Vorstellungsgespräch – Fragen auf die du vorbereitet sein solltest 2017-08-11T10:18:05+00:00

Fragen im Vorstellungsgespräch

Nach einer erfolgreichen Bewerbung folgt die Einladung zum Bewerbungsgespräch. Die Freude, aber auch die Angst vor unangenehmen Fragen ist groß. Mit der Befolgung von ein paar Tipps kannst du diese Fragen jedoch problemlos meistern. Oftmals versuchen erfahrene Personaler, Bewerber im Vorstellungsgespräch mit schwierigen Fragen zu verunsichern und zu unüberlegten Antworten zu verlocken. Meist möchte der potenzielle Arbeitgeber durch die Fragen mehr über die Persönlichkeit des Bewerbers erfahren.

Die richtige Vorbereitung ist alles

Personaler stellen beim Bewerbungsgespräch gezielt Fragen, die Bewerber unter Stress setzen. Wer dann nicht ausreichend vorbereitet ist, setzt das Interview schnell in den Sand – trotz erfolgreicher Bewerbung und Qualifikationen. Dieser Artikel verrät dir typische Fragen beim Vorstellungsgespräch und Tipps, wie du am besten antwortest.

Die richtige Vorbereitung auf die Fragen im Vorstellungsgespräch ist entscheidend. Du musst sowohl deine eigene Bewerbung samt Anschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnissen, genau kennen und mit tückischen Fragen wie z.B. zu Lücken im Lebenslauf rechnen.

Durch eine gezielte Vorbereitung auf die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch kannst du manche Fettnäpfchen umgehen. Das Ziel ist es, die Fragen ruhig und souverän zu meistern und so die Chance auf eine Zusage für die Stelle zu erhöhen.

Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Im Folgenden stellen wir euch die bekanntesten Fragen vor und geben euch ein paar Tipps, wie ihr sie am besten beantwortet.

Warum wollen Sie für unser Unternehmen arbeiten?

Mit dieser Frage will der Arbeitgeber herausfinden, wie viel Bewerber über das Unternehmen wissen und was ihnen an diesem Betrieb gefällt. Es ist empfehlenswert, bereits in der Bewerbung einen Unternehmensbezug herzustellen und sich bei solchen Fragen im Gespräch darauf zu berufen. Versuche dennoch, neue Aspekte einzubringen und erkläre, was du für das Unternehmen leisten kannst. Betone dabei immer wieder deine Stärken und Qualifikationen.

TIPP Gab es aktuelle Veränderungen im Unternehmen? Dann beziehe dich im Vorstellungsgespräch darauf und zeige somit, dass du dich sehr für das Unternehmen interessierst.

Wenn es gerade Probleme in der Firma gibt, dann kannst du sogar versuchen, eigene Lösungsansätze einzubringen. Aber Vorsicht! Wirke nicht herablassend oder belehrend, sondern lediglich engagiert.

Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

Dabei handelt es sich um eine typische Stressfrage. Hier solltest du einfach nochmals deine Qualifikationen hervorheben, die für das Unternehmen besonders interessant sind. Vollkommen falsch wäre es, zu resignieren und darüber Enttäuschung zu zeigen, dass die bisherigen Ausführungen noch nicht überzeugend genug waren. Die Frage sollte im Gegenteil als Möglichkeit angesehen werden, in kurzen, prägnanten Sätzen deine Eignung für den Job und das Unternehmen erneut zusammenzufassen.

Warum wollen Sie Ihren Job wechseln?

Bei dieser Frage geht es nicht etwa darum, dass du anfängst, deinen aktuellen bzw. ehemaligen Arbeitgeber schlecht zu machen. Berufliche Weiterentwicklung und neue Herausforderungen sind gute Argumente für den Jobwechsel.

Schwierig wird die Frage, wenn dir dein alter Job gekündigt wurde. Liegt der Grund für die Kündigung bei dem ehemaligen Unternehmen, z.B. wenn Jobs oder Abteilungen aufgrund von Insolvenz gestrichen wurden, dann lasse dies den Interviewer wissen. Dafür wird er Verständnis haben.

