Soziale Netzwerke als Bewerbungsfalle

Soziale Netzwerke Bewerbung

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Bei deiner Bewerbung hast du an alles gedacht. Du hast ein aussagekräftiges Anschreiben geschrieben, einen detaillierten Lebenslauf verfasst und neue Bewerbungsfotos gemacht. Die Einladung zum Vorstellungsgespräch kann kommen. Jedoch vergessen Bewerber oft einen wichtigen Teil im Bewerbungsprozess – das Internet. Personaler sind nicht von gestern. Das Googeln der Bewerber und Überprüfen ihrer Social Media Profile gehört bei vielen Unternehmen bei der Sichtung der Bewerbung genauso dazu wie das Lesen des Lebenslaufes.

Was bedeutet das für deine Bewerbung?

Im Internet stehen teilweise Dinge über dich, die der neue Arbeitgeber nicht unbedingt über dich als Bewerber erfahren sollte und die deine Bewerbung negativ beeinflussen können. Das müssen nicht immer Dinge sein, die stimmen, oder die deine heutige Persönlichkeit widerspiegeln. Es sind Informationen über dich, die sich über die Jahre im Internet angesammelt haben und die für jeden jederzeit abrufbar sind – also auch für deinen potentiellen Arbeitgeber.

Bevor du also deine Bewerbung abschickst, solltest du überprüfen, was das Internet über dich verrät. Dabei solltest du ähnlich vorgehen, wie es Unternehmen beim Scannen ihrer Bewerber tun würden.

TIPP Nicht immer hast du die Möglichkeit alle Informationen, die deiner Bewerbung schaden könnten, aus dem Internet löschen zu lassen. Jedoch ist es einen Versuch wert. Eine zusätzliche Option ist es, negative Einträge durch positive Einträge auszugleichen, damit die negativen Beiträge nicht zu viel Gewicht erhalten. Für die Analyse und Verbesserung deiner Internetpräsenz empfehlen wir folgendes Vorgehen:

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Google dich selbst!

Die erste Anlaufstelle sollte Google sein. Gib deinen vollständigen Namen in das Suchfeld bei Google ein und google dich einfach selbst. Bei der Darstellung der Ergebnisse kommt es auf die Häufigkeit deines Namens an. Wenn du keine oder nur wenige Ergebnisse über dich findest, solltest du Google bei der Suche helfen. Gib beispielsweise deinen Wohnort, dein Geburtsdatum und weitere Informationen über dich ein. Dein potentieller Chef wird vermutlich ähnlich vorgehen. Wenn du einen seltenen Namen hast, wirst du möglicherweise bereits auf der ersten Seite Ergebnisse über dich finden. Es ist jedoch wichtig, dass du dir nicht nur die erste Seite anschaust, sondern auch ein paar Seiten weitergehst. Schau dir die Einträge über deine Person genaustens an und überlege, welche Einträge auf das Unternehmen negativ wirken könnten. Du solltest versuchen die negativen Einträge bei Google zu löschen. Hierbei solltest du dich auf die Einträge, die du nicht direkt beeinflussen kannst, konzentrieren. Lass die Sozialen Netzwerke in diesem Schritt also außen vor.

Wie lösche ich die negativen Einträge?

Seit dem 14. Mai 2014 gibt es die Möglichkeit bei Google einen Antrag auf das Entfernen von Suchergebnissen zu stellen. Hierbei solltest du jedoch beachten, dass bei Antragsgenehmigung die jeweiligen Informationen zwar nicht mehr bei der Suche nach deinem Namen bei Google gelistet werden, die Webseiten mit den jeweiligen Informationen aber dennoch bestehen bleiben. Du solltest zusätzlich allen Webmastern der Webseiten, auf denen sich negative Einträge über dich befinden, eine E-Mail schreiben, mit der Bitte diese zu löschen.In vielen Fällen geschieht das sehr rasch. Sollte der Webmaster sich weigern und du feststellen, dass es über dich sehr viele negative Ergebnisse gibt, vor allem bei Einträgen, die an Mobbing oder Rufmord grenzen, solltest du dir professionelle Hilfe durch einen Anwalt holen. Ein Schreiben eines Anwalts übt deutlich mehr Druck auf Webmaster aus, die Einträge zu löschen.

