Großes Rumgeschwafel ist hier definitiv fehl am Platz. Bring deinen Werdegang, deine Persönlichkeit und deine Motivation auf den Punkt. Steckbriefartiges Runterleiern des Lebenslaufes solltest du vermeiden. Auch ein bisschen Individualität bei der Vorstellung kann nicht schaden. Schließlich geht es beim Assessment Center in erster Linie um die Ergründung deiner Persönlichkeit.

      TIPPS

      • Achte auf eine positive Ausstrahlung
      • Halte Blickkontakt
      • In der Kürze liegt die Würze – fokussiere dich auf das Wesentliche
      • Zeige Individualität
    2. Postkorbübung
      Die Postkorbübung ist ein Klassiker unter den Assessment Center Aufgaben und beinhaltet im Grunde genommen die Bewältigung einer Stresssituation. Bei dieser Aufgabe erhältst du ungefähr 15-20 Dokumente in Form von E-Mails oder Papier. Innerhalb einer bestimmten Zeit musst du die Dokumente abarbeiten. Aufgrund der hohen Anzahl der Dokumente ist es schlichtweg unmöglich, alle abzuarbeiten. Du musst daher die Dokumente nach Priorität ordnen und einige sogar delegieren. Zusätzlich wirst du mit verschiedenen Störfaktoren, zum Beispiel einem Telefonanruf oder lauten Gesprächen von Mitarbeitern, konfrontiert. Diese dienen dazu, dich abzulenken und aus dem Konzept zu bringen. Bei dieser Aufgabe geht es dem Unternehmen darum, wie du dich unter Zeitdruck bezüglich Konzentration, Arbeitsorganisation sowie Entscheidungsfähigkeit verhältst. TIPPS

      • Lass dir den Stress nicht anmerken
      • Arbeite strukturiert
      • Lass dich von den Störfaktoren nicht aus der Ruhe bringen
      • Überlege nicht lange und häng dich nicht an einzelnen Dokumenten auf
      • Lass dich von der kurzen verfügbaren Zeit nicht verunsichern: Es ist gewollt, dass die Zeit nicht ausreicht
    3. Rollenspiel
      Bei dieser Aufgabe wird ein Zweiergespräch simuliert. Dabei kann es sich zum Beispiel um ein Verkaufs- oder Beschwerdegespräch handeln. Im Vorfeld bekommst du in der Regel circa 15 Minuten Vorbereitungszeit, um dir eine geeignete Strategie zu überlegen. Dennoch kann so ein Gespräch anders ablaufen, als du es erwartest. Bei dieser Übung geht es insbesondere um dein spontanes Handeln in Konfliktsituationen. Dein Gesprächspartner kann sich dir gegenüber beispielsweise sehr aggressiv verhalten. Hier musst du zeigen, dass du mit Konflikten souverän umgehen kannst und dich beispielsweise gegenüber einem unfreundlichen Kunden professionell verhältst. Ebenso dient ein solches Rollenspiel (je nach Simulationstyp) dafür zu erkennen ob du über Empathie, Entscheidungsfähigkeit und Führungskompetenz verfügst. Sollte deine Rolle beispielsweise vorab als Gesprächsführer festgelegt worden sein, ist es wichtig, dass du dich in dieser Rolle behaupten kannst und dich nicht kleinkriegen lässt. TIPPS

      • Achte auf Stimme, Gestik und Mimik
      • Bleib bei unangenehmen Gesprächspartnern sachlich und professionell
      • Beweise Empathie: Gehe auf Standpunkte des Gesprächspartners ein
      • Behalte die Rolle des Gesprächsführers (sofern vorab festgelegt)
  • Gruppendiskussion
    Eine der beliebtesten Gruppenaufgaben beim Assessment Center ist die Gruppendiskussion. Bei dieser Aufgabe bekommt deine Gruppe ein Diskussionsthema vorgegeben. Manchmal wird dir sogar ein Standpunkt vorgegeben, den du in der Diskussion verteidigen musst (auch wenn er nicht deiner persönlichen Meinung entspricht). Innerhalb einer Gruppendiskussion musst du zeigen, wie du dich aktiv und konstruktiv in die Diskussion einbringen kannst und dabei gleichzeitig kompromissbereit und teamfähig bist. Wenn du dich zu sehr in den Mittelpunkt drängst und keinen der anderen Bewerber ausreden lässt, dann hinterlässt das genauso einen schlechten Eindruck, wie nichts zu sagen. Der perfekte Mittelweg muss gefunden werden.

 

TIPPS

      1. Überlege dir schlüssige Argumente – du musst deinen Standpunkt schließlich nicht nur benennen, sondern auch verteidigen
      2. Bring dich aktiv in die Diskussion ein
      3. Zeige Empathie und Teamfähigkeit: Gehe auf die Standpunkte der anderen Bewerber ein und versuche auch stillere Kandidaten einzubeziehen
      4. Zeige Respekt: unterbrich die Kandidaten nicht und bleibe stets sachlich und freundlich
  • Einzelinterview
    Das Einzelinterview entspricht quasi einem Vorstellungsgespräch und bietet dir die Möglichkeit deine Bewerbung zu erörtern. Oft hat vorab schon ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch stattgefunden, worauf eine Einladung zum Assessment Center folgte. In diesem Fall kann das Einzelinterview als zweites Vorstellungsgespräch gesehen werden, indem du erneut die Chance hast deine Stärken und Motivation zu präsentieren. Oft setzen Unternehmen bei einem solchen zweiten Vorstellungsgespräch auf unangenehme Fragen, um deine Reaktion und Souveränität zu testen. Andere Unternehmen verbinden Vorstellungsgespräch und Assessment Center miteinander. Das Einzelinterview bietet dir in diesem Fall die Chance, dich persönlich ohne die Anwesenheit der anderen Bewerber zu präsentieren.

 

TIPPS

      1. Gute Vorbereitung ist alles – informiere dich genauestens über das Unternehmen
      2. Überlege dir vorab mögliche kritische Fragen und passende Antworten
      3. Lass dich von Fangfragen nicht aus der Fassung bringen – zeige souveränes Auftreten
      4. Ist dein Lebenslauf sehr lang? – beschränke dich auf das Wesentliche
      5. Bringe deine Motivation zum Ausdruck
  • Fallstudie
    Bei einer Fallstudie erhältst du, meistens im Team, einen Fall in Bezug auf das Unternehmen. Du musst innerhalb einer bestimmten Zeit das Problem analysieren und ein Lösungskonzept entwickeln. Hier geht es in erster Linie um analytisches Denken, aber auch um eine strukturierte Vorgehensweise. Die Personaler wollen testen ob du das Problem, unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte, richtig analysierst und eine entsprechende realistische Lösung entwickeln kannst. Es geht jedoch auch um deine Herangehensweise. Anhand einer Fallstudie können Personaler prüfen ob du beispielsweise systematisch oder unüberlegt vorgehst, deine Zeit gut einteilst oder dich an einzelnen Aspekten aufhängst und ob du konzentriert oder hektisch die Aufgabe bestreitest.

 

TIPPS

      1. Gehe systematisch vor – definiere erst das Problem und überlege die passende Lösung
      2. Notiere die wichtigsten Aspekte, damit diese nicht untergehen
      3. Notiere deinen kompletten Lösungsweg
      4. Teile deine Zeit logisch ein