Recruiting Trends 2016 – Mit Personalern Schritt halten

Warum solltest du dir als Bewerber die Recruiting Trends 2016 zu Gemüte führen? Die Antwort ist ganz einfach: Es gibt nicht nur Bewerbungstrends, sondern ebenfalls im Bereich Human Resources jede Menge Trends, von denen du sonst nichts mitbekommen würdest. Wie du im Folgenden feststellen wirst, sind Bewerbungstrends und Recruiting Trends nicht ein und dasselbe!

Der Unterschied zwischen den beiden Trends:

Im Fall von Bewerbungstrends lassen Bewerbungsratgeber ihre Köpfe rauchen und prognostizieren anhand der Entwicklungen des Arbeits- und Bewerbermarktes die Trends des kommenden Jahres. Diese Bewerbungsexperten sind jedoch nicht zwangsläufig im Personalwesen tätig, sondern befassen sich mit dem Bewerber selbst.

Hingegen richten sich die Recruiting Trends ganz klar nach den Vorstellungen der Personalverantwortlichen. So werden jährlich seitens LinkedIn und monster.de (in Kooperation mit der Universität Bamberg) Studien durchgeführt, in denen gezielt Personalverantwortliche nach Ihren Ansichten befragt werden. Das bedeutet, dass die Seite der Bewerber erst gar nicht berücksichtigt wird.

Mit einem Blick auf die Recruiting Trends 2016 …

… erfährst du zum Beispiel, dass Personalverantwortliche ebenfalls einer Leistungsüberprüfung unterzogen werden. Das Ergebnis ist abhängig davon, wie gut sich das neue Teammitglied in das Unternehmen einfügt, ob es wirklich die Versprechungen aus der Bewerbung halten kann und die zugewiesenen Aufgaben entsprechend erledigt. Ist das nicht der Fall, so wird das Urteilsvermögen des Personalers infrage gestellt.

Wusstest du zudem …

… das Vitamin B gar nicht so leicht zu einer neuen Anstellung verhilft, wie viele Bewerber annehmen? Tatsächlich braucht es, so die Ergebnisse der Studie von monster.de, durchschnittlich 8 Mitarbeiterempfehlungen, bis eine Position darüber besetzt wird.

Das bedeutet für dich letztlich: Strecke in deinem Netzwerk, sei es nun Xing oder LinkedIn, die Fühler aus, wenn es um deine neue Anstellung geht!

Recruiting Trends 2016: Social Media

Social Media Recruiting bzw. das Thema Active Sourcing bleibt 2016 spannend für das Personalwesen. Gleichwohl die Studie der Jobbörse monster.de ergab, dass einige Personalverantwortliche in diesem Bereich noch viel zu lernen haben, werden berufliche sowie soziale Netzwerke fleißig genutzt. So werden Netzwerke für das Employer Branding genutzt, Stellenausschreibungen dort veröffentlicht und Talente akquiriert.

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© Jonathan Velasquez

Lampe 70 % der befragten Unternehmen gaben an, dass dieser Bereich immer wichtiger für sie wird. Führend im Bereich D-A-CH bleibt dabei das Business Netzwerk Xing.

Mit einem Klick zur Bewerbung

Viele prognostizieren, dass dieses Thema im Bereich Recruiting in den kommenden Jahren einen immer größeren Stellenwert einnehmen wird: Die One-Click-Bewerbung. Durch diese Methode soll das Management der Bewerber künftig um ein Vielfaches vereinfacht werden. Bewerber registrieren sich mit Ihren Informationen aus dem Lebenslauf sowie persönliche Angaben zu dem, was ihnen bei einem Arbeitgeber wichtig ist, bei einem Dienstleister wie zum Beispiel Truffls.

Recruiting Trends 2016 - 1 Click Bewerbung

© kaboompics.com

Gleichzeitig verfügt dieser Dienstleister über Unternehmensdaten – Eigenschaften eines Bewerbers, Gestaltung des Arbeitsplatzes, Aufgabengebiete etc. – sodass über die Angaben von Unternehmen und Bewerber Schnittstellen gefunden werden. Bei einer ausreichenden Menge werden die Unternehmen dem Bewerber vorgestellt und dieser kann sein dortiges Profil an den Personaler weitersenden. Bei Interesse meldet sich der Arbeitgeber zurück und fordert die gesamten Bewerbungsunterlagen an.