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Soziale Netzwerke

Auch deine Social-Media Profile lassen sich größtenteils bei Suchmaschinen finden. Durch die Bearbeitung deiner Profile, kannst du die zugehörigen Ergebnisse bei Google direkt beeinflussen. Facebook, Instagram und Co sind für viele Menschen unverzichtbar und wertvolle Netzwerke. Sämtliche Gedanken und Aktivitäten werden geteilt. Beispielsweise auch Fotos von der letzten gelungenen Feier. Vor einer Bewerbung solltest du dir überlegen, welche Informationen du bei Facebook zeigen möchtest und welche nicht. Ein Facebook-Profil sagt oft mehr über einen Bewerber aus als seine Bewerbung. Facebook bietet verschiedene Privacy Einstellungen, bei denen du einstellen kannst, welche Informationen und Beiträge für Freunde, Freunde von Freunden und Fremde zu sehen sind und ob dein Profil von Fremden durch Suchen deines Namens gefunden werden kann.

Achtung! Du solltest beachten, dass ein Freund, auch ganz ohne böse Absichten, einfach unbemerkt ein Partyfoto bei Facebook von dir speichern oder anderweitig hochladen kann.

Fotos aussortieren

Lösche alle Fotos, die beim Unternehmen einen negativen Eindruck vermitteln könnten – beispielsweise Fotos, die dich rauchend oder mit Alkohol zeigen, Partyfotos, Fotos mit obszönen Gesten oder Fotos mit protzigen Posen. Lade stattdessen positive Fotos hoch. Du solltest dich dabei nicht als Klosterschüler präsentieren. Das kann schnell unglaubwürdig und nicht wirklich authentisch wirken. Jedoch solltest du versuchen dem Betrachter einen guten Eindruck von dir zu vermitteln. Bei der Wahl der Fotos kommt es natürlich darauf an, für welchen Berufszweig du dich entscheidest. Wer Tätowierer werden möchte, kann Fotos hochladen bei denen er auf einer Tattoo Convention war. Du kannst durchaus versuchen mit den Fotos eine glaubwürdige Affinität zu dem gewünschten Beruf zu zeigen. Oft wird man von Freunden auf Fotos verlinkt. Sollten unangemessene Fotos dabei sein, solltest du die Verlinkung löschen und eventuell den Freund fragen, das Foto komplett zu löschen.

Pinnwand-Einträge löschen

Mache bei deinem Profil einen richtigen Frühjahrsputz und poliere es auf Hochglanz. Nicht nur deine Fotos, sondern auch deine Pinnwand Einträge und Postings sind für Arbeitgeber interessant. Schließlich ist deine Timeline quasi der Lebenslauf deines Soziallebens. Auch hier solltest du nach dem „Was sollte ein potentieller Arbeitgeber nicht sehen“ Schema vorgehen. Entferne unpassende Beiträge und Kommentare von Freunden, die ein schlechtes Licht auf dich werfen könnten. Auch deine „Gefällt mir“-Angaben solltest du überprüfen. Zahlreiche Likes auf Seiten von Alkoholmarken können beispielsweise ein negatives Bild auf dich werfen.

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Business Netzwerke

Neben den Social Media Netzwerken wie Facebook und Co gibt es inzwischen auch einige Business Netzwerke, auf die Unternehmen und Personaler setzen, beispielsweise Xing und LinkedIn. Dort kannst du sowohl einen virtuellen Lebenslauf hochladen, als auch auf Jobsuche gehen. Wie dir Business Netzwerke und Social Media als Bewerber genau bei der Jobsuche helfen können erfährst du hier.