Lücken im Lebenslauf? Was nun?

Der Lebenslauf ist mit dem Bewerbungsschreiben das Erste, was dein zukünftiger Arbeitgeber von dir sieht. Natürlich möchtest du hier den besten Eindruck hinterlassen, um auch die Möglichkeit zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch zu bekommen. Manchmal gibt es aber Lücken in deinem Lebenslauf – wie du diese richtig füllst, verraten dir die folgenden Tipps.

Instinktiv möchtest du vielleicht Ausreden erfinden oder eine Notlüge anbringen, um die unschönen Lücken zu kaschieren. Davon ist aber stark abzuraten! Es heißt nicht umsonst: „Lügen haben kurze Beine.“ In der Regel wird dich dein potenzieller Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch auf deine Angaben im tabellarischen Lebenslauf (und im Anschreiben) ansprechen. Die „kleinen Notlügen“ fallen da schnell auf und verspielen nicht nur deine Chancen auf den Job, sondern auch spätere Chancen in dem Unternehmen. Findet der Arbeitgeber erst später heraus, dass ein Bewerber in seinem Lebenslauf falsche Angaben gemacht hat, folgt die sofortige Kündigung des Jobs – und zwar fristlos.

Kein K.O.-Kriterium

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✔ Lücken sind nicht sofort ein K.O.-Kriterium für einen Arbeitgeber. Schließlich können die Zwischenräume auch sinnvoll genutzt werden, wie zum Beispiel zur Neuorientierung nach dem Studium oder der Ausbildung, zur aktiven Jobsuche oder auch selbstständigen Weiterbildung. Wichtig ist, dass du keine Angst vor einer Lücke hast und offen mit dieser umgehst bzw. sie auch angibst.

Versuche dich zu erinnern, was du während dieser Periode genau gemacht hast. Häufig hast du in dieser Zeit andere wichtige Erfahrungen oder Tätigkeiten (wie z.B. ehrenamtliches Arbeiten, Praktika oder Trainieren eines Sportvereins) gemacht, die du angeben kannst. Bleibe aber stets bei der Wahrheit.

Grundsätzlich gilt: Gib deine Lücken im Lebenslauf an. Erkläre sie dem Arbeitsgeber aber so gut, dass er die Gründe vollständig nachvollziehen kann. So wirken sich Leerstellen auch nicht negativ auf deine Bewerbung in dem Unternehmen aus.

Tipps für eine Lücke von mehreren Jahren

Check Wenn du eine mehrjährige Lücke in deinem Lebenslauf hast, wird dir der Arbeitgeber mit Sicherheit einige Fragen dazu stellen. Oftmals wird diese Zeit für Weiterbildungen und Studien genutzt. Falls dies bei dir zutrifft, dann solltest du das auf jeden Fall in deiner Vita (und bei einem Bezug zum Unternehmen auch im Anschreiben) erwähnen, da Weiterbildungen positiv auf Arbeitgeber wirken.

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Längere Krankheitszeiten, Elternzeit oder die Pflege eines Familienmitglieds können wie Berufstätigkeiten angegeben werden. Ebenso Auslandsaufenthalte, wenn diese zum Lernen der Sprache genutzt wurden. Dies kann sogar sehr positiv auffallen, wenn in der Ausschreibung für den Job entsprechende Fremdsprachen-Kenntnisse gewünscht sind. In diesem Fall solltest du den Grund für die Auszeit ebenfalls im Anschreiben nennen.

Dir stehen noch weitere Erklärungen zur Verfügung, die genauso akzeptabel sind. Zum Beispiel wenn du Familienmitgliedern oder Freunden bei der Geschäftseröffnung geholfen hast, oder ehrenamtlich tätig warst. Ebenfalls können private sowie familiäre Gründe die längere Auszeit erklären – z. B. bist du in Elternzeit gegangen und hast deswegen deine Karriere pausiert.

TIPP Wichtig ist, dass du weißt, wie du die Lücke im Bewerbungsgespräch verständlich erklären kannst und Fragen des Personalers überzeugend beantwortest. Die richtige Vorbereitung auf das Gespräch ist also entscheidend.

Tipps für Lücken von einigen Monaten

Lampe Einige Bewerber versuchen durch die Angabe von Jahreszahlen, ohne Angabe der Monate, Lücken zu kaschieren. Früher mag dies noch eine annehmbare Methode gewesen sein, mittlerweile durchblickt die aber jeder Arbeitgeber – und ist davon wenig begeistert. Gib also auch Lücken an, die sich über einige Monate erstrecken und versuch diese mit Tätigkeiten, Weiterbildungen oder wichtigen Erfahrungen zu füllen. In manchen Fällen kann eine Unterbrechung der Karriere auch einfach mit einer Übergangszeit zwischen zwei Jobs oder nach dem Studium bzw. nach der Ausbildung erklärt werden.

Wenn du aufgrund einer kurzfristigen Kündigung arbeitslos bist, dann solltest du den Grund für die Entlassung unbedingt angeben. Häufig liegt der Fehler nämlich nicht bei dem Bewerber, sondern die Kündigung des Jobs ist mit dem Schließen einer Abteilung oder mit der Insolvenz des Unternehmens verbunden. Falls dies nicht der Fall ist, solltest du dennoch offen mit der Entlassung umgehen und deine Motivation verdeutlichen. Es ist davon abzuraten, den ehemaligen Arbeitgeber schlecht zu reden.

TIPP Pausen von ein bis zwei Monaten zwischen zwei Jobs oder vor dem Studium sind in der Regel üblich und nicht sofort als „Lücke“ zu verstehen. Häufig kannst du einen so kurzen Zeitraum im Lebenslauf auch offen lassen und dann im Vorstellungsgespräch näher erklären.

Fazit
Beachte die obigen Tipps und ignoriere nicht deine Leerstellen! Erkläre dem Personaler verständlich, weshalb deine Karriere unterbrochen wurde und was du in der Zwischenzeit gemacht hast.