Allgemeines zur Bewerbung um einen Studienplatz

Der Umfang der Bewerbungen für ein Studium unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule und zusätzlich zwischen den einzelnen Studiengängen. Dabei ist zunächst zwischen zulassungsfreien und zulassungsbeschränkten Studiengängen zu differenzieren.

Zulassungsfreie vs. zulassungsbeschränkte Studiengänge

Jeder mit Abitur oder einem anderen qualifizierenden Abschluss darf in Deutschland grundsätzlich studieren. Bei einigen Studiengängen gibt es jedoch eine Zulassungsbeschränkung. Das kann zum einen daran liegen, dass es sich um eine sehr beliebte Fachrichtung handelt und die zur Verfügung stehenden Plätze begrenzt sind. Ein bekanntes Beispiel für einen solchen Fall ist Betriebswirtschaftslehre. Zum anderen gibt es einige sehr anspruchsvolle Studiengänge, zu denen nur die Besten zugelassen werden. Ein Beispiel dafür sind Medizin und Jura.

Zu einem zulassungsfreien Studiengang kann sich also jeder mit Hochschulberechtigung einfach einschreiben. Ist die Zulassung zum Studium deiner Wahl beschränkt, kann es folgende Auswahlkriterien geben:

  • NC (= Numerus clausus / Notendurchschnitt): Dabei handelt es sich um deine Durchschnittsnote aus dem Abitur bzw. aus dem Bachelorstudium, falls du dich für einen Master bewirbst
  • Bewerbungsschreiben, häufig in Form eines Motivationsschreibens
  • Lebenslauf
  • Bewerbungsgespräch
  • Sprachkenntnisse / Ehrenamtliches Engagement / Erste praktische Erfahrungen / etc.
  • Weitere fachspezifische Tests

Der Numerus Clausus ist das häufigste und gesetzlich vorgeschrieben am höchsten gewichtete Kriterium. Wie bereits erwähnt, erwarten jedoch auch einige Hochschulen richtige Bewerbungsunterlagen.

TIPP Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bewerbungsprozess sehr umfangreich ist, ist besonders an Fachhochschulen oder anderen privat organisierten Hochschulen hoch.

Bewerbungsunterlagen für das Studium

Bewerbungsunterlagen werden meist von privaten Hochschulen, Fachhochschulen oder bei Bewerbungen um ein Masterstudium verlangt. Die wichtigsten Dokumente sind dabei ein Anschreiben, meist in Form eines Motivationsschreibens, sowie der Lebenslauf. Wir verraten dir, worauf bei der Sichtung deiner Unterlagen geachtet wird.

Anschreiben / Motivationsschreiben

Da es den Fakultäten meist um die fachliche und persönliche Eignung sowie um deine Motivation geht, gestaltet sich das Anschreiben einer Hochschulbewerbung als Motivationsschreiben. Du findest in der Regel einige Vorgaben zum gewünschten Inhalt und Format auf der Webseite der Hochschule. In vielen Fällen stellt die Hochschule auch konkrete Fragen bzw. ein von dir auszufüllendes Dokument zur Verfügung.

Sind dort keine Angaben zu finden, solltest du den Griff zum Hörer nicht scheuen. Ein Anruf im Studierendensekretariat kann dir die entscheidenden Informationen verschaffen. Achte jedoch darauf, dass es auf der Webseite wirklich keine Informationen gibt.

TIPP Es ist sehr wichtig, dass du dich umfangreich über die Universität, deinen Studiengang, deine Möglichkeiten im Studium und die Stadt informierst. Darüber hinaus solltest du dir Gedanken darüber machen, welche Chancen sich durch den Studiengang für dich ergeben. Mache dich außerdem mit den Bewerbungsanforderungen für den Studiengang vertraut und nehme Bezug darauf.

Tipps für den Inhalt:

  • Zeige, dass du dich mit dem Studienangebot / Kursangebot auseinandergesetzt hast.
  • Bekunde dein Interesse an der Universität und der Stadt.
  • Erkläre, warum du eben diesen Studiengang ausgewählt hast und worin deine Motivation liegt.
  • Berichte von bisherigen fachlichen Erfahrungen / Kompetenzen.
  • Welche Ziele hast du für die Zukunft? Inwiefern ist der Studiengang hilfreich bei der Zielerreichung? Untermale deine Zielgerichtetheit.
  • Möchtest du ins Ausland gehen und die Universität verfügt über ein entsprechendes Angebot? Gehe darauf ein.
  • Setzte deinen Fokus auf die Eigenschaften, die von der Hochschule besonders hoch gewichtet werden (z. B. Ehrenamt, praktische Erfahrung, etc.).