Lag der Fehler hingegen bei dir, dann sei ehrlich, aber behalte deine weitere Karriere im Auge. Betone, was du daraus gelernt hast und was du nun besser machen willst. Fokussiere dich allerdings nicht auf die Frage, sondern antworte prägnant und komme dann auf deine Stärken zurück.

Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Bei dieser Frage möchte das Unternehmen etwas über deine Persönlichkeit erfahren. Am besten überlegst du dir schon zuvor ein paar Schwächen und Stärken, damit du während des Vorstellungsgesprächs nicht zu lange überlegen musst.

Hier ist es wichtig, dass du deine Schwächen benennen kannst. Jeder Mensch hat welche und die Antwort „Ich habe keine Schwächen“ wirkt auf den Personaler arrogant. Jedoch solltest du auch nicht zu ehrlich sein. Wenn du beispielsweise sehr unordentlich bist, solltest du das bei der Bewerbung auf einen Bürojob nicht unbedingt erwähnen. Versuche Schwächen zu nennen, die auch wirklich welche sind, dich aber dich beim Arbeitgeber in kein zu negatives Licht rücken.

Wie kommen Sie mit Veränderungen zurecht?

Bei dieser Frage möchte der Personaler ein Gefühl dafür bekommen, ob der zukünftige Mitarbeiter mit Veränderungen gut zurechtkommt. Es empfiehlt sich in diesem Fall, dem Arbeitgeber deine Flexibilität bzw. Offenheit zu verdeutlichen.

Solche Stärken beweist du am besten anhand von Beispielen, wenn du beispielsweise bereits mit einer großen Veränderung in deinem vorherigen Job gut umgegangen bist. Belege sind für Arbeitgeber wesentlich glaubhafter und wichtiger, als nichtssagende Floskeln.

Wie stehen Sie zu Überstunden?

Die richtige Antwort lautet nicht immer, dass der Bewerber bereit ist, Überstunden zu machen und dies aus seinen vorherigen Jobs kennt. Überstunden im alten Job können ein Zeichen von Ineffizienz sein, da Aufgaben nicht rechtzeitig geschafft wurden.

Oder es wird vermutet, dass der Bewerber kaum ein Privatleben hat, wodurch der gesunde und notwendige Ausgleich zur Arbeit fehlt. Es ist besser, du vermittelst dem Personaler, dass du bei den Arbeitszeiten flexibel bist und mögliche Überstunden kein größeres Problem darstellen.

Haben Sie noch Fragen an uns?

Auf diese Frage, die meist am Ende des Vorstellungsgesprächs erfolgt, solltest du dich im Vorfeld genau vorbereiten. Am besten notierst du dir im Vorfeld Fragen an den Arbeitgeber, damit du diese während des Vorstellungsgesprächs nicht aufgrund deiner Nervosität vergisst.

Du solltest als Bewerber Interesse am Unternehmen zeigen. Fragen zu den zukünftigen Aufgabengebieten, den Vorgesetzten, den Kollegen und dem Einarbeitungsprozess sind zu empfehlen. Direkt nach Gehalt, Urlaub oder Arbeitszeiten zu fragen, wäre taktisch sehr unklug. Falls keine Fragen gestellt werden, zeugt dies von mangelhafter Vorbereitung und Desinteresse.

Weitere mögliche Fragen im Vorstellungsgespräch

Es gibt Fragen, die in fast jedem Vorstellungsgespräch vorkommen. Damit du auf diese bestens vorbereitet bist, möchten wir sie dir hier einmal auflisten:

