Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch stellen 2017-09-01T15:25:16+00:00

Im Vorstellungsgespräch eigene Fragen stellen

Du denkst, dass Fragen im Vorstellungsgespräch nur vom Personaler gestellt werden, nicht aber von dir als Bewerber? Falsch gedacht! Wenn du als Bewerber während des Bewerbungsgespräches keine passendes Fragen stellen kannst, bugsierst du dich ganz schnell ins Aus.Welche Fragen du im Vorstellungsgespräch stellen solltest, erfährst du hier!

Warum sollte ich als Bewerber im Vorstellungsgespräch Fragen stellen?

Der erste und offensichtlichste Grund liegt direkt beim Namen selbst: Du befindest dich in einem Vorstellungsgespräch. Ein Gespräch bedeutet, dass mindestens zwei Personen miteinander reden. Zu diesem kommunikativen Austausch gehört es nun mal, dass du dich daran nicht nur mit Antworten, sondern auch mit Fragen beteiligst.

Der zweite Grund ist weniger offensichtlich, aber dennoch plausibel: Es geht während des Bewerbungssgespräches darum, dass der Personaler einen Eindruck von dir als Person erhält. Auf deine Bewerbung hin folgt sozusagen die Probe, ob du wirklich das halten kannst, was du versprichst. Dein Interesse für das Unternehmen sowie den ausgeschriebenen Job zeigst du in dem Fall nicht nur durch dein sorgfältiges Zuhören, sondern dadurch, dass du selbst aktiv wirst, indem du Fragen stellst.

Wie du im Bewerbungsgepräch die richtigen Fragen stellst

Du solltest in deinem Vorstellungsgespräch natürlich nicht nur Fragen stellen, um Fragen zu stellen. Deine Fragen sollten sinnvoll und zielführend sein. Damit du deiner Karriere in deinem neuen Job einen Schritt näher kommst, haben wir ein paar Tipps für dich zusammengestellt:

Keine geschlossenen Fragen stellen

Um den Gesprächsfluss aufrecht zu erhalten und möglichst ausführliche Antworten zu erhalten, solltest du keine Fragen stellen, die mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ beantwortet sind. Besser geeignet sind sogenannte offene Fragen oder auch W-Fragen (Wer? Wie? Was? Wo? Wann? Wen? Warum? usw.). Du solltest im Vorfeld ein wenig üben und lernen, deine Fragen so zu formulieren, dass dein Gesprächspartner sie nicht direkt mit einem Wort beantworten kann.

Infografik: geschlossene vs offene Frage

Bereite dich gut auf das Gespräch vor

Eine gute Vorbereitung ist bereits die halbe Miete! Dieses Motto gilt nicht nur für die Fragen des Personalers im Bewerbungsgespräch. Indem du etwas Zeit investierst und ein paar Fakten zum Unternehmen recherchierst, kommen dir schnell ein paar Ideen für mindestens eine Frage.

Zum Beispiel kannst du auf der Homepage des Betriebs nach aktuellen oder geplanten Projekten schauen. Alternativ bieten sich aktuelle Zeitungsartikel oder (falls vorhanden!) Blogbeiträge des Unternehmens zu den eigenen Planungen an. Bedenke dabei immer, dass sich deine Fragen auf die von dir angestrebte Stelle beziehen sollten!

Gespickt mit diesem Wissen, können sich zum Beispiel die folgenden Fragen ergeben:

  • „Ich habe in einem Bericht gelesen, dass Ihr Unternehmen plant, zu expandieren. Inwiefern betrifft dies die von Ihnen ausgeschriebene Position?“ (am besten den Namen und die Quelle des Berichts angeben)
  • „Auf der Homepage Ihres Unternehmens habe ich gesehen, dass Sie gerade in dem von mir angestrebten Bereich neue Arbeitsplätze schaffen. Gehört diese Position ebenfalls dazu oder gibt es einen Vorgänger?“
Fragen im Vorstellungsgespräch stellen: Frau, die am PC Informationen recherchiert

Stelle Fragen zur Stellenausschreibung

Eine Stellenanzeige sollte im Prinzip so viele Fragen wie möglich beantworten, doch das kann sie nicht immer. Schau dir für dein Vorstellungsgespräch noch einmal genau die Stellenanzeige an und überlege, welche Fragen dabei noch offen bleiben: Macht dich eine bestimmte Beschreibung stutzig? Erfährst du alles Notwendige zum Thema Weiterbildungen, Einstellungsverfahren, Arbeitsbereichen und Arbeitszeiten?

Wenn nicht, dann kannst du genau an diesem Punkt ansetzen! Zum Beispiel:

  • „Wie gestaltet sich bei Ihnen das Einstellungsverfahren?“
    mögliche Frage im Anschluss: „Womit kann in ich einem Assessmentcenter bei Ihnen rechnen?“
  • „Inwiefern sind Weiterbildungen innerhalb dieser Position/in Ihrem Unternehmen möglich?“
  • „Wie hoch ist der Anteil an Projektarbeiten in dieser Position?“
    mögliche Frage im Anschluss: „Mit welchen Abteilungen würde ich dann zusammenarbeiten?“
  • „Welche Marktsegmente umfasst diese Position/die Arbeit als XY bei Ihnen?“
  • „Wie gestaltet sich die Arbeitszeit bei Ihnen? Gibt es feste Präsenzzeiten oder wird nach einem Gleitzeitmodell vorgegangen?“
  • „Wie lange geht die Probezeit bei Ihnen?“
  • „Welche Erwartungen stellen Sie an diese Position in den kommenden zwei Jahren?“

Folge dem Gesprächsfluss und achte auf deine Notizen

Während des Gesprächs ist es bekanntlich hilfreich, wenn du dir Notizen machst. Dadurch zeigst du nicht nur dein Interesse und gibst dir die Möglichkeit, nach deinem Gespräch alles noch einmal selbst durchzugehen. Um eigene Fragen im Vorstellungsgespräch zu stellen, kannst du diese Notizen als Anhaltspunkte nutzen, um an verschiedenen Stellen noch einmal nachzuhaken.

Daraus können sich zum Beispiel die folgenden Fragen ergeben:

  • „Wer ist mein direkter Vorgesetzter?“
  • „Gab es bereits Auseinandersetzungen mit dieser Abteilung? Wenn ja, in welchem Zusammenhang?“
  • „Wäre es im Anschluss möglich, dass ich mir den Arbeitsplatz samt der Abteilung einmal kurz ansehen könnte?“ (so kannst du das Team schon einmal kennenlernen und ein Gefühl für die Arbeitsatmosphäre bekommen)
  • „Wie lange hat mein Vorgänger diese Position bekleidet?“

Eigene Fragen, bei denen Vorsicht geboten ist

Mit den oben genannten Tipps hast du bereits eine prima Grundlage, um eigene Fragen im Vorstellungsgespräch zu stellen. Es gibt jedoch ein paar absolute No-Gos, die du beachten solltest.

Im Vorstellungsgespräch direkt nach Gehalt und Urlaub fragen

In der Regel wird das Bewerbungsgespräch bereits von dem Personaler selbst zu diesen Themen gelenkt, sodass du sie gar nicht erst ansprechen musst. Warte also darauf, dass der Personaler Punkte wie Urlaubstage, Gehalt und Arbeitszeiten anspricht. Andernfalls wirkst du schnell ungeduldig, geldgierig und faul, was für eine Karriere in dem Unternehmen nicht förderlich ist. Sollte bis zum Ende des Gesprächs noch kein Verweis zu diesen Themen kommen, kannst du sie vorsichtig zur Sprache bringen.

Fragenkatalog abarbeiten

Die Fragen im Vorstellungsgespräch, die du vorbereitet hast, solltest du deinem potenziellen Arbeitgeber bzw. dem Personaler, nicht als Fragenkatalog präsentieren, den du strategisch versuchst abzuarbeiten. Stelle deine eigenen Fragen an passender Stelle im Bewerbungsgespräch.

Unlängst beantwortete Fragen stellen

Es kann während des Vorstellungsgesprächs sehr gut vorkommen, dass deine vorbereiteten Fragen bereits beantwortet wurden. Lasse diese Fragen also aus, da du nicht gerade wie ein interessierter Bewerber wirkst, wenn du Fragen stellst, die bereits beantwortet wurden.

Falle mit deiner Frage nicht ins Wort

Wenn dir dein künftiger Arbeitgeber oder der entsprechende Personalverantwortliche im Vorstellungsgespräch gegenüber sitzt, dann lasse ihn ausreden. Selsbt wenn er fehlerhaft aus deinem Anschreiben oder deinem Lebenslauf zitiert oder einen Sachverhalt falsch erklärt: Du wartest, bis dein Gesprächspartner in diesem Fall seine Ausführung beendet und stellst dann erst deine Frage/äußerst deine Anmerkung!

Mit diesen Tipps für Fragen im Vorstellungsgespräch dürfte dir nichts mehr im Weg stehen. Damit alles reibungslos klappt, haben wir hier nochmal die wichtigsten Dos & Don’ts für dich:

Die Do's & Don'ts für eigene Fragen im Vorstellungsgespräch

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