Achtung: Es handelt sich bei dieser Methode der Personalbeschaffung nicht ausschließlich um das Thema Mobile Recruiting, da diese Dienste auch außerhalb einer App zu nutzen sind.

Der Trend dazu? Auf die Art und Weise, wie diese Dienste aktuell angeboten werden, werden sich diese künftig nicht durchsetzen. Dies liegt daran, dass es zur Mitarbeiterakquise zu umständlich für Personaler ist, wenn diese erst ein Profil und dann noch einmal die Unterlagen sichten müssen.

Wenn du also gerade deine Strategien zur Bewerbung durchgehst, solltest du für deine Karriere noch nicht alles auf diese Plattformen setzen.

Recruiting Trends hinsichtlich der Bewerbung:

Das Bewerbungsschreiben:

Es bleibt nicht aus, dass sich hinsichtlich der Bewerbungsunterlagen in den kommenden Jahren eine Veränderung ergeben wird. Unbestreitbar ist die Relevanz des Lebenslaufes, da dort deine Qualifikationen aufgelistet werden. Überrasch- ender sind hingegen die Tendenzen für das Anschreiben. Aktuell ist das Anschreiben noch für 80 % der von monster.de befragten Unternehmen von Relevanz. Für die kommenden Jahre wird prognostiziert, dass der Wert auf 60 % sinkt.

Das Kurzprofil:

Das Kurzprofil bleibt aktuell noch immer der perfekte Begleiter für die Bewerbung auf einer Jobmesse. Für die Bewerbung um eine Karriere in einem neuen Unternehmen hingegen ersetzt es derzeit noch nicht Anschreiben und Lebenslauf. Doch auch an dieser Stelle zeigt sich ein Wandel. Das Kurzprofil soll in den kommenden Jahren immer mehr an Bedetung gewinnen, während das Anschreiben als Bestandteil der Bewerbungspraxis schwindet.

Folglich solltest du für deine Bewerbungsunterlagen noch immer auf ein gepflegtes Anschreiben achten. Ebenso musst du künftig Stellenanzeigen noch genauer lesen und auf die gewünschten Unterlagen achten. Werden die vollständigen Bewerbungsunterlagen eingefordert, oder nur noch ein bestimmter Teil?

Versandarten deiner Bewerbung / Bewerbungswege

Recruiting Trends 2016 - Bewerbungswege - Versandarten

©alphaspirit – fotolia.de

Hinsichtlich der postalischen Bewerbung verhält es sich so, wie es sich schon in den vergangenen Jahren abzeichnete: Sie wird nur noch von wenigen Unternehmen verlangt oder überhaupt als Alternative angeboten.

Erstaunlicher an dieser Stelle ist, dass lediglich noch 23 % der Teilnehmer an der Umfrage von monster.de Bewerbungen per E-Mail wünschen. Ein Großteil der Befragten (75 %) bevorzugen mittlerweile eine Bewerbung über die firmeneigenen Bewerbungsformulare. Durch die standardisierten Bögen sowie begrenzte Auswahl an Antworten ist es wesentlich leichter bei der Personalbeschaffung, den richtigen Kandidaten für eine Position ausfindig zu machen.

Es gilt, dass du Stellenanzeigen nicht nur aufmerksam hinsichtlich der gewünschten Unterlagen, sondern ebenfalls hinsichtlich des geforderten Bewerbungsweges durchsiehst.

Zusammengefasst bedeuten diese Trends für dich:

  • Poliere deine Social Media Präsenz auf. Prüfe, ob die Angaben noch aktuell und richtig sind.
  • Recruiting – Plattformen sind noch nicht ausgereift genug, um diese als einzige Bewerbungsmaßnahme zu nutzen.
  • Das Anschreiben verliert künftig an Bedeutung, während das Kurzprofil mit der Zeit relevanter wird.
  • Obwohl aktuell noch mehr Onlinebewerbungen verschickt denn Bewerbungsformulare ausgefüllt werden, zeigt sich, dass das Formular als Methode wesentlich beliebter ist.

Ausgestattet mit den Recruiting Trends 2016 kannst du in deine nächste Bewerbungsphase gehen. Wir wünschen dir viel Erfolg!