Bewerbung aus der Elternzeit

So gelingt dir der Wiedereinstieg mit deinen Unterlagen!

Die Elternzeit in der eigenen Bewerbung richtig anzugeben stellt für viele Eltern mehr oder weniger ein Problem dar. Zum einen soll weder im Anschreiben noch im Lebenslauf zu viel vom Privatleben preisgeben werden. Zum anderen möchte kein Wiedereinsteiger einen lückenhaften Lebenslauf, der irgendwie im Bewerbungsschreiben erklärt werden muss, präsentieren.

Wir geben dir daher Tipps, wie du deine Elternzeit plausibel in deiner Bewerbung angeben kannst!

Stellt sich zunächst einmal die Frage, warum du dich nach deiner Elternzeit bewerben solltest? Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Entweder, weil du vor dieser Phase einen befristeten Arbeitsvertrag hattest, weil der bestehende Vertrag durch eine Insolvenz der Firma nicht weiter fortbesteht oder weil du dich selbst einfach beruflich anders orientieren möchtest. Zum Beispiel könntest du den Wechsel von einer Vollzeitbeschäftigung in eine Teilzeitbeschäftigung anstreben, um mehr Zeit mit deinem Kind/deinen Kindern zu verbringen.
Falls du dir unsicher bist, ob du zu den Bewerbern nach der Elternzeit gehören möchtest, haben wir ein paar Argumente für dich vorbereitet:

Pro:

 

  • berufliche Neuorientierung
  • neue Arbeitsatmosphäre/neues Arbeitsumfeld
  • evtl. kürzerer Weg zur Arbeit
  • Mehr Zeit für die eigene Familie
  • bessere Möglichkeiten Familie und Beruf zu kombinieren
Kontra:

 

  • komplette Umstellung des Arbeitsumfeldes
  • keine „bekannten Gesichter
  • Gefühl von Unsicherheit & dem Drang, sich beweisen zu müssen

Unabhängig davon, aus welchem Grund du dich bewerben möchtest, darf und sollte sich die Elternzeit nicht nachteilig auf dich sowie deine Karriere auswirken.

TIPP Damit du während deiner Elternzeit auf dem Laufenden bleibst, kannst du diese Phase nutzen, um dich selbst weiterzubilden oder in deinem eigentlichen Beruf auf dem Laufenden zu bleiben. Du kannst Fernkurse samt Weiterbildungen zum Beispiel über Fernuniversitäten nutzen oder dir eine Anstellung auf Teilzeitbasis suchen.

Falls du gerade noch überlegst, ein Fernstudium in der Elternzeit zu beginnen:

Ein Fernstudium in der Elternzeit bietet dir eine gute Gelegenheit, berufliche Wissenslücken zu schließen, neue Kenntnisse zu erwerben und damit von zu Hause die Chancen auf einen schnellen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu verbessern. Viele Fernhochschulen bieten ein Fernstudium, z.B. im wirtschaftlichen Bereich, das komplett ohne Präsenztermine auskommt. Bevor du dich für ein Fernstudium in der Elternzeit entscheidest, solltest du dir absolut im Klaren darüber sein, dass die Doppelbelastung überfordern kann. Zwar entstehen keine zeitlichen Lücken, aber das Scheitern kann am Selbstbewusstsein kratzen.

Insofern du dich für die Bewerbung nach der Elternzeit in ein neues Beschäftigungsverhältnis hinein interessierst, raten wir dir, dass du genug Zeit für die Erstellung der Bewerbungsunterlagen einkalkulierst. Schließlich willst du Fehler vermeiden, die laut unserer Studie deine Chance auf ein Vorstellungsgespräch mindern.

Des Weiteren haben wir anschließend sowohl für dein Bewerbungsschreiben als auch für deinen Lebenslauf die wichtigsten Ratschläge zusammengefasst:

Bewerbung aus der Elternzeit: Das Anschreiben

Für deinen neuen Job, vielleicht sogar für deinen neuen Traumjob, gibt es im Hinblick auf das Anschreiben zwei verschiedene Möglichkeiten. Diese sind abhängig davon, wie du deine Elternzeit genutzt hast.

Variante 1: Du konntest in der Elternzeit weder in Teilzeit arbeiten, noch an Weiterbildungen teilnehmen.

Die Bewerbung aus der Elternzeit, in diesem Fall das Anschreiben, bezieht sich natürlich primär auf deine Stärken (Matching mit der Stellenanzeige), deine Motivation für das Unternehmen tätig zu werden sowie der Grund für dein Interesse an dem Betrieb und der vakanten Stelle. Deine Beschäftigung vor der Elternzeit kannst du entsprechend in dem ersten Absatz des Anschreibens kundtun.