  • Beschreiben Sie sich uns kurz mit eigenen Worten!
  • Fassen Sie ihren Lebenslauf in kurzen Worten zusammen!
  • Hat Ihnen die Schulzeit Spaß gemacht?
  • Hatten sie oder haben Sie viele Freunde und Bekannte?
  • Sind Sie immer pünktlich?
  • Arbeiten Sie gerne in einem Team?
  • Machen Sie auch schon mal Überstunden?
  • Nennen Sie uns Ihre Schwächen!
  • Nennen Sie uns Ihre Stärken!
  • Kommen Sie gut mit dem Computer klar?
  • Welche Programme kennen Sie?
  • Wie gut kennen Sie diese Programme?
  • Lernen Sie schnell mit neuen Situationen umzugehen?
  • Sind Sie belastbar?
  • Wie reagieren Sie auf stressige Situationen?
  • Wie reagieren Sie auf Zeitdruck?
  • Gibt es Arbeiten die Sie gar nicht mögen?
  • Warum waren Sie arbeitslos?
  • Warum suchen Sie einen neuen Job?
  • Gab es Probleme mit dem alten Arbeitgeber?
  • Welche Aufgaben hatten Sie bei Ihrem alten Arbeitgeber?
  • Welche Lektüren bevorzugen Sie?
  • Wie informieren Sie sich über die aktuelle Situation?
  • Lesen Sie auch den Wirtschaftsteil in Zeitungen?
  • Welche Hobbys haben Sie?
  • Welche Gründe gibt es warum wir ausgerechnet Sie einstellen sollen?
  • Können Sie mit beruflichen Misserfolgen umgehen?
  • Wie wichtig ist Ihnen Ihre Karriere?
  • Welche Gehaltsvorstellung haben Sie?
  • Warum denken Sie dieses Gehalt bekommen zu können?
  • Warum möchten Sie hier bei uns arbeiten?
  • Wann können Sie anfangen?

Diese Fragen werden sehr oft bei Vorstellungsgesprächen gestellt. Neben diesen Fragen können auch folgende, eher unangenehme Fragen gestellt werden:

  • Denken Sie, dass Ihre Bewerbungsunterlagen gut waren?
  • Wer hat Ihnen zu dieser Kleidung/Frisur geraten?
  • Glauben Sie in naher Zukunft einen Job zu finden?
  • Haben Sie Ihre Krawatte/Schmuck selber ausgesucht?
  • Warum sind Sie nervös?

Diese Fragen sind schon sehr unangenehm, sie sollten aber auf jeden Fall beantwortet werden. Nachfolgend führen wir dir Fragen auf, bei denen du nicht unbedingt antworten musst, denn es gibt auch so genannte unzulässige Fragen. Hier kannst du auch ausweichen.

  • Welche Partei bevorzugen Sie?
  • Welche Partei wählen Sie?
  • Gehören Sie einer Partei an?
  • Sind Sie Mitglied einer Gewerkschaft?
  • Waren oder sind Sie im Betriebsrat?
  • Wollen Sie Kinder?
  • Sind Sie schwanger?
  • Nehmen Sie die Pille?
  • Möchten Sie heiraten?
  • Gehen Sie in die Kirche?
  • Gehören Sie einem Verband oder Verein an?

Versuche auch diese Fragen zu beantworten, eine Nichtantwort könnte zur Absage führen. Die Chefs wissen, dass sie diese Fragen nicht stellen dürfen, aber es kommt immer wieder vor. Überlege dir vor dem Gespräch, wie du auf diese Fragen reagieren möchtest.

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch betreffen deine Privatsphäre und haben in den seltensten Fällen etwas mit dem von dir angestrebten Beruf zu tun. Hierzu gibt es eine ganz klare Liste von absoluten Tabu-Themen sowie eine Liste von eigenschränkten Tabus.

So kannst du dich zum Beispiel über Fragen wie „Wieso haben Sie heute einen Zopf geflochten? Was möchten Sie dadurch ausdrücken?“ empören, jedoch ist die Frage nicht unzulässig. Ziel einer solchen Frage ist es, dich in Erklärungsnot zu bringen und dein Verhalten bei Stress zu testen.

Unzulässige Themen im Bewerbungsgespräch

Damit du als Bewerber nicht komplett unvorbereitet im Bewerbungsgespräch landest, haben wir für dich die folgende Liste mit den Themen vorbereitet, die ein Personaler definitiv nicht stellen darf:

  • Sexuelle Orientierung
  • Glaube/Religion/Konfession
  • Parteizugehörigkeit
  • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Privatleben
  • Familienplanung

Neben diesen komplett unzulässigen Fragen im Vorstellungsgespräch gibt es ebenfalls Fragen, die mit Vorsicht zu handhaben sind. Abhängig von dem Beruf, für den du dich bewirbst, muss dein potenzieller Arbeitgeber von dir eine wahrheitsgemäße Antwort haben. Dies gilt bei den folgenden Fragen:

  • Wie steht es um Ihre Vermögensverhältnisse? Haben Sie Schulden?