Lebenslauf

Im Lebenslauf geht es vor allem darum, zu zeigen, was du bisher gemacht hast und inwiefern das mit dem Studiengang und -inhalten zusammenpasst. Besonders bei Masterstudiengängen ist praktische Erfahrung häufig von großer Bedeutung, was den Lebenslauf besonders relevant macht.

DOKUMENT Wenn du noch nicht so viel praktische Erfahrung hast, solltest du die vorhandenen Positionen im Lebenslauf ausführlich beschreiben. Das füllt deinen Lebenslauf und lässt ihn umfangreicher erscheinen.

Da Lebensläufe bei jungen Menschen häufig noch recht knapp sind, solltest du alles nennen, was irgendwie von Bedeutung sein könnte. Tätigkeiten als Stufen- oder Schülersprecher, Streitschlichter, etc. geben Aufschluss über deine Persönlichkeit und sind daher ebenfalls relevant. Zusätzliche Kurse unterstreichen deine Bereitschaft, Neues zu lernen und über das Studium hinaus fleißig und diszipliniert zu sein. Auch Hobbys, die etwas mit den Studieninhalten zu tun haben, können sich positiv im Lebenslauf machen.

Tipps für den Lebenslauf

  • Führe alles dir wichtig Erscheinende auf.
  • Lege den Fokus auf die Bewerbungskriterien (Praktische Erfahrung, Ehrenamt, etc.).
  • Gehe auf die während deiner Praktika ausgeführten Tätigkeiten ein.
  • Lasse keine Lücken im Lebenslauf auftreten.
TIPP Bei der Hochschulbewerbung solltest du auf eine kreative Bewerbung nicht verzichten. Bei uns findest du eine Vielzahl an Bewerbungsvorlagen, die deine Unterlagen um einiges hochwertiger wirken lassen. Um dich zusätzlich von anderen Bewerbern abzusetzen, kannst du auch auf die professionellen Bewerbungsmuster aus unserem Bewerbungsshop zurückgreifen.

Weitere Dokumente

Um die Glaubwürdigkeit deiner Bewerbung zu garantieren, müssen deine Angaben aus dem Anschreiben und Lebenslauf belegt werden. Neben Standardunterlagen wie Abiturzeugnis sowie ggf. Bachelorzeugnis und Notenübersicht („Transcript of Records“) sind Praktikumszeugnisse und Bescheinigungen über außercurriculare Tätigkeiten sehr wichtig. Einen besonderen Akzent kannst du mit einem Empfehlungsschreiben von einem deiner Lehrer, Professoren oder Chef setzen.

TIPP Informationen darüber, welche Dokumente und Informationen du mit deiner Bewerbung einreichen musst, bekommst du auf der Webseite der Hochschule.

Diese Dokumente sind wichtig:

  • Abiturzeugnis
  • Bei Auslandsaufenthalt: Zeugnis von (Hoch-)Schule aus dem Ausland
  • Ggf. Bachelorzeugnis inkl. Notenübersicht
  • Praktikumszeugnisse
  • Bescheinigungen über Kursteilnahmen
  • Empfehlungsschreiben
  • Bestätigungen außercurricularer / ehrenamtlicher Tätigkeiten

Persönliches Gespräch

Ein Vorstellungsgespräch ist Teil jedes Bewerbungsprozesses. Auch bei der Bewerbung um ein Studium kann es durchaus vorkommen, dass du zu einem Auswahltag oder persönlichen Gespräch eingeladen wirst. Grundsätzlich ist der Unterschied zu einem Vorstellungsgespräch bei der Bewerbung um eine freie Stelle nicht besonders groß. Allerdings wird im Falle eines Studiums noch mehr auf deine Motivation und deine Leistungsbereitschaft geachtet. Praktische Erfahrungen und Kenntnisse sind auch wichtig, stehen jedoch nicht so sehr im Vordergrund, wie bei klassischen Bewerbungsgesprächen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die charakterliche Eignung. Wie zu einem Unternehmen musst du auch zu einer Hochschule passen – besonders, wenn der Unterricht in kleineren Gruppen stattfindet. Einige Institutionen legen hier besonderen Wert drauf. Bei anspruchsvollen Studiengängen möchten sie sich ein Bild davon machen, ob du dir den Ansprüchen bewusst und der Aufgabe gewachsen bist.

Tipps für dein Auswahlgespräch:

Besonders der Fragen-Teil des Vorstellungsgesprächs macht viele Bewerber nervös. Damit du bestens vorbereitet bist und weißt, welche Fragen auf dich zukommen können, haben wir dir eine kleine Auswahl an Fragen zusammengestellt. Bereite Antworten auf diese Fragen vor, achte jedoch darauf, die Antworten authentisch rüberzubringen und nicht auswendig herunter zu leiern.