Zum Beispiel:
„… nach meiner Elternzeit bin ich nun als gelernte/r [Beruf] auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung.“

Mit dieser Formulierung ist bereits alles, was es zu deiner Situation zu sagen gibt, kurz erwähnt. Inwiefern du dann weiter auf deine Elternzeit in dem Anschreiben deiner Bewerbung eingehst, ist zunächst einmal dir selbst überlassen.

Halte dir jedoch immer vor Augen: Du bewirbst dich um einen Job. Jede Angabe in deinem Bewerbungsschreiben sollte von deiner Qualifikation für die vakante Stelle überzeugen und nicht die Fortschritte der Entwicklung deines Kindes in den Vordergrund stellen.

Variante 2: Du hast die Elternzeit für deine persönliche Weiterbildung und/oder eine Beschäftigung in Teilzeit genutzt

In diesem Fall gelten natürlich dieselben grundlegenden Regeln, wie für die erste Variante. Du kannst jedoch gezielt darauf eingehen, welche Erfahrungen sowie Kenntnisse du dir durch Weiter- und Fortbildungen (z. Bsp. durch ein Fernstudium) zusätzlich aneignen konntest.

Falls du nebenbei in Teilzeit gearbeitet hast, empfiehlt es sich zu erwähnen, dass du durch diese Tätigkeit Kenntnisse für deinen Job sowie für deine Karriere stetig erweitern konntest. Dadurch bist du in beruflichen Belangen „am Ball geblieben“. Dies gilt natürlich nur dann, wenn dich dieser Arbeitgeber in deinem eigentlichen Beruf auf Teilzeit beschäftigt hat!

Lampe Hinsichtlich beider Varianten gibt es natürlich verschiedene Meinungen. Es gibt die Position, die darauf besteht, dass sehr präzise auf die Elternzeit eingegangen wird und, natürlich, die entsprechende Opposition. Im Endeffekt ist es dir selbst überlassen, wie du bei der Bewerbung aus der Elternzeit die entsprechenden Informationen unterbringst. Wir raten dir dazu, dass du dich auf deine Hard und Soft Skills konzentrierst. Bei einer Bewerbung geht es um fachliche, nachweisbare Kompetenzen – dazu gehört das plötzliche Projektmanagen an Waschtagen nicht.
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Bewerbung aus der Elternzeit: Der Lebenslauf

Muss ich die Elternzeit überhaupt in meinem Lebenslauf erwähnen?
Die Antwort lautet ganz einfach: Ja.

Die Alternative ist, dass du in deinem Lebenslauf eine Lücke klaffen hast, die du ansonsten erst einmal in deinem Bewerbungsgespräch erklären musst – unabhängig davon, welche tollen Jobs du zuvor hattest und was du alles kannst. Zudem kannst du nicht in deinem Bewerbungsanschreiben eine Elternzeit erwähnen, die anschließend in dem Lebenslauf nicht auftaucht.

In Bezug auf den Lebenslauf gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten, die Angabe zur Elternzeit zu machen. Vorweg sei erwähnt: Der eigentliche Familienstand sowie die Anzahl von, oder ob überhaupt Kinder vorhanden sind, muss nicht genannt werden. Diese Angabe in deiner Bewerbung darf dir nicht negativ ausgelegt werden.

Variante 1:

Bei einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis schreibst du die Elternzeit einfach mit zum Arbeitgeber. Insofern du in diesem Unternehmen ebenfalls in Teilzeit während deiner Elternzeit gearbeitet hast, solltest du dies unbedingt mit erwähnen!
Zum Beispiel:

Beispiel Lebenslaufeintrag ElternzeitIn dem Fall, dass du während deiner Elternzeit Weiter- und Fortbildungen entweder über einen MOOC oder ein Fernstudium gemacht hast, kannst du dafür einen Extrapunkt machen. Dadurch kannst du die entsprechenden Informationen gesondert eintragen und eine gewisse Übersichtlichkeit wahren.

Variante 2:

Du kannst deine Elternzeit ebenfalls in dem Punkt „Sonstiges“ eintragen, zum Beispiel wenn du nicht in einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis bist. In dem Fall gibst du nur den Zeitraum deiner Elternzeit sowie eine (eventuelle) Teilzeitbeschäftigung an (samt Unternehmen, Position und Standort). Weiterbildungen kannst du dann ebenfalls so eintragen, wie es bei der ersten Variante der Fall ist.

Mit diesen Tipps für deine Bewerbung aus der Elternzeit dürfte deiner Karriere nichts weiter im Weg stehen! Wir wünschen dir viel Erfolg und dass du Kinder samt Beruf gut unter einen Hut bekommst!