Diese Frage ist für Berufe, die den Umgang mit Geld voraussetzen (zum Beispiel: Bank, Kassierer, etc.) durchaus relevant und darf in diesem Fall gestellt werden.

  • Sind Sie schwanger?

Diese Frage gilt eigentlich als Musterbeispiel für unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch. Allerdings gibt es Berufe, die entweder zu anstrengend oder zu risikoreich für schwangere Frauen sind. Dies gilt für Jobs im Labor, als Flugbegleitung oder Berufe, die eine zu hohe körperliche Belastung mit sich bringen. In diesem Fall soll die Frage nicht in die Privatsphäre eingreifen, sondern lediglich deine Gesundheit und die deines Kindes bewahren.

  • Haben Sie Vorstrafen?

Diese Frage ist fies, das ist durchaus klar. Für viele Berufe (Polizeibeamter, Jurist etc.) ist die dadurch gewonnene Information aber überaus wichtig. Daher musst du an dieser Stelle in den sauren Apfel beißen und wahrheitsgemäß antworten.

Die richtige Reaktion auf unzulässige Fragen

Bis eben hast du dich als Bewerber richtig wohl in deiner Haut gefühlt: Deine Bewerbung hat dich ins Bewerbungsgespräch katapultiert und bis hierher lief es dank deiner Vorbereitung auch richtig gut. Dann aber passiert es – der Personaler vor dir springt mit Anlauf in ein Fettnäpfchen und spricht eines der oben genannten Themen an.

Wie kommst du nun als Bewerber aus dieser Situation heraus?

Auf der einen Seite möchtest du die Arbeit in diesem Unternehmen antreten, auf der anderen Seite findest du diese Frage unverschämt. Doch nun die Fassung verlieren könnte dich den Job kosten. Mit den folgenden Tipps solltest du die Situation professionell und zu deinen Gunsten klären können:

Bewahre die Ruhe

Lass die Frage zunächst einmal kurz im Raum stehen und atme tief durch. Ein zickiges „Was soll das denn jetzt von Ihnen?!“ oder ein mit Nachdruck geäußertes „Was nehmen Sie sich denn heraus?!“ bringt dir in dieser Situation überhaupt nichts.

Überlege dir stattdessen genau, was du dem Personaler gegenüber entgegnen willst. Bedenke dabei auch, wer dir gegenüber sitzt. Hast du einen frisch gebackenen Absolventen, oder einen „alten Hasen“ vor dir? Je nachdem, kann es sich bei der Frage auch nur um ein Versehen handeln.

Bleibe bei deiner Antwort sachlich

Denke daran, dass du noch immer einen guten Eindruck hinterlassen willst. Schließlich weißt du nicht, wann und in welcher Situation du dein Gegenüber wiedersiehst. Es gilt also, nicht ausfallend zu werden, sondern dezent darauf hinzuweisen, dass du diese Frage nicht beantworten kannst bzw. möchtest.

Es ist absolut in Ordnung, wenn du den Personaler auf seinen Fehler ansprichst. Bedenke aber deine Wortwahl! Werde auf keinen Fall schnippisch oder überheblich, sondern bleibe stets höflich.

Bereite dich auf die Konsequenzen vor

Du hast verschiedene Möglichkeiten. Du kannst Lügen (bis auf die genannte Ausnahmen zulässig), die Wahrheit sagen, die Antwort verweigern oder das Vorstellungsgespräch an dieser Stelle beenden. Wofür du dich letztlich entscheidest, bleibt dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du dich auf die Konsequenzen einstellst. An dieser Stelle ist die letzte Konsequenz, dass du den erhofften Job nicht erhältst und damit deine Karriere in diesem Unternehmen beendet ist.

Wie du siehst, können im Vorstellungsgespräch sehr viele Fragen auf dich zukommen. Du kannst dich nie zu 100% auf alle Fragen vorbereiten. Mit unseren Tipps sollte es dir jedoch leicht fallen, angemessen auf die gängigsten Fragen im Vorstellungsgespräch zu reagieren!

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