Typische Fragen beim persönlichen Gespräch:

  • Was zeichnet die Stadt und die Hochschule aus?
  • Was macht den Studiengang besonders / interessant für dich?
  • Warum hast du deine Entscheidung so getroffen?
  • Was erwartest du von dem Studiengang?
  • Welche Ziele hast du für die Zukunft?

Das Zulassungsverfahren

Bewirbst du dich über Hochschulstart, einem zentralen Bewerbungsportal für Hochschulen, lädst du dort alle nötigen Dokumente (z. B. Abiturzeugnis) hoch und machst wichtige persönliche Angaben (Name, Geburtstag, Geburtsort, Wohnort, etc.). Diese Informationen werden dann an alle Hochschulen, bei denen du dich so bewerben kannst, verteilt. Ob deine Wunschuniversität den Bewerbungsprozess über Hochschulstart organisiert hat, erfährst du auf der Webseite der Hochschule. Läuft die Bewerbung bei der Hochschule deiner Wahl nicht über eine allgemeine Plattform, gibt es ein individuelles Bewerbungsportal. Dort werden ebenfalls alle Dokumente hochgeladen und weitere Informationen abgefragt.

Zählen nur der Numerus clausus und einfache Bewerbungsunterlagen als Auswahlkriterium, wirst du innerhalb einer angegebenen Frist eine Rückmeldung zu deinem Bewerbungsstatus erhalten. Neben einer Zulassung oder Absage besteht außerdem die Möglichkeit, einen Platz auf der Warteliste zu bekommen. Bei Absagen anderer Bewerber kannst du dann also nachträglich noch eine Zulassung erhalten. Dieses Verfahren sowie den Status deiner Bewerbung kannst du für die meisten Bachelorstudiengänge an staatlichen Universitäten und Fachhochschulen auf Hochschulstart verfolgen. Bei privaten Hochschulen und Masterstudiengängen erfolgt die Bewerbung in fast allen Fällen direkt über die Universität.

Wie gut deine Chancen stehen, ist von der Anzahl der zu vergebenen Studienplätze sowie deinem Wartelistenplatz abhängig und lässt sich nicht pauschalisieren.

TIPP Am besten überlegst du dir im Vorfeld eine Rangliste für alle Hochschulen, an denen du dich beworben hast. Dann kannst du entscheiden, ob du im Falle einer nicht direkten Zusage noch warten möchtest, oder lieber an eine andere Hochschule gehst.

Häufig verfallen alle Bewerbungen, sobald du einen Studienplatz angenommen hast und eingeschrieben bist.

Gehört zum Bewerbungsverfahren der Universität deiner Wahl auch ein Auswahlgespräch, kannst du die Einladung zu diesem schon einmal als positives Signal werten. Schließlich nimmt man sich Zeit, dich persönlich kennenzulernen. In der Regel erfolgt eine Zu- oder Absage relativ schnell nach dem Gespräch. Darüber hinaus kannst du häufig selbst einschätzen, wie das Gespräch verlaufen ist und somit, wie deine Chancen stehen.




Immatrikulation an der Hochschule

Die Immatrikulation, also Einschreibung, an der Hochschule erfolgt, nachdem du die Zulassung zu deinem Studium erhalten hast. Sie muss ebenfalls zu bestimmten Terminen oder innerhalb einer Frist erledigt werden. An diese solltest du dich unbedingt halten, da deine Zulassung sonst verfällt.

TIPP Natürlich hast du die Möglichkeit, eine Zulassung abzulehnen. Aus Fairness gegenüber nachrückenden Bewerbern solltest du das auch machen und die Zulassung nicht einfach verfallen lassen.

Informationen zu den für die zur Immatrikulation benötigten Unterlagen erhältst du von der Universität. In der Regel sind das:

  • Dein Abiturzeugnis
  • Ggf. dein Bachelorzeugnis inkl. Transcript of Records und Diploma Supplement
  • Bei gesetzlicher Krankenversicherung: Bescheinigung über das Versicherungsverhältnis
  • Bei privater Krankenversicherung: Bescheinigung über die Befreiung der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht
  • Bei vorherigem Studium an einer anderen Hochschule: Exmatrikulationsbescheinigung
  • Bei postalischer Immatrikulation: Immatrikulationsantrag

Das Team von bewerbung.net wünscht dir viel Erfolg bei deiner Bewerbung für das Studium und einen erfolgreichen Studienstart!