Die Körperhaltung auf dem Bewerbungsfoto

Die Körperhaltung auf dem Bewerbungsfoto ist entscheidend für den ersten Eindruck, den Personaler von dir erhalten. Doch wie positionierst du dich am besten und welche Wirkung erzielst du damit? Die beste Pose für dein Bewerbungsfoto kannst du mit diesen Tipps finden!

Deine Bewerbung ist dein Aushängeschild – deine Werbung auf wenigen Seiten, die dich als perfekten Kandidaten für eine Position darstellt. Für viele Personaler ist das Bewerbungsfoto dabei entscheidend. Es gilt, für das Foto auf viele Details zu achten. Unter anderem sind dafür die folgenden Faktoren zu nennen: die passende Kleidung, eine entsprechende Mimik und neben dem Styling noch die Fragen, ob das Bild hochkant oder quer, in Farbe oder schwarz-weiß aufgenommen werden soll. Sobald das Foto aufgenommen ist, bleibt dann die Überlegung, ob das Bild auf dem Deckblatt oder auf dem Lebenslauf positioniert wird.

Die passenden Antworten auf diese Fragen haben wir bereits auf bewerbung.net festgehalten. Was jedoch fehlt, sind Aussagen zu der Wirkung deiner Körperhaltung auf einem Bewerbungsfoto. Hierzu ein paar Beispiele:

Der lockende Bewerber

Die Körperhaltung auf dem Bewerbungsfoto:

Der Rücken wird der Kamera zugewandt, sodass der Bewerber nicht vollständig frontal zu sehen ist. Im Anschluss dreht sich der Bewerber mit einem auffordernden Lächeln zur Kamera, indem sich beispielsweise der Oberkörper leicht mit zur Linse bewegt.

Frau, die dem Betrachter den Rücken zudreht

© Christian Schwier

Die Wirkung:
Händchenhaltendes Pärchen

© lifeofpix

Angedacht ist bei dieser Pose die Wirkung: „Hei, schön dich zu sehen! Ich bin übrigens der gesuchte perfekte Bewerber. Schau, ich verrate nicht sofort alles. Lern mich doch einfach mal kennen.“ Dabei erinnert diese Pose an die mittlerweile bekannten Bilder, in denen das Model dem Fotografen die Hand reicht, um ihm eine „neue Welt“ zu zeigen. Auf Bewerbungsfotos übertragen fördert diese Körperhaltung jedoch nicht zwangsläufig die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Zunächst einmal wirkt es äußerst verschlossen, wenn du dich nicht direkt zur Kamera drehst. Du hast entweder etwas zu verstecken, oder du bist so schüchtern, dass du dich nicht direkt zeigen kannst – nicht einmal auf dem Bild. Aufgrund der zumeist unbequemen Haltung ist es zudem nur Wenigen möglich, ein wirklich entspanntes, freundliches Lächeln aufzusetzen – zumal sich spätestens in den Augen diese unbequeme Haltung widerspiegelt.

Des Weiteren zeigt diese Körperhaltung auf einem Bewerbungsfoto, dass du dich scheinbar gerne verbiegst (denke an das leicht gequälte Lächeln). Viele Unternehmen suchen jedoch standhafte Persönlichkeiten, die sich innerhalb des Teams selbst treu bleiben. Daher raten wir dir von dieser Pose für dein Bewerbungsfoto ab.

Der überzeugte Bewerber

Die Körperhaltung auf dem Bewerbungsfoto:

Bei dieser Körperhaltung muss präzise auf die Positionierung des kompletten Körpers geachtet werden. Das Merkmal des überzeugten Bewerbers sind die vor der Brust verschränkten Arme. Diese Geste kann auf verschiedene Art und Weise eingesetzt werden, wodurch sich entsprechend die Wirkung dieser Pose verändert. Sei es nun mit einem fröhlich lächelnden Gesicht, leger an eine Wand gelehnt oder mit einem hüftbreiten Stand mitten im Raum, dazu ein eher verhaltenes Lächeln.

Die Wirkung:

Diese Haltung möchte sagen: „Ich bin standhaft!“. Abhängig von der restlichen Körperhaltung variiert die Wahrnehmung folgendermaßen:

Mit einer lockeren Körperhaltung (nicht schlaksig!) sowie einem offenen, freundlichen Lächeln ist dieses Posing vorteilhaft. Es zeigt, dass du deine eigene Meinung hast, diese vertreten kannst und nicht die berühmte „Fahne im Wind“ bist. Durch das offene Lächeln gewinnst du zudem Sympathien. Diese Kombination von Körperhaltung und Mimik zeigt, dass du standhaft, aber nicht dominant bist. Du hast zwar deine eigene Meinung, bist jedoch gegenüber anderen Einstellungen aufgeschlossen und vor allem interessiert.

