Ehrenamt – Immer ein Pluspunkt in der Bewerbung?

Ehrenamt Bewerbung

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Grundsätzlich kann man sagen: Wenn du ein Ehrenamt ausübst, dann solltest du dieses auch in deinem Lebenslauf angeben. Die Einordnung im Lebenslauf erfolgt meistens unter „Sonstiges“ oder „Besondere Kenntnisse“, kann aber auch unter einer eigenen Kategorie aufgeführt werden. Es sollte klargestellt werden, wie lange der Bewerber sich schon engagiert und was genau er gemacht hat.


Ehrenämter können dem Arbeitgeber soziales Engagement vermitteln und zeigen, dass der Bewerber Interesse hat, der Gesellschaft auch unentgeltlich zu helfen. Es kann eine gute Idee sein, seine ehrenamtlichen Tätigkeiten auch im Bewerbungsschreiben anzuführen. So können negative, floskelhafte Umschreibungen (wie z.B. Teamfähigkeit oder Verantwortungsbereitschaft) mit Inhalt gefüllt werden und erscheinen glaubhafter.

Der richtige Einsatz in der Bewerbung ist jedoch entscheidend:

Wer willkürlich eine ehrenamtliche Tätigkeit in die Bewerbung integriert, kann damit beim Personalleiter negativ auffallen.

Tipp: So macht die Angabe im Bewerbungsschreiben Sinn

Bevor Bewerber das freiwillige Engagement für eine Bewerbung auswählen, sollten sie überprüfen, ob bestimmte Kriterien erfüllt sind. Um das volle Potenzial des eigenen Engagements für die Stellenbewerbung auszunutzen, lohnt es sich aber einen professionellen Bewerbungsservice zu kontaktieren.

Checkliste:

    • Passt das Ehrenamt zu meiner Persönlichkeit?
    • Passt das Ehrenamt zu dem ausgeschriebenen Job?
    • Zeige ich mit der Tätigkeit eine neue Seite meiner Persönlichkeit?
    • Wie ist die Wirkung auf den potenziellen Arbeitgeber?

Bevor du mit dem Bewerbungsanschreiben beginnst, solltest du die obige Checkliste durchgehen. Das soziale Engagement sollte zu deiner Persönlichkeit passen und du solltest in der Lage sein, das Interesse daran glaubwürdig zu zeigen. Dies ist besonders wichtig für das Vorstellungsgespräch, da man sich auf Rückfragen einstellen muss.

Im besten Fall ist die Arbeit mit deinem Berufswunsch verbunden oder du kannst damit dem Personaler eine neue Facette deiner Persönlichkeit zeigen. Wenn z.B. ein Informatiker ehrenamtlich in einem Krankenhaus oder einem Jugendzentrum arbeitet, zeigt das seine soziale Kompetenz, die oftmals bei Informatikern infrage gestellt wird. Auch die Wirkung des Engagements auf das bestimmte Unternehmen sollte vor der Bewerbung hinterfragt werden.

Wenn sich die obigen Fragen positiv beantworten lassen, dann ist das Ehrenamt in der Bewerbung ein Muss! Falls die Checkliste nicht erfüllt wird, kann eine generelle Angabe im Lebenslauf dennoch sinnvoll sein. Du solltest im Vorstellungsgespräch aber darauf eingehen können.

Achtung: Mehr ist nicht gleich besser!

Bewerber sollten es mit den ehrenamtlichen Aktivitäten in der Bewerbung aber nicht übertreiben. Sonst könnte sich der Personaler noch fragen, ob vielleicht das ehrenamtliche Interesse überwiegt und der Bewerber in seiner Flexibilität der Arbeitszeiten eingeschränkt ist oder keine Überstunden machen kann. Außerdem könnte der Eindruck entstehen, der Bewerber sei zu sprunghaft.

Es sollte nie vergessen werden, dass Ehrenämter nicht Weiterbildungen wie Sprach- oder Computerkurse aufwiegen, da diese zusätzlichen Qualifikationen wichtiger für den Arbeitgeber sind. Ein soziales Engagement kann eine gute Ergänzung zu den beruflichen Qualifikationen sein, ist aber bei Weitem kein Substitut.

Bewerbungsnachweis – Ja oder Nein?

Ein Nachweis macht die Angabe des Ehrenamts glaubhafter. Dieser ist natürlich kein Ersatz für ein Arbeitszeugnis, sollte aber auf jeden Fall den Bewerbungsunterlagen beigelegt werden. „Doch wo bekommt man so einen Bewerbungsnachweis her?“, fragen sich viele. Es besteht in der Regel kein gesetzlicher Anspruch auf eine Bescheinigung oder ein Zeugnis. Die wenigsten Träger werden sich aber weigern, wenn du nachfragst. Hier lohnt es sich vor allem auch zu fragen, ob die einzelnen Tätigkeiten mit aufgelistet werden können.