Top Floskeln in Bewerbungen

Was man beim Bewerbungsschreiben vermeiden sollte

Bewerbung Floskeln

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„Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als…“ ist wohl der beliebteste Einstieg in einem Bewerbungsschreiben. Leere Phrasen und Sätze wie diese sind uns allen bekannt und werden vom Großteil der Bewerber benutzt. Schließlich gehört das laut der zahlreichen Bewerbungsvorlagen im Internet zu einer professionellen Bewerbung dazu, oder? Falsch!
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Floskeln sind der schnellste Weg in den Papierkorb

Stellt man sich vor, dass ein Personaler bis zu 100 Bewerbungsschreiben samt zugehöriger Bewerbungsunterlagen lesen muss und alle benutzen dieselben abgedroschenen Adjektive wie z.B. „teamfähig“, „dynamisch“ oder „erfahren“, wird klar, dass das so mit dem Berufseinstieg und der Karriere nichts werden kann. Solche 08/15 Bewerbungen langweilen und schläfern Personalleiter nur ein.

Ergebnis Das Anschreiben des Bewerbers landet im Müll, ohne, dass der Lebenslauf oder die restliche Bewerbungsmappe vorher überhaupt richtig gelesen worden ist. Eine vertane Chance bei der Jobsuche!

Abgesehen von solchen Worthülsen spielen formelle Aspekte des Bewerbungsanschreibens natürlich auch eine entscheidende Rolle. Wer diese missachtet, riskiert ebenfalls ein frühzeitiges Aus bei der Bewerbung.

Diese Bewerbungsfloskeln gilt es zu vermeiden:

Eine Bewerbung sollte nie eine Anreihung von allgemeinen Phrasen sein. Da jeder dieselben Ausdrücke benutzt, kann man sich so nicht von der Masse abheben und keinen Arbeitgeber beeindrucken. Im Gegenteil: Der Bewerber hinterlässt den Eindruck, dass er sich mit den speziellen Anforderungen des Unternehmens nicht beschäftigt hat. Die Bewerbung wirkt somit austauschbar.

Das Karriere-Netzwerk LinkedIn hat für die letzten Jahre die Top 10 Floskeln zusammengestellt, die Nutzer in ihren Online-Profilen bei der Jobsuche verwenden:

Top 10 Floskeln 2010 in Deutschland

  1. Innovativ
  2. Dynamisch
  3. Motiviert
  4. Umfangreiche Erfahrungen
  5. Proaktiv
  6. Teamplayer
  7. Erfolgsbilanz
  8. Mehrwert
  9. Ergebnisorientiert
  10. Problemlöser

2011 war auf dem ersten Platz in Deutschland „kreativ“ und „innovativ“ an zweiter Stelle. Auch Begriffe wie „Auslandserfahrung“, „spezialisiert“ und „effektiv“ spielten in dem Jahr eine größere Rolle. Besonders diese Schlagwörter sollte man als Bewerber in Deutschland also vermeiden!

In Abhängigkeit vom jeweiligen Land des Nutzers variieren aber die Spitzenreiter. Die globalen Top 10 Floskeln hat LinkedIn bereits für 2014 ermittelt und diesmal waren „motiviert“, „leidenschaftlich“ und „kreativ“ die Top 3. Wer eine zum Beispiel eineBewerbung auf englisch schreibt, sollte auf diese globalen Worthülsen ebenfalls verzichten.

Vermeide folgende Einstiegssätze:

„Hiermit bewerbe ich mich um…“

„Ich interessiere mich für den ausgeschriebenen Job…“

„Ihre Stellenanzeige im Internet habe ich aufmerksam gelesen“

Für den Personaler ist es selbstverständlich, dass du dich mit einer Bewerbung „bewerben“ möchtest und dich für den Job interessierst! Solche Einstiege sind also vollkommen unnötig. Auch wo oder wann sie die Stellenanzeige gesehen haben ist meist irrelevant. Besonders beim Einstieg des Anschreibens ist Abwechslung und Kreativität gefragt! Wer den Personaler neugierig auf sich machen kann, wird auch gerne zum Bewerbungsgespräch eingeladen.

Lampe Auch im Bewerbungsgespräch sollte man auf leeres Gerede verzichten. Besonders bei den typischen heimtückischen Fragen im Vorstellungsgespräch neigen Bewerber aber immer wieder dazu. Du solltest versuchen natürlich zu wirken und dich sorgfältig auf mögliche Rückfragen zum Lebenslauf und zum Anschreiben vorbereiten.

Wie kann ich meine Bewerbung konkret verbessern?

  1. 1. Belege

    Grundsätzlich ist es keine schlechte Idee Soft Skills, die sich hinter Floskeln häufig verstecken, zu erwähnen. Es ist aber nicht ratsam, diese Begriffe wahllos in das Bewerbungsanschreiben einzubauen. Bewerber sollten immer Beispiele aus dem Lebenslauf angeben und begründen, warum sie diese Eigenschaft haben und wieso sie für den Job oder das Unternehmen wichtig ist. Wie bist du also zum Teamplayer geworden? Was sind das für „umfangreiche Erfahrungen“, die du gemacht hast?

    TIPP Auch Referenzen von früheren Arbeitgebern können helfen, die Aussagen zu bestätigen und zu unterstützen.

  2. 2. Individualität

    Du solltest versuchen in der Bewerbung deine Persönlichkeit zu zeigen. Es ist erlaubt kreativ zu sein und vor allem einen selbstbewussten Text zu verfassen. In jedem Fall sollten Anschreiben und der Lebenslauf individuell auf das Unternehmen zugeschnitten werden.

  3. 3. Synonyme

    Eine Alternative zu den altbekannten Formulierungen können treffendere und präzisere Synonyme sein, die noch nicht so abgedroschen sind und ehrlicher klingen. Anstatt „motiviert“ könnte man z.B. auch „angespornt“ sein. Auch hier sollten Belege aber nicht fehlen!

Fazit: Vermeide leeres „Blabla“ und beachte die obigen Tipps. Dann stichst du bei der Bewerbung aus der Menge hervor und bleibst dem Personaler im Hinterkopf. Bewerbungsmuster sollten also keine direkte Vorlage sein. Bist du dir unsicher, wie du dich auch ohne Sprachhülsen positiv darstellen und deine Soft Skills unter Beweis stellen kannst, lohnt es sich eine professionelle Bewerbung in Auftrag zu geben.