Junger Mann lehnt in einem blauen Anzug an einer Wand

© Robert Kneschke

Stehst du jedoch stocksteif dar, verschränkst die Arme und kannst nur mit Mühe ein Lächeln abzwingen, so fällst du eher negativ auf. Positiv kann dir unterstellt werden, dass du wie ein Fels in der Brandung wirkst. Deine Pose sagt aber, dass du keine andere Meinung als die eigene akzeptierst. Du scheinst „unbeugsam“. Das mag zum Beispiel als Türsteher vorteilhaft sein, jedoch nicht als vermeintlicher Teamplayer. Abgesehen von dem genannten Beispiel möchte kein Arbeitgeber einen neuen Mitarbeiter, der durch seine unbeugsame Art das bestehende Team auseinander bringen könnte.
Überlege dir am besten im Vorfeld, wie du diese Pose einnehmen willst. Wir raten dir zu der ersten Variante.

Schwarz-weiß Porträt einer Frau

© Lars Zahner

Der Glöckner von Notre Dame

Die Körperhaltung auf dem Bewerbungsfoto:

Hängende, nach vorne gezogene Schultern sowie ein leicht nach vorne gebeugter Oberkörper zeichnen diese Körperhaltung aus. Dabei wird freundlich in die Kamera gelächelt und die Hände zusammengefaltet vorne in den Schoss gelegt.

Blonde Geschäftsfrau im Portrait

© Jeanette Dietl

Die Wirkung:

Der Bewerber soll durch diese Haltung jünger wirken, als er eigentlich ist. Gerade bei älteren Bewerbern wird die Pose gerne genutzt, um ein paar Jahre zu kaschieren. Schließlich soll diese Pose eine Anstellung in einem jüngeren Team möglich machen. Tatsächlich scheint es – je nachdem, wie extrem du deine Schultern nach vorne ziehst – als hättest du einen kleinen Buckel. Überdies wirkst du mit dieser Haltung äußerst eingeschüchtert. Schnell erweckst du dadurch den Anschein des berühmt berüchtigten „Duckmäuschens“. Diesen Eindruck verhärten deine im Schoss zusammengefalteten Hände. Händekneten wird allgemein als ein Zeichen von Nervosität und Angst oder Sorge interpretiert.

Zusammengefasst ist diese Körperhaltung nicht vorteilhaft für dich, sodass wir dir davon abraten.

Der Halt suchende Bewerber

Die Körperhaltung auf dem Bewerbungsfoto:

Von vielen Modebildern ist es bekannt, dass das Model den Kragen des Jacketts oder Blazers in den Händen hält. Diese Pose wird von einigen Fotografen für die Bewerbungsbilder übernommen.

Junge Frau

© Picture-Factory

Die Wirkung

In der Modebranche wird diese Geste gerne genutzt, um die Qualität der verwendeten Stoffe bildlich darzustellen. Auf einem Bewerbungsbild geht es jedoch nicht darum, die eigene Kleidung zu präsentieren, sondern sich selbst. Das Festhalten der eigenen Kleidung kann unterschiedlich auf Personaler wirken.

In erster Linie ist diese Haltung äußerst unnatürlich, schließlich muss im Alltag kaum einer den Kragen seiner Kleidung festhalten. Zudem evoziert diese Körperhaltung ein gewisses Maß an Unsicherheit, da du anscheinend nicht weißt, was du mit deinen Händen anstellen sollst. Das schlimmste, was dir bei dieser Körperhaltung passieren kann, ist, dass dich der Personaler selbst für einen Blender hält. Wird dann erst ein Blick auf dein Bild und erst im Nachhinein auf deinen Lebenslauf geworfen, so werden deine Leistungen schnell hinterfragt – und unter diesen Voraussetzungen sollte wirklich kein Lebenslauf begutachtet werden.

Die perfekte Körperhaltung auf deinem Bewerbungsfoto

Halte dir immer vor Augen, dass es nicht die eine perfekte Pose gibt. Wichtig ist, dass du mit deinem Bewerbungsfoto Sympathien weckst und deine eigene Persönlichkeit widerspiegeln kannst. Spreche folglich zuvor mit deinem Fotografen, lass ihn dich kennenlernen und versuche dann gemeinsam mit ihm die perfekte Pose zu finden. Du kannst natürlich bspw. deine Arme verschränken, aber der Rest deiner Körperhaltung muss dazu passen.

Selbstverständlich kannst du dich bei deinem Bewerbungsfoto ebenfalls nach vorne beugen. Dabei sollten deine Schultern jedoch nicht aussehen, als müsstest du dich gerade ducken. Finde das perfekte Maß für dein Bewerbungsfoto mit deinem Fotografen. Nutze die gegebenen Hinweise als Tipps zur Wirkung von deiner Körperhaltung auf dem Bewerbungsfoto.

Wir von bewerbung.net wünschen dir viel Erfolg